Beiträge von Zickenbändiger

    Hier ist § 19 b III SpO DHB einschlägig und ziemlich eindeutig:

    Zitat

    (3) Ausschließlich für den Einsatz in Qualifikationsspielen zum neuen Spieljahr (s. § 9 Ziffer 2 SpO) und für die sich daran anschließenden Meisterschaftsspiele der neuen Spielsaison kann ein Gastspielrecht vom 15. März bis 30. Juni eines Jahres beantragt werden. In einem solchen Fall darf frühestens zu 15. Oktober desselben Jahres eine weitere Spielberechtigung gemäß § 26 Ziffer 2 SpO erteilt werden. Auch kann der Erstverein zum neuen Spieljahr keine Mannschaften in der Altersklasse, der der Gastspieler angehört, melden. § 19 a Abs. 2 bis 5 SpO gelten ebenfalls entsprechend.

    Das "weitere Spielrecht" ist hier der Vereinswechsel. Ich sehe da keine Trickserei, das zu umgehen. Die Regel hat ja auch eine gewisse Berechtigung, den Erstverein vor Ausblutung zu schützen.

    Liebes Handballtagebuch!

    Die Saison nähert sich. Corona sei Dank, die D-Jugend weiterhin dünn besetzt, so dass womöglich wieder mal nur ein Team mit riesigem Leistungsgefälle gemeldet werden kann und das Projekt "D-Jugend spielt auch zweite C-Jugend" sieht ebenfalls ganz düster aus. Mit etwas aggressiver Personalpolitik lässt sich aber Qualität und Quantität deutlich nach oben schrauben und plötzlich ist erstmals seit Corona wieder eine D II gemeldet und auch die C II kann an den Start gehen.

    Drei Wochen vor Saisonstart hätte das Trainingslager stattfinden sollen, lässt sich aber terminlich nicht umsetzen. Es verbleibt ein weißer handballfreier Fleck im Terminkalender. Da kommt die Nachricht von Dieter, er bräuchte noch Unterstützung in einem B-Jugend Trainingslager. Dieter macht nur noch "Projekte", trainiert selbst nicht mehr Bundesliga oder Spitzenmannschaften in der Jugend. ZeeBee kennt beide Teams gut, hat schon gemeinsame Trainingslager veranstaltet oder als Gasttrainer ausgeholfen. Ein Team bricht weg, Dieter holt sein Dortmunder Projekt dazu und will sich um Kreuzen/Parallel gegen 6:0 kümmern. ZeeBee soll die Außen und die Kreisläufer beschäftigen. "GLEICHZEITIG?!" "Gleichzeitig." Also nicht nur ZeeBees Nemesis-Altersklasse, auch noch zwei nicht eben benachbarte Positionen unter einen Hut bringen.

    Zum Glück gibt es in der Landeshauptstadt eine Uni und dort im Zeitschriftenlesesaal auch die passende Literatur. Und sensationelle Öffnungszeiten. Wie zu Unizeiten schleicht sich ZeeBee auf den letzten Drücker Richtung Bibliothek und will seinen Rahmen mit Übungen füllen. Allerdings sind alle Unibibliotheken mal eben am Donnerstag geschlossen. Freitag hat sich ZeeBee für alle Fälle frei genommen. Dann eben abends Tapas und morgen Punkt acht Recherche. Freitagmorgen hat die Bibliothek auch tatsächlich geöffnet... nur der Zeitschriftenlesesaal ist wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Es soll wohl nicht sein.

    Erste Trainingseinheit verläuft gut. Die Kinderhandballperspektive auf Technikerwerb und -verbesserung funktioniert auch mit ambitionierten B-Jugendlichen. Die beiden Vereinstrainer der Mädchen haben eine Zuschauerrolle, bzw. werden ab und an auch mal eingebunden, da ZeeBee quasi zwei komplett verschiedene Trainingseinheiten im Parallelbetrieb hat. "Unmögliche Aufgabe", so ZeeBees Worte an die Mädchen vor Trainingsbeginn.

    Einheit drei und vier mischt Dieter die Trainingsgruppen und es gibt komplette Abwechselung. Life kinetic in der einen Hallenhälfte, ZeeBee macht Einführung in die AIM Position des Wurfarms im 1-gegen-1. Einheit eins verläuft reibungslos, Einheit zwei hakt etwas. Elf motivierte junge Damen, die voll mitziehen... ein Dortmunder Mädchen in Pink, die mit maximaler Unlust durch die Übungen schlurft. ZeeBee ist erstaunt, beide Teams doch ambitioniert und in der Regional- bzw. Oberliga. Ähnliches kennt ZeeBee allenfalls aus der zweiten D-Jugend und auch dort würde es so etwas nicht lange geben.

    ZeeBee unterbricht die Einheit, stellt die Falle:

    "Ich muss kurz nachhaken. Alle gesund? Irgendwer verletzt? Sollte jemand krank oder verletzt sein, bitte aussetzen und es nicht schlimmer machen."

    Alle gesund. Niemand verletzt.

    ZeeBee wird sehr grantig und bittet - anonym an alle gerichtet - unhöflich aber bestimmt um hundertprozentigen Einsatz. Training geht weiter, ZeeBee schaut sich das Drama noch 90 Sekunden an. Falle schnappt zu. Miss pinke Unlust trainiert weiterhin bei maximal 20%.

    "Hallooo, wie heißt Du denn?"

    ZeeBee nimmt sich die unmotivierte Dame zur Seite.

    "Lena." (Name von der Redaktion geändert.)

    "Lena, Training ist für Dich jetzt vorbei. Das schaue ich mir nicht mehr an, wie Du hier das Training boykottierst."

    "Aber aber... ich gebe doch mein Bestes!"

    ZeeBee schluckt alle bösartigen Kommentare herunter zum Thema "Ihr Bestes" (Inklusion, Geriartrie, Mutter-Kind-Turnen) und wirft sie höflich raus.

