Beiträge von Nikusch

    Dann erkläre es mir, denn in Sachen BWL oder so bin ich blutiger Amateur. Für mich bedeutet nur "schuldenfrei" ein ruhiges Kissen - zumindest privat.

    Die Weltwirtschaft würde auf dem Konzept der "schuldenfreiheit" zusammenbrechen, mit geliehenem Geld arbeiten ist essentieller Teil des Kapitalismus.

    Im Sportkontext bedeutet das natürlich eine Wette auf besseren sportlichen Erfolg und im Beispiel der HSG ein Aufstieg. Ob das richtig oder falsch ist von der Herangehensweise ist eine ganz andere Frage, da kann man sicherlich drüber streiten.

    Mir geht es nur darum, dass Insolvenz, also fehlende Liquidität, nicht bedeutet das man Schulden oder keine Schulden hat. Wir können also nicht diese kolportierte Summe von 1,5 Millionen als den Richtwert nehmen der jetzt aus dem Nichts aufgebracht werden muss. Wir wissen nicht wann die Summe fällig ist und wir wissen nicht wie viel Geld die HSG braucht um nächsten Monat die Rechnungen zu bezahlen.

    Hier muss einmal jeder verstehen, dass 1,5 Millionen nicht gedecktes Eigenkapital in der Theorie wirklich gar kein Problem darstellen. Das ist maximal ein Indiz für über die eigentlichen Verhältnisse leben, aber nicht für eine Liquiditätslücke.

    Die HSG muss nicht 1,5 Millionen auftreiben, sondern nur sicherstellen, dass Gehälter etc. jeden Monat bezahlt werden können. Da kann auch viel weniger ausreichen. Um welche Summe es hier geht wissen wir schlicht und ergreifend nicht.

    Was hier teilweise an Thesen rausgehausen wird ist in den letzten Tage verrückt geworden.

    Jetzt wissen wir wenigstens, dass wir Anfang nächster Woche immerhin Gewissheit haben was den Fall Krefeld/Nordhorn angeht bzw. ob die HSG die Lizenz behält.

    Ich gehe stark davon aus, dass sich nichts groß tun wird und Nordhorn in Liga 2 und Krefeld in Liga 3 antreten wird.

    Auch was man so in der Gerüchteküche hört scheint mir ein Ende der HSG auf Grund von Insolvenz aktuell eher unrealistisch.

    Das zeigt maximal eine Verbundenheit mit der HSG.

    ABER: Ein Like ist kostenlos und mit n i c h t s verbunden.

    Um es deutlicher zu sagen: Entscheidend sind momentan keine Absichtserklärungen, sondern die Kohle auffen Tisch. Die Zeit läuft.....

    Zum einen braucht es jetzt natürlich zeitnah eine Lösung für die finanziellen Probleme. Nichtsdestotrotz ist aber auch der Diskurs über die Hintergründe und mögliche personelle Konsequenzen essenziell. Bzw. beides kann auch direkt zusammenhängen, wenn zum Beispiel ein oder mehrere mögliche Retter ihr Engagement an gewisse Personalien knüpfen.

    Und wenn sowohl ehemalige als auch aktive Spieler und der Trainer (der den Beitrag im Übrigen sogar noch einmal aktiv in seiner eigenen Instagram-Story geteilt hat) ein solches Statement öffentlich liken oder teilen, zeigt das zumindest eine gewisse Zustimmung oder Sympathie für die dort geäußerte Kritik. Außerdem scheinen die Personen rund um die ehemalige HSG Business Group innerhalb der Mannschaft weiterhin ein gewisses Ansehen zu genießen.

    Wäre ich Jonker oder Terwedow, fände ich es zumindest nicht besonders lustig, wenn ein Teil der Mannschaft und auch der Trainer so einen Beitrag/Statement liked beziehungsweise aktiv teilt, in dem unter anderem personelle Veränderungen gefordert und die aktuellen Strukturen scharf kritisiert werden. Dass sich diese Kritik klar gegen Jonker und Terwedow richtet, auch wenn nicht direkt Namen genannt werden, dürfte ja ziemlich offensichtlich sein.

