Beiträge von brodie79

    Angemeldet wurden die Schritte letzte Saison nicht:

    Das regt Lukas Zerbe vom THW Kiel nach Videobeweis in Handball-Bundesliga auf
    Einmal mehr 60 nervenaufreibende Minuten in der Handball-Bundesliga, am Ende rettete sich der THW Kiel gegen den ThSV Eisenach nach einem Drei-Tore-Rückstand…
    www.handball-world.news
    Zitat

    Das Schiedsrichtergespann entschied sich unterdessen dafür, die Szene noch einmal mit dem Videobeweis zu überprüfen, vielleicht auch, weil Johansson nach dem Gesichtstreffer von Walz am Boden liegen blieb und Duvnjak lautstark reklamierte.

    Nach Ansicht der Bilder war aber klar - für Rot reichte es nicht - Walz bekam die Hinausstellung. Aber die Schiedsrichter sahen bei Begutachtung der Szene auch, dass der Kieler Angreifer vier anstatt der erlaubten drei Schritte machte. Das führte zur Entscheidung, dass nicht nur dem Treffer die Anerkennung verweigert wurde, sondern auch noch der THW Kiel den Ballbesitz verlor.

    Die Schritte waren jetzt auch nicht von Johansson, was jetzt aus dem Text nicht richtig hervorgeht.

    Das würde mich tatsächlich mal interessieren ob das so ist! Aber vermutlich würde es zur Entwicklung im Regelwahnsinn passen, dass man nur eine Sache prüfen darf.


    Man stelle sich dann mal vor: Schiris melden an, dass sie beim letzten Tor Übertritt prüfen wollen - Tor zählt nicht, aber dabei ist klar zu sehen, dass der Abwehrsspieler deutlich durch den Raum tritt. Konsequenz dann also: Tot zählt nicht, aber 7 Meter darf es nicht geben??

    Letzte Saison wurde gegen Eisenach auch ein Tor vom THW aberkannt, weil man sich den Videobeweis angesehen hat, wegen des Strafmaßes für Walz, der Johansson erwischt hatte, bevor diesen den Ball zu Skipagøtu weitergespielt hatte. Dabei wurde festgestellt, dass nach der Aktion ein Schrittfehler von Skipagøtu vorlag, der dann auf Dahmke passte, der wiederum traf. Aufgrund dieses Videobeweises wurde dann eher zufällig dieser Schrittfehler entdeckt und das Tor nicht gegeben. Das war auch in einer Phase, wo dieses Tor das Spiel in eine andere Richtung hätten lenken können. Das zeigt schon den Quatsch, der mit dem Videobeweis einher geht. Trifft Walz Johansson nicht, gewinnt Kiel vlt. das Spiel statt das es am Ende unentschieden ausgeht.

    Kiel läuft die ganze Saison schon in die Situation, dass aus dem Innenblock auf den Rückraum herausgeschoben wird, ohne Abstimmung mit der Halbposition, dass diese dann vor den Kreisläufer muss, um den Passweg verteidigen zu können. So macht der THW immer den Raum ins Zentrum auf. Wenn der Verteidiger auf Halb dann hinter einem Blagotinšek ist und dann noch um ihn herum soll ohne durch den Kreis zu laufen, ist es schon zu spät. Bei Duvnjak für Ankermann hätte man noch darauf bauen können, dass Duvnjak so viel Erfahrung hat, dass er antizipiert hätte können, wenn Načinović raustritt und zudem mit seinen Armen noch irgendwie den Passweg stören kann, aber leicht wäre es auch für ihn nicht geworden. Gerade wenn der Gegner 7:6 spielt, dann muss Načinović aus meiner Sicht darauf vertrauen, dass Köster den Rückraumspieler im 1:1 alleine verteidigen kann. Gegen einen Spieler mehr auf der Gegenseite dann noch zu doppeln aus dem Innenblock macht es extrem schwer für den Rest.

    Man muss sich nur mal überlegen, was passiert wäre, wenn der Ausgleich von Flensburg bei 59:29 auch Schrittfehler gewesen wäre. Den hätte man nicht überprüfen dürfen und dieses Tor war am Ende genauso maßgeblich für den Endstand, während man eine Sekunde später genau dasselbe wieder überprüfen kann. Also ich kann nicht verstehen, wie man als Handball-Fan sowas gut finden kann? Flensburg-Fans kann man logischerweise verstehen.