    "Das ist mit Abstand nicht Dein Bestes, Du bist nach eigener Angabe unverletzt und jetzt ist das Training ohne Diskussion vorbei."

    Lena zieht schmollend davon, ZeeBee entschuldigt sich bei den übrigen Mädchen für den vorherigen Ausbruch, nun sei aber der Störfaktor beseitigt. Nun ist ZeeBee nicht ganz unerfahren und eine Zehnjährige hätte er ausgeschlossen, aber in der Halle in Blickweite bis zum Ende des Trainings auf die Bank gesetzt, bis Mama sie abholt oder das Training offiziell zu Ende ist. Eine verständige Sechzehnjährige im Trainingslager, weit von der Heimat, noch eine Übernachtung steht aus... was soll schon passieren?

    Lenas Vereinstrainer ist nicht in der Halle, liegt seit dem Vorabend in einer Kabine mit Fieber flach und würde am liebsten selbst von Mama abgeholt werden. Lena ist also unbeaufsichtigt und kurz im autoritätsfreien Raum. Was tut also eine verständige Sechzehnjährige? Ruft Mama an, packt heimlich ihre Sachen, marschiert zwei Kilometer zum Bahnhof und setzt sich in einen Zug. Drei- oder viermal umsteigen bei rund drei Stunden Fahrt. Später werden die Aussagen auseinander gehen, ob Mama zugestimmt hat oder ihr Kind nicht von der Flucht abhalten konnte. Dieter betreibt Beweissicherung und befragt die Mannschaft. Nein, keine Info an den Trainer Tim, Lena habe sich erst während der Fahrt bei den Mitspielerinnen gemeldet per whatsApp gemeldet. Es habe einen Anruf der Eltern bei Tim gegeben.

    "Aber coole Aktion. Bei uns kommt sie immer mit allem durch."

    Fehlt wohl ein Bändiger in Dortmund... Eine Mitspielerin kommt zu ZeeBee, bittet schüchten um seine Handynummer, um sie weiter zu geben.

    "Lena will sich bestimmt entschuldigen..." ZeeBee grinst wölfisch.

    ZeeBee wird vorgewarnt, die Eltern seien "schwierig". Das könnte ein interessantes Gespräch werden. Zicken bändigen an sich ist nicht auf ein Alter oder Geschlecht beschränkt. Abends beim Grillen ist es soweit, eine unbekannte Nummer auf dem Display. Papa R. möchte einen Bericht hören, Papa bekommt einen Bericht. Alle Ansätze von Kritik perlen an ZeeBee ab, also muss nun der Vereinstrainer herhalten, der seine Aufsichtspflicht sträflich vernachlässigt habe. Dass der krank in der Koje gelegen hat, zählt nicht. "War ja nicht tot." Kein Schimmer Einsicht, dass man nicht immer und überall mit Steinen schmeißen sollte.

    Nach der letzten Einheit setzen sich Dieter, Lenas Trainer Tim und ZeeBee Sonntag noch einmal zusammen. Tim fabuliert, dass er ein Gespräch mit Lena führen müsse, zumindest eine Entschuldigung gegenüber der Mannschaft müsse her. ZeeBee schiebt das auf den Fieberwahn, obwohl Tim sich gesund gemeldet hat. Sodann gesteht Tim, dass er schon zwei, drei Gespräche mit der jungen Dame wegen ihrer Motivationsprobleme geführt habe. Und der Athletiktrainer habe ebenfalls ein Gespräch geführt. Und der Torwarttrainer. Dieter und ZeeBee sind fassungslos.

    "Im Arbeitsrecht nennt man das 'betriebliche Übung'. Dann ist es jetzt amtlich. Lena darf sich gewohnheitsrechtlich alles erlauben."

    Es dämmert Tim, dass Dieter und ZeeBee Recht haben könnten. Er lädt Lena vom nächsten Training aus, verabredet sich hinterher stattdessen mit den Eltern, um ihren Ausschluss aus der Mannschaft bekannt zu geben. Nach einem unschönen Gespräch:

    "Naja, Lena wollte sowieso aufhören."

    Tim wünscht den Eltern noch einen schönen Abend.

    "Den wünschen wir nicht!"

    Natürlich folgt am nächsten Tag eine ellenlange E-Mail an den Vereins- und Spartenvorstand mit wüsten Anschuldigungen und allerlei Unwahrheiten. Böse Briefe... das kann ZeeBee auch. Nur viel bösartiger und wesentlich eleganter. Mit Anwaltsbriefbogen. Vorstand und Eltern bekommen einen noch längeren Bericht. Aufsichtspflichtverletzung? Die Quintessenz ist eher, dass wohl die Kindeserziehung versagt habe. Treffer, versenkt. Das Antwortschreiben von Papa R. liegt auf ZeeBees Schreibtisch im Büro. Tim bedankt sich für ZeeBees Unterstützung und nimmt auf das Schreiben Bezug, dass ZeeBee einen wunden Punkt getroffen haben müsse. Das Schreiben liegt nach wie vor ungelesen auf dem Schreibtisch.

    ZeeBee hat wieder dazugelernt. Nächstes Mal wird sich der Vereinstrainer keine Vorwürfe wegen Aufsichtspflichtverletzung anhören müssen. ZeeBee sucht schon mal pinke Handschellen bei Amazon. Es wird dann eine Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung gegen den Gasttrainer geben.


    Dein

    Karsten

    Damit ich mehr als nur eine von mir ausgebildete Spielerin zur WM beitragen:

    Nacktschnecken sollen ja, trotz kleiner Defizite bei der Sozialkompetenz, ein unfassbar spannendes Liebesleben haben.

    Im Übrigen scheine ich in diesem Thread wenig verpasst zu haben, wenn es hier nun um Weichtiere geht. Und trollen ist vergebene Liebesmüh, ich schau hier nicht mehr rein.

    Lt. Col. Frank Slade: "Are you listenin' to me, son? I'm givin' ya pearls here."