    Natürlich bedeutet ein Like nicht automatisch, dass jeder Spieler jede einzelne Aussage vollständig unterschreibt. Aber zu sagen, das sei überhaupt nichts, finde ich genauso zu kurz gedacht.

    Hier mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen aus dem Statement:

    - Seit dem Ausscheiden von Sigi Loeks als Geschäftsführer sei den ehemaligen Mitgliedern der HSG Business Group nahegelegt worden, dass ein weiteres Engagement ihrerseits nicht mehr gewünscht sei.

    - Der e.V. habe sowohl 2018 als auch noch einmal vor etwa anderthalb Jahren die Möglichkeit gehabt, die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an der GmbH zu übernehmen. Er habe sich allerdings dagegen entschieden. Dieser Verzicht auf mehr Kontrolle wird im Statement scharf kritisiert.

    - In der aktuellen Struktur fehle es vollständig an Handballexpertise. Aufgrund der aktuellen Situation werden personelle Konsequenzen gefordert. Indirekt wird den aktuellen Verantwortlichen vorgeworfen, aus eigenen wirtschaftlichen Interessen oder Profilierungsdrang gehandelt zu haben.

    - Dem e.V. sei mehrfach empfohlen worden, seine Kontroll- und Einsichtsrechte zu nutzen und die Zahlen extern prüfen zu lassen. Dies sei seitens des e.V. nicht erfolgt.

    - Der Etat habe sich seit 2018 mindestens verdreifacht, ohne dass sich die wirtschaftlichen Strukturen im Hintergrund in einer vergleichbaren Dimension verbessert hätten.

    - einige Mitglieder der früheren HSG Business Group (Marc Linkert und Armin Unke) erklären sich bereit, zumindest vorübergehend wieder zu unterstützen, zum Beispiel in einer Kontrollfunktion auf Gesellschafterebene.

    Ach ja, der Post wurde übrigens unter anderem von Tarek Marschall, Johannes Thiel und Mark Bult geliked ;)

    Aber wenn wir ehrlich sind, sind wir nach gestern erstmal nicht schlauer geworden. Das Statement der HSG ist ja wohl maximal für die Tonne, da steht wirklich nix drin und das der HBL lässt auch viel Spielraum für Spekulationen. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen mal klar wird:

    • Über welche Summe reden wir wirklich?
    • Bis wann muss die Liquiditätslücke geschlossen werden? Wann droht akut die Insolvenz?
    • Warum fehlt der Betrag im Vergleich zur ursprünglichen Planung? Sind Sponsorengelder weggefallen, Einnahmen zu hoch angesetzt oder Ausgaben außer Kontrolle geraten?
    • Was genau meint die HBL mit den „nicht unerheblichen Abweichungen“? Wurden aktiv falsche oder unvollständige Angaben gemacht oder ist nach der Lizenzierung etwas passiert, das außerhalb der Kontrolle der Verantwortlichen lag?
    • Wann wurde erstmals erkannt, dass die Planung so nicht aufgeht? Und wurde die HBL darüber proaktiv/vorab informiert?
    • Wer hat die Lizenzplanung erstellt, wer hat sie geprüft und wer hat ihr auf Gesellschafterseite zugestimmt? Da es in 2026 ja drei verschiedene Gesellschafterstrukturen gab, wäre der Zeitpunkt der Lizenzplanung relevant.
    • Wer ist verantwortlich? Wer wusste wann Bescheid und warum wurde nicht früher gehandelt? Relevante Akteure sind hier Stroot, Jonker, Terwedow und der e.V.
    • Zieht man personelle oder strukturelle Konsequenzen oder macht man einfach so weiter, falls der Fehlbetrag irgendwo aufgetrieben wird?
    • Gab es die Option auf neue Führungsriege mit 3 GFs und einem motivierten Pool aus Sponsoren wirklich? Warum hat man sich dagegen entschieden? Machtkampf/Ego?
    • Wird es eine öffentlichkeitswirksame, unabhängige Prüfung/Aufarbeitung geben oder bleibt am Ende doch alles intern?
    • Wie konnten diese massiven Ungereimtheiten der HBL nicht auffallen? Muss am Lizenzierungsverfahren etwas geändert werden?
    • Und natürlich ganz grundsätzlich: Wie sieht der "Rettungsplan" aus? Kann man den Spielbetrieb für die Saison zeitnah sicherstellen oder schwebt jederzeit das finanzielle Aus über der Mannschaft?

