Beiträge von Andi.Waffen57

    Vorallem, da es nicht unwahrscheinlich ist, dass daraus auch noch mehrere Jahre werden können.

    Die Spitze in der HBL, scheint einfach näher zusammengerückt zu sein.

    Um zwei CL Plätze kämpfen mindestens 4 Mannschaften.

    Ein Wechsel nach Ungarn, oder Polen sichert dem Spieler in der Regel die CL-Teilnahme.

    Von daher würde ich unzufriedene Spieler bei keinem deutschen Topclub ausschließen. =O

    In der Tat würde ein dritter Champions-League-Platz (oder sogar ein vierter wie im Fußball) der Konkurrenz der Liga und damit auch der Attraktivität gut zu Gesicht stehen. Das Nadelöhr kann zum Stolperstein werden, wenn Stars nicht auf die Königsklasse verzichten wollen (was nachvollziehbar ist).

    Am Ende der letzten Saison hätte ich nicht gedacht, dass wir in der 3. Liga zu den Aufstiegsaspiranten gehören würden, aber mittlerweile - nachdem sich der Staub ein wenig gelegt hat und man auch mal einen Blick auf die Staffelkonkurrenten werfen konnte - kann man doch schon den Eindruck haben, dass das so kommen könnte. Unsere Deckung dürfte zu stark sein für viele Teams. Dazu in jedem Heimspiel die Stählerwiese im Rücken... Ich bin gespannt darauf, was Koloper in Saarlouis veranstalten wird und rechne sie auch auf jeden Fall in den engeren Kreis, genau wie Dansenberg. Die Liga wirkt auf jeden Fall so, als wäre sie in ihrem Spielniveau deutlich mehrstufiger als die 2.Liga zuletzt. Da war die Qualität auf die Liga bezogen alles in allem doch homogener, wenn auch natürlich mit entsprechenden Unterschieden. In dieser Saison werden wir in der Südweststaffel der 3. Liga wohl eine abfallendere Drei- oder sogar Vierklassengesellschaft sehen.

    Es wird spannend sein zu sehen, ob eine solche Klassengesellschaft auch den strukturellen Entwicklungsgrad und die finanzielle Lage der Vereine zutreffend abbildet. Ich habe mir mal die Homepage des Aufsteigers Waldbüttelbrünn angeschaut - das ist ja (in keiner Weise despektierlich gemeint!) wirklich ein Dorfverein vor dem Herrgott. Und ich dachte, wir sind der kleine, aufstrebende Dorfverein... Es geht wohl noch deutlich dorfiger.

    Wenn solche Vereine und auch die, die ein wenig größer sind, es schaffen, überhalb des Erwartungszenits zu spielen, der durch ihren strukturellen Entwicklungsstand ein wenig vorgegeben wird, dann wird die Liga spannend.

    Prognosen für einzelne Mannschaften abzugeben wäre Wahnsinn.

    Alles klar. Dann wird die neue Saison ein Benchmark liefern, ob die Maßnahmen wirken.

    Erfahrungsgemäß dauert die Umstellung von grundlegenden, konzeptionell vorgegebenen Arbeitsweisen im Bereich der professionellen Sportmedizin immer etwas. Vielleicht haben wir erst nächste Vorbereitung die Benchmark, von der du sprichst. Aber angesichts der Ankündigung von Veränderung wird sie früher oder später da sein - und dann wird es sich zeigen.