    Re-start nach den Sommerferien mit der D-Jugend. "Ballannahme in der Vorwärtsbewegung", eines meiner Lieblingsthemen. Wenn die Passspielchen abgearbeitet sind, geht es ins Stoßen/Parallelstoßen/Zurückstoßen über. Grundübung mit Erweiterungen, die ich vor vielen, vielen Jahren Renate Schubert abgeguckt habe und mich auch nicht scheue, im Gastspiel bei einem wB Trainingslager einzustreuen:

    - Alle Feldspielerinnen in einer Reihe auf Linienaußen, bis auf Nr. 1 haben alle einen Ball. Die Reihe führt von Linienaußen Richtung Eckenaußen, Blickrichtung Tor in gegenüberliegender Hallenhälfte.

    - Auf der benachbarten Rückraumposition RL oder RR eine Markierung/Pylone.

    - Nr. 1 sprintet um Markierung herum, bekommt von Nr. 2 den Pass in die Vorwärtsbewegung (kein Tippen, GROSSE Schritte), nun Richtung Tor in eigener Hälfte. Folgehandlung (Wurf, Pass zum Parallelstoß, Täuschung).

    Wir starten in die Übung mit hoher Dynamik, durch Hütchentore steuere ich die Anlaufrichtung. Später besetze ich RM und noch später die gegenüberliegende Rückraumposition. Start auf der Nachbarposition, wenn der Wurfarm mit Ball hochgeht. Ein Parallelstoß/zweiter Parallelstoß oder Zurückstoßen. Ich kann um nachlaufenden/gegenziehenden Kreisläufer erweitern. Gutes Baukastensystem, wenn auch ein guter Freund von mir immer kritisiert, in Deutschland gebe es zu viel "Hütchentraining" und zu wenig Training mit Kontakt.

    Wir werden Anfang September in die Saison starten. Die wD I spielt geschlossen, verstärkt um einige wenige junge C-Jugendliche, auch wC II. In der C-Jugend kann das Stoßen umgesetzt werden. In der D-Jugend erwartet uns jedes Spiel was Neues. Raumdeckung auf 14 m, auf 11 m, innerhalb des Neuners, Halbfeldmanndeckung, unfreiwillig gemischte Systeme, Chaosdeckung. Die klassische "Ballannahme in der Vorwärtsbewegung" ist tatsächlich nur bedingt praxistauglich. Ich kann entweder vertrösten auf spätere Zeiten, wenn die Gegner "richtigen" Handball spielen. Oder ich muss das Trainingsthema um Seitwärtsbewegungen erweitern. Das an sich sehr nützliche Grundgerüst werde ich nicht aufgeben, nur eben modifizieren.

    Erster Versuch gestern: Auftakt mit Pass auf RL, torgefährlich machen, Parallelstoß mit RM. RM macht sich torgefährlich, bricht ab, "Prellmove" zur Hand mit ganz kleinem Rückwärts/Seitwärts/Vorwärts (Ball wird zunächst nach hinten geführt, Füße zeigen stets zum Tor, kleine Rückwärtskurve, die ganze Aktion nur auf den Ballen, Tempo!). Abschluss von 8,5 / 9m.

    Im nächsten Schritt zieht sich RL nach Pass gerade zurück. RM macht Prellmove von RL weg, torgefährlich, Rückpass in das Zurückstoßen zur RL. Abschluss.

    Nächste Woche stelle ich mir Airbodies des armen Mannes (Kastenmittelteile mit Leibchen) auf HR, VM und gegen KL sowie KR. Erst einmal nur auf der linken Angriffsseite (hab keine Linkshand) und nur bis zur Mitte. HR stelle ich extrem offensiv. So nur ganz kurze Stoßbewegung RL, Abbruch.

    - Aushelfen RM zum Ball, Abschluss/Rückpass nach Überlaufen RL gegen HR

    - Aushelfen KL zum Ball in den Tiefenraum, Abschluss

    - Prellmove RL zur Hand, Abschluss/Parallelstoß/Anspiel nachlaufenden KR

    HR kommt wieder zurück auf 9m. VM extrem offensiv. Parallelstoß RL auf RM, die nun abstoppen muss

    - Aushelfen RL zum Ball usw.

    - Aushelfen KR oder KL im Tiefenraum usw.

    - Prellmove RM zur Hand/gegen die Hand usw.

    - Prelldurchbruch RL in die geöffnete Lücke, Abschluss/Parallelstoß

    HR und VM extrem offensiv.

    - Aushelfen KL im Tiefenraum, Pass LA auf KL usw.

    - Lauftäuschung RL mit Durchbruch ohne Ball usw.

    - Aushelfen RM Richtung Ball, Expresspass LA auf RM usw.

    - Prellmove RL zur/gegen die Hand usw.

    Ich muss nicht auf später vertrösten, ich passe die Übung an die Realität an. Stoßen ist nicht das individualtaktische Mittel in allen Lebenslagen, schon gar nicht in der D-Jugend. Ballannnahme in der Bewegung ist nahezu immer das individualtaktische Mittel der Wahl, es kommt nur eben auf die Laufrichtung an. Prellen darf nicht verteufelt werden, ist bei den Zwergen bei Einführung des Positionsspiels gegen Raumdeckung unverzichtbar. Und beim "usw." setze ich immer darauf, nicht nur Plan A und B zu haben, optimalerweise gibt es immer auch Plan C. Ab jetzt also Ballannahme in Vorwärts- und Seitwärtsbewegung.

    Vorsicht... Hobbyjuristen!

    Wenn E-Jugendliche in Deinem Landesverband E-Jugendliche einen Spielerpass haben (müssen), dann gilt § 19 b SpO DHB. Meldefrist war zuletzt (wurde mehrfach geändert) 30.11. Und mit Erteilung dann auch sofort spielberechtigt für den Zweitverein.