    Auch wenn ich kein Fan der Springer-Presse bin, scheint der eine Sportbild-Reporter da am ehesten mal kritisch (und leider auch viel zu reißerisch) zu berichten. Von der GN kann man sich wohl keine all zu kritische Analyse erhoffen, da werden weiter fleißig Zitate von Jonker abgedruckt und man will sich den "guten Draht" zur HSG nicht verbrennen. Ob die HSG oder die HBL selbst auf viele der Themen wirklich transparent eingehen werden, ist äußerst fraglich. Am Ende wird uns wahrscheinlich wieder nur übrig bleiben, hier im Forum aus den verschiedensten Gerüchten und Hintergrundinformationen ein möglichst vollumfängliches Bild zusammenzubasteln.

    Ich verstehe hier die Rufe nach den Kommunen nicht. Die sind mittlerweile so unterfinanziert, dass sie ihre Pflichtaufgaben kaum erfüllen können. Da sollen sie für einen Handballverein, der wiederholt gezeigt hat, dass er nicht wirtschaften kann, in die Bresche springen?

    Man versteht mich hier glaube ich falsch, ich meine ausdrücklich keine finanzielle Rettung durch die Kommunen! Es ging mir darum, dass man kommunikative Rückendeckung erwarten hätte können, wenn die HSG wirklich diesen wichtigen Stellenwert für die Region hätte.

    PS: Die Stadt Nordhorn hat das Haushaltsjahr 2025 mit einem Überschuss von mehr als 21 Millionen Euro abgeschlossen und ist quasi schuldenfrei ;)

    Nicht der Oberbürgermeister ist gefragt, sondern die HSG. Die HSG hat wissentlich bei der Lizenzvergabe mit falschen Zahlen gearbeitet. Die HSG muss erklären, wie sie aus dem Sumpf rauskommen will. Die Stadt kann ja dann schauen, ob sie in irgend einer Form helfen kann.

    Absolut, bin ich komplett bei dir.

    Nur wird hier im Forum immer davon gesprochen wie toll und wichtig die HSG für die Städte und die Region ist, was für ein wichtiger Werbeträger und Leuchtrum. WENN dem so wäre, DANN dürfte man in einer solchen Situation wie jetzt trotzdem klare Bekenntnisse pro HSG seitens der Lokalpolitik und Unternehmen der Region erwarten.

    Das wäre mMn die logische Konsequenz, aber ich glaube hier scheitert es bereits beim WENN und dieser Stellenwert ist gar nicht so gegeben.


    Robert Koop. Jeder Lingener kennt ihn als Meckerkopf, niemand nimmt ihn ernst. Sorry. Bei der letzten OB-Wahl ist er krachend gescheitert.

    Danke für die Einschätzung, wie gesagt mit der Lingener Lokalpolitik kenn ich mich nicht aus. Ändert nichts daran, dass sich beide Städte bisher bedeckt gehalten haben und man zumindest nicht öffentlichkeitswirksam die Rettung der HSG unterstützt oder wenigstens nochmal die Wichtigkeit des Vereins für die beiden Städte und die Region hervorhebt.

    Den beiden Städten und Landkreisen wird die HSG nicht egal sein.

