Beiträge von Beuger

    Merz und Kuttler liefern gerade zwei überragende Beispiele. Berlin bekommt zwei wichtige Pfiffe, weil sie sich umfallen lassen. So gut wie keine Einwirkung des Abwehrspielers. Ich behaupte, dass ein Schiedsrichtergespann aus Sigurdsson und Siewert das besser gepfiffen hätte, weil sie ein viel besseres Gespür für die Intensität mitbringen, weil sie diese jeden Tag stundenlang im Training sehen.

    Dass das finanziell für den Verband unheimlich schwierig ist und auch ein Stück weit utopisch, ist mir klar. Daher ist das auch keine Forderung von mir an den DHB. Es ist eher eine Erklärung, warum ich finde, dass Roth mit seiner Aussage mindestens einen wahren Kern getroffen hat (ich sage nicht, dass er zu hundert Prozent Recht hat. Insbesondere von der Fitness her würde es seinem Alter geschuldet natürlich nicht für ein Bundesliga Spiel reichen. Das soll hier aber nicht im Zentrum der Diskussion stehen).

    Ich drehe den Spieß mal um: Würde ein Schiedsrichter behaupten, das mit dem Trainer, da am Rand stehen und coachen, das kann ich auch (oder besser). Was würde als Echo kommen: Ja, die Ausbildung/Schulung, die Taktik, die Psychologie, das Lesen des Spiels und die Vorbereitung usw. Und umgekehrt für Schiedsrichter gilt das nicht :?: :?:

    Bloß dass es dafür keine rationale Begründung gibt, weil Schiedsrichter den Job eines Trainers nicht viel häufiger erproben als die Trainer selbst. Umgekehrt allerdings schon.

    Genau!

    Wenn man die Experten im TV hört, haben die alle ihre Steckenpferde, die sie auch als neutraler Kommentator nicht ablegen können.

    Andy Schmid als Angriffsexperte (der selbst 6 Schritte trotz Zeitlupe nicht als Schrittfehler erkennt) und Heiner Brandt als Abwehr-Fan (für den selbst klarste Siebenmeter keine sind) sind zwei Beispiele. Das legen die nicht einfach so ab.

    Und das ist bei Schiedsrichtern anders weil?

    Trainer mögen sich 24/7 mit Handball beschäftigen, aber die sind gleichzeitig so darauf geeicht Dinge anders sehen zu wollen als die Schiedsrichter von Schritten über Stürmerfouls usw. dass sie kaum einen objektiven Blick auf das Spiel entwickeln.

    Auch wenn ich mir ein Szenario vorstelle, wo ein Trainer ein neutrales Spiel leitet, wird er diese jahrelang erworbene Mentalität nicht ablegen können. Und das ist ein Szenario wo ich davon ausgehen würde, das Roth grundsätzlich einen Punkt hat...und das denke ich nicht.

    Wir als Gesamtzuschauerschaft und dazu zähle ich Roth genauso, sind so tief im Schiri-Bashing drin, dass wir wirklich nen Bezug verloren haben, wie kompliziert diese Aufgabe ist. Fast jeder Spielthread ist von solchen Diskussionen dominiert und dabei ist es doch offensichtlich, dass die Regeln und die vielen 50:50-Auslegungsmöglichkeiten das Problem sind und sehr sehr selten wirklich die Schiedsrichter.

    Da verwechselst du ganz gewaltig was. Im Spiel sind die Trainer so, wie du beschrieben hast, um einen Vorteil für ihre Mannschaft rausholen zu können. Wenn sie im Training ausschließlich ihre Spieler pfeifen, sieht das ganz anders aus. Trainer können ihre Rolle da sehr wohl adaptieren. Genauso wäre es, wenn sie ein Spiel von gänzlich anderen Teams pfeifen würden. Trainer wissen in aller Regel ganz genau, welchen Spielraum das Regelwerk hergibt und spielen ganz bewusst damit. Sie haben daher ein wesentlich besseres Gespür vom Regelwerk als die meisten hier denken.

    Ich verstehe Minden leider nicht, sie werden keine Chance um den Aufstieg haben. Wieso geben sie Damoul nicht die Chance zu wechseln ? So muss die MT einen aus Norwegen holen, da man einen zu kleinen Kader hat. Mal sehen ob er für paar Minuten entlasten kann. Passt aber wieder in das geforderte Profil , kleiner Spieler der viel 1:1 gehen soll. Darf er eigentlich auch anfangs in der zweiten spielen ? Da gehts ja auch um den Klassenerhalt.

    Mensing für kühn wäre schon ein starkes Upgrade, ich bin gespannt ob da noch mehr an die Presse kommt, was in Berlin passiert.