    Also für Flensburg ist es jetzt super und übers Spiel gesehen, würde ich sagen, dass sie den Punkt auch redlich erarbeitet haben, weil sie immer ruhig geblieben sind und Lösungen gefunden haben, um das Spiel zu noch zu drehen, aber wieso will man denn einen Sport wo 99,2% der Spielzeit bestimmte Fehlentscheidungen billigend in Kauf genommen werden, um dann in den letzten 0,8% zu sagen: Da gucken wir jetzt aber genau hin? Wer sagt denn, dass erst die letzte Szene spielentscheidend ist?

    Was ist denn, wenn man das Spiel jetzt Angriff für Angriff seziert und am Ende kommt heraus, dass die Nichtahnung des Schrittfehlers am Ende einen Ausgleich in Fehlentscheidungen hergestellt hätte, weil Flensburg vorher von einer mehr profitiert hat? Ist das dann fair?

    Am Ende vom Spiel in Kiel gestern hätte ich gesagt, dass es nochmal eine Bestätigung war, für etwas, was im Rahmen der Diskussion auch schon durchgegangen ist, insofern, dass die Schiedsrichter weniger auf dem Feld entscheiden wollen, sondern sich alles lieber erstmal im Video angucken, bevor sie eine Entscheidung treffen.

    Neben den drei offenen Würfen, die nicht drin waren, waren es auch drei Abschlüsse, wo sie sich auch Würfe genommen haben, die keine klaren Wurfchancen waren. Köster nimmt sich mehr oder weniger ohne Druck bei 30:26 einen Wurf, wo er gegen den Körper wirft und den gar nicht platziert bekommt. Reinkind nimmt sich beim 30:27 einen Wurf gegen die Hand, den er fast nie trifft, wo Möller quasi gar nichts machen muss, um den zu halten. Davor nimmt sich Makuc schon einen Wurf von Rückraum Rechts aus quasi derselben Position, wo er noch einen Freiwurf bekommt. Bei 31:29 nimmt sich Makuc einen Wurf, wo er quer in der Luft liegt und auch nicht die ganz große Härte im Wurf hat, sodass Möller noch gut reagieren kann. Da hat man es auch einige Minuten lang es zu sehr erzwingen wollen.

    Und nur weil eine Halle feiert muss man den Regelverstoß ignorieren?

    Das nimmt hier ja echt Magdeburger Formen an!

    Häh? Mal den Beitrag gelesen? Es wurde von einem Flensburger behauptet, dass die Schiedsrichter nichts direkt auf dem Feld entschieden haben, weil sie lebend aus der Halle kommen wollten. Also sprich, es nur so für die Schiedsrichter möglich gewesen ist, das Tor nicht zu geben. Hätten sie direkt im Spiel abgepfiffen, dann hätte Kiel sehr wahrscheinlich kein Tor gemacht. Da wäre die Aufregung sicher groß gewesen, aber so haben sie sich sogar in die Situation gebracht, dass sie Kiel einen Sieg wieder wegnehmen mussten, den alle schon bejubelt haben. Das ist doch in meiner Wahrnehmung etwas, was einen viel größeren Gegenwind auslösen wird, als wenn sie im Spiel den Angriff abgepfiffen hätten.

    Ist diese Saison schon einige Male aufgefallen, dass man den Durchbruch auf Halb verweigert, obwohl der Weg relativ frei ist und den Ball noch weiter auf Außen spielt. Ist offenbar eine Maßgabe hier möglichst bis auf Außen abzuräumen.

    Vor Jicha, d.h. gerade in den Jahren vor 2018 hagelte es auch Verletzungen, gerade bei den Schlüsselspielern. Entsprechend waren es sportlich eher durchwachsene Jahre. Dass der THW ab 2018, als Jicha im Trainingsstab eingestiegen ist, wieder einiges verletzungsfreier durch die Spielzeiten kam, war ein Schlüssel, dass es ab 18/19 wieder an die Spitze ging. Man könnte es sich diesbzgl. auch einfach machen und hier eine Kausilität herstellen, während vlt. nur eine Korrelation vorliegt. Ähnlich wie man es in anderen Fällen auch anders herum machen könnte.

    Kristjánsson hat beim SCM auch nach seinem Wechsel noch drei schwere Schulterverletzungen erlitten. Die vierte, nachdem er schon 3 1/2 Jahre in Magdeburg war.

    Die Abwehr, die Abwehr, die Abwehr!!! Ich kann es nicht mehr hören!

    Schreibt doch mal bitte, was Eure Erwartungshaltung an eine gute/starke Abwehr ist?

    Jeden zweiten Angriff abfangen? Immer unter 20 Gegentore bleiben?