    Apropros, folgenden Blog-Beitrag habe ich kürzlich zu dem Thema gefunden, geht vor allem um die Rolle der Stadt Lingen und des Oberbürgermeisters bei einer möglichen Rettung der HSG:

    HSG Nordhorn-Lingen: Schockstarre statt Aufbruchstimmung – OB Krone schweigt

    Kenne mich mit der Lingener Lokalpolitik nicht wirklich aus, aber was da skizziert wird klingt nicht gerade vielversprechend und als dürfte man sich da große Hoffnungen auf klare Statements und ein Bekenntnis zum Projekt HSG erwarten.

    Ok nur dies ist doch nach dem Saison wieder eher und wahrscheinlich ein Fall für Gerichte, denn was wäre wenn und wie wasserdicht ist alles.

    Da kann man davon ausgehen das es am Ende der Saison vor Gericht landet, sollte man Absteigen wegen der 8 Punkte.


    Wenn dann macht es doch nur Sinn mit Lizenz ist weg für 26/27 es wird mit 17 Mannschaften gespielt oder Krefeld kann bleiben.

    Oder man bekommt einen Lizenz auf Vorbehalt und erfüllt man im Mai 27 die Auflagen und kann nachweisen das man den Verein saniert hat und hält die Liga bekommt man eine für 27/28.

    Das gäbe es mMn nicht viel zu klären, da der Vorgang bei Insolvenz während einer laufenden Saison klar in der Satzung der HBL geregelt ist:

    § 8b Folgen bei Insolvenz
    1. Wird gegen einen Lizenznehmer bzw. gegen den wirtschaftlichen Träger eines Lizenznehmers während eines laufenden Spieljahres ein Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt, so werden dem Lizenznehmer am Ende der laufenden Spielsaison 8 Pluspunkte aberkannt.

    2. Wird für die kommende Spielsaison von dem unter Ziffer 1 genannten Lizenznehmer bzw. dessen wirtschaftlichen Träger unter Einhaltung der maßgeblichen Fristen (§§ 2; 7 Ordnung zur Lizenzierung) eine Lizenz beantragt und befindet sich dieser Lizenznehmer bzw. dessen wirtschaftlicher Träger in einem Insolvenzplanverfahren, so muss dieses erfolgreich bis zum 10.04. des laufenden Spieljahres, für das die Lizenz erteilt worden ist, beendet sein. Dies bedeutet, dass bis zum 10.04. des laufenden Spieljahres, für das die Lizenz erteilt worden ist, durch das Insolvenzgericht die Aufhebung des Insolvenzverfahrens nach § 258 InsO beschlossen sein muss. Sollte dies nicht der Fall sein, kann keine Lizenz für die kommende Spielsaison erteilt werden.

    3. Wird gegen einen Lizenznehmer bzw. gegen den wirtschaftlichen Träger eines Lizenznehmers der Bundesliga nach den maßgeblichen Fristen zum Antrag auf Erteilung der Lizenz (§§ 2; 7 Ordnung zur Lizenzierung) ein Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels Masse abgelehnt, oder wird die unter Ziffer 2. geregelte Frist (10.04. des laufenden Spieljahres) nicht eingehalten, so kann - durch den Verein selbst- oder - mit einem neuen wirtschaftlichen Träger ein Lizenzantrag bis zum 15.04. der laufenden Spielsaison (Ausschlussfrist) für die 2. Bundesliga gestellt werden. Zweitligisten können nur einen Antrag beim DHB für die 3. Liga stellen, auf dessen Entscheidung der Ligaverband keinen Einfluss hat.

    Ich würde sagen, dass sich gerade zwei Krisen parallel entwickeln.

    Zum einen die direkte finanzielle Schieflage der HSG. Zum anderen die von der BILD gepushte Lizenzierungsgeschichte, die sowohl die Verantwortlichen der HSG als auch die HBL ziemlich schlecht aussehen lässt.