    Dass da einer der Top-Vereine aus einer der Top-Ligen unserer Sportart jedoch einen derartigen Kurswechsel vornimmt, sich gar eingesteht, mehrere Jahre lang auf einem sportmedizinischen Holzweg gewesen zu sein - das ist überaus spannend. Denn im popper'schen Sinne heißt das, dass die Falsifikation von These 1 in Flensburg eine Selbst-Falsifikation war (Kommt jenseits der Wissenschaft so gut wie nie vor - Stichwort Kognitive Dissonanz) und dass seit Verkünden dieser Selbst-Falsifikation empirisches Neuland betreten worden ist. Denn wie sieht der richtige Weg - wie sähe These 2 aus? Das werden sie an der Küste erst herausfinden müssen. Noch steht diese These 2 nicht - und das macht es so spannend. Denn wie schon gesagt ist Flensburg eine Top-Adresse. Man könnte in diesen ganzen Themenkomplex "Flensburg, seine medizinische Abteilung und sein Verletzungsproblem" daher beinah ein großangelegtes Forschungsprojekt hineinwurschteln, dass sich mit Leistungsdiagnostik, Prävention und Belastungszyklen im handballerischen Niveau der Weltspitze beschäftigt. Dass es dazu zu wenig Material geben wird, zeigt sich wohl an genau solchen Umstellungen bei Vereinen der Sport-Spitze. Dass in einer gut geölten Sportfabrik wie dem FC-Bayern-Campus und der Säbener Straße solche konzeptionellen Änderungen der sportmedizinischen Abteilung geschehen würden ist

    nahezu unvorstellbar - dazu ist in der (mal stumpf gesagt) "Fußball-Medizin-Forschung" schon zu viel Geld investiert worden - sind die Fortschritte und wissenschaftlich anerkannten Methoden zu sehr verbreitet und gesetzt.

    Im Handball aber offenbar nicht. Wie sieht das ideal berechnete, multifaktorielle Variablen einbezogen habene Konzept von Belastungssteuerung aus? Wissenschaftlich ausgearbeitet, zur Norm geworden, von allen größeren Vereinen übernommen? So etwas gibt es wohl noch nicht. Da wurschtelt bisher eher jeder Verein für sich selbst bzw. in Hoffnung auf die Kompetenz der jeweils ansässigen Sportchirurgen im lokalen Krankenhaus.

    Das Eingeständnis des Scheiterns bisherigen Vorgehens und das Ankündigen neuer "Maßnahmen" in Flensburg, wie Spielmacher schreibt, dürfte an den SpoHos des Landes einige Ohren haben aufhorchen lassen.

    Meine (nichtganzernstgemeinte) Forderung: Der DHB als Verband und auch alle willigen Vereine sollten sich der Flensburger Reise ins Neuland anschließen - um sportmedizinisch zu forschen - und der Liga ein normatives Konzept und damit eine gewisse Standardisierung der medizinischen Qualität zu gewährleisten. Obendrein würde man sich von den schändlichen Tretballern im Sinne des allseits gewünschten Bild des "Von Werten geprägten Sports" abgrenzen - so etwas hätte doch durchaus Vermarktungspotential. Und genau das ist doch dieser Tage die zentrale Kategorie von Gültigkeit in den Headquarters der HBL.;)

    Mittlerweile sind 3 Testspiele gespielt, man erzielte 27 Tore gegen Hagen (2.Liga) und Wetzlar (Buli), sowie 26 gegen Minden (Buli). Das alles ohne einen etatmäßigen Halblinken auf der Platte - es könnte deutlich schlechtere Testspielstarts geben. Hoffentlich wird alsbald der angekündigte Neuzugang für RL verpflichtet, dann hat diese Mannschaft ein durchaus vorzeigbares Potential.

    Es könnte die Saison werden, in der sich Persson als "Lenker und Denker" etabliert. Die Ansätze sind vielversprechend. Die Rolle, die er nun hat - und die voraussichtlich hohe Spielzeit die er bekommen wird, das sind gute Voraussetzungen.

    Ein erstes Fazit, das wohl zum jetzigen Zeitpunkt schon ziehbar ist: Wir werden vermutlich im Innenblock keinen großen Qualitätsverlust zur letzten Saison erleiden, mit voranschreitender Zeit eher im Gegenteil. Und dieser Innenblock dürfte wohl für die meisten Mannschaften in unserer Staffel eine zu harte Nuss sein.

    Liebe TuSsie, danke fürs Eröffnen des Saison-Threads.

    Du hast Recht, es ist im Vergleich zum letzten Abstieg ein enormer Substanzverlust. Und es wird, wie schon in den letzten beiden Andersson-Saisons, sicher erst wieder ein gutes Stück Saison dauern, bis sich die Mannschaft gefunden und eingespielt hat. Aber: Sobald Karaula wieder spielen kann, ist das in meinen Augen alles gar nicht so düster. Mit Persson, Karaula, Eres, Michel und den beiden Torhütern hat man mindestens 6 Spieler im Kader, deren Niveau definitiv nicht in der 3. Liga angesiedelt ist, sondern höher.