    Wir hatten letzten Samstag im Training ein wenig Zeit für Videoanalyse. Meine Spielerin mit der Ausgangsproblematik war nicht dabei, dafür ging dann eine andere Spielerin ein wenig in Rückenlage. Ursache wohl, dass tatsächlich im Sprung die Ausholbewegung nach hinten für das Problem verantwortlich ist. Ich habe gegengesteuert und die Streckung des Arms nach oben gefordert, während der Arm dann durch das Aufdrehen mit dem Absprungschritt letztlich für das Ausholen sorgen soll. Nach einer kurzen Einheit kann ich noch nicht viel mehr sagen, auch müsste ich o.g. Spielerin mal auf Video bannen.

    Im Regelfall gehe ich immer erst einmal von einer verbesserungsfähigen Technik aus, nicht von muskulären Problemen. Hatte ich in über 30 Jahren erst zweimal. Wurfarm konnte nicht gestreckt werden, Schwungbein kam nicht nach oben. Korrigiert bis zum Umfallen, bis sich herausstellte, die Kinder konnten muskulär die Aufgabe nicht erfüllen. Solange ich glaube, über Korrektur zum Ziel kommen zu können, solange unterstelle ich einen intakten Bewegungsapparat.

    - Bewegung insgesamt stimmig, Wurf ist aber für den Armzug zu schlapp >> Bauchmuskeln werden nicht eingesetzt

    - Oberkörperverwringung hakt vollkommen, komplett unrund >> ich schaue mir den Wurf vor vorn und nicht von der Wurfarmseite an >> Schwungbein wird nach innen hochgezogen

    - hektische Ausholbewegung in der Sprungphase >> beginnt zu spät mit dem Aufdrehen

    Noch bin ich guter Dinge, dass der Trainer und nicht der Physio das Problem Rückenlage lösen kann.

    Moin!

    Ich habe hier schon recherchiert, vor zehn Jahren gab es das Thema schon einmal und auch mit Tipps.

    In den Ferien machen wir mit der wD gerade Sprungwurf Basics, nächste Woche Sprungwurf über das falsche Bein (werden erst einmal natürlich nur die Talente profitieren/umsetzen). Eine recht athletische Spielerin von mir geht beim Sprungwurf furchtbar ins Hohlkreuz. Video hab ich noch nicht bemüht. Würde mich aber auch erst voranbringen, wenn ich zu dem deutlich sichtbaren Symptom hinaus auch eine Therapie hätte. Die fehlt mir gerade, mir fällt keine Stellschraube ein. Im Video könnte ich nur den genauen Hergang analysieren.

    Tipp von vor zehn Jahren: Die Ausholbewegung verläuft womöglich vor dem Körper. Therapie: Sprungwurf gegen den Widerstand eines Therabands um die Wurfarmschulter.

    Ich gucke mir den Film einer animierten Werferin vor dem geistigen Auge an. Die Bewegungsanalyse klingt nicht unplausibel. Die Stellschraube wäre dann im Ansatz der Ausholbewegung. Wurfarm darf nicht vorne/oben gestreckt werden, Ellenbogen muss leicht bogenförmig nach hinten/oben und dann folgt die Streckung nach oben und eben nicht nach vorne. Rücken macht dann die Verwringung und das Hohlkreuz.

    Vielleicht ist mir damit schon geholfen, nächstes Training ist aber erst Montag. Vielleicht hat wer bis dahin eine zweite Idee, bzw. löse ich das Problem doch über die Führung des Ellenbogens? Ich muss allerdings bis Montag warten, ob die junge Dame tatsächlich die atypische Ausholbewegung macht.

    Zur Korrektur nutze ich (im Kleingruppentraining) "Dartfish Express", kann aber kein Video exportieren. Ich wäre auch dankbar für einen Software Tipp. Hat wer Erfahrung mit "Coach's Eye" (oder so ähnlich)?

    Sommerloch, mal ein paar allgemeine Gedanken. Weiter oben hatte ich geschrieben, wie man systematisch Talente versauen könnte, wenn man nur den Schwachsinn zusammenträgt, der so in den Vereinen Praxis ist. Muss ich mal schauen, ob ich schon genug Material habe, um ein Update zu bringen. Nun anders herum, Talentförderung bei den Jüngsten:

    Wer eine "Inselmannschaft" hat, sprich entweder oben und unten gar keinen (qualitativen) Anschluss oder nur Anschluss mit egomanischen/unkooperativen/selbstzweifelnden/bekloppten Trainern... vielleicht könnt Ihr unten dennoch etwas Honig raussaugen.

    - Training pimpen

    Hatte ich jüngst schon reichlich dazu geschrieben. Wir haben fast eine ganze Saison mit einer der stärksten mD Mannschaften des Landesverbands gemischt trainiert. Vom Trainingslager über gemischte Kleingruppen im Training bis hin zu Einsätzen einiger weniger Talente der wD in den Punktspielen bei den Jungs. Anfangs mussten sich die Bengels im Abschlussspiel noch gewaltig strecken, im Laufe der Saison nahm dann die Biologie ihren Lauf. Meine stärkste Spielerin war jedoch in der mD kaum wegzudenken und auch meine TW konnte ab und an die Jungs verstärken.

    Wenn es leistungsmäßig passt (E und D-Jugend) und die Trainer miteinander klarkommen, ein Gedanke zur (Talent-) Förderung der Mädchen. Im Training zwei, drei homogene Gruppen bilden, rotieren, dann haben alle was davon. Ich konnte in die Waagschale werfen, dass der Mädchentrainer über dreißig Jahre Erfahrungsvorsprung hatte, so dass wir uns schnell einig wurden. Und im Laufe der Saison haben die Bengels sogar vernünftig verteidigen gelernt.