    Daher bin ich wirklich gespannt, was heute bei dem Termin rauskommt und ob die Öffentlichkeit überhaupt direkt etwas erfährt. Auch der HBL dürfte viel daran liegen, das Ganze irgendwie noch geschaukelt zu bekommen. Wenn der Laden wenige Wochen nach der Lizenzvergabe quasi abgeschlossen wird, stellt sich schon die Frage, wie die Lizenz ohne Auflagen bzw. überhaupt erteilt werden konnte. Fantasiezahlen der HSG hin oder her, alleine die Entwicklung des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags ist ja öffentlich einsehbar. Das allein beweist zwar keine Zahlungsunfähigkeit, hätte aber vielleicht Anlass sein können, die Planung seitens der HBL etwas kritischer zu hinterfragen.

    Für die Zukunft der HSG sehe ich theoretisch vier Szenarien:

    (1) Man findet unterm Euregium Öl, aka jemand öffnet kurzfristig die Geldschatulle.
    -> Die Liquiditätslücke wird geschlossen und es geht irgendwie weiter, wahrscheinlich mit Sparmaßnahmen und HBL-Auflagen.

    (2) Man meldet Insolvenz an, das Verfahren wird eröffnet und bis zum 10. April 2027 erfolgreich abgeschlossen.
    -> Acht Punkte Abzug, aber eine Lizenz für die 2. HBL 2027/28 wäre bei Klassenerhalt grundsätzlich weiterhin möglich.

    (3) Man meldet Insolvenz an, kann die Saison weiterspielen, schafft den Abschluss des Insolvenzverfahrens aber nicht bis zum 10. April 2027.
    -> Zwangsabstieg, danach könnte man beim DHB die Lizenz für die 3. Liga beantragen.

    (4) Die Lizenz wird entzogen oder selbst im Insolvenzverfahren kann der Spielbetrieb nicht mehr finanziert werden.
    -> Ende des Profihandballs in Nordhorn und Lingen. Dieses Mal wahrscheinlich wirklich final, weil wer würde sich das Projekt danach nochmal antun?

    Variante 1-3 sind mMn nur realistisch, wenn jemand bereit ist, die HSG als Herzensprojekt zu retten. Also rein aus emotionaler Verbundenheit. Ob das dann die besagte Gruppe aus neuer Führungsetage plus potenziellen Sponsoren (falls es diese Gruppe wirklich gibt, hab ich persönlich nichts von mitbekommen) oder der Geldgeber aus Lingen, der den Spielbetrieb dann augenscheinlich komplett ins Emsland verlagern will, oder jemand ganz anderes ist, keine Ahnung. Dafür braucht man aber nicht nur das nötige Geld. Man muss auch bereit sein, sehr schnell und unbürokratisch zu handeln. Und vor allem müssten Jonker und Terwedow mitspielen.

    Jonker könnte der e.V. mittlerweile wohl selbst als Geschäftsführer abberufen. Um die Gesellschafterstruktur komplett neu zu ordnen und den potentiellen Rettern auch Kontrolle durch den Erwerb von (den ruhenden) Gesellschaftsanteilen zu ermöglichen, bräuchte man meines Verständnis nachs eine 75% Mehrheit und damit die Zustimmung von SMG/Terwedow.

    Da stellt sich dann die Frage, ob die handelnden Personen bereit sind, die eigenen Fehler einzugestehen und unkompliziert das Feld zu räumen? Oder sind die Egos am Ende so groß, dass man den Laden lieber gegen die Wand fahren lässt, als Kontrolle abzugeben bzw. das eigene Versagen einzugestehen? Alles natürlich unter der Vorrausetzung, dass es überhaupt jemanden gibt der bereit wäre die HSG zu retten.

    Daher rate ich jedem der es mit der HSG hält sich klar auf Variante 4 und das Ende des Handballsports in der Grafschaft und im Emsland einzustellen.