    Wenn man es schaffen sollte, noch einen überdurchschnittlichen Halb Rechten zu holen (Nichts gegen Mundus, vielleicht wird er ja dieser Spieler, aber Stand jetzt ist er eine Wundertüte), dann hat man mit diesem neuen Halb Rechten - Persson - Karaula ab Januar einen Rückraum, auf den ich mich jetzt schon freue. Wie es aber mit der Breite des Kaders aussieht, wird sich zeigen...

    Karaulas Transfer hat meiner Meinung nach im Umfeld und den Medien nicht die Wellen geschlagen, die er verdient gehabt hätte, was verständlich ist da a) er verletzt ins Siegerland kommt und b) die meisten Menschen im TuS-Umfeld keine so großen Handball-Cracks sind, dass sie alle Ligen von 1-4 im Blick behalten. Da er aber einer der staffelübergreifend besten Spieler der abgelaufen Drittligasaison war, ist das ein Coup, den ich nochmal ausdrücklich hervorheben möchte. Hätte er sich nicht schwer verletzt, wäre er jetzt bei einem starken Zweitligisten, jede Wette.

    Der Verbleib von Eres ist ebenso eine kleine Sensation. Er hätte locker flockig bei Teams vom Format Nordhorn oder TUSEM spielen können. Unser schönes Siegerland bietet wohl eine gewisse Lebensqualität;)

    Was ich nicht ganz verstehe ist, warum man nicht Leon Sorg aus der 2. Mannschaft hochzieht. Der ist dort über Jahre hinweg trotz seines jungen Alters der überragende Spieler. Eine Liga höher wäre sicherlich kein großes Problem für ihn. Er wäre ein weiteres Eigengewächs in Zeiten, in denen sich fast alle Personalmeldungen nur noch um Söldner drehen. Nun wird er zum (Spieler-)Trainer der Zweiten gemacht... So kann man immerhin den schlechten Zustand des Unterbaus übertünchen, in diesem Fall dass man jenseits der GmbH nicht einmal mehr einen "richtigen" Trainer für die Oberligamannschaft findet...?

    Weiterhin schade, dass mit Erik Irle wohl ein weiteres Eigengewächs nächste Saison bei einem direkten Staffelkonkurrenten aufläuft - zumal seine Position aktuell noch eine Baustelle bei uns ist.

    Aktuell kann man wohl in keine Richtung eine Prognose abgeben. Zuviel hängt von noch anstehenden Neuzugängen, dem Verlauf der Vorbereitung oder auch dem von TuSsie angesprochenen Herauskristallisieren von Führungsspielern ab. Bei Andersson liegt das alles aber in guten Händen. Wir werden sehen, wie es wird. Ich hoffe nur, dass das Eventpublikum der Stählerwiese keinen Interessensverlust durch den Abstieg erlebt und die Halle voll sein wird, auch wenn die Gegner bedeutend unattraktiver sein werden.

    Klasmann kann gerne nach Ferndorf zurück kommen. Hier hat man ihn nach seiner Leihe letzte Saison ziemlich gut im Gedächtnis behalten. Und Karaula-Diebel-Klasmann, das wäre schon eine solide Besetzung für Halb Links.

    Was in Schalksmühle definitv besser ist als in Ferndorf ist die Jugendarbeit. Das war zwar früher mal anders, aber in Ferndorf wurde nicht nachhaltig und kleingeistig gearbeitet während man das Ganze bei der SGSH ernster genommen hat. Dieses Fundament hat der Verein und macht ihn für mich "gesund".

    Ich wünsche den Schalksmühlern jedenfalls, dass sie sich schnell zurück in ruhige Gewässer manövrieren können.

    Ich schließe mich deiner Meinung an. Man kann schon skeptisch sein ob man sportlich überhaupt in Frage kommen wird, oben mitzuspielen.

