So etwas entwertet natürlich schon sportliche Erfolge, jedenfalls für diejenigen, welche Frauenhandball kontinuierlich verfolgen. Erfolge allein bringen wenig, dazu ist das alles zu schnelllebig - so etwas wie die unsterblichen WM78er ist kaum mehr möglich.
Das Turnier war schlichtweg geprägt durch Langeweile (auch, weil es nicht um die Olympiaquali ging),
Diese Sichtweise halte ich für überzogen. Eine WM so grundsätzlich zu entwerten und den sportlichen Wert weitestgehend auf die Funktion einer Trittstufe für Olympia zu reduzieren, wird dem Stellenwert einer solchen Veranstaltung nicht gerecht. Eine solche Haltung erinnert mich an das Märchen vom Fischer und seiner Fru, egal ob der Fischer nun Horst heißt oder nicht. Denn wenn man solchen Argumentationslinien 》
Ein Nachwuchsleistungszentrum ist nur etwas Wert, wenn ein Großteil der Spielerinnen schnellstmöglich (am besten schon mit 17) in der ersten Bundesliga spielt
Ein Bundesligateam ist nur gut, wenn es jedes Jahr, möglichst ohne Ausländerinnen, CL spielt
Eine Spielerin ist nur dann Weltklasse, wenn sie bei einer Mannschaft spielt, die regelmäßig die CL gewinnt
Die Nationalmannschaft ist nur gut, wenn sie regelmäßig, insbesondere bei großen Turnieren, gegen die 3 in der Nationenwertung führenden Teams gewinnt
Eine EM oder WM ist nur dann von Bedeutung, wenn die Platzierungen mit der Qualifikation für höhere Weihen verbunden sind
Das olympische Handballturnier ist nur gut, wenn alle Mannschaften so ausgeglichen sind, dass alle KO- und Platzierungsspiele in die Verlängerung und in das 7m-Werfen gehen
》folgt, stellt sich nicht nur für den Durchschnittshandballer ganz schnell die Frage, was mache ich hier eigentlich...
Der Handball, insbesondere der Frauenhandball, steht ganz offensichtlich an einem Scheideweg. Wer wissen möchte, wo man landet, wenn die derzeitige Linie beibehalten wird, braucht nur das oben erwähnte Märchen zu Ende zu lesen. Oder den (bzw. die) Fischer fragen. Sie sind schon so weit abgehoben, dass sie von ihrer gegenwärtigen Position aus das Ziel ihrer eigenen Reise mit Sicherheit schon sehen können. Ob sie es auch erkennen, ist eine andere Frage ...