Beiträge von Fachfremder

    Scheib hat die beiden ersten Spiele in der 3. Liga nicht mitgemacht und wird da sicher nicht dauerhaft auflaufen. Wie gesagt, es kann auch dazu dienen, wieder in den Rhythmus zu kommen. Daneben wollte man sicher so stark wie möglich auflaufen, um den Nachbarn (beide Hallen verbindet eine U-Bahn-Linie) und Konkurrenten um den Abstieg auch sicher zu schlagen.

    Welche Einsatzzeiten hatten die denn in Zwickau? Ich denke zumindest bei Tröster und Petzold ist dies dringend erforderlich, um überhaupt genug Spielpraxis zu haben. Scheib, wenn sie überhaupt gespielt hat, hat laut Statistik in Zwickau keinen Wurf abgegeben, konnte sich also in der 3. Liga einschießen. Bei Weiss und Kantor hatte ich schon die Frage gestellt, wer mehr in der 3. Liga eingesetzt werden wird. Hier gibt es ein Videozusammenschnitt von einem Spiel der 3. Liga:

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    Natürlich ist es schwer, eine Torhüterleistung anhand eines Videos zu beurteilen. Jedoch scheint mir Kantor technisch doch sehr gut ausgebildet und Weiss überlegen zu sein.

    Wie dem auch sei, Metzingen hat in Zwickau sicher nicht verloren, weil die 4 am Sonntag 3. Liga gespielt haben. Im Übrigen glaube ich, dass die Einsätze von Scheib, wenn es weitere geben sollte, wohl dosiert sein und dort erfolgen werden, wo es gegen unmittelbare Konkurrenten im Abstiegskampf auch etwas zu holen gibt.

    Ich glaube nicht, dass da etwas für Metzingen möglich ist. Neckarsulm auch in der Vorbereitung schwach, Metzingen hat immer wieder Phasen im Spiel, wo gar nichts läuft, da haben die beim Vorbereitungsturnier sogar gegen Bensheim einen Streifen bekommen.

    Und zu den Preisen: Metzingen hat wohl eine sehr hohe Anzahl an Dauerkarteninhabern und denkt wohl, dass die restlichen Karten zumindest in einer solchen Anzahl weg gehen, dass es sich lohnt. Ich würde mir jedenfalls für EUR 24 kein Bundesligaspiel anschauen und dann auch lieber die CL nehmen.

    gummiball: Wenn du meine Beiträge zu dem Thema anschauen würdest, würdest du sehen, dass ich sicher niemand war, der irgendwie verharmlost hat, was AF veranstaltet hat. Und auch zur Handhabung durch den BVB hatte ich eine klar Meinung. Ich bin nur der Meinung, dass die Verpflichtung und das was der DHB tut bzw. gerade noch nicht tut, nichts miteinander zu tun haben. Es wird bei der Untersuchung des DHB, wie alter Sack schon bemerkt hat, auch nicht um die Bewertung konkreten Fehlverhaltens von AF gehen. Insoweit wird danach auch nicht herauskommen, dass er kein Trainer mehr sein darf. Was die MTG Horst macht, steht dann auf einem anderen Blatt und das hätte ich als Verein auch nicht gemacht, ohne dass ein Statement von AF vorgelegen hätte, das Fehler einräumt. Wie gesagt, kann man dafür aber nicht den DHB verantwortlich machen, wie für vieles andere.

    Die Diskussion, wie es in anderen Ländern läuft, ist doch müßig, wenn die dortigen Verhältnisse mit den hiesigen nicht zu vergleichen sind, insbesondere hinsichtlich Ligenstruktur und Unterbau. Nordischbynature, du bist glaube ich nicht zu jung, sondern hast einfach zu viel Sachkenntnis im Hinblick darauf, dass du schon junge Damen in der Entwicklung beobachten konntest und Einblicke in die aktuellen Fördermethoden hast. Es ist sowieso absurd, wenn hier jemand glaubt, man würde hier ernstzunehmende Konzepte entwickeln. Und zum Thema Ungarn: Die Tochter von Gaugisch spielt bei Stuttgart/Metzingen, wo jetzt Peter Woth auch Aufgaben übernimmt. Der BT kann sich hier also aus erster Quelle informieren, was in Ungarn so los ist.