    Wir laufen knapp 60 Angriffe pro Spiel, fangen zwischen 30 und 35 Gegentore! Da sind wir knapp über einer 50%-Quote. Was wollt Ihr eigentlich noch?

    Wenn man es mal statistisch runterbricht, dann hat Berlin als Mannschaft, die auch Tempo-Handball spielt 1,6 Tore pro Spiel weniger bekommen und 0,6 Tore pro Spiel mehr gemacht. Hört sich nicht nach viel an, aber die gut zwei Tore pro Spiel können bei der Ausgeglichenheit der Spiele dann schon entscheiden für was es reicht und man sieht natürlich, dass der Unterschied zu einer vergleichbaren Mannschaft sogar mehr in der Abwehr liegt, als im Angriff.

    Die beste Saison der Füchse war 24/25 mit zehn Minuspunkten. Das hat dann zur Meisterschaft gereicht, weil beim SCM zu viel Verletzungspech dabei war. Wenn dort alle dabei sind und die Defensive steht, dann reicht das vermutlich nicht für Berlin. Wenn man sich die vergangenen Jahre ansieht, dann hatten der SCM, der THW und auch Flensburg sehr dominante Phasen mit deutlich weniger Minuspunkten, als diese Mannschaften auf der Gegentor-Seite die Liga bestimmt haben. Wieviele Gegentore das sind, hängt natürlich auch mit der allgemeinen Entwicklung vom Spiel zusammen.

    Die sehr auf Offensive ausgerichteten Spielweisen sind im Normalfall deutlich anfälliger für Ausrutscher, wenn man sich die letzten Jahre ansieht.

    Das Problem für die Wahrnehmung von Szilágyi ist für mich, dass man z.B. bei Magdeburg das Gefühl hat, dass dort sehr strategisch und langfristig geplant und agiert wird und das von Wiegert in Doppelfunktion. Natürlich haben die auch mal Glück, z.B. Bergendahl oder liegen auch mal daneben siehe Serradilla, aber im Großen und ganzen hatte da die letzten Jahre sehr viel Hand und Fuß. Dazu ist Szilágyi auch nicht der einzige Geschäftsführer, sondern der THW hat für den operativen Teil noch eine zweite Stelle. Eigentlich müsste Kiel also die Mannschaft sein, die anderen in diesem Bereich überlegen ist, weil man eine Stelle hat, die sich komplett darauf konzentrieren können sollte. Flensburg hat auch so eine Stelle mit Vranjes, der dann auch liefern muss. Bei Wiegert witzelt man ja immer ein bisschen mit seinem Fünfjahresplan, aber so wirkt der SCM immer ein bis zwei Schritte voraus und das sollte eigentlich die Meßlatte sein.

    Der Vergleich zum Basketball ist auch in der Form sinnlos. Ich bin mit der NBA in den 90er aufgewachsen. Da haben Schränke aufeinander eingeprügelt überspitzt gesagt. Nicht umsonst ist das Bad Boys Ding, mit dem Deutschland bei der EM 2016 gewinnt, eine Referenz auf die Pistons in der NBA. Seitdem werden die Regeln immer weiter und immer weiter aufgeweicht, um mehr Offensive zu ermöglichen. Was damals ganz normal als Härte galt, ist heute gleich ein Flagrant. Gefühlt kannn man kaum noch hart verteidigen. Im Basketball gibt es auch die exakt dieselbe Diskussion um (mangelnde) Schrittfehler, die völlig außer Kontrolle geraten sind. Insofern ist die Entwicklung nicht zum Basketball, sondern beide Sportarten gehen quasi denselben Weg. Den geht im Grunde fast jede Sportart.

    Zerbe sagt im SHZ:"Und dann berühre ich ihn ganz minimal. Also wirklich ganz minimal am Rücken. Selbst Schiller hat gesagt, das war keine Rote Karte. Das hat er mir gesagt, das hat er den Schiedsrichtern gesagt.“

    Ich gehe mal davon aus, dass Schiller das direkt zu den Schiris gesagt hat und nicht erst nach dem Spiel. Dann frage ich mich aber, wenn die beiden Spieler - die das beurteilen können - unisono das Gleiche sagen, wieso kann man dann nicht auf zwei Minuten entscheiden?

    Es kommt ja nun öfter vor, das Schiris sich nach Rücksprache mit Spielern korrigieren. :?:

    Schiller hat sich mit Zerbe und dem Schiedsrichter nach dem Zeigen der roten Karte unterhalten als dieser die Entscheidung erklärt hat. Da konnte man schon erahnen, dass Schiller dem Schiedsrichter sagt, dass es nicht schlimm war und die Karte aus seiner Sicht nicht notwendig ist.

