Beiträge von brodie79

    Ist egal ob das für dich zusammenpasst, aber mir scheint, dass Ankermann etwas zu schnell zu hochgejubelt wird und irgendwie synchron der Stern von Elias etwas am sinken ist. Das ist nur mein Eindruck, mehr nicht.

    Ich glaube in Magdeburg wird es keiner bereuen, dass mal man vor geraumer Zeit auf einen 20-jährigen vom THW Kiel gesetzt hat, der dort in 36 Einsätzen 13 Tore geworfen hat. Man hat so sehr an ihn geglaubt, dass er auch sofort wieder spielen durfte, nachdem er sich im ersten Spiel für den SCM wieder die Schulter verletzt hatte und den Rest der Saison ausfiel. Ein atemloser Däne durfte das oft genug nicht.

    Szilágyi ist mitten in der Saison 17/18 gekommen, die mit 49:19 Punkten auf Platz 5 beendet wurde. Die Folgesaison, als Jicha als Co-Trainer eingestiegen ist, wurde es Platz 2 mit 62:6 Punkten. Neuzugänge zwischen den Saisons: Pekeler, Reinkind, M. Landin. Dazu z.B. Duvnjak wieder voll dabei nach OP an der Patellasehne, wo er acht Monate bis Dezember 2017 ausgefallen ist. Kann gut sein, dass man darauf verweist und glaubt, dass das wiederholbar ist, wenn die Verletzten zurück sind und die Neuzugänge einschlagen. Ich mach es nicht, aber vielleicht glaubt es der Aufsichtsrat.

    Ich hatte es glaube schon mal verlinkt: https://www.handball-world.news/artikel/noch-n…shebaev-1208203

    Zitat

    Bögel Dichter sagt über Dujshebaev: "Ich bin beeindruckt von seinem taktischen Wissen, das ist etwas Unglaubliches. Die Taktik für das Spiel ist sehr ausgefeilt und bis ins kleinste Detail durchdacht. Soweit ich das beobachtet habe, legt er großen Wert auf die richtige Bewegung auf dem Spielfeld, ständige Bewegung, Positionswechsel im Bruchteil einer Sekunde und das Befolgen seines Plans."

    Er stellte einen Unterschied heraus: "In Deutschland achtet man darauf, den besten Spieler in eine Eins-gegen-Eins-Situation zu bringen. In Kielce ist das Spiel hingegen flüssiger, es erinnert an Basketball."

    Ich finde, man betrachtet das immer zu sehr über das individuelle. Als Kristjánsson mit 19 beim THW aufschlug hatte er auch so gut wie keine Mittel, um sich individuell durchzusetzen. Das sah vor seiner ersten größeren Verletzung nicht vielversprechend aus, wie er sich immer und wieder recht hilflos festgerannt hat. Ich bin mir sicher, dass Leute, die Ahnung von Handball haben, schon sehen konnte, was möglich ist, wenn er richtig eingesetzt wird. Aber für so einen Laien wie mich, der sich damals auch nicht lange mit Handball beschäftigt hatte, sah das nicht aus, als sehe man den zukünftigen MVP der Liga.

    Hätte man ihn in Kiel einfach weiterlaufen lassen, hätte er möglicherweise nie das Level erreicht, auf das er dann in Magdeburg gekommen ist. Schon alleine, weil er dort eben in ein System gekommen ist, wo er seine Stärken voll einbringen kann und vermutlich bessere Handball-Lehrer hatte. In Kiel hätte er sicherlich nicht zu diese Unterstützung gehabt. Wenn man es mal nüchtern betrachtet, hat Ankermann im selben Alter wie Kristjánsson beim THW bisher besser ausgesehen. Für die Zukunft ist das aber ziemlich bedeutungslos, denn wie gut ein Ankermann mal sein wird, hängt neben seinen Hausaufgaben mindestens genauso stark davon ab, was um ihn herum passiert. Wenn nicht sogar mehr.

    Daher mein Einwand vor paar Tagen, dass der THW eigentlich lernen müsste, für ihn zu spielen. Nicht, weil er das Talent aller Talente ist, sondern gerade weil man das nicht erwarten darf, dass er für sich Mittel auf Gidsel-Level entwickelt, um sich rein individuell durchzusetzen.