    - Spielbetrieb Jungs

    Spielbetrieb der Mädchen gibt keine sportliche Herausforderung. Vorab der Blick in die Durchführungsbestimmungen. Da gibt es allerhand Unterschiede, allerhand Schwachsinn und das muss der Trainer vorab sondieren. Bei uns z.B. waren Jahrzehnte lang keine Mädchen bei der mD zugelassen, bis ein neuer Verein einfach mal den Antrag auf der Jahreshauptversammlung gestellt hatte, weil der aufstrebende Verein weder genügend Jungs noch Mädchen für eine vollständige D hatte. Teils komplett verboten, teils zahlenmäßig beschränkt, teils auf bestimmte Ligen beschränkt, vielleicht auch mal ganz offen. Meines Wissens hat Blomberg letzte Saison mangels jeglicher Konkurrenz bei den Mädchen in der männlichen D gespielt. Hab ich auch schon, der Verband hat dann... sucht es einfach im Handballtagebuch.

    Wo nur "gemischte Mannschaften" erlaubt sind, gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten:

    - die Mädels haben mir einen Fußballtorwart mitgebracht, den wir mit einem Pass versahen: Wir waren eine "gemischte" D-Jugend! Und der Bursche hat sich tatsächlich auch mal echte Handballtorwarttechniken abgeschaut und angeeignet.

    - zwei kleine Brüder aus der E-Jugend eingesetzt und wir waren "gemischt"

    - die Regel insgesamt ignoriert, eine Saison lang störte es nicht, erst dann schrieb man mir in die Durchführungsbestimmungen: "max. 4 Spielerinnen gleichzeitig auf dem Feld"

    - kleinen Bruder mit Spielerpass versehen, ins Spielprotokoll eintragen, ein Eis in die Hand drücken, auf die Bank setzen >> gemischt!

    - vielleicht gibt es ja auch sportlich sinnvolle Lösungen innerhalb eines Vereins, ohne den Verband zu verarschen und die Regeln auszuhebeln

    Spielerinnen, die bei mir oder meiner Vorgängerin ein Jahr als Jungsmannschaft gespielt haben: 1x Bundesliga Frauen, 1x Jugendvize-Europameisterin, 1x aktuell dänische Bundesliga A-Jugend, 1x Juniorinnennationalspielerin USA - hat ihnen sicher nicht geschadet!

    - Spielbetrieb

    Spielen lernt man durch spielen. Auf der Bank spielt man nicht. Im Kinderhandball haben keine sieben Kinder was auf der Bank verloren. Bei mir maximal fünf Kinder auf der Bank, ggf. eine weitere Torhüterin. In der Theorie spielen alle Feldspielerinnen gleich viele Minuten. Möchte ich ein Spiel gewinnen, schummele ich bei den Spielanteilen, teile das aber offen mit. Ist der Gegner viel zu schwach, schummele ich bei den Spielanteilen und erkläre meinen Talenten, warum sie mal lange auf der Bank sitzen. Innerhalb eines Turniers kann ich auch meist die Spielanteile so angleichen, dass alle zufrieden sind.

    - Durchlässigkeit der Altersklassen

    Liebe Dorfvereine... ich könnte kotzen, wenn ich wieder und wieder höre, wie dort Talente klein gehalten werden. Bloß kein Talent zur nächsten Altersklasse hochgeben. Bloß keine interne Konkurrenz für meine Mädchen durch Talente aus der jüngeren Altersklasse. Wir bilden so aus, dass die Mädchen maximal Kreisliga Damen spielen werden...

    Meine Trainerkollegin hat neulich mal beim Turnier unserer E-Jugend über die Schulter geguckt und wen entdeckt. Gestern Debüt für Leonie bei uns im Ferientraining. Jungjahrgang E, bis um Ostern rum noch Minis, gestern im "Leistungszentrum D-Jugend" im Training. Eine meiner Jüngsten, Jungjahrgang D, wird kommende Saison nur zweimal bei uns trainieren, einmal bei der Regionalliga C-Jugend und zu Saisonbeginn vielleicht als jüngste Spielerin der Liga in der C auflaufen. Meine TW hatte im gleichen Alter letzte Saison Einsätze in der höchsten C-Jugend Liga. Wenn die Unterforderung schon weh tut, schmeiße ich eine Spielerin ein Jahr vorzeitig ganz aus der Altersklasse (allerdings die große Ausnahme).

    Kommende Saison koordiniere ich nicht nur Aushelfen in der C I, sondern auch (endlich wieder) Aushelfen in der D I. Monat für Monat frage ich die Talente Jungjahrgang C/ D I wie auch Jungjahrgang D/ E-Jugend ab, wer im Folgemonat zu welchen Spielen der C I / D I Zeit hat. Dann teile ich so ein, das wir Festspielen / 48 Stunden Regel umgehen. In der D I heißt das sogar, dass um maximal 12 Mädchen einzusetzen, bei zwei Gästen pro Spiel jedes Spiel eine Stammspielerin aussetzen wird, um einer jüngeren Spielerin Platz zu machen. Die aussetzenden Mädchen wiederum haben aber alle noch C II Einsätze.

    - Phantommannschaft als Ausbildungsmannschaft

    Wir haben - zum Glück - in der C-Jugend keine vollen zwei Mannschaften. Zahlenmäßig eher eine / meist anderthalb. Die C trainiert in einer Trainingsgruppe für sich. Seit einigen Jahren melde ich dennoch eine C II in die zweithöchste Liga. Mein Kader ist der vollständige Jungjahrgang C (minus Ausnahmetalente) und der Altjahrgang D (plus Ausnahmetalente). Die C II trainiert nie gemeinsam. Wir treffen uns zum Punktspiel und gehen dann wieder auseinander. Im Idealfall haben wir halbe/halbe C und D. Die C-Mädels führe ich an das Oberliganiveau heran (neu: Regionalliga). Die D-Mädels gewöhne ich an die C. Viel Manndeckung, später sehr offensive 1:5. Die Gegnerinnen kennen das schon gar nicht mehr, bzw. meine Mädels zwinge ich in maximal viel 1:1, wo ich unendlich viel korrigieren kann. Langzeitverletzte aus dem Altjahrgang C holen sich nach der Pause bei uns wieder Spielpraxis.