    Fridulin: Die Bedingungen sind sicher nicht schlechter, die Alternativen, was man mit seiner Zeit anfangen kann aber zahlreicher. So mag es vor 30-40 Jahren noch reizvoll gewesen sein, etwas in Deutschland oder gar in der Welt herumzukommen, das war z.B. für meinen Vater, allerdings schon in den 60ern ein Grund für den Leistungssport. Heute zählt das wohl kaum. Ich halte auch noch einen Faktor für mit entscheidend: Den Spaß am Handball. Der wird bei den geförderten Spielerinnen nicht unbedingt in den Vordergrund gestellt. Wenn du dann irgendwann merkst, dass es bei der Sache, für die du ziemlich viel geopfert hast, nicht nach ganz oben reicht und es eigentlich seit der B-Jugend schon nicht mehr um den Spaß am Sport geht, ist der Weg zum Aufhören kurz.

    siebenberger: Bei den Jungs herrscht eine ganz andere Breite als bei den Mädels. Da ist die Leistungsdichte bei den ersten Lehrgängen auf Verbandsebene viel höher. Und später lohnt es sich für die Jungs auch viel mehr weiter zu machen. Da kannst du dir noch in der 4. Liga was zum Studium dazu verdienen.

    Zur Jugendbundesliga im Fußball: Letztens stand im Spiegel, dass 1 von 40, die das spielen, später einen Profivertrag bekommt.

    Meine Meinung im Frauenhandball: Fehlende Breite an der Basis und kein Stellenwert der Sportart in D, so dass zu wenige Lust haben, überhaupt Bundesliga zu spielen. Sieht man auch ganz gut an der Anzahl von Auswahlspielerinnen aus den Jugendnationalmannschaften, die mit Anfang 20 "den Dienst quittieren" und aufhören.

    Sie hätten ihn ja als Co-Trainer behalten können 8) Vielleicht wollte Metzingen auch nur den schwarzen Peter weiter geben, nachdem er mit einer ehemaligen Spielerin liiert ist :hi: Dem Vernehmen nach soll sich die Trauer bei den Spielerinnen der Tussies eher in Grenzen gehalten haben :saint: , wenigstens waren die aber vertraglich gebunden. In der Spielgemeinschaft hatte er wohl einige Spielerinnen gleich mal in das Landesligateam vergrault und die mussten dann immer wieder höflich gebeten werden, im BWOL-Team auszuhelfen, weil der Kader dann zu schmal war.

    Der Vergleich zu den Leistungszentren im Fußball hinkt tatsächlich gewaltig, zudem sind diese nur mäßig erfolgreich:

    Leistungszentren: Traum vom Profi erfüllt sich selten
    Der Traum vom Profifußballer erfüllt sich selbst für Toptalente nur selten. 70 Spieler aus den Leistungszentren schaffen jährlich den Sprung in die 1. oder…
    www.sueddeutsche.de

    Etwa 1% schaffen es jährlich in die erste oder zweite Bundesliga. Bei den Leistungszentren im Handball sollen dagegen sogar Nationalspielerinnen ausgebildet werden. Ich bemerkte bereits mehrfach, dass man ohne Breite erhebliche Probleme haben wird, eine Spitze zu generieren, die groß genug ist.

    Wenn man die Förderung nur in die Leistungszentren verlagert, ohne die Vereine und die Ausbildung in der Breite zu stärken, wird es mit dem Frauenhandball meiner Meinung nach nie etwas werden. Dieser muss insgesamt attraktiver und besser vermarktet werden, mit einer Bundesliga, in der junge Spielrinnen wirklich gerne spielen. Warum hören denn so viele junge Spielerinnen auf, die gerade den Sprung in die Bundesliga geschafft haben? Oder wollen wir ein Modell, wie in Holland, wo eine begrenzte Anzahl von Spielerinnen auf internationalem Niveau ausgebildet wird, die heimische Liga aber gar nichts taugt?

    Bei Nellingen solltest du dann aber auch mal schauen, wo die Jugend herkommt :/ Nellingen hat nämlich bislang meines Wissens nach das DHB-Stützpunkt-Training betreut und damit exklusiven Zugriff auf die Spielerinnen anderer Vereine gehabt, die dann plötzlich in Nellingen auftauchten.

    Wie hier schon einige Male bemerkt wurde: Die Dichte der Vereine ist relativ hoch, in anderen Gegenden würden die Göppinger Leistungsträgerinnen ebenfalls bei Stuttgart/Metzingen spielen oder umgekehrt. Deshalb reißen die Teams aus Ba-Wü auch regelmäßig bei den DM nichts.