    Ganz viele dominante Spieler in den unterschiedlichen Sportarten sind oft gar nicht breit talentiert in allen Facetten des Sports. Und wenn es "nur" ein erster, schneller Schritt ist, der nicht zu verteidigen ist, dann kann man den eben so "ausschlachten", dass der Spieler quasi nicht zu stoppen ist, obwohl er gar nicht in allen Lagen Wege finden würde. Und als Team gedacht, geht es doch auch um nichts anderes, als zu schauen, wie man das beste aus dem Talent der Spieler macht und nicht um die Frage, wer ist der beste Spieler, der alles kann. Wen interessiert, ob Kristjánsson ein effektiver Schütze von 9m wäre?

    Dann müsste der Aufsichtsrat über den Kopf oder gegen den Willen vom Geschäftsführer Jicha freistellen, was vermutlich erst mal technisch schwierig ist. Das wird vermutlich der Geschäftsführer mit absegnen müssen. Ist natürlich die Frage wie er reagieren würde, wenn das an ihn herangetragen würde. Mehr Loyalität zum THW oder Jicha? Dass Szilágyi von sich aus Jicha freistellt glaube ich nicht.

    Dadurch, dass sich Szilágyi so eng verbunden mit Jicha zeigt, ist der THW vermutlich in der Position, dass entweder beide gehen oder keiner. Dass ein Geschäftsführer eine andere Distanz zum Trainer zeigen und leben sollte, ist auch einer der Punkte, die aus meiner Sicht aus dem Aufsichtsrat klar vorgegeben werden müsste. Gerade, wenn sich der Aufsichtsrat aus dem sportlichen Tagesgeschäft raushalten will, sollte er sicher sein, dass der leitende Angestellte einen kritischen Blick von außen auf das Gesamtbild hat. So wie Szilágyi agiert, ist das doch im Grunde ausgeschlossen, weil er viel zu sehr mittendrin erscheint.

    Mein Punkt ist ja gerade: Das war eben nicht das übliche Gelaber im Sinne von "Wir werden analysieren und dann mal schauen."
    Er weiß ja auch, dass das nach dieser katastrophalen Saison auch nicht gehen wird. Ob die Maßnahmen umfangreich genug und sinnvoll sein werden, wird man sehen ...

    Von "es geht einfach weiter so", was hier gestern Leute rausgehört haben, haben die Worte jedenfalls faktisch nichts.

    Naja, er hat eigentlich nur gesagt, dass man im Verdauungsmodus ist und als Analyse für das Ergebnis, dass man den Widrigkeiten, gerade mit den Verletzungen, nicht trotzen konnte und man bereits die Weichen für die Zukunft gestellt hat und vlt. noch etwas tun wird. Die Neuzugänge, die man in der Form in den vergangenen Jahren nicht hatte, sollen es richten. Aus dem Interview zu erwarten, dass er wirklich größere Maßnahmen machen wird, kann ich nicht sehen. Ich habe eher jemand gesehen, der dran glaubt, dass die Rückkehr der Verletzten und die Neuzugänge ausreichen, dass es wieder bergauf geht.

    Das Problem vom THW ist doch, dass sie mannschaftlich, egal ob vorn oder hinten, jede Menge handwerkliche Fehler machen, die man nicht los wird, indem jeder einzelne nochmal 10% mehr Einsatz gibt. Dass die Spieler glauben, sie müssten jeder für sich mehr geben, ist sicherlich löblich, aber dieser Kader braucht zwingend einen Handball-Lehrer und keinen Motivator.

    Ich finde, bei Tuchel erkennt man ein Konzept und eben auch ein Leistungsprinzip, in der voraussichtlichen Startelf sind 7 Spieler dabei, die über 75% Spielzeit hatten in der abgelaufenen Saison und Stand heute auch alle fit sind.