    Kurze Ergänzung, da die dargestellte absolute Mehrheit der Stimmrechte beim e.V. ggf. ein falsches Bild verursachen könnten. Hier muss man sich die zeitliche Entwicklung betrachten:

    Bis März 2026: Das von mir vor einiger Zeit mal dargestellte Konstrukt aus 7 Gesellschaftern -> e.V. lediglich Sperrminorität

    Ab März 2026: Effektives Stimmgewicht der e.V. von 47,36%, dazu SMG 26,32% und Matthias Stroot 26,32% -> e.V. lediglich Sperrminorität, 2 von 3 Gesellschaftern für Mehrheit benötigt

    Ab Juli 2026: Effektives Stimmgewicht wie oben dargestellt -> e.V. mit absoluter Mehrheit

    Und in der Satzung der HSG Nordhorn-Lingen GmbH steht folgendes:

    Bei Geschäften, die über den gewöhnlichen Geschäftsbetrieb der Gesellschaft hinausgehen, ist ein Zustimmungsbeschluss der Gesellschafterversammlung erforderlich. Solche Geschäfte sind insbesondere:
    a) die bei der Handball-Bundesliga als Grundlage für die Lizenzerteilung vorzulegende Jahresplanung
    [...]
    g) die Aufnahme oder die Gewährung von Darlehen
    h) die Eingehung von Dauerschuldverhältnissen, dazu zählen insbesondere Miet-, Pacht- und auch Arbeitsverträge, sofern diese nicht bereits Gegenstand der gemäß der unter a) genehmigten Jahresplanung sind

    Kommt mir jetzt nicht mit Bültmann dem Spartenpauli. Am Ende hat Stroot die alleinige Verantwortung, er ist der Geschäftsführer im Zweifel haftet er.

    Nein, Bültmann ist nicht gemeint. Das er da noch groß, trotz der paar Anteile, bei Gesellschafterversammlungen dabei war oder sich eingebracht hat, bezweifle ich sehr.

    Und das sollte Stroot auch nicht aus der Verantwortung nehmen, aber nur ihn als Sündenbock durchs Dorf zu treiben ist meiner Meinung nach zu einfach bzw. kurz gedacht. Da haben gewisse Gesellschafter, die im Hintergrund einiges zu sagen haben, der e.V., welcher augenscheinlich das Ganze einfach geschehen lassen hat und natürlich die Geschäftsführung, die am Ende ihre Unterschrift drunter gesetzt hat, allesamt mit zutun.

    Endlich mal jemand (Thomas F.G.), der anspricht, wo die Probleme der HSG angesiedelt sind! Wenn man sich die Gesellschafterstruktur anschaut (ist in einigen vorherigen Posts detailliert aufgeführt), weiß man, von wem die Rede ist.

    Schön zu sehen, dass meine kleine Analyse der Gesellschafterstruktur bei dem ein oder anderen hängegeblieben ist, dann war der Aufwand nicht umsonst! Mich wundert es aber trotzdem immer wieder, dass anscheinend den meisten HSG-Fans nicht so bewusst wer eigentlich die Geschehen im Hintergrund lenkt und dürfte mMn auch mal journalistisch aufgegriffen werden. Ohne das ich irgendwas direkt oder indirekt gehört hätte, würde ich mal behaupten, dass das die Idee mit dem Luxus-Kader und "all-in" Wiederaufstieg nicht rein auf Strootis Mist gewachsen ist, sondern er am Ende hauptsächlich für die Umsetzung des (mittlerweile als wahnwitzig zu bezeichnenden) Projekts verantwortlich war.

    Man kann für die Region, Spieler und Fans nur hoffen, dass sich am Ende doch wieder einige engagierte Geschäftsleute, denen selber was an der HSG liegt, zusammen finden und den Karren irgendwie aus der Scheiße ziehen.

    Sollte man noch irgendwie die Kurve kriegen, müssen aber dringend irgendwelche Kontrollinstanzen implementiert werden, damit die HSG in Zukunft nicht wieder zur Erfüllung der persönlichen Sport-Manager Fantasien einzelner Personen dient. Dafür gibt es doch den Football Manager liebe Leute...