    Das Problem mit diesen Dingen im Spiel bei den Spielern ist, dass man es auch ständig hat, dass die Spieler die Situationen oft gar nicht korrekt wahrnehmen. Sie merken im Spiel oft gar nicht, was wirklich passiert sind und sind dann nach Ansicht vom Video ganz erstaunt, dass sie das so komplett anders im Spiel wahrgenommen haben. Ich habe es in der BBL häufig erlebt, dass Spieler stinksauer in den Bus sind, weil sie felsenfest davon überzeugt waren, dass etwas so oder so gewesen ist und dann haben sie das Video gesehen, wie es wirklich war und mussten dann zugeben, dass die Schiedsrichter doch richtig lagen, während sie auf dem Feld komplett davon überzeugt waren, dass sie recht haben.

    Insofern kann das Feedback der Spieler schon richtig sein, aber das kann auch gut daneben liegen.

    Da wäre er aber nicht DER Topspieler in der Mannschaft gewesen und hätte nicht den Einfluß auf die Mannschaft (mit allen "Geräuschen auch neben der Platte) gehabt.

    Sicher nicht, aber da das Thema war, dass Spieler unbedingt CL spielen wollen, war Berlin jetzt nicht die Wahl, die ihm bestmöglich garantiert hat.

    Der Junge ist vielversprechend. Ballsicher und wurfstark, dazu ein gutes Auge für die Situation. Ganz stark, wie er den Ball nach dem Zuspiel zu seinem dritten Tor kontrolliert hat. Da hätten einige andere aus unserem Team eher den Ball verloren, als erfolgreich abzuschließen. Wer so bei seinem ersten Profidebüt auftritt, muss auch ein gesundes Selbstvertrauen haben.

    Vor allem sah sein Bewegungsablauf aus wie ein SCM-Spieler. Kristjánsson hat immer diese sehr breite Beinstellung mit noch tieferem Schwerpunkt, wo es fast so aussieht als läuft er mit angewinkelten Knien und bei Thielicke sah das irgendwie sehr ähnlich aus. Bei Ankermann muss man auch immer mal schmunzeln, wenn er so typische Duvnjak-Bewegungen macht, den er wahrscheinlich sehr intensiv verfolgt hat. Bei Thielicke wird das mit Kristjánsson vermutlich auch so sein.

    Gidsel hat auch erst in seiner dritten Saison in Berlin dort CL gespielt. Wenn es ihm darum gegangen wäre, neben dem Leben in Anonymität in einer Metropole, dann hätte er sicher auch bei Barcelona oder Paris unterkommen können, wo klar gewesen wäre, dass er die ganze Zeit CL spielt.

    Wen hättest du gerne, also realistisch möglich? Fis etc. Sind ja leider raus.

    Mal als Beispiel, wegen Fis, der nun zu Barca geht als Nachfolger von Dika Mem.

    Wenn man die Leute fragen würde, ob Mem oder Blaž Janc der bessere Spieler ist, dann würden vermutlich die meisten (oder alle) Mem sagen. Für Barca war aber von essentieller Bedeutung für die CL, dass sie Mem nicht einsetzen mussten, obwohl der mutmaßlich bessere Spieler ist.

    Wenn Mem spielt, müssen sie in der Abwehr immer Mem auf Außen parken, damit sie auf Halb eine vernünftige Verteidigung haben. Also hat oft Janc mit Mem gespielt. Janc in der Abwehr auf Halb und Mem auf Außen, dafür Mem offensiv auf Halb und Janc auf Außen. Das hat aber bedeutet, dass der Rechtsaußen Aleix Gómez nicht spielen konnte oder rauswechseln musste. Zum einen hat Barcelona damit in der Defensive jemand verloren, der gut antizipiert und Ballgewinne hat und zum anderen hat das im Gegenstoß und der schnellen Mitte sehr viel Tempo gekostet. Dadurch, dass Janc aber offensiv durch die Vorarbeit von Makuc keine Heldentaten vollbringen musste, um auch dort ein Faktor zu sein, konnte Barcelona mit Janc und Aleix spielen und hat davon extrem profitiert.

    Daher muss man aus meiner Sicht immer schauen, was für das Gesamtgefüge der Mannschaft die sinnvollste Option ist und nicht ob Spieler A nun besser als Spieler B ist.