    Bei Siegler hatte ich eigentlich gedacht er bleibt? Die Zeitungen haben das auch angenommen, hatten ihn jedenfalls als "Bleibend" vermeldet. Ich frage mich aber, was er und Strakeljahn sich denken? Sie haben jetzt beide nicht unbedingt Zweitligatauglichkeit über eine ganze Saison hinweg gezeigt. Aber gut, Reisende soll man nicht aufhalten. Diebel hat da wohl eher die angemessene Demut.

    Im Falle eines Abgangs von Rüdiger oder Eres könnte man ggfs. Wicklein aus der zweiten Mannschaft wieder hochziehen, das würde diese dann aber natürlich nur noch weiter schwächen. Wer wird eigentlich kommende Saison Trainer der Oberligamannschaft, ist da schon etwas verkündet?

    Es braucht jetzt ziemlich zügig Personal, und es braucht gutes Personal. Sonst sind wir auf einige Zeit einfach erstmal nur im Drittliga-Mittelfeld. Aber wie schon hier zuvor erörtert, kann das andererseits auch eine Chance sein.

    Für die Zukunft sollten wir einen Drittliga-Thread eröffnen. Es ist ein bisschen schade, dass dort deutlich weniger Aktivität herrscht als in den Liga 2-Threads.

    Es geht auch gar nicht darum, ob der TuS in ein solches Verhältnis zu Gummersbach oder sonstwem gerät. Alles, was ich am Beispiel Potsdam deutlich machen wollte, war professionelle Arbeit als Handballunternehmen hinter den Kulissen - unabhängig davon, woher das Geld kommt oder wie viel es ist. Die Diskussion erübrigt sich.

    ich dachte immer, dass potsdam sehr eng mit den füchsen zusammenarbeitet,

    so in richtung farm - oder ausbildungsverein gehobener klasse...

    sowas will doch ferndorf sicher nicht werden in die richtung.

    Dem ist so. Aber wer dort mal ein Spiel geschaut, sich ein wenig umgehört und vielleicht sogar mal hinter die Kulissen geblickt hat, sieht, dass die dort genau verstanden haben, wie die Professionalisierung eines Handballvereins zwischen 2. und 3. Liga aussehen und vonstatten gehen muss. Und das hat, wie schon angeschnitten, nicht immer unbedingt etwas mit der verfügbaren Menge an Geld zu tun.

    Es stellt sich schon ein wenig die Frage, ob der direkte Wiederaufstieg so ein erstrebenswertes Ziel ist. Man könnte auch dafür argumentieren, den Verein zunächst in die Breite wachsen zu lassen bevor man den Kampf wieder aufnimmt. Eine Saison in der dritten Liga mehr - dafür aber eine vorangeschrittene Professionalisierung des sportlichen Unterbaus, der Jugendausbildung und der für das Zweitliga-Business mittelfristig renovierungsbedürftigen Abteilungen wie den (Sozialen) Medien, dem Fanshop und so weiter - wäre das ein schlechter Deal? Ein hauptamtlicher Jugendkoordinator wäre doch beispielsweise eine echte Benchmark, die man vorweisen könnte. Getreu dem Motto, dass der benachbarte, hessische Fußball-Club TSV Steinbach lange und erfolgreich gefahren ist: Investiert zuerst in Steine, dann in die Beine.

    Bei aller Vernunft, die diesem Ansatz innewohnen mag gestehe ich auf der anderen Seite, dass ich keinen einzigen Tag länger als nötig in der dritten Liga verbringen möchte. Im Vergleich zur 2. HBL ist sie unsäglich unattraktiver. Allein die fehlende Medienpräsenz mit der HBL-Seite/Smartphone-App, den Social Media-Kanälen und Sportdeutschland.tv. Nach den verwöhnenden letzten Jahren wird das überaus gewöhnungsbedürftig und dank der U23-Mannschaften sogar ein bisschen abstoßend. Der Handball, den wir die letzten Jahre zu sehen bekommen haben (Mit Ausnahme der letzten Hinrunde...), war eigentlich zu gut, als dass wir nun wieder die Rumpelliga sehen müssen. Da fühlt man sich irgendwie ein bisschen betuppt. Ich denke, so geht es gerade vielen Ferndorfern. Das mit der Rumpelliga meine ich übrigens gar nicht respektlos. Da gibt es auch attraktive Vereine. Aber der Handball unterscheidet sich schon fundamental von den Topteams und dem Professionalisierungsgrad, die man regelmäßig in der 2. HBL zu sehen bekommt.