    Aber hey, wir sollten es auch positiv sehen: Mindestens einmal pro Jahrzehnt finanzielle Schieflage bei der HSG, da kann man schon so langsam von Tradition sprechen! Und Traditionsverein ist man doch gerne ;)

    Luka Sokolic verlässt die HSG.

    Am Ende ist er doch noch gut reingekommen und hat in der Abwehr einen Mehrwert bieten können, nichtsdestotrotz für mich kein schmerzhafter Abgang. Ist mit seinen 36 Jahren einfach aus dem besten Alter raus, war manchmal in seiner Hand-Augen-Koordination einfach zu langsam (an welcher der Komponenten es lag, vermag ich nicht zu beurteilen) und passt auch einfach nicht in das neue Konzept mit vielen jungen, talentierten Spielern.

    Also ich sage: endlich!

    Zintel war/ist per se kein schlechter Handballer und hat auch bei der HSG gute Auftritte gezeigt, nichtsdestotrotz bin ich persönlich froh, dass dieses Kapitel abgeschlossen ist. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her war es einfach nicht das Wahre und vom Spielertyp her waren er und Erlingsson sich auch einfach zu ähnlich, da konnte man nicht mal eben einen komplett neuen Impuls auf der Mitte reinwerfen.

    Klar wird Hoogland Zeit brauchen und sicherlich auch einige wilde, übermütige Aktionen dabei haben, aber die Neuaufstellung der HSG finde ich viel sympathischer als die Kaderplanung der letzten Jahre. Es wirkt wie ein Schritt back to the roots in die Bültmann-Ära mit jungen, hungrigen Spielern, die hoffentlich die Chance bekommen, zusammenzuwachsen und sich nicht über Individualisten auszuzeichnen, sondern den Hunger und Bock, als Team zu spielen und zu gewinnen.

    Außerdem kann man so auch auf der Kapitänsposition einen neuen Impuls setzen. Was ich so gehört habe, wurde Zintel damals einfach wegen seinem Standing in der 2. Liga von Bult zum Kapitän gemacht, obwohl sich kurz danach rausgestellt hat, dass er in der Mannschaft eigentlich keiner der Leader sondern eher der ruhigere, passivere Typ ist. Da war das Kind dann aber schon in den Brunnen gefallen und Zintel bereits groß als neuer Kapitän angekündigt.

    Bin gespannt, wer es in Zukunft macht. Persönlich wäre Ruddat ganz klar mein Favorit, Wilhelm könnte ich mir auch vorstellen. Tarek ist zwar am längsten bei der HSG und sicherlich auch ein Führungsspieler, sehe ihn aber trotzdem nicht in der Rolle. Hüter war u.a. bei Dormagen schon Kapitän und ist aktuell Kapitän der USA , könnte es also vielleicht machen, müsste dafür aber sicherlich in einer etwas tragenderen Rolle eingeplant sein kommende Saison, sonst würde das keinen Sinn machen.

    Spelbepaler Hoogland van Hurry-Up onderweg naar Duitsland

    Aber irgendwie verrückt, dass das am 24.05. in den Niederlanden in der Zeitung stand und man sowohl von Seiten der HSG als auch in der GN noch kein Wort dazu gelesen hat. Gerade von der GN hätte ich einen kurzen Bericht im Sinne von "Wie RTV Drenthe berichtet steht Emiel Hoogland von Hurry-Up vor einem Wechsel zur HSG, der Spielmacher ist ..." erwartet. Wobei erwartet wahrscheinlich das falsche Wort ist, da die Berichterstattung um Transfers/Hintergründe bei der HSG ja generell leider eher dürftig und recht spät sind. Aber wenn es die Kollegen aus den Niederlanden schon schreiben, ist es ja wirklich kein Hexenwerk den Artikel einfach aufzugreifen.