Im Schiri- und Regelforum ("Welche Entscheidung nach 1:1") werden zu dieser Situation u.a. auch zwei Standbilder gezeigt. Dort ist im ersten Bild eindeutig zu erkennen, dass die Abwehrspielerin schon unmittelbar vor der 9m-Linie steht, während die mit hohem Tempo heranrauschende Angreiferin noch 2 Meter vom Ort des Zusammenpralls entfernt ist. Beim Zusammenprall (2. Bild) steht die Abwehrspielerin immer noch an der Position, die sie auch im ersten Standbild hat.
Damit ist die entscheidende Voraussetzung für ein Stürmerfoul erfüllt, unabhängig davon, ob die Abwehrspielerin bei der folgenden Abwehraktion ihre Arme einsetzt oder nicht!
Dass die Angreiferin dabei durch hohes Tempo und eine aktive Körperdrehung, die sie mit der Schulter voran auf die Abwehrspielerin prallen lässt, die in so einer Situation grundsätzlich gegebene Verletzungsgefahr nochmal deutlich erhöht, darf bei der Bewertung nicht unterschlagen werden. Für mich ist damit die Voraussetzung für eine progressive Strafe gegeben.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich mache der Angreiferin in besagter Szene keinen persönlichen Vorwurf. Sie reizt nur die Spielräume aus, die das Regelwerk und die derzeit von den Schiedsrichtern vorgegebene "Linie" bieten. Genau dort liegt der Hase im Pfeffer, denn wenn sich an dieser Stelle nichts grundlegend ändert, sind weitere schwere Verletzungen vorprogrammiert. Denn es liegt in der Natur der Sache, dass die Grenzen von den Spielerinnen, wenn solche Aktionen auch zukünftig sanktionslos bleiben, immer weiter ausgelotet werden ...
Hier sollten die Hüter des Regelwerks und des Schiedsrichterwesens schleunigst aktiv werden. Sonst landen demnächst noch mehr Spielerinnen im Krankenhaus und das ist das Letzte, was die Vereine derzeit brauchen, von den betroffenen Spielerinnen mal ganz abgesehen ...