    Also ist es für mich persönlich derzeit ein emotionales Spannungsfeld: Rational wäre es für den TuS sicherlich sinnvoll, sich selbst Zeit zu geben um zu wachsen und dann in neuer Frische, mit ausgebauten Strukturen, die Attacke zu wagen. Das Gefühl sagt aber, dass man bitte so schnell wie möglich wieder aufsteigt.

    In vielerlei Hinsicht, die Breite der Vereinsstruktur betreffend, kann man sich übrigens ein Beispiel am jüngst aufgestiegenen VfL Potsdam nehmen. Klar ist da auch vermutlich viel mehr Geld im Spiel. Aber die machen auch in den nicht-so-finanzaufwändigen Disziplinen einen wirklich guten Job.

    PS.: In besagtem Potsdam ist jüngst der Ex-Ferndorfer Ex-Trainer-Sohn Maxim Orlov zum Spieler der Saison gewählt worden. Glückwunsch an dieser Stelle.

    Boom! Einen Tag vor dem Tod-oder-Gladiolen-Spiel in Dormagen setzt man im Nord-Siegerland ein gewaltiges Zeichen.

    Trainer Robert Andersson verlängert ligaunabhängig!

    Er wird hundertprozentig Angebote von (finanz-)stärkeren Teams gehabt haben, für meine Begriffe könnte er auch problemlos einen Bundesligisten coachen. Er ist wohl der beste Trainer, den der TuS je hatte - ohne das despektierlich gegenüber Micha Lerscht und Erik Wudtke zu meinen.

    Eine herausragende Meldung - zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt. Große Gratulation an alle Verantwortlichen.

    https://www.tus-ferndorf.de/1-mannschaft/r…s-tus-ferndorf/

    Die Spiele sollen demnach ganz normal in der Tabelle miteinberechnet werden, der Plan sehe allerdings vor, die Spiele zum Saisonende dann aus dem Auf- und Abstiegskampf wieder herauszurechnen.

    Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-63-142797.html

    Super - immer eine falsche Tabelle…

    Das ist, mit Verlaub, eine katastrophal schlechte Regelung.

    Sollte da ein Verein am Ende aufgrund der hieraus möglichen Konstellationen einen signifikanten Nachteil erhalten (Abstieg/ Nicht-Aufstieg/ Verletzung wichtiger Spieler) wird dieser Verein sicherlich den Rechtsweg begehen - zurecht.

    Da brockt sich die Liga eine sportgerichtliche Konstellation ein, die ihr mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit entgleiten wird.

    Da u.a. ja Frau Rybakova so moralisch erhaben zu sein scheint: Wer von euch würde sich mit bspw. Mitte 20 in einem Krieg, den man realistisch betrachtet nur verlieren kann, freiwillig abschlachten lassen, wenn er das - anscheinend - mit entsprechendem Obolus umgehen kann?

    100%. Mit Blut und Boden Ideologie aka der vermeintlich naturgesetzlichen Verbindung von Mensch und seinem Lebensraum sollte man gerade in Deutschland gewaltig vorsichtig sein. Flucht ist ein anthropologischer Teil der Menschheitsgeschichte, derzeit ist die höchste Zahl an Menschen weltweit gleichzeitig in der Menschheitsgeschichte auf der Flucht. Wenn im darwinschen Sinne eine stärkere Entität meint sie müsste die Gewaltkiste auspacken, kann man natürlich aus einem Idealismus heraus im Widerstand sterben, hat man aber halt nicht so viel von außer ein bisschen Pathos. Da ist die Flucht der (wie schon gesagt auch empirisch nachgewiesene) deutlich menschlichere Impuls. Und daher absolut nachvollziehbar.

    Und bevor das jetzt irgendwer hier mit dem deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion vergleichen will - macht den Kopf mit gefährlichem Halbwissen zu und studiert Geschichte.

    Aber das führt alles hier auch viel zu weit vom Thema weg.

