Beiträge von Sebi

    Die SR haben sich hier auf die "letzte 30 s Regel bezogen"

    Losgelöst von der - glücklicherweise für den BHC - nicht mehr entscheidenden Situation am Samstag habe ich mit dieser 30s-Regel tatsächlich das gleiche Problem wie hier:

    Das war eine klassische Spielsituation in der ein Angreifer den Durchbruch versucht, die Abwehrspieler die Lücke versuchen zu schließen und die Schiedsrichter entscheiden müssen, wer zuerst in der Position war und ob ein Vergehen wie z.B. ein Kreiseintritt eines Abwehrspielers vorlag. Diese Situation gibt es in einem Spiel typischerweise zehn- bis fünfzehnmal pro Spiel und die Schiedsrichter sollten über 60 (bzw. hier 70) Minuten eine klare, nachvollziehbare Linie anlegen, wie sie das beurteilen. Warum geht das in der letzten Spielszene nicht? Durch den Videobeweis kann diese Linie in der Spielführung verzerrt werden.

    Ich verstehe, dass es in den letzten 30-Sekunden gewisse Anreize gibt, härter zu foulen, das Spiel mutwillig zu unterbrechen etc. Und dass es da, weil eventuell spielentscheidend, das Bedürfnis der Verantwortlichen gibt, ihren Schiedsrichtern alle Möglichkeiten der Absicherung zu geben. Wenn es allerdings unentschieden steht, kann rückblickend auch eine Abwehr im Raum in der 35. Minute, die keinen 7m gab, spielentscheidend gewesen sein. Natürlich kann danach das Spiel immer noch ganz anders laufen, es ist also in der 35. keineswegs determiniert, dass das Spiel anders ausgehen würde, dennoch wäre das eine ebenso große Fehlentscheidung. Solange es diese 30s-Regel gibt, werden die Schiedsrichter den Videobeweis in einer solchen Situation bemühen. Man kann ja jetzt schon im Thread zum Halbfinale nachlesen, dass der BHC "zu aggressiv", "griechisch-römisch", "brutal" (ach ne, das war im Spielbericht THW-BHC, kurz durcheinandergekommen) war und sonst ja keine Chance gehabt hätte. Was wäre wohl los gewesen, wenn das am Ende nicht erkannt worden wäre. Diese Regel gehört geändert, um den Sport und die Schiris zu schützen.

    Der BHC war mindestens gleichwertig. Also würde ich nie sagen, sie haben nur wegen der Schiris gewonnen.

    Aber mit einer normalen Progressionslinie hätten die das never ever gezogen.

    Dafür nutzt der SCM Überzahlen zu gut.

    Danke für die Erklärung. Ich hab im Halbfinale-Thread schon auf die fehlenden pro-BHC-Pfiffe hingewiesen, ich wiederhole das nicht nochmal alles, habe aber naturgemäß eine andere Meinung.

    Was mich übrigens überrascht, ist, dass Du Dich so auf Hurst/Krag einschießt, sie hatten eine lange Leine, aber gefühlt gleichwertig. Ich fand die Schiris im ersten Halbfinale mit mehr Schlagseite wahrgenommen. Darüber redet aber keiner. Ob das was damit zu tun hat, dass da der Favorit gewonnen hat und der BHC einigen das Traumfinale versaut hat?

    Der BHC war nicht besser, sondern wie Moha schreibt cleverer, was das Ausnützen der Linie der Schiris angeht. Der SCM hat es nicht geschafft, das Spiel in die Breite zu ziehen oder den Gegner mal vor neue Aufgaben zu stellen (einlaufender Außen, 2. KM, letzter Freiwurf nicht über Jönsson, sondern über freilaufenden Spieler etc.).

    Mir hat die Linie der Schiris wie gesagt nicht gefallen, denn Treffer ins Gesicht, die ungeahndet bleiben, haben auf dem Feld nichts zu suchen. Wenn ich da an manche rote Karte nach VB denke und hier passiert beiderseitig nichts, war es halt keine gute Leitung.

    Der BHC hat verdient gewonnen das habe ich mehrfach schon geschrieben. Der SCM hat aber sein Leistungslimit nicht annähernd erreicht. Und wenn er das gemacht hätte, wäre man nicht als Verlierer vom Platz gegangen.

    Mir wird das langsam zu viel Legendenbildung. Der BHC verteidigt hart, keine Frage. Der BHC und seine Spieler sind auch keine Dauergäste bei Finalturnieren, da waren sie durchaus etwas emotionaler und angezündeter. Dass der Kader des SCM nominell stärker ist, wird auch niemand bestreiten. Es aber so darzustellen, als wäre der BHC eine reine Schlägertruppe, die nur von Schiris Gnaden eine Chance hatte, geht mir zu weit. Es gab, wie mehrfach angesprochen, auch etliche strittige nicht-Pfiffe bei Abwehr im Raum durch den SCM. Ich kann mich an eine Aktion gegen die Bande drückend erinnern, beim bis zur Mittellinie schieben wirkte es für mich eher, als hätte man sich verhakt. Und keine dieser Geschichten war gefährlich. Thema Zeitspiel: der SCM hat sich unfassbar schwer getan, zum Abschluss zu kommen. Dennoch durften sie in der Regel länger spielen als der BHC. Und beim Videobeweis am Ende der Verlängerung gab es Leute bei mir im Block, die ein stürmerfoul erkannt haben wollen.