    - Kleingruppentraining

    Wer noch irgendwo eine halbe Halle für zwei Stunden über hat... Samstags von 10:00 bis 12:00 hole ich mir Talente zusammen. Meine D-Jugendlichen, C-Mädels, B-Mädels, gemischt, Talente aus anderen Vereinen. Wurftraining mit Videoanalyse (max. 3 Spielerinnen), Kreisläufertraining, Kooperation Rückraum/Kreis, 1:1 mit Täuschungen, individuelle Abwehr... zwei bis sechs Spielerinnen. In der Saison keine hohe Belastung, aber viel individuelle Korrektur.

    - 25:50:25

    Ein befreundeter Trainer schickte mir neulich einen Link zu einem Podcast. Interview mit Martin Berger (http://www.handballinspires.de). Weltreisender in Sachen Handball, hospitiert überall in Leistungszentren und schaut wirklich mal über den Tellerrand. Und der hat mich doch echt mal ins Grübeln gebracht. Ich bin immer darauf bedacht, die Talente an ihre Grenzen zu bringen und auch gezielt zu überfordern. Und doch weiß ich, dass Talente z.B. eine Führungsrolle eher lernen, wenn sie mal Leitwolf sein dürfen und nicht Schaf unter Schafen oder gar Lamm sein müssen! Spielt in meiner Philosophie bislang aber eine untergeordnete Rolle.

    25:50:25 - die skandinavische Philosophie.

    25% der Zeit unterfordern

    50% an die Grenze führen

    25% überfordern

    Beispiele waren, die großen Talente auch in der eigenen Altersklasse belassen oder gar in einer niedrigeren Altersklasse mittrainieren lassen. In einer niedrigeren Altersklasse im Trainingsspiel mitspielen lassen.

    Bei uns/mir sind an die Grenze führen/überfordern eine Selbstverständlichkeit. Das gezielte Unterfordern, damit die Granate lernt, Verantwortung innerhalb eines Teams zu übernehmen... Da habe ich noch viel Luft nach oben, weil das bei mir kaum eine Rolle spielt. Dabei habe ich selbst erlebt, wie große Talente sich unter älteren Kindern verstecken oder dort gar stagnieren. Und ich habe auch mal bewusst eine Ausnahmespielerin wieder zurück in ihre Altersklasse geholt, damit sie auch Leitwolf sein darf.

    Ferientraining, etwas weniger als halbe Besetzung, daher auch nur halber Beitrag.

    "Mach doch mal bitte in den Ferien individuelles Abwehrtraining. Das kann meine Tochter gut gebrauchen."

    "Das können alle gut gebrauchen, deswegen mit Sicherheit nicht in den Ferien."

    Und außerdem stand das vor den Ferien wochenlang am Stück auf dem Stundenplan. Also ein paar Basics Sprungwurf. Hatte ich an anderer Stelle schon beschrieben. Vom Kastenoberteil mit Knie des Schwungbeins Schaumgummipommesschranke hochschlagen. Mit Wurfhand Pommes wegschlagen in der Wurfbewegung. Tennisball führen. Tennisball werfen. Handball werfen. Vom Leichten zum Schweren. (Bei Techniktraining in der Kleingruppe dann drei Mädchen und mit Videoanalyse. Der Absprung vom Kasten erlaubt einen höheren Sprung, sprich mehr Korrekturmöglichkeit in der Zeitlupe, beim Standbild).

    Nun mal im Wechsel Sprungwürfe aus dem Rückraum (Kastenoberteil und auf der vorderen Turnmatte landen - hoher Sprung) und von Eckenaußen (vom Kastenoberteil auf der hinteren Matte landen - hoch und weit). Rückraum leicht, denn Wurfrichtung = Sprungrichtung. Anlauf von Eckenaußen schwierig, denn Wurfrichtung ungleich Sprungrichtung:

    - Wurfarm wird von oben nach unten geführt: Ball landet immer genau auf der Torhüterin

    - Wurfarm wird ganz ordentlich geführt: Ball landet immer knapp neben dem langen Pfosten

    Später:

    - Wurfarm wird seitlich geführt, fortgeschrittene TW hält jeden Ball durch Bewegung zur langen Ecke.

    - Wurfarm holt Schwung parallel zum Knie des Schwungbeins

    - volle Streckung des Wurfarms nach oben (hier wird AIM [Alles Ist Möglich] - Position wirklich mal interessant)

    - Wurfarm seitlich "fallen lassen" >> wie mit Tennisschläger rumschwingen

    - Handgelenk ist nach hinten geklappt, beim Wurf nach vorn klappen (die letzten Zentimeter des Balls Richtung Innenpfosten)

    TW soll für Anfänger ausschließlich kurz stehen und mit Pfosten kuscheln. Später:

    - TW beobachten und je nach Bewegung den Wurfarm wieder fallen lassen oder eben von oben nach unten "hämmern" für Wurf in die kurze Ecke (dafür brauchen wir die volle Streckung).

    Und wenn bei Anfängern das "Rumziehen" des Arms immer noch zu schwierig erscheint, der Wurfarm gegen die Hüftstellung kämpft, dann greifen wir tief in die Trickkiste: Setze den Fuß des Sprungbeins nicht in Sprungrichtung (natürliche Bewegung), sondern in Wurfrichtung (unnatürliche Drehung "nach Außen", Richtung Tor)! Die Hüfte kann gar nicht anders als nun mitzurotieren und erleichtert den Wurf, der nicht in Sprungrichtung geht.

    Zitat

    § 19a

    (I) Jugendspieler, die den Altersklassen A -C angehören, können neben dem Spielrecht in ihrem Verein (Erstverein) auch ein Spielrecht – Zweifachspielrecht – für einen anderen Verein (Zweitverein) in einer Jugendaltersklasse, in der der Spieler gem. § 22 Abs. 1 einsatzberechtigt ist, erhalten.

