Beiträge von brodie79

    Bei Frankreich gegen Paraguay z.B. hat man eine ähnliche Treterei auch zugelassen. Es war einfach die Linie, die man vorgegeben hatte. Diese WM hatte wieder einen Rückgang der Karten zu verzeichnen. Die kartenreichste WM war 2006. Da gab in 64 Spielen 326 gelbe und 19 gelb-rote Karten, d.h. in Summe 345 gelbe Karten, was einen Schnitt von 5,39 pro Spiel macht. 2026 jetzt in 104 Spielen 280 gelbe und 2 gelb-rote Karten, d.h. in Summe 282 gelbe Karten, was im Schnitt 2,77 gelbe Karten pro Spiel macht. Man ist also bei fast der Hälfte der Karten gegenüber dem "Rekord-Turnier". Nach 2006 gingen die gelben Karten 2010 und 2014 auch zurück, sodass 2014 auf einem ähnlichen Level war wie jetzt, bevor es dann 2018 und 2022 wieder nach oben ging. Es war jetzt die vierte WM in Folge, wo es nur zwei oder drei gelb-rote Karten gab. Die zweite gelbe Karte scheint bei WMs mittlerweile sehr schwierig zu bekommen. Dafür gab die Renaissance der roten Karte. Nach zwei Turnieren, wo es fast gar keine gab, ist man jetzt wieder bei einem normalen Schnitt für WMs. Dort hält die WM 1990 den Rekord für den höchsten Schnitt mit 16 in 52 Spielen, d.h. 0,31 pro Spiel.

    Ich kann Dir bei der Bewertung des Schiris nicht im geringsten zustimmen. Die Situation nach dem Spiel ist auch eine Folge dass er eine viel zu großzügige Linie hat laufen lassen. Spätestens nach 15 min hätte Argentinien die erste Karte verdient gehabt. Die gelb-rote Karte ist ein klarer Fehler - das war ganz klar glatt rot. Hatte allerdings für das Spiel keine Auswirkung. Das abgepfiffene Tor wegen angeblichem Foul passt nicht zu der Linie des Spiels - nach deiner Lesart nicht jeder bums - war das niemals ein Foul.

    Ein guter Schiri hätte mit frühem Grenzen aufzeigen dafür gesorgt dass viele Ruppigkeiten unterblieben wären

    Das kann sicher so sehen, hat aber in der Vergangenheit auch gerne mal anders herum funktioniert. Spiele, in denen Schiedsrichter schnell härter sanktionieren, enden dann in frühen Platzverweisen, was für noch mehr Chaos und Hektik sorgt. Oder es hilft auch gar nicht. Als Beispiel das Spiel Holland gegen Argentinien im Viertelfinale 2022, was Argentinien nach Elfmeterschießen gewinnt. Da endet das Spiel mit 18 gelben Karten und nur einer gelb-roten gegen Holland nach dem Schlusspfiff. Hier hätte der Schiedsrichter aufgrund der schnelleren gelben Karten viel mehr Spieler vom Platz stellen müssen bei einer konsequenten Linie, aber geholfen, das Spiel zu beruhigen hat es nicht.

    Bei Weltmeisterschaften gibt es bei jedem Turnier schlechte Schiedsrichter-Leistungen, weil immer viele pfeifen, die sonst nie auf diesem Level unterwegs sind. Viele Schiedsrichter sind auch nur das eine Turnier dabei. Grundsätzlich gibt es ein Limit von drei WM-Turnieren. Es gibt nur einen Schiedsrichter, der mehr als 10 Spiele bei einer WM gepfiffen hat mit dem Usbeken Ermatov von 2010 bis 2018.

    Daher gibt es auch regelmäßig wildeste Geschichten. Mein Favorit ist ecuadorianische Schiri Byron Moreno, der 2002 das Skandal-Spiel zwischen Gastgeber Südkorea und Italien gepfiffen hat und maßgeblich an deren Ausscheiden beteiligt war, was dann wiederum gut für Deutschland war, weil so Italien als potentieller Gegner fürs Halbfinale raus war. Der wurde dann einige Jahre später beim Versuch Drogen am Körper zu schmuggeln in New York festgenommen, was den damaligen italienischen Torhüter Buffon zu dieser Aussage veranlasste: „Sechs Kilo Drogen? Meines Erachtens hatte er diese schon 2002, aber nicht in der Unterwäsche, sondern im Körper.“

    Argentinien hat doch schon häufig so gespielt, gerade wenn sie merken, dass sie unterlegen sind. Das erste WM-Finale, was ich gesehen habe, war 1990, wo Argentinien dann die ersten beiden Platzverweise in der Geschichte der WM-Finale bekommt. Da wirkten auch einige, als hätten sie etwas eingeworfen.