    Nichtsdestotrotz ist alles auf Kane zugeschnitten, in der Quali dann 22-0 Tore, wenn ich mich richtig erinnere. Bei den Tests im März fehlte Kane und promt gab es ein 1-1 und sogar ein 0-1 gegen Japan.

    So insgesamt hat er ziemlich gut durchgetestet. Bei seinen 13 Spielen in gut 15 Monaten mit England hat er 48 Spieler eingesetzt, wovon nur fünf Feldspieler mehr als die Hälfte der verfügbaren Minuten gespielt hat. Insgesamt zehn Spieler haben ihr erstes Länderspiel in diesen Spielen gemacht, wovon sechs im Kader der WM stehen. Größte Überraschungen sicher die Nominierung von Ivan Toney, der in Saudi Arabien spielt und John Stones, der bei Man City kaum noch eingesetzt wurde, obwohl er nicht mehr verletzt war.

    Von außen, d.h Medien und Fans wird immer diskutiert werden. Egal wo. Was Nagelsmann aktuell speziell macht ist, dass er auf einer Mission ist, sich selbst möglichst ausführlich und detailliert erklären zu wollen. Und sich dabei permanent in Widersprüche und Falschaussagen verstrickt. Die meisten Trainer haben darauf keinen Bock und antworten da eher mit Allgemeinplätzen. Sie haben dann eben Vertrauen in die Gruppe und all das.

    Tuchel versucht in England gerade das, was im Grunde auch Nagelsmann in Deutschland angekündigt hat mit einer Kaderzusammenstellung nach Rollen und Profilen. Solche Dinge, wie: Kann ein Spieler damit umgehen, wenn er nur Ergänzungsspieler ist? Hilft er da der Mannschaft oder macht er dann Stunk? Dabei hat er eine ganze Menge großer Namen rasiert und das ist für Medien und Fans natürlich ein gefundenes Gesprächsthema. In Deutschland diskutiert man über El Mala von Köln, in England über Foden oder Alexander-Arnold, d.h. Spieler, die schon als Leistungsträger in ihrer Vereinen Champions League Titel in ihrer Vita haben, aber offenbar nicht in die Pläne von Tuchel passen.

    Schon sehr komisch die Nagelsmann Entscheidung bzw. die Erklärung dazu. Einerseits nominiert man einen Spieler nicht, weil er 13 Tage nicht gespielt hat (was für eine Ewigkeit!:wall:), andererseits vertraut man einem sichtlich angeschlagenen und verletzungsanfälligen Torwart!

    Zweierlei Maß, würde ich sagen!

    Nagelsmann sagt immer wieder Dinge, die einfach fachlich nicht stimmen, weil er sich irgendwelche Begründungen für seine persönliche Vorlieben ausdenkt. Das ist meist gar nicht so schwer selbst nachzugucken, dass er nicht recht hat. Da sagt er dann eben, dass der Spieler so viele Kopfballtore macht, wie kein anderer. Guckt man schnell nach: Nee, trifft auch auf den oder den zu. Im Grunde ticken fast alle Trainer so, aber es gibt wenige, die sich beim Versuch das nicht einfach ehrlich zuzugeben so ungeschickt anstellen, um es einmal freundlich zu sagen.

    Ich sehe es als großer Problem an, dass Szilágyi nicht im Moment des Erfolges gekommen ist, sondern mitten in einer Saison als der THW in der HBL 5. geworden ist und es im Folgejahr wieder richtig bergauf ging, als die Verletzungsprobleme nahezu weg waren und die Neuverpflichtungen einschlugen. Dabei verkennt er aber die substanziellen Unterschiede in den Stärken der Spieler und der Passform dieser zum Trainer. Zu der Zeit waren Spieler verletzt, die vor allem defensiv extrem stark waren, sodass Kiel dann wieder über die wenigen Gegentoren zu alter Stärke fand und jetzt hat man eben Spieler, die vor allem vorne effektiv sein müssten und das ist nicht das Ding von Jicha. Zudem hat sich auch die Handballwelt weitergedreht und ist nicht dieselbe wie "damals".

