Beiträge von Fachfremder

    Sehr richtig Benson, es zeigt auch, was das Zertifikat letztlich wert ist. Es führte wohl teilweise auch dazu, dass die Vereine sich einfach ab der relevanten Jugendspielklasse bei allen anderen Vereinen bedient haben. In Württemberg auch noch mit bevorzugten Rechten zur BWOL-Quali. In der Zeit des ersten Lockdowns wurden sogar die letzten verbliebenen Startplätze in der B-Jugend mit dem Argument an Neckarsulm und Göppingen gegeben, dass die sonst das Jugendzertifikat nicht bekommen. Dagegen hatten betroffene Vereine bis zum DHB-Bundesgericht geklagt und dieses hatte die Entscheidung des HVW kassiert:

    Handballopa
    26. Juni 2020 um 14:51

    sicher richtig, dennoch so krass schwächer als der männliche Bereich, finde ich schon erschreckend. Hier wäre Vereine und Verband gefragt sich zu verbessern…

    Es geht einfach ums Geld! Wenn ein HBF-Verein das Jugendzertifikat will, kostet es ihn viel Geld, wenn nicht nur die Jugenden in den erforderlichen Spielklassen vertreten sein sollen, sondern auch noch die zweite Mannschaft in der erforderlichen Spielklasse. Daneben müssen die Trainer mit den entsprechenden Lizenzen ausgestattet sein. Für das Geld kann man wahrscheinlich 1-3 Spielerinnen bezahlen. Daneben darf man hier nicht nur auf die HBF-Vereine gehen. Bei uns in Württemberg muss man sich die Vereine in der 3. Liga und der BWOL anschauen, da spielen die Jugenden zu einem großen Teil lediglich auf Bezirksebene. Und wie Alter Sack schon bemerkt hat, es fehlt an Basis und Breite.

    Metzingen wirst du allerdings in der Paul-Horn-Arena in Tübingen gesehen haben. Dort sind die Tussies nicht zuhause und die Böden (Basketball wird dort auch gespielt) werden vom Hallenbetreiber verlegt. Die dortigen Spiele sind aber wegen der Kosten kaum darstellbar, die Ösch-Halle wird dagegen in Eigenregie bewirtschaftet (fällt aber wegen fehlender 2. Tribüne aus).

    der deiner Meinung nach einfachere Weg kann wohl nicht auch persönliche Gründe haben ?

    Dies ist irgendwie offensichtlich, wenn man die Herkunft betrachtet und dürfte bei Ingenpaß mit Leverkusen möglicherweise ähnlich liegen. Vor ein paar Tagen gab es hierzu auch einen guten Beitrag von B-Coach, der darauf hinwies, dass die handballerische Karriereplanung mit der persönlichen Lebens- und Ausbildungsplanung in Einklang gebracht werden muss. Und wenn sich die Handballkarriere eher dem Ende zuneigt und damit ohnehin nicht so viel zu holen ist, geben irgendwann die persönlichen Motive den Ausschlag. Aus meiner Sicht völlig verständlich.

    Ich denke mal, dass Markus Gaugisch weiß, dass er Bundestrainer und nicht Pressesprecher des DHB ist. Insoweit sollte man also davon ausgehen, dass er mit "von unserer Seite" die Nationalmannschaft meinte und nicht den DHB. Und was die Nationalmannschaft angeht, liegt er auch völlig richtig. Das ist nicht mehr deren Bier.

    Stifler`s Mom, sei dir sicher, dass es die nächsten Jahre auch noch schlimmer wird, denn in den kommenden Jahrgängen, die sich jetzt noch in der Jugend befinden, ist noch weniger Breite vorhanden. Und bei den Aktiven sieht es in der 3. Liga oder hier der BWOL auch nicht rosig aus, wenn man betrachtet, mit wie vielen und teilweise auch welchen Jugendspielerinnen da angetreten wird. Das wäre vor Jahren undenkbar gewesen. Über die Defizite in der Nachwuchsförderung haben gerade Nordischbynature und Zickenbaendiger hier schon viel geschrieben, das wiederhole ich jetzt nicht.

    Meine Güte, geht das schon wieder los. Wie soll sich Buxte denn als Mannschaft entwickeln, wenn die besten Spielerinnen nach individueller Entwicklung die Mannschaft ständig verlassen und neu aufgebaut werden muss? Ich habe jedenfalls hohen Respekt davor, was in Buxte, Blomberg und Leverkusen mit jungen Spielerinnen immer wieder geleistet wird. Um die deutsche Meisterschaft werden die nie mitspielen können, solange sich andere Vereine weiter entwickelte Spielerinnen aus dem Ausland erlauben können. Die deutsche Meisterschaft der Frauen wird nun einmal über die Kohle entschieden. Seien wir froh, dass es noch ein paar Vereine gibt, die deutsche Nachwuchsspielerinnen entwickeln oder, wie Oldenburg, ganz überwiegend auf deutsche Spielerinnen setzen.

    Und das Metzingen schlechter ist, dürfte am Etat liegen. Oder glaubt jemand ernsthaft, die würden mit einer A-Jugendlichen als zweite RA spielen, wenn die genug Geld hätten?

    Ich weiß nicht, ob das was gut für den Verein ist, auch gut für Deutschland ist. Gut für Deutschland wäre wohl, wenn mittelfristig mehr (junge) deutsche Spielerinnen regelmäßig CL spielen, wo sie das tun, ist dann relativ egal. Wenn Bietigheim fast ausschließlich mit Ausländerinnen CL spielt, bringt das für Deutschland eher nichts.

