TVG-Patriot
Ich bin ganz bei dir, dass das Thema "Sponsoring" generell -und im Handball speziell- schon immer schwierig war und immer schwieriger wird. Man möchte ja Geld sozusagen geschenkt bekommen. Oder glaubt hier jemand ernsthaft, dass der Metzger Müller und der Maler Schmidt irgendeinen Nutzen daraus ziehen, in der Halle ein Plakat aufhängen zu dürfen?! Und solange Südzucker auf der Brust der Eulen stand, hat das genauso wenig irgendjemanden interessiert. Deswegen ging der Umsatz nicht einen Prozentsatz hoch.
Nun zur 2. Bundesliga Handball.
Ich bin überzeugt davon, dass unser Sport in die Metagruppe Entertainment gehört. Unterhaltung, nichts anderes. Und wenn jetzt irgendjemand morgen auf die Idee käme, die zweite und dritte Liga Handball aufzulösen, dann gäbe es zwar innerhalb der begrenzten Bubble einen Aufschrei, aber das Gros der Masse würde davon vermutlich noch nicht mal Notiz nehmen. Oder so reagieren "Ja, dann ist das halt so. Wird seine Gründe haben. Schade drum." Vorbei und vergessen.
Unter diesem Eindruck halte ich ein Markenkonzept für unabdingbar. Gut, bei den Eulen wurde diese Marke über die letzten Jahre kontinuierlich aufgebaut. Ob man mit der Art der Marke einverstanden ist, bleibt jedem überlassen. Ich jedoch glaube, dass in Lu dahingehend gemauschelt wurde. Man hat zwar nach aussen hin aus wirtschaftlichen Gründen immer den Underdog markiert, hat aber insgeheim wieder auf "bessere Zeiten" bzw den Aufstieg ins Oberhaus gehofft. Und zwar nicht nur bei den Offiziellen sondern auch bei den Fans. Wer das leugnet spricht die Unwahrheit. Denn wer schon mal am "Platz an der Sonne" war (1.Liga) will da möglichst auch wieder hin. Und da kann man noch so oft auf "armer Verein" und "kaum machbar"- Understatement machen wie man will. Und spätestens sobald mal eine bessere Phase in der Liga mit zb einer Siegesserie stattfindet, schiessen genau diese Gedanken in jedem Offiziellen und jedem Fan wieder hoch. Is doch menschlich und nachvollziehbar.
Ok. Das eine ist das Wollen, das Andere ist das Können. Wollen tun sie in Ludwigshafen. Am Können mangelt es. Und zwar, wie ich schon so oft betont habe, vom Kopf her. Ich meine natürlich den Kopf der Struktur. Und das ist das Dilemma. Man würde so gerne, man würde so gerne so viel in Ludwigshafen! Leider hat und hatte aber niemand bei den Eulen die Fähigkeiten und Fertigkeiten
den zentralen Kern der Aufgabe und die aktuell immense Baustelle erfolgreich anzugehen:
das ausreichende Generieren neuer Einnahmen und/oder das ausreichende Generieren zusätzlicher Geldgeschenke (Verzeihung: Sponsoringgelder) !
Ganz einfach: wenn du niemanden kennst, kannst du niemanden anrufen. Wenn du kein Geld bekommst, kannst du niemanden kaufen.
Stattdessen versteckt man sich in Friesenheim hinter Social Media, familiärem Gesäusel und dieser ganzen Sozialarbeit. Nicht falsch verstehen: das ist alles im Rahmen wichtig. Nur leider darf es nicht dazu dienen, das Nichtangehen der Kernaufgabe ( Money, Money, Money!!!) zu vertuschen! Man ist immer beschäftigt ... nur leider nicht mit dem was zentral wichtig ist.
Ich setze das gleich mit dem Thema "Verkauf" in der freien Wirtschaft. Entertainer müssen sich auch verkaufen und daraus immer wieder auf viele Arten und Weisen Einnahmen generieren. Nicht umsonst sind erfolgreiche Verkäufer in der freien Wirtschaft eine sehr gut entlohnte Berufsgruppe und sehr rar gesät. Under "Selbst-Verkauf" läuft halt in den meisten Zweitligavereinen gar nicht. Weil da keine Profis am Werk sind. Marke/Tradition hin oder her.
So. Jetzt hab ich vor lauter Schreiben die eigentliche Frage vergessen. Egal. 
Aber eines weiss ich ganz gewiss: diese Probleme gibt es nicht nur bei den Eulen Ludwigshafen. Die gibt es überall im Handball, insbesondere in der zweiten Liga.
Man muss sich eben mal entscheiden, ob man der nette Dorfverein aus der Nachbarschaft sein will ... dann reicht auch eine nette Führungsriege vom Dorf. Oder man macht es professionell! Dann müssen tiefgreifende Änderungen her! Das sollten dann geeignete Profis in die Hand nehmen! Allerdings glaube ich, dass der Zug bei den Eulen ziemlich abgefahren ist. Da sind diverse Probleme viel zu sehr verfilzt. Die daraus resultierende Spirale ist schon zu weit fortgeschritten. (Man siehe auch die Neuverpflichtungen. Mehr als günstiger Nachwuchs. Und die offizielle Aussage, dass man inZukunft um Platz 12 "mitspielen" will). Das ganze Szenario spricht für mich eine eindeutige Sprache!
Ergo: eins von beidem! Dorf oder Profi. Beides gleichzeitig geht jetzt und in Zukunft auf Dauer nicht. Jedenfalls nicht bei den Eulen, und wohl auch nicht beim TVG.
Ich hab das jetzt so runtergeschrieben. Falls der eine oder andere Schlaumeier wieder kommt und später auf Editierungen hinweist: klar, ich werd es später nochmal durchlesen und Schreibfehler und Satzbau verbessern, falls mir was auffällt. Aber nichts Sinnveränderndes vornehmen. Ich habe erstmal fertig.