    Versteh mich bitte nicht als reaktionären alten Sack, aber in der 2.HBL geht es um die Konkurrenz millionenschwerer Sportunternehmen und nicht um Aufmerksamkeit für gute Zwecke oder so etwas wie Marketingeffekte für die Liga.

    Ich will die Idee ja gar nicht per se verwerfen, aber sie muss eben ziemlich gut ausgearbeitet sein, sollte sie umgesetzt werden.

    Nachtrag: Vielleicht sind Ligen mit geringerer Belastungsintensität wie die ungarische oder die mazedonische für dieses Projekt besser geeignet - und da gäbe es auch wenigstens ein paar Augenhöhe-Vereine + die Belastungssteuerung ist nicht so akribisch von Nöten wie in DE's erster und zweiter Liga.

    Ich habe den gegenwärtigen Stand der Entwicklung von Motors Kader nicht im Blick (jemand schrieb größtenteils zerfallen?) aber jenseits der Frage, ob es eine richtige/falsche Entscheidung ist, müsste man zumindest bezogen auf den letzten CL-Kader vor dem Kriegsausbruch festhalten, dass diese Mannschaft schlichtweg zu gut für die 2. Liga wäre - und sollten die Partien obendrein lediglich als Freundschafsspiele gewertet werden, würden sicherlich etliche Teams Personal schonen und die zweite/dritte Garde ranlassen - wodurch der qualitative Unterschied nochmal größer würde.

    Von solchen Matches mit derart gewaltigem Ungleichgewicht hätte wohl niemand etwas, Spielpraxis hin oder her.

    Ich habe zufällig einige CL-Spiele von Motor gesehen und die würden unter normalen Umständen (wie gesagt mit dem Vorkriegskader) sogar in der 1. Liga etliche Teams vorfinden, die nur bedingt eine ernsthafte Konkurrenz sind.

    Die Geste wäre ja schön und gut - aber die sportliche Umsetzbarkeit ist für mich mindestens fraglich. Und man kann es wohl keiner Mannschaft verdenken, in einem Freundschaftsspiel nur die B-Mannschaft zu schicken um den Kader für die wichtigen Spiele zu schonen.

    Eine Einbindung als reguläre Mannschaft, die um Punkte spielt, hielte ich gar für fahrlässig.

    Mindestens die aus Gummersbach nach Ferndorf mitgereisten Gästefans haben es schon mitbekommen (Und ihre Begeisterung im Internet kundgetan):

    Zur Verabschiedung der Ferndorfer Urgesteine Julian und Lucas Schneider hat der Fan-Club Brigade C eine unfassbare Choreographie in die Halle gezaubert. Ich hatte lange beim Handball nicht mehr solche Gänsehaut.

    Bilder lassen sich in den Social-Media-Kanälen des TuS und der Brigade C finden - lasst euch das nicht entgehen.

    Hat es so etwas schon einmal in der 2.HBL gegeben? Gibt es andere Vereine, bei denen die Anhänger zu so etwas fähig sind? Mir sind keine bekannt - aber vielleicht kann dieser Thread ja genutzt werden, um auf vergangene und zukünftige Aktionen dieser Art aufmerksam zu machen.

    Denn irgendwie gehört das Geschehen auf der Tribüne ja auch ein wenig zum Erlebnis Hallenbesuch in dieser so attraktiven Liga, daher dachte ich, man könnte von nun an solchen aufwändigen und wunderschönen Darbietungen der Fans hier eine kleine Plattform geben - auch wenn es leider gut möglich ist, dass weitere Choreographien in Ferndorf zukünftig vorerst nur in der dritten Liga bestaunt werden können...

    Hm. Das war ein dreißigminütiges, böses Erwachen für Rot-Weiß. Abstiegsplatz, Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Sollte sich am Ende doch die fehlende Konstanz aus den letzten Monaten rächen? Da bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Wenn du absteigst, dann nicht wegen der fehlenden Konstanz (in Hälfte Zwei eines Spiels) im Saisonfinale, sondern wegen der Hinrunde.

