Beiträge von Hookie18

    Da war heute auch sicher viel Pech dabei. Man hat gesehen, wie breit die HSG jetzt im Rückraum aufgestellt ist - wahrscheinlich besser als jede andere Mannschaft in der Liga. Aber reicht allein das? Ganz ohne Außen wird es nicht gehen. Und nicht nur das. Leider hat man mit Fernandes ja nicht nur einen treffsicheren Außen, sondern auch einen souveränen Siebenmeter-Schützen verkauft.

    Ich meine, dass das Spiel heute durch (wieder einmal) unnötig übermäßige Härte in der Abwehr verloren wurde. Dessau hat 11 Tore in Überzahl geworfen, viele davon in der spielentscheidenden Anfangsphase. Gehörten zu den ersten sechs Toren von Dessau nicht drei Würfe ins leere Tor?

    Tja, von Erlangen wurde er ausgeliehen, damit er in der 2. Liga sein Können beweist, um danach in der 1. Liga durchzustarten. Aber warum sollte Erlangen nun jemand zurückholen, der es nicht einmal in der 2. Liga zum Stammspieler gebracht hat? Enttäuschend für Erlangen, schlecht für den Spieler, aber gut für die HSG. Ich denke, dass Tarek Marschall viel mehr Potenzial hat als er in dieser Saison zeigen konnte.

    Unglaublich! Da hat man in den letzten Wochen mühsam den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft, spielt wieder ernsthaft um den Aufstieg mit und dann schickt man einen der absoluten Leistungsträger vorzeitig weg? Wer so handelt, dem kann der Aufstieg nicht sehr wichtig sein. Eigentlich kann es dafür nur wirtschaftliche Gründe geben; nicht nur für den vorzeitigen Abschied von Fernandez, sondern auch für die Wahl von Ritterbach als Nachfolger.

    Heute nun das zweite Mal in dieser Saison, dass man gegen ein Team aus der oberen Tabellenhälfte spielt. Wieder ist man völlig chancenlos. Sehr enttäuschend, was dieser nicht billige Kader seit dem Frühjahr spielt. Gab es überhaupt schon einmal eine Profihandballmannschaft in Nordhorn, die derartig offensivschwach war?

    Dieses Gerede von der schlechten Chancenverwertung kann nicht mehr hören. Die HSG Nordhorn-Lingen hatte nur 33 Abschlüsse, Rostock hingegen 38. D. h., dass die HSG rechnerisch sogar die bessere Chancenverwertung als der Gegner hatte. Allerdings sind 33 Abschlüsse gegen einen Gegner, der zu den abstiegsgefährdeten Vereinen zu zählen ist, viel zu wenig. Somit das alte Problem, das es gibt, seit Kubes da ist: Es wird sehr gut verteidigt, aber vorne läuft viel zu wenig.

    Muss man das alles verstehen? Man hat doch mit Terwolbeck und Miedema zwei für die zweite Liga absolut überdurchschnittliche Spielmacher. Die einzige Erklärung, die man da haben kann, ist, dass Teile der Mannschaft mit diesem Trainer überhaupt nicht (mehr?) harmonieren. Wenn dem so ist, wäre auch die Talfahrt der letzten Monate erklärt.

    Was sich in den letzten Wochen rund um die HSG Nordhorn-Lingen abgespielt hat, ist schon merkwürdig. Man läuft mit einem der besten und breitesten Kader der Liga auf, hat sich im Vergleich zur Abstiegssaison mit Fontaine, Wasielewski und Torbrügge namhaft verstärkt, bleibt weitgehend von Verletzungen verschont und holt doch aus den letzten 10 Spielen gerade einmal 6 Punkte. Gerade in der Schlussphase einer anstrengenden Corona-Saison hätte doch die Breite des Kaders (praktisch jede Position für Zweitligaverhältnisse hochwertig doppelt besetzt) für die HSG sprechen müssen.

    Das kann man mit Formschwankungen oder ähnlichen Phrasen kaum erklären. Im Hinblick auf die nächste Saison müsste man bei dieser Entwicklung ja um den Klassenerhalt fürchten - zumal die bislang bekannten Personalentscheidungen eher keine Stärkung des Kaders bedeuten ...