    Super, hier ging es um eine Spielerin, die eine Pause eingelegt hat und gleich werden die angepöbelt, die noch spielen und nicht jede Woche top performen, obwohl sie (wenig) Geld dafür kriegen. B-Coach hatte es doch treffend beschrieben, dass man sehr viel Leidenschaft benötigt, um sich das anzutun. Und die hat nicht jede, Punkt. Die Mädels fahren regelmäßig schon ab der D-Jugend über die Bezirksfördergruppen einen hohen Aufwand und werden dann nebenbei noch in 8 Jahren weiterführende Schule zum Abitur "geprügelt". Da ist es jetzt nicht so fernliegend, dass bei nicht ausreichender Leidenschaft (und Leidensbereitschaft) nach einer kurzen Erfahrung in der Buli die Lust verloren geht oder der Sinn nach anderem steht. Also lassen wir jene ziehen, die nicht wollen und danken einmal jenen, die es tun, denn sonst gäbe es bald gar keinen höherklassigen Frauenhandball mehr in Deutschland.

    Hier gab es mal einen User, der war ähnlich fatalistisch wie du, der wollte der Oldenburger Mannschaft nach dem Streifen im Auftakt gegen den THC auch schon raten, mit dem Handballspielen aufzuhören - und wo sind die jetzt. Also einfach mal runterfahren.

    Ich kenne die Gründe nicht, bin aber der Meinung, dass eine Altersklassenreform bei der weiblichen Jugend durchaus Sinn machen könnte. So sind die körperlichen Entwicklungsunterschiede zwischen älterem und jüngerem Jahrgang gerade in der C-Jugend enorm, weshalb es eher sinnvoll wäre, die Altersklassen zu verschieben, allerdings tatsächlich mit dem Ergebnis, dass die weibliche Jugend ein Jahr früher endet, es aber bei zwei Jahren A-Jugend bleibt. D.h. sie wären dann im bisher zweiten Jahr B-Jugend schon A-Jugend usw. Ich halte das auch im Vergleich mit dem männlichen Bereich für angebracht, nachdem man bei der weiblichen Jugend sieht, dass die teilweise schon im zweiten Jahr B-Jugend teilweise bei den Aktiven mitmischen können.

    Die Verkürzung der A-Jugend auf ein Jahr ist dagegen sicher ein Steckenpferd der HBF-Vereine, die ihre schon bei den Aktiven gesetzten Jugendspielerinnen nicht mehr für die JHBL hergeben wollen. Isoliert würde ich sie ablehnen.

    Da hast du aber Glück, wenn die mit einem Paar pro Saison auskommen, meine Tochter hat in den besten Zeiten in einer Saison schon mal 2 Paar verschlissen. Allerdings haben wir immer rechtzeitig nachgekauft und auf Angebote im Internet geschaut, da gibt es einen Treter von EUR 100,00 schon mal für EUR 60,00 bis 70,00 und wenn man Glück hat, sogar noch billiger.

    Naja, hier scheint zumindest doch ein Forist aufgrund persönlicher Beziehungen weitaus bessere Kenntnisse zu haben als alle anderen. Was ich allerdings tatsächlich unmöglich finde, ist Fuhr und Birkner in einen Topf zu werfen und Birkner derartig zu diskreditieren. Da waren die Hinweise von alter Sack sehr hilfreich: Birkner ist offensichtlich ein Heißsporn und qua Herkunft etwas grober gestrickt. Er wird sich damit aber hauptsächlich selbst im Weg stehen. Wenn ich z.B. die Art von Hergeirsson oder Gaugisch betrachte, wird Birkner nie in eine gleiche Position kommen, u.a. auch, weil sich etablierte Spielerinnen von internationalem Format solche Ansprache wohl nicht lange gefallen lassen werden, was es bringt, steht ohnehin auf einem anderen Blatt. Fuhr hatte einen ganz anderen intellektuellen Hintergrund und ging psychisch wesentlich subtiler vor. Im Übrigen hat alter Sack bereits auf ein anderes Problem hingewiesen, nämlich, dass man erst einmal Leute finden muss, die etwas mit so hohem Engagement betreiben. Die sind dann auch nicht leicht zu ersetzen und können sich vielleicht mehr rausnehmen. Das ist aber kein Problem der HBF, sondern gibt es bei vielen Vereinen, wo die Last nicht auf eine ausreichende Anzahl Schultern verteilt ist.

    Bietigheim, Neckarsulm, Waiblingen, Schozach, Herrenberg und Nürtingen können mit 2007ern gar nichts anfangen, weil die in der Jugend keine Mannschaften in den höchsten Spielklassen stellen. Herrenberg und Nürtingen hätten immerhin eine 2te in der BWOL. Metzingen und Göppingen sind im Jugendbereich zwar besser aufgestellt, die paar in Frage kommenden Spielerinnen kennen die ohnehin.

    Wo ich KUEWMT allerdings zustimme, ist der Stellenwert des Frauenhandballs. Da sollten die Mädels tatsächlich mehr Wert auf die Ausbildung legen und vor allen Dingen den Spaß am Handball nicht verlieren.

    Und dass der Deutschlandcup nicht unbedingt Spaß machen muss, wenn man nicht zu denjenigen gehört, die sich dort für den DHB präsentieren dürfen, hatte Nordischbynature schon geschrieben.

    Erfahrungen im höherklassigen Frauenhandball helfen bei der Nachwuchsausbildung aber auch nur bedingt, da die Zielrichtung jeweils anders ist. Und erfahrene Trainer aus dem höherklassigen Frauenhandball, die sich um DHB-Nachwuchsmannschaften kümmern, dürften auch nicht reihenweise zur Verfügung stehen.