    Ich würde jetzt es jetzt nicht unbedingt als sinnvoll betrachten nur den Trainer zu wechseln, weil Szilágyi bisher nicht bewiesen hat, dass er versteht, wie Spieler und Trainer zueinander passen müssen, als dass ich ihm jetzt zutrauen würde, einen Trainer zu holen, der wirklich zum Kader passt.

    Die Tage die Doku vom ZDF zur WM 2006 gesehen. Man hat zwar noch im Gedächtnis, wie schlecht die Stimmung im Vorfeld des Turniers war, aber das Ausmaß im Nachhinein zu sehen war schon heftig. Am Ende war es dann vermutlich dieses eine Last-Minute-Tor gegen Polen, was das ganze zum Kippen brachte. Wie im Nachhinein erfahren konnte, hatte der damalige DFB-Präsident sogar den Plan B schon vorbereitet, Klinsmann mitten in der WM zu entlassen und durch Sammer zu ersetzen.

    Im Fußball sind das manchmal so Kleinigkeiten. Wer hätte bei der letzten WM gedacht, dass Argentinien das nach einem 1:2 zum Auftakt gegen Saudi Arabien noch zieht.

    Argentinien ist ein schönes Beispiel wie Fußball funktioniert. Die haben Jahrzehnte nichts gewonnen, auch nicht bei Copa, bis Scolari die übernommen hat. Und der hat aufgehört zu versuchen die besten Spieler irgendwie in einer Formation aufs Feld zu bekommen, sondern nach einem klaren taktischen Plan die Positionen zu besetzen, auch wenn dann Top-Leute auf der Bank saßen oder gar nicht mitgenommen worden. Zudem war ihm egal, wie gut oder schlecht es im Verein läuft, weil er wusste, dass Nationalmannschaft einfach was völlig anderes ist als Verein und hat seine Leute mitgenommen, die zu dem passten, was er spielen lassen will. So hat sich ein echtes Kollektiv gebildet und dann haben die wieder angefangen Titel zu gewinnen.

    Nachdem Wechsel auf Krickau wurden die ersten beiden Spiele verloren.

    Diese beiden Niederlagen waren aber auch Magdeburg zuhause und Gummersbach auswärts. Nicht unbedingt jetzt völlig überraschende Niederlagen wie dann später zuhause gegen Hamburg. In der Meistersaison von Berlin haben sie auch nur Unentschieden zuhause gegen Magdeburg gespielt, die einige Verletzungsprobleme hatten. Auswärts haben die Füchse letztes Jahr z.B. auch in Hannover oder Melsungen verloren, die zu dem Zeitpunkt gut drauf waren. Das alleine auf dem Wechsel auf Krickau zurückzuführen, ist vermutlich zu viel, aber natürlich war es dummes Timing.

    Nur so btw: Die Füchse sind 21/22, also bevor Gidsel kam, Dritter mit 53:15 Punkten geworden. Gewinnen sie morgen gegen Flensburg schließen sie die Saison 55:13 Punkten ab, bei einer Niederlage entsprechend mit selben Punktestand wie vor Gidsel.

    Gidsel wollte ein Team, dass er zu Titeln führen konnte und keins, dass ohne ihn alles gewonnen hat. Unterm Strich kamen nicht viele Vereine in Frage.

    Von dem, was Gidsel erzählt, wollte er primär aus der Öffentlichkeit heraus, die ihm nach dem WM-Titel 2021 so sehr zugesetzt hat, dass er sich selbst in einer Depression gesehen hat. Daher kamen Flensburg und Kiel nicht in Frage. Als Berlin ihm noch die sportlichen Perspektive mit der ersten Meisterschaft statt der x-ten verkauft hat, war es dann Berlin. Ansonsten hätte man ihn vermutlich auch von Barcelona überzeugen können, wo man als Handballer sicherlich auch gut anonym leben kann. Wie er im Podcast erzählt hat, merkt er selbst in Berlin, wenn in Dänemark Ferien sind und vermeidet in dieser Zeit Unternehmungen.