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    Monzon, Klinsmann und auch der Schiri unvergessen.

    Die letzten 30 Minuten von England wirkten wie eine Formations-Übung ohne Gegnerfokus. Stehe ich richtig? Stehen wir richtig? Wer steht wo? Wie sind die Abstände? Verschieben wir richtig? Entstehen keine Lücken zwischen uns? Die waren alle mit sich selbst beschäftigt. Dann stellt Tuchel auch noch die Formation durch die Wechsel um, wo noch mehr Unsicherheit reinkommt. Ich dachte eigentlich, dass die Idee der 5er-Kette ist, dass die Außenverteidiger dann dann höher schieben können, um die Flanken zu verhindern oder zumindest mal bisschen Druck zu machen, aber die haben weiter nur den Raum verteidigt, auch wenn da weit und breit überhaupt niemand war. Das war skurril anzusehen in einem WM-Halbfinale.

    Zverev ist in erster Linie sehr konstant auf sehr hohem Niveau, ohne die großen Peaks zu haben. In den letzten zehn Jahren stand Zverev nur 2022, durch die Verletzung bei den French Open, am Ende des Jahres außerhalb der Top 7 in der Weltrangliste. Er ist aktuell auf Platz 15 aller Spieler jemals bei den Wochen in den Top 10. Wenn er noch drei gute Jahre hinbekommt, kann er da bis auf Platz 7 kommen. Ende diesen Jahres wird er an Björn Borg vorbeiziehen. Schafft er die drei Jahre, wird er auch auf der ATP Tour die meisten deutschen Siege haben. Bis zu Tommy Haas fehlen ihm jetzt noch fünf, bis Boris Becker sind es einige mehr.

    Bei den ganz großen Spielern siehst du, dass sie bei Spielen gegen andere Top 10 Spieler eine Sieg-Quote von 65% aufwärts haben. Das hatte z.B. genau Becker. Zverev ist da jetzt bei 40%. Durch die vielen Spiele gegen Sinner ist die Quote ein gutes Stück gefallen, aber es zeigt auch, dass er überhaupt in diese Spiele kommt. Fast alle anderen haben ähnliche Quoten, aber mit viel weniger Spielen, weil sie nicht konstant sind.

    Aber er hat eben gegen die sieben Spieler, gegen die er in seiner Karriere am meisten gespielt hat, eine negative Bilanz. Da sind dann nicht nur Sinner, Alcaraz und Djokovic, sondern auch Medvedev, Fritz, Tsitsipas und Thiem.

    Das ganze ist vor allem ein Trick, dass die WM 2034 in Saudi Arabien stattfinden kann, nachdem sie erst 2022 in Qatar war. Aufgrund des Rotationsprinzip der Austragung in den Kontinentalverbänden hat man durch die nächste WM sowohl Europa, Afrika als auch Südamerika abgedeckt, sodass 2034 wieder Asien möglich war.

    Auch ter Stegen hat bis zu seiner Verletzung Hinrunde Saison 24/25 8-9 Spieltage super gehalten. Also völlig Banane zu behaupten, das seine beste Zeit lange vorbei ist.

    Leider haben ihn Verletzungen immer wieder ausgebremst

    Wenn ter Stegen mal wieder gesund wird, dann kann er sicher nochmal angreifen. Bei Torhütern ist das sowieso manchmal wild.

    Emiliano Martínez, der bei Argentinien im Tor steht, ist mit 20 Profi bei Arsenal geworden. Danach ist er sieben Jahre lang an unterklassige englische Vereine, sowie nach Spanien zu Getafe ausgeliehen worden. Dort war er noch mit 25 Jahren 2. Torhüter bei einem Aufsteiger in die erste spanische Liga. Mit 27 hat er dann überhaupt mal eine erste Chance bei Arsenal bekommen, bevor er mit 28 zu Aston Villa gewechselt, mit fast 29 sein Debut in der Nationalmannschaft gab und wenige Monate später Weltmeister wurde und danach Preise als bester Torhüter erhalten hat.

