Das Argument „Ohne Gidsel sind die Füchse ein gutes Stück schlechter“ liest man ja immer wieder – und natürlich stimmt das. Überraschung: Wenn dein bester Spieler fehlt, bist du nicht mehr ganz so gut. Gilt übrigens für Magdeburg, Kiel, Flensburg und jede andere Topmannschaft der Welt. Was aber eigentlich noch viel interessanter ist: Wenn Gidsel angeblich so entscheidend ist, dann müsste es doch total einfach sein, die Füchse zu schlagen. Man konzentriert sich einfach komplett auf ihn, stellt ihn kalt, und schon bricht alles zusammen – zumindest nach dieser Logik. Komisch nur, dass das diese irgendwie niemand hinbekommt.
Vielleicht – nur mal als Gedanke – liegt das daran, dass Berlin eben nicht nur aus Gidsel besteht. Sondern aus einem durchdacht aufgebauten Team mit einem Spielsystem, das auch ohne seinen Motor funktioniert, aber mit ihm auf ein anderes Level kommt. Und genau hier liegt der Punkt: Nur weil einer in diesem Team außergewöhnlich ist, macht das die anderen nicht weniger wichtig – es macht sie besser. Und genau das ist übrigens auch Leistung: Wenn ein Gidsel Mitspieler auf ein neues Niveau hebt, dann spricht das nicht gegen die Mannschaft, sondern für das Zusammenspiel.
Wer das als Schwäche verkaufen will, weil „ja alles über ihn läuft“, verkennt, was ein funktionierendes Team eigentlich ausmacht: nämlich das Zusammenspiel von Struktur, individueller Klasse und kollektiver Intelligenz. Und genau das liefern die Füchse. Woche für Woche. Saison für Saison. Und am Ende – ganz objektiv – eben auch mit Erfolg. Wer trotzdem weiter glaubt, ein Team mit so einem Spieler sei „abhängig“, darf das gern weiter erzählen. Die Füchse basteln schon an der nächsten Stufe.