    Also du siehst, man kann mit anderer Vereinsbrille auch umgekehrt argumentieren.

    Im Magazin zum Final4 schrieb die HBL:

    Für mich bedeutet das:

    • Stand heute haben sich die Füchse Berlin als DHB-Pokalsieger 2026 für die European League 2026/27 qualifiziert.
    • Als potenzieller Champions-League-Sieger könnten sich die Füchse Berlin eine Wildcard für die Champions-League 2026/27 sichern, aber da dies keine "Qualifikation über die Liga" wäre, sollte dies nicht die Vizepokalsieger-Regelung triggern und der Bergische HC würde nicht in die European League aufrücken.
    • Bliebe als letzte Möglichkeit noch ein Champions-League-Upgrade für die Füchse Berlin als Zweit- oder Drittplatzierter der HBL. Wäre das eine "Champions-League-Qualifikation über die Liga"? Dem Wortlaut nach könnte dies für den Bergischen HC ein Weg in die European League sein. Aber ich sehe Probleme mit den Meldefristen. Für diese Saison mussten die Teilnehmer an der EHF Champions-League und die Kandidaten für ein Upgrade oder eine Wildcard bis zum 17. Juni 2025 gemeldet werden. Die Bestätigung über die Teilnehmer kam seitens der EHF am 24. Juni 2025. Gleichzeitig war aber der 24. Juni 2025 auch die Meldefrist für die Teilnehmer der EHF European League. Vielleicht entzerrt die EHF den Zeitplan ein wenig, um den nationalen Ligen den nötigen Handlungsspielraum einzuräumen.

    Ich gehe davon aus bzw. hoffe, dass sich der DHB und die HBL noch deutlich vor dem 34. Spieltag konkret zur jetzt eingetretenen Situation äußern, damit klar ist, wer am Saisonende jubeln darf.

    Im Rahmen dieser komplexen Situation würde es mich sehr wundern, wenn die HBL nicht einen Weg fände, den fünften (voraussichtlich THW Kiel) anstelle des deutlich unattraktiveren BHCs in die Euroleague zu heben. Das HBL Präsidium um Frank Bohmann hat sich auch in der Vergangenheit tendenziell eher nicht als komplett neutral hervorgetan.

    In den Regularien tauchen mir persönlich viel zu viele wenn und sollte auf. Warum die Unterscheidung, auf welchem Weg die Füchse sich für die Champions League qualifizieren?

    In der Halle ist sowas ja immer mangels Wiederholung schwieriger zu beurteilen, um aber dem narrativ, der BHC hat sich nur durchgeprügelt und ist dafür nicht bestraft worden, was entgegenzusetzen: dafür fand ich die Linie beim Thema Zeitspiel sehr in die Magdeburger Richtung verschoben. Wie lange sich der SCM da gestern einen abwürgen durfte, ohne passivzeichen, die Zeit hat der BHC nicht bekommen. Und Benno hat Humor, kann mich an einen 50 Sekunden Angriff mit Erfolg des SCM erinnern und Benno fordert im nächsten BHC-Angriff nach 7 Sekunden oder so Zeitspiel. Abwehr im Raum wurde auch häufiger pro SCM übersehen. hlp : danke, dass du auch bei der eigenen Mannschaft solche Kommentare kritisch hinterfragst (zur Sicherheit: wirklich ernst und nicht ironisch gemeint).

    Insgesamt nehme ich es aber als Kompliment für den BHC, dass einige Fans des SCM jetzt die Schiris dafür bemühen, dass man verloren hat. Und gemessen am Spielverlauf hätte der BHC das Spiel auch früher für sich entscheiden können.

    Der SCM hat mir Handballerisch weder in Düsseldorf noch gestern in Köln gefallen. Das Team wirkte, wie ich wenn unser kleiner Sohn mal wieder etliche Male pro Nacht wach war, körperlich und mental ziemlich durch. Ich verfolge das nicht genau genug, um zu beurteilen woran es lag, möglicherweise einfach platt. Es könnte auch ein gewisses unterschätzen des BHC gewesen sein, wobei das nicht zu dem SCM passt, der über Jahre Titel an Titel gereiht hat. Da seid ihr nie durch Arroganz aufgefallen.

    Zum BHC:

    Auch wenn der SCM mehr Paraden hatte, war Rudeck für mich der Matchwinner, er hat gefühlt die wichtigeren Bälle gehalten. Die Abwehr war unfassbar schnell auf den Beinen, hat die Knüppelgasse schön weit vorne hochgezogen, damit es eben nicht immer 7m gibt und einfach eine Leidenschaft an den Tag gelegt, die beeindruckt hat. Ich freue mich unfassbar für dieses super junge und hungrige Team. An die neutralen Fans, die den BHC gestern unterstützt haben: vielen Dank. Liebe Magdeburger: Heute im finale brauchen wir jeden von euch, damit ein Wunder wahr werden kann.

    Im Spiel um Platz 3 geht es bei einem Unentschieden nach 60 Minuten direkt ins 7m-Werfen

    Irgendwie ist das alles verquer. Inklusive Viertelfinale gibt es zweimal eine zweimal 5 Minuten Verlängerung, und dann 7 m werfen. Im Halbfinale und Finale gibt es einmal zweimal 5 Minuten und dann 7 m werfen, und im Spiel um Platz 3 gibt es sogar nur 7 m werfen. Handball ist echt nur was für absolute Nerds.