    Warum so kompliziert? Das Zweifachspielrecht steht ohnehin nur Jungs zur Verfügung. Gibt nirgends eine "mit-'Spieler'-ist-immer-auch-Spielerin-gemeint-Klausel".

    In der D-Jugend gibt es kein Zweifachspielrecht. Halten wir fest: Von C bis A-Jugend dürfen pro Altersklasse je maximal 3 Jungs aufgenommen und abgegeben werden, sofern die übrigen Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

    Muss schon wieder Sommerloch sein...

    Moin!

    Wie ist eigentlich der Stand, die weibliche A-Jugend umzukrempeln? Es gab da nach meiner Erinnerung Bestrebungen, die A-Jugend abzuschaffen und die B dafür um einen Jahrgang aufzustocken, sprich mit drei Jahrgängen zu spielen. Habe ich damals belächelt, heute stelle ich fest:

    - A-Jugend Oberliga bei uns in Niedersachsen/Bremen seit Jahren eine Witzveranstaltung.

    - Jüngst wurde bei uns auf der Regionsebene die wA Landesliga, Regionsoberliga und die Regionsliga mangels Masse zu einer zweigleisigen Liga zusammengefasst. In der weiblichen D gibt es hier 53 Mannschaften, in der wA noch 15.

    Die Reform der A-Jugend Mädchen klingt plötzlich gar nicht mehr so absurd. Würde dann auch die Bundesliga auf die B beschränken, finanziell für viele Vereine leichter zu wuppen als A und B.

    Die 6-Wochen-Regel hat nichts mit dem Festspielen zu tun. Nur mit dem Freiwerden. Solange jemand (noch) nicht festgespielt ist, interessieren die sechs Wochen nicht.

    Es mag ein Wertungswiderspruch sein, aber so ist aktuell die Regel:

    - Ich spiele Spiel Nr. 1 und 2, dann ist eine lange Pause im Spielplan ohne Spiel und wenn sechs Wochen verstrichen sind, bin ich wieder frei. (UND ES GEHT VON "NULL" LOS, wie ich es hier schon immer geschrieben habe.)

    - Ich spiele nur Spiel Nr. 2, lange Pause von sechs Wochen, dann spiele ich Spiel Nr. 3 und bin festgespielt.

    Bei den zwei aufeinander folgenden Spielen geht es um die Einsortierung in die Stammkader. So lässt sich der Wertungswiderspruch vielleicht erklären.

    Danke Pseudo! Ich sollte wohl mal fleißiger die Urteile aus dem DHB-Rechtswesen lesen.

    Das unsägliche "a bisserl festgespielt" bzw. "Freiwerden light" hat endlich ein Ende. Der Juristenverstand siegt. Freuen wir uns ein Jahr lang über die Rechtssicherheit. Danach ist bereits beschlossene Sache, dass das ganze System zum Teufel geht. Siehe oben.

    Zitat

    Ich habe im Hallentraining noch nie ein Sprungbrett eingesetzt. Für die Spinshottechnik werde ich das nun nachholen.

    Ist nun nachgeholt. Samstag einmal im Einzeltraining mit einem auswärtigen Talent, Montag in der Gruppenrotation mit der kompletten Mannschaft.

    Weichbodenmatte im Torkreis. Sprungbrett zum Tor hin ausgerichtet unmittelbar am Torkreis. Absichtlich kein TW, stattdessen Kasten quer auf Torlinie mit kleinem Kasten als "Kopf".

    ohne Ball (vom Leichten zum Schweren, die Technik lässt sich gut zergliedern)

    - links, rechts, Hüpfer auf Sprungbrett, einfacher Sprung auf Matte

    Schwerpunkt auf dem Hüpfer in den Absprung. Hoch - druckvolle Landung - tief in die Knie.

    - nun plus Anziehen beider Knie in der Luft

    Beim letzten Turnier ein Merkmal vieler Jungs, dass sie deutlich die Knie anzogen und zur Wurfarmgegenseite wegkippten.

    - plus halbe Drehung, Landung auf den Füßen

    Bei der Landung auf dem Sprungbrett eine kleine "Gegenschraube" nach außen, also gegen die Drehrichtung, um Schwung zu holen.

    - plus ganz Drehung, Bauchklatscher auf die Matte

    Nun noch mehr Fokus auf den "Drehschwung" beim Absprung.

    mit Ball

    Absichtlich kein TW, der ggf. noch Fehler machen könnte und unplatzierte Würfe durchlässt. Das Torzentrum ist zu, Treffer nur links und rechts möglich. Die Spinshotanfängerin wirft nicht auf das Tor, sie kommt aus der Drehung und schmeißt den Ball nach vorn. Und das immer brav mittig. Und nach unten. Das wird sich auch erst einmal bei Anfängerinnen auch so schnell nicht ändern. Also Korrektur: "Etwas früher loslassen oder etwas später." So kommen wir am Kasten vorbei.

    - Spinshot mit Torwurf

    • Füße schon beim Absprung ein Viertel in Sprungrichtung gedreht: würde bei strengen Schieris nicht zählen, Füße zeigen zum Tor
    • keine Höhe: hoch und mit Gewalt in das Sprungbrett hineinspringen
    • Dreivierteldrehung: mit der Landung auf dem Sprungbrett zunächst ganz kurz "gegenschrauben", mit dem Ellenbogen des Nichtwurfarms Drehschwung holen
    • Flachköpper: auf etwa 45° Absprung korrigieren ("Spring Richtung Latte, nicht zu den Füßen der Torhüterin!")
    • auf den Knien landen: will ich per se nicht haben, weder auf Sand noch Matte, Beine strecken, Landung im Liegestütz
    • Kasten wird mittig abgeworfen: s.o.
    • Ball wird aus der Drehung heraus geschleudert: kontrollierte Bewegung aus dem Unterarm muss her

    Ist sicher nicht jeder Spielerin gegeben, eines Tages einen perfekten Spinshot hinzubekommen. Andererseits habe ich früher versucht, in der D den Fokus auf (Mini-) Kempa zu legen, weil reihenweise Spielerinnen immer am Spinshot scheiterten. Mit etwas Geduld und ein paar Talenten im Team können es zügig mehrere Spielerinnen erlernen. Zukünftig starte ich damit auch in der Halle, die Hilfe des Sprungbretts hilft ungemein beim Technikerwerb. Die mit Abstand schönste Technik hatte nach einer bloßen Viertelstunde nicht eine meiner Cracks, sondern eine athletische Spielerin, die vor kurzem noch E-Jugend gespielt hat.