    Ist ja ne tolle Ausrede von Adler:rolleyes:

    Er war einfach nur ein guter Torwart, Neuer auf dem Weg zu absoluter Weltklasse. Da braucht man doch keine Ausrede dafür.

    Ausrede für was? Löw hatte Adler zum Sieger des Duells gegen Neuer erklärt und er wäre als Nummer 1 zur WM 2010 gefahren. Dann hat er sich aber eine Rippenverletzung zugezogen und so die WM verpasst. Neuer hat ein gutes Turnier gespielt und damit war das entschieden. Adler führt die Verletzung auf zu viel Training zurück. Vermutlich hätte sich Neuer auch später durchgesetzt. Aber das Turnier und damit eine große Chance hat ihm offenbar falscher Ehrgeiz im Kampf gegen Neuer gekostet, da er unbedingt noch mehr und noch mehr trainieren wollte, selbst als ihn Löw schon zum Sieger erklärt hatte.

    Und wen würdest du jetzt bei den nächsten Spielen nominieren ?

    So schlecht wie im Moment war Deutschland gefühlt noch nie aufgestellt.

    Und ich will in der Nationalmannschaft kein Talent als 1a Keeper sondern einen gestandenen, jungen Torwart mit internationaler Erfahrung. Haben wir nur leider nicht

    Der deutsche Torhüter mit der meisten Erfahrung ist weiter Bernd Leno mit 34. Aber das wird sicher vermutlich nicht passieren, ist auch keine Lösung für die Zukunft. Die Generation dahinter hat nicht die Leistungen erreicht, um große internationale Erfahrung zu sammeln. Da waren Julian Pollersbeck, Alexander Nübel, Finn Dahmen, Markus Schubert, Florian Müller oder Lennart Grill die Talente. Einige auch gute Spieler geworden, aber nicht die höchste Kategorie erreicht. Am meisten hat natürlich Nübel internationale Erfahrung aus dieser Generation und wäre ein Kandidat.

    Wenn sich die Personalsituation bei Bayern weiter so entwickelt, dann wird Urbig bei Bayern auch weiter internationale Erfahrung sammeln und wird damit sicher der Top-Kandidat für die Nummer eins sein. Auf Strecke sah Urbig vlt. sogar besser als Neuer letzte Saison bei Bayern aus, aber Neuer hatte natürlich das Real-Spiel, wo er die Uhr nochmal einige Jahre zurückgedreht hat.

    Neuer hat 2010 eigentlich auch den kürzeren gezogen, d.h. Löw hat sich für die WM 2010 eigentlich mal für Rene Adler als Nummer 1 entschieden, was leistungstechnisch auch absolut verdient war. Adler ist jetzt auch nur ein Jahr älter als Neuer, aber Neuer ist immer mit seinen Aufgaben gewachsen und hat seine Chancen genutzt. Andere Torhüter konnten mit dem Druck nicht so gut umgehen. Siehe auch ter Stegen, der in der Nationalmannschaft selten seine Top-Leistungen zeigen konnte und einige Patzer hatte. Als man Neuer den Job im deutschen Tor gab, war das keineswegs sicher, dass das was wird.

    Zitat

    Doch auch die Kritiker hatten immer wieder etwas zu schreiben, denn der Schalker leistete sich auch schwere Aussetzer wie beim 2:4 gegen Hannover 96. Ausgerechnet sein Vorbild, der Ex-Schalker Jens Lehmann, riet Löw deshalb ab, Neuer zur Nummer eins zu machen. Der habe "zu viele Fehler gemacht".

    Warten wir mal ab, wenn Klopp ins Tor stellen wird.

    Viel Auswahl wird er nicht haben, schon bitter

    Der Pool an Talenten ist definitiv da, ist die Frage, wer sich durchsetzen wird. Zur WM 2010 ist Deutschland mit einem Trio (Neuer, Butt, Wiese) gefahren, was in Summe 10 Länderspiele hatte. Nach Kahn/Lehmann gab es ab 2008 auch ein gewisses Vakuum. Von den Leistungen her sah Adler sehr gut aus, aber wie er die Tage im Podcast von 11 Freunde erzählt hat, hat er sich im Konkurrenzkampf mit Neuer selbst kaputt gemacht, weil er übertrainiert hatte. Auch Neuer hatte immer wieder Patzer und es war kein Wunder, dass er mit 24 noch bei 5 Länderspielen stand. Da war auch die Frage, ob er konstant genug wird, für die Nummer 1.