    Weil Minden sonst in Abstiegskampf geraten könnte

    Sorry, aber da muss ich leider ein Veto einlegen. Wenn du sagst, dass die Schiedsrichter Profi-Schiris sind oder angestellt sind, stimmt das nicht. Im Hand aufs Harz-Podcast (ab 36:27) und in einen Tagesspiegel-Interview mit Schulze/Tönnies, wo die beiden dies auch gefragt wurden. Und beide sagen, dass die Schiedsrichter einen Beruf nachgehen. Was sich beide wünschen ist die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens.

    Genau, und da sind wir ja bei der Krux der Aussage von Roth angelangt. Schiedsrichter haben viel zu wenig Routine im pfeifen. Wie auch, wenn sie einem Beruf nachgehen. Wenn man in einer Disziplin wie der Schiedsrichterei der beste werden will, muss man sie eigentlich täglich mehrere Stunden üben oder sich anderweitig damit beschäftigen. So wie es Sportler mit ihrem Sport auch tun. HBL Schiedsrichter machen ein bisschen Video Analyse, pfeifen pro Woche ein Spiel und haben gelegentlich Fortbildungen. Deshalb hat Roth mit seiner Aussage, er könnte das gut, weil er so viel mehr Routine hat, auf jeden Fall einen Punkt.

    Ich fande die Reaktion von Jutta Ehrmann Wolf witzig und treffend.

    Witzig ja, allerdings in der Sache natürlich unzutreffend, da jedem klar ist, dass Roth mit gehobenem Alter den Fitnesstest nicht bestehen wird. Herzlichen Glückwunsch. Er muss sich nun an seinen Aussagen messen lassen. Lasst ihn doch mal ein Testspiel von zumindest Drittligisten in der nächsten Vorbereitung pfeifen. Ich traue es ihm mehr als zu.

    Roth hat höchstwahrscheinlich Recht. Die bisherigen Kommentatoren in diesem Thread scheinen Handball nur vom Sofa aus zu betrachten.

    Trainer sind Vollzeit mit Handball beschäftigt, höchst professionell und müssen minütlich das Regelwerk auslegen, anwenden und auch beurteilen.

    Schiedsrichter gehen einem normalen Job nach und machen das ganze ehrenamtlich. Da KANN gar nicht das gleiche Level an Kompetenz für den Sport rauskommen.

    Und wer meint, dass Trainer nicht mit Drucksituationen umgehen können: Wer denn sonst?

    Welche Regeln zum Zeitpunkt des Trainerschein gültig waren, steht auf einem anderen Blatt.

    eigentlich gehört das Thema verschoben ins Schiedsrichter. und Regelforum

    Da hast du Recht. Können die admins gerne übernehmen.

    Regeltest vor zig Jahren, hat sich sehr viel geändert! Hab das in meiner aktiven Schiedsrichterzeit selbst gemerkt, man muss das Regelwerk und die Fallbeispiele ständig durcharbeiten, sonst haperte in gewissen Situationen. Und Naji und Siewert haben auch nicht behauptet, die besseren Schiedsrichter zu sein.

    Und um ein Spiel von 2x30 Minuten hochkonzentriert zu leiten, ist eine exzellente Kondition notwendig!

    Du denkst also, Trainer beschäftigen sich nicht mit dem Regelwerk? Das ist ihre Arbeitsgrundlage, ihr tägliches Brot. Jeder Trainer würde den Regeltest kinderleicht bestehen.

    Es ist im Amateurbereich ja auch zu beobachten, dass diejenigen, die ausschließlich Schiedsrichter sind, oft wesentlich schlechtere Leistungen bringen als welche, die mit mehreren Standbeinen, in erster Linie als Trainer, im Handball Leben stehen. Das ist für mich eindeutig.

    Der Gegenbeweis aber auch. Es ist einfach eine Hypothese, die sich weder verifizieren, noch falsifizieren lässt. Trotzdem denke ich, er wäre gut beraten, sich hier zurückzunehmen. Freunde bei der pfeifenden Zunft macht er sich mit solchen Aussagen wohl eher nicht. Auch wenn er im Podcast die Hauptaussage, Trainer seien die besseren Schiedsrichter, sekundiert von Schwalbe, etwas relativiert. Hängen bleibt am Ende die Headline

    Es wäre schlicht und einfach total spannend, wenn einfach mal manche Trainer ein Testspiel leiten würden.

    Regeltest haben alle bestanden, weil für Trainerschein eine Schiedsrichterlizenz Pflicht ist. Die weiteren Feinheiten könnte man natürlich in kürzester Zeit nachholen. Roth würde natürlich durch den Konditionstest rauschen, aber Naji, Siewert etc sicherlich nicht. Ist ja schön und gut, dass Schiedsrichter Kondition wie ein Büffel haben, ein alleinstehendes Qualitätsmerkmal für gute Pfiffe ist das natürlich aber nicht.