    Für zwei Alphatiere dieser Dimension war nicht genug Platz bei den Füchsen ich zitiere da mal "Highlander, es kann nur einen geben"

    Hanning hat im Dyn-Interview vor dem Spiel gegen Magdeburg recht viel über die Finanzen geredet. Dass diese nicht im selben Maße wie die Wünsche gewachsen sind und Berlin auch einige Spieler nicht bekommen hat. Er hat zwar nicht explizit des Geldes wegen gesagt, aber man konnte das so verstehen. Er hat noch erzählt, dass die Füchse in Bereichen wie Marketing wachsen müssen. Vermutlich gab es hier in Berlin auch andere Vorstellungen, was die Fähigkeit von Kretzschmar betrifft, neue Geldquellen zu erschließen, um die sportlichen Wünsche zu erfüllen. Ich würde mal vermuten, dass Hanning in Kretzschmar vor allem ein Marketing-Instrument gesehen hat, was dabei hilft, die Einnahmen-Seite zu verbessern und er hier hinter den Erwartungen geblieben ist, auch angesichts seiner persönlichen Kosten.

    Natürlich waren in der Phase ab 2015 auch viele schlechte Entscheidungen dabei, aber am Ende war es der Kader, den Gislason übergeben hat, der die Titel eingefahren hat. Das wurde unter neuer Führung wieder heruntergewirtschaftet mit stellenweise leider eklatantem Managementversagen und scheinbar auch wenig Sebstreflexion und fehlender Analyse der eigenen Fehler.

    Die zentralen Spielern des Kaders, der übergeben wurde, wurden auch nicht maßgeblich von Storm als Vorgänger Szilágyi aufgebaut wurde, sondern bereits davor. Schon unter Storm wurde vergeblich versucht die nächste Generation aufzubauen. Als Jicha Chef wurde, waren Landin, Wiencek, Ekberg, Duvnjak und Weinhold bereits 30 und älter. Das war von den meisten Leistungsträgern überhaupt keine Mannschaft mit großer Zukunft. Dass man diesen Kern überhaupt noch weitere fünf Jahre so ausgepresst hat, war auch kein Selbstläufer, denn da hatten einige vor Jicha schon größere körperliche Baustellen.

    Schon Storm und Gíslason sind daran gescheitert, als es galt jüngere Spieler, die noch einige Entwicklungsschritte gehen müssen, zu Leistungsträgern zu entwickeln. Entweder weil man das Potential falsch eingeschätzt hat oder weil es von der Trainingsarbeit nicht gepasst hat. Man hat jetzt zwei Mal in Folge beim THW dasselbe erlebt, nämlich den Versuch eines Kaderumbruchs mit jüngeren Spielern, der überhaupt nicht aufgegangen ist.

    Gíslason in seiner letzten Saison und danach Szilágyi und Jicha hatten halt das Glück, dass sie auf ältere Spieler am Ende ihrer Karrieren bauen konnte, die in ihrer Prime zu den Weltbesten gehört haben und in Summe noch gut genug waren, dass über die Nutzung der Kaderbreite noch einiges rausgeholt wurde. Der kontinuierliche Abbau der Kaderqualität hat für mich aber bereits vor Szilágyi/Jicha begonnen und sie haben diesen nahtlos weitergeführt. Als Gíslason die Spieler, auf die auch Jicha dann bauen konnte, nicht zur Verfügung standen, hatte er auch keinen Erfolg und Kiel rutschte nach zwei dritten Plätzen bis auf Platz 5 ab.

    Parallel dazu haben andere Mannschaften Spielweisen entwickelt, durch die sie mit Spielern, die exakt dafür verpflichtet wurden, auf ein Level gekommen sind, wo man mit der Individualspielweise vom THW nur mithalten könnte, wenn man den individuell (deutlich) besten Kader hätte. Dazu bräuchte man vermutlich finanzielle Mittel, die nicht nur über denen von anderen in der HBL liegen, sondern auch gegenüber anderen europäischen Mannschaften, die gerne mal mit guter Bezahlung bei weniger Belastung punkten können.