    Zickenbändiger

    Schon einmal darüber nachgedacht, deine Erkenntnisse nicht "nur" mit uns zu teilen, sondern als Buch zu veröffentlichen?

    Nee... hier spontan die aktuellen Hirngespinste unterzubringen, liegt mir mehr.

    Hach ja, die gute alte deutsche Pflicht-offene Abwehr. Mich würde mal deine Meinung dazu interessieren. Also konkret zu dieser Regel.

    Hatten wir schon mehrfach in anderen Threads.

    - Fleischmauer bei den Minis/in der E-Jugend halte ich für tödlich für das Zustandekommen eines Spiels und konterkariert den Bewegungsdrang der Zwerge. Sechs Zwerge in einem so engen taktischen Korsett, nebeneinander stehen, Arme hoch, Banküberfall... hier muss die Manndeckung Pflicht sein.

    - In der C-Jugend, bei den Mädchen die Altersklasse vor dem Wechsel auf den 2er Ball UND danach plötzlich Positionsspiel gegen Beton... da würde ich mir wünschen, dass die zweite Halbzeit die Deckung freigegeben würde, um schon mal Erfahrung sammeln zu dürfen.

    - D-Jugend ist schwierig. Ich selbst sehe eine Fleischmauer als sportliche Herausforderung. Ich vermute aber, dass 90 % aller Mädchenmannschaften/wD Trainer daran scheitern würden. Jedes Mal, wenn irgendwo phasenweise oder bewusst in der D 6:0 gedeckt wird, endet Handball in dieser Altersklasse. Muss, bei den Mädchen zumindest, so weiter geführt werden. Gäbe es bei uns - endlich - eine überregionale D-Jugend Staffel, wo sich wirklich nur die starken Mannschaften tummeln, kann gerne die Deckungsform freigegeben werden. Müssen die dann Lösungen finden. In der großen Breite werden die großen Räume aber dringend benötigt.

    Nur mal ein paar Gedanken zum Kinderhandball:

    Trainingsschwerpunkt seit dem Altersklassenumbruch ist bei uns in der weibliche D gerade individuelle Abwehr (s.o.) auf der einen Seite, Trainerkollegin Christiane macht in der anderen Hallenhälfte den Klassiker "Ballannahme in der Vorwärtsbewegung". Wir haben eine Mischung aus Alt- und Jungjahrgang D-Jugend plus vier regelmäßige Gäste aus dem Altjahrgang E. Meistens sind es 18 Mädchen, die wir in drei Gruppen teilen und eine B-Jugendliche macht noch Kontrasttraining auf dem Seitenstreifen. Im Hauptteil Rotation mit 15 Minuten pro Station inkl. Trinkpause.

    Ich habe die Prüfungsaufgabe "Passkontinuum im Rückraum" bei der Sichtung für die Landesauswahl mit D-Jugendlichen Ende des Altjahrgangs immer im Hinterkopf. Die Mädels haben noch nie gegen eine defensive Deckung gespielt (wenn sie nich im Ausland auf einem Turnier oder auf dem Dorfe gespielt haben) und sollen nun hohe Passqualität/-geschwindigkeit im Stoßen abliefern. Ich schmeiße mich immer weg, dass derselbe Verband, der die offensive Deckung vorschreibt, von den Kindern verlangt, wie gegen eine defensive Deckung spielen spielen zu können (wie früher 3:2:1 Deckung in den C-Jgd. Ligen unterhalb Oberliga verbieten, in der Auswahl aber voraussetzen). Ab der C wird die Stoßbewegung dann immerhin praxisnäher.

    Wir haben in der Vorbereitung für den Rödspätte Cup immer den Schwerpunkt schnelles Passspiel, Durchspielen, Stoßen tief in den Neuner, Torgefahr ausstrahlen. Also B-Jugend Training für die D. Zeitgleich läuft aber noch die Saison und im Alltag ist das Skandinavientraining natürlich nicht nur zu nichts zu gebrauchen (wenn nicht gerade wieder ein Eigenbrödler Fleischmauer spielen lässt), das klassische "Stoßen" gegen Deckungsreihen, die sich gar nicht sicher sind, ob sie gerade Mann- oder Raumdeckung spielen (nehme ich uns gar nicht von aus), jedenfalls deutlich vor dem Neuner agieren... ist Murks.

    Ballannahme in der Vorwärtsbewegung in all seinen Spielarten ist im Training nicht grundverkehrt... ist in der Praxis aber nur die halbe Miete. Das Training müsste viel mehr Freilaufen zum Ball/weg vom Ball berücksichtigen, sprich Ballannahme in der Vorwärts- und Seitwärtsbewegung. Fußspitzen am liebsten immer/meistens Richtung Tor. Schnelle Richtungswechsel. Tempowechsel. Dauerbrenner bei uns: Laufrichtung vor der Lücke. Stichwort Kraftvektoren. Laufe ich vor der Abwehr quer oder eine Lücke flach an, kann ich mit zwei Fingern durchgeschoben werden. Anlaufrichtung gerade auf ein Lücke, sprich eben noch seitwärts (Füße dennoch Richtung Tor), in die Kurve und dann gerade. Benötigt viel mehr Kraft, sich dagegen zu stemmen.

    Werde ich wohl noch mal vertiefen müssen.