    Schon diese Saison hat Urbig bei Bayern sehr gute Leistungen gezeigt. Wenn sie dort konservieren kann, hat er gute Chancen. Nicht umsonst will Atubolu am besten zu einem großen Verein wechseln, weil er sicher auch weiß, dass er das muss, um gegen Urbig eine Chance zu haben, wenn der sich bei Bayern durchsetzt. Mio Backhaus war bei Bremen mit 21/22 in der Bundesliga der vlt. beste deutsche Keeper letzte Saison und soll nun Nachfolger von Atubolu in Freiburg werden. In Stuttgart wird man U21-Keeper Seimen mit 20 Jahren zur Nummer eins machen, um eine neue Leno-Situation zu vermeiden. Potential ist da, mal sehen, wer es dann auf lange Sicht wird.

    Die etwas älteren Nübel und Nicolas werden vermutlich keine Chance haben, es sei denn Nicolas nutzt seinen Aufstieg die letzten beiden Jahre bei Mönchengladbach, um nochmal zu einem größeren Verein zu gehen, der auch entsprechend international spielt.

    Baumann hat jetzt keine sonderlich gute Rückrunde gespielt und da hat man dann wohl ein wenig Panik bekommen. Auf die jüngeren Torhüter wollte er auch nicht setzen und mit einem Bernd Leno z.B. hat es nicht gepasst, als er nochmal zwischendurch Thema wurde.

    Acht Spieler haben während der WM-Quali, die am 4.9.2025 begann, mindestens 60% der Spielzeit gesehen. Von denen haben es nur drei in die Startformation der WM-Mannschaft geschafft und einer davon ist Kimmich, der die ersten beiden Spiele noch als Mittelfeldspieler gemacht hat. Die anderen beiden sind Tah und Wirtz. Dafür standen im Aufgebot für die ersten beiden Qualifikations-Spiele, welches 23 Spieler umfasste, gleich neun Spieler, die nicht im 26er- WM-Kader waren, wobei Gnabry der einzige ist, bei dem das verletzungsbedingt der Fall war.

    Nagelsmann hat während seiner ganzen Amtszeit super schnell immer wieder seine Meinung geändert über Formationen und Spieler, sodass nie eine echte Mannschaft entstanden ist und das Thema mit Neuer war dann nur eins von vielen.

    Das Star-Dasein hängt auch meistens davon ab, wie extrovertiert Spielweise und/oder Persönlichkeit sind. Messi ist es außerhalb vom Platz nicht, aber hat so viel Spektakel auf dem Platz produziert, dass er das nicht muss. Ronaldinho z.B. ist auch heute noch gefeiert, weil man Tricks von ihm immer wieder anschauen kann und er auch von der Persönlichkeit dazu passt.

    Als Armstrong bei der Tour dominant war, ist er gefühlt auch nur einmal im Jahr bei der Tour aufgetaucht und dann erst wieder im nächsten Jahr. Davor hat er auch selten mal bei einem Klassiker gewonnen, aber dieses Pensum, was Pogačar zu seiner Dominanz bei Rundfahrten auch noch bei Klassikern abzieht, wirkt wie aus einer Zeit vor meiner Zeit.

    wenn du dir das Spiel mal angeguckt hättest, Peru hatte mehrere Großchancen und da war einiges dabei, was nur durch argentinische Glanzleistung in Tor und Abwehr abgewendet wurde.

    Es haben sich auch nicht alle Peruaner beteiligen wollen. Einige haben ihre Kollegen entsprechend als Haufen von A... beschimpft. Aber es gab eben genug, die das dann auch später zugegeben haben, dass sie das Geld angenommen haben und auch der Schiedsrichter guckte hier und da mal weg. Besonders gut auch der Pragmatismus der Verweigerer mit der Forderung das Bestechungsgeld wenigstens anständig aufzuteilen oder dass es auch ein Gegenangebot von Brasilien gab als Motivation, doch alles zu geben, was finanziell aber geringer ausfiel.

    1978 brauchte Argentinien ein 4:0, um weiterzukommen gegen Peru, die bis dahin ein gutes Turnier gespielt hatten. Ohne erkennbaren Einsatz verlor dann Peru mit 6:0 und dass trotz dessen, dass das der argentinische Diktator Videla und US-Außenminister Kissinger, dem viel daran lag, dass Image der argentinischen Führung aufzupolieren, vor dem Spiel in der peruanischen Kabine waren, um ihnen sicher Mut zuzusprechen, alles zu geben.