    Und an der Stelle muss man dann induktiv vorgehen und die Lage in die Gesamtsaison kontextualisieren. Der Umbruch zu Beginn war groß und das Niveau war in zahlreichen Spielen nicht da. Die Entwicklung begann schleppend und erst ab Winter konnte man langsam von ersten Fortschritten sprechen. Dass Andersson es schafft, die Mannschaft von einer "Für-den-Klassenerhalt-Untauglichen" zu einer "Für-den-Klassenerhalt-Tauglichen-mit-Wackelkontakt" zu entwickeln, ist dann beeindruckend und hat auch mit dem Transfer Neuhold zu tun - aber am Ende hat man von Januar an gegen die Zeit gearbeitet und vielleicht hat man eben in der Hinrunde zuviel Zeit billig hergeschenkt. Billig hergeschenkt vielleicht auch mit der Kaderplanung, denn vielleicht waren Bornemann und Faulenbach als einzige experienced leader mit Qualitätsgarantie zu wenig. Vielleicht sind es mit Neuhold und Bornemann auch jetzt doch immernoch zu wenig, auch wenn J. Schneider und zuletzt Persson immer wieder um die Rolle des Vorangehers bemüht sind. Ich weiß es nicht. Vielleicht haben sich die Transfers von Strakeljahn, Siegler und Diebel im Gesamtbild der Saison letztlich alle drei nicht bezahlt gemacht - auch wenn die beiden erstgenannten natürlich mit Verletzungen gerade nicht viel für ihre Lage können. Aber das interessiert die Tabelle am Ende leider nicht. Und vielleicht hätte die Torhüterleistung diese Saison öfter gestimmt, hätte man nicht Durica unnötigerweise abgegeben und so Rottschäfer aus der Handball-Rente holen müssen. Aber das sind alles in die Vergangenheit gerichtete Gedanken und natürlich ist Fehleranalyse und die Suche nach den verantwortlichen Faktoren und Personen wichtig, aber gerade ist es eigentlich viel wichtiger, den Blick in die Zukunft zu lenken:

    Man hat es nicht mehr in der eigenen Hand. Die 3. Liga ist plötzlich eine realistische Option geworden.

    Ich denke, die Partien gegen Gummersbach und Dormagen könnten zu den wichtigsten Spielen in der Vereinsgeschichte der letzten Dekade werden. Verrückte Situation: Im besten Fall halten wir die Klasse und entwickeln uns unter Andersson zu einem Mittelfeldteam. Im andern Fall droht der Zerfall von vielem, was über die Jahre aufgebaut wurde. Denn der Verein hat eine absolut ungesunde Struktur unterhalb der 1. Mannschaft - da hat man einfach in eben dieser letzten Dekade unglaublich viel kaputt gemacht. Ich hoffe sehr, dass nicht jetzt der große Zahltag gekommen ist, an dem das Kartenhaus einer ausschließlichen Fokussierung auf die Spielbetriebs-GmbH letztlich zusammenbricht. Die Vereinsstruktur ist auf Sand gebaut und das, was diesen Umstand in den letzten Jahren verschleiert hat, ist das, was man jetzt nicht mehr in der eigenen Hand hat: Die zweite Liga.

    Wir müssen jetzt einfach die beiden Spiele gewinnen. Das Zeug dazu hat die Mannschaft, sie muss es nur auf die Platte bringen. Und dann wird man am Ende sehen, ob es gereicht hat oder nicht...

    Die Tordifferenz ist im Handball doch eine marginalität und wird von so vielen Dingen beeinflusst. Niemand macht sich während der Saison Gedanken darüber.

    Fokus auf Tordifferenz im Handball ist ein Entwicklungsblocker für die Kaderbreite jedweder Mannschaft und verschlechtert die Variable Verletzungsanfälligkeit. Denn wenn jedes Tor in jedem Spiel der Saison zählt, ist das quasi a priori gleichbedeutend damit, dass weniger Rotation stattfindet und die Starting-7+2/3 weitere eben die Hauptlast des Spielbetriebs stemmen - aus Sicht des sportlichen Erfolgs natürlich maximal nachvollziehbar. Aber das hemmt eben die Entwicklung derer, die sitzen bleiben und die Gesundheit derer, die zu viel spielen müssen.