    Insgesamt muss man sagen, dass der THW bereits seit über 10 Jahren, über verschiedene Personalien in der sportlichen Leitung hinweg, Probleme hat, konstant Spieler auf aller höchstem Niveau entweder zu verpflichten oder zu entwickeln. Da waren nur sehr punktuelle Treffer dabei und wenn man ehrlich ist, dann war es z.B. nicht unbedingt ein großer Verdienst einen Spieler wie Pekeler zu bekommen, der unbedingt wieder nach Kiel wollte. Ab dem Moment, wo man in Kiel in der sportlichen Führung hätte mehr leisten müssen als der Wettbewerb, um langfristig erfolgreichen zu sein, konnte man das nicht und hatte Glück, dass noch genügend Substanz aus anderen Zeiten da war.

    Sollte man sich personell verändern in der sportlichen Führung, wogegen es nicht wirklich Gründe gibt, dann sollte man schauen, dass man nicht einfach mit den nächsten Verantwortlichen weitermacht, sondern sich strukturell überlegt, wie man sich überhaupt aufstellen will und welche Rahmenbedingungen man etabliert, die eine klare interne Bewertung der sportlichen Leitung zur Folge hat, die nicht lautet: Sie sind doch total engagiert, leben für den Verein und sind deshalb die richtigen.

    Den jetzigen Kader hat die aktuelle sportliche Führung maßgeblich zusammengestellt.
    Reinkind, Dahmke, Pekeler und Dule wurden noch übernommen und auch da geht es überwiegend dem Ende entgegen. Alle anderen Spieler wurden unter Szilagyi/Jicha verpflichtet.
    Das Problem liegt also ziemlich genau dort verortet, wenngleich man darüber hinaus man natürlich auch Strukturen im AR etc. hinterfragen kann.

    Die Verpflichtung von Reinkind wurde vier Monate nach dem Amtsantritt von Szilágyi zumindest veröffentlicht. Pekeler, der auch 2018 von den RNL gekommen ist, schon davor. Zumindest optisch sieht es so aus, dass Reinkind nicht übernommen wurde, sondern schon eine Verpflichtung von Szilágyi ist.

    Am Ende wurde Szilágyi doch auch nur installiert, weil sein Vorgänger genauso wenig Treffer gelandet hat. Da wurde auf Linksaußen halt auch Raul Santos oder Emil Frend Öfors geholt und Christian Dissinger quasi ein Fünf-Jahres-Vertrag gegeben, der einen ähnlich geringen sportlichen Gegenwert hatte, wie der von Wallinius. Die Hoffnung, dass Nilsson und Bilyk mal in Bereiche von Jicha, Karabatic & Co. kommen hat sich auch nie erfüllt. Ansonsten holte man neben Weinhold und Vujin, die auch schon 30 und älter waren, auch den 35-jährigen Zeitz zurück mit einem Zweijahresvertrag, der dann auch noch für gut "Spaß" in den Folgejahren sorgte.

    Das Problem für den THW heute ist also nicht nur Szilágyi/Jicha, sondern, dass auch schon vom Duo Storm/Gislason so gut wie keine Treffer dabei waren in der Kaderplanung und man so von Spielern lebte, die 2014 (Duvnjak, Weinhold) und 2012 (Wiencek, Ekberg) geholt worden, als Storm noch bei den RNL war. Insofern muss man sich doch beim THW schon fragen, warum zwei Managements so häufig daneben lagen und was man vlt. grundsätzlich anders machen sollte.

    Zum Thema Kristjánsson und der THW: Das war doch auch schon arg grenzwertig, was Gíslason gerade ganz am Anfang mit ihm gemacht hat in Kiel. Wenn er mal spielen durfte, wechselte er ihn paar Minuten vorm Ende ein, gerne auch wenn sonst nicht viel ging. Kristjánsson rannte dann wie eine One-Man-Wrecking-Crew auf die Abwehr los, ohne jede Vorbereitung für ein Durchbruchspiel und prallte Versuch für Versuch logischerweise ab. Man konnte sehen, dass ihm die Mittel und Erfahrung damals fehlten, aber er seine Chance eben auch unbedingt nutzen wollte. Ich kann mich noch erinnern, dass ich dem überhaupt nichts abgewinnen konnte und man froh sein konnte, wenn er sich nicht verletzt hatte.