    Vielleicht erfahren wir ja irgendwann, wer oder was zu diesem Bruch geführt hat. An eine zufällige Entwicklung glaube ich hier nicht.

    Kann mal jemand eine Tabelle nur der letzten 8 Spieltage erstellen? Da dürften Hamm und Nordhorn-Lingen im unteren Drittel platziert sein. Das kann doch eigentlich nicht sein und weckt schon den Verdacht, dass da massiv gegen den Aufstieg gespielt wird. Nur: Wer will eigentlich aufsteigen?

    Das war eine erwartbare Niederlage und daher kein Drama. In dieser Saison war es das dritte Spiel gegen Gummersbach und es gab die dritte klare Niederlage. Nun ist Gummersbach der einzige Gegner in der 2. Liga, der an guten Tagen (so wie gestern) so etwas wie Erstliganiveau verkörpert. Wer nächstes Jahr in der ersten Liga bleiben will, wird aber Gegner wie Gummersbach schlagen müssen(!). Wie das mit der derzeitigen Kombination von Trainer und Kader gehen soll, ist schwer erkennbar, aber vielleicht wird der Knoten ja noch durch Neuzugänge gelöst.

    Dass der derzeitige Kader eigentlich mehr kann als er derzeit auf die Platte bringt, zeigt aber der Vergleich mit der Aufstiegssaison 2019. Damals war es ja im Kern der gleiche Kader; nur hat man eben kein Torverhältnis von +24 gehabt wie in dieser Saison, sondern +136. Da hat man viele Gegner dominieren können, was in dieser Saison fast nie gelungen ist. Dass das kein Zufall, sondern eine Frage der Spielphilosophie ist, liegt auf der Hand.

    Wenn man das mit der Aufstiegssaison 2018/19 vergleicht, spielt die HSG in diesem Jahr deutlich schlechter. Über die ganze Saison hinweg gab es kaum überzeugende Spiele. Viele Siege - auch gegen untere Menschen - wurden in der Schlussphase dank breitem Kader, guter Abwehr und guten Torleuten erzittert. Das war vor drei Jahren ganz anders. Da gab es reihenweise klare Siege und das Torverhältnis war fast 100 Tore besser als in dieser Saison.

    Interessant ist übrigens, dass die schwächeren Leistungen trotz eines deutlich gestiegenen Etats zu beobachten sind. Ein Grund dafür ist sicherlilch, dass die Potenziale der Neuverpflichtungen Fontaine, Patzel, Visser und Wasielewski allesamt nicht in Gänze aktiviert werden konnten. Natürlich kann man auch darüber streiten, ob das überhaupt die richtigen Neuverpflichtungen waren ...

    Die Veränderungen im Kader zeigen schon jetzt Wirkung. Drei der letzten vier Spiele verloren und jetzt geht's nach Gummersbach. Gegen die hat man diese Saison schon zwei Mal ganz schlecht ausgesehen.

    Gestern standen in der Crunch Time zum Teil drei Spieler auf dem Feld, denen man einen neuen Vertrag verweigert oder gar (Weber) einen laufenden Vertrag gekündigt hat. Dass das nicht dazu beiträgt, in entscheidenden Situationen die letzten Prozente herauszuholen, dürfte klar sein.

    Die Situation, in die sich das Management hineinmanövriert hat, ist jetzt nicht einfach. Sicherlich hat man gedacht, dass man das freigemachte Weber-Gehalt nutzen kann, um die Mannschaft auf anderen Positionen zu verstärken. Mit dem Weggang von Torbrügge kommt es nun aber ganz anders. Man braucht die nach der Ranftl-Verpflichtung noch verbliebene Differenz zum Weber-Gehalt dringend, um einen Torbrügge-Ersatz zu finden. Ohne einen Torbrügge-Ersatz braucht man nämlich gar nicht erst aufzusteigen.

    Ich bin gespannt, ob man nach diesen diversen Rochaden in der nächsten Saison eine Mannschaft mit mehr Potenzial aufstellen kann als in diesem Jahr und 2. darf man gespannt sein, ob man bei den Neuzugängen ein besseres Händchen hat als in dieser Saison. Wobei sich schon auch die Frage stellt, ob die Neuzugänge (Patzel, Fontaine) wirklich so schlecht waren oder ob es dem Trainer nicht gelungen ist, sie zu entwickeln und zu integrieren.