Beiträge von brodie79

    Argentinien hat doch schon häufig so gespielt, gerade wenn sie merken, dass sie unterlegen sind. Das erste WM-Finale, was ich gesehen habe, war 1990, wo Argentinien dann die ersten beiden Platzverweise in der Geschichte der WM-Finale bekommt. Da wirkten auch einige, als hätten sie etwas eingeworfen.

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    Monzon, Klinsmann und auch der Schiri unvergessen.

    Die letzten 30 Minuten von England wirkten wie eine Formations-Übung ohne Gegnerfokus. Stehe ich richtig? Stehen wir richtig? Wer steht wo? Wie sind die Abstände? Verschieben wir richtig? Entstehen keine Lücken zwischen uns? Die waren alle mit sich selbst beschäftigt. Dann stellt Tuchel auch noch die Formation durch die Wechsel um, wo noch mehr Unsicherheit reinkommt. Ich dachte eigentlich, dass die Idee der 5er-Kette ist, dass die Außenverteidiger dann dann höher schieben können, um die Flanken zu verhindern oder zumindest mal bisschen Druck zu machen, aber die haben weiter nur den Raum verteidigt, auch wenn da weit und breit überhaupt niemand war. Das war skurril anzusehen in einem WM-Halbfinale.

    Zverev ist in erster Linie sehr konstant auf sehr hohem Niveau, ohne die großen Peaks zu haben. In den letzten zehn Jahren stand Zverev nur 2022, durch die Verletzung bei den French Open, am Ende des Jahres außerhalb der Top 7 in der Weltrangliste. Er ist aktuell auf Platz 15 aller Spieler jemals bei den Wochen in den Top 10. Wenn er noch drei gute Jahre hinbekommt, kann er da bis auf Platz 7 kommen. Ende diesen Jahres wird er an Björn Borg vorbeiziehen. Schafft er die drei Jahre, wird er auch auf der ATP Tour die meisten deutschen Siege haben. Bis zu Tommy Haas fehlen ihm jetzt noch fünf, bis Boris Becker sind es einige mehr.

    Bei den ganz großen Spielern siehst du, dass sie bei Spielen gegen andere Top 10 Spieler eine Sieg-Quote von 65% aufwärts haben. Das hatte z.B. genau Becker. Zverev ist da jetzt bei 40%. Durch die vielen Spiele gegen Sinner ist die Quote ein gutes Stück gefallen, aber es zeigt auch, dass er überhaupt in diese Spiele kommt. Fast alle anderen haben ähnliche Quoten, aber mit viel weniger Spielen, weil sie nicht konstant sind.

    Aber er hat eben gegen die sieben Spieler, gegen die er in seiner Karriere am meisten gespielt hat, eine negative Bilanz. Da sind dann nicht nur Sinner, Alcaraz und Djokovic, sondern auch Medvedev, Fritz, Tsitsipas und Thiem.

    Das ganze ist vor allem ein Trick, dass die WM 2034 in Saudi Arabien stattfinden kann, nachdem sie erst 2022 in Qatar war. Aufgrund des Rotationsprinzip der Austragung in den Kontinentalverbänden hat man durch die nächste WM sowohl Europa, Afrika als auch Südamerika abgedeckt, sodass 2034 wieder Asien möglich war.

    Auch ter Stegen hat bis zu seiner Verletzung Hinrunde Saison 24/25 8-9 Spieltage super gehalten. Also völlig Banane zu behaupten, das seine beste Zeit lange vorbei ist.

    Leider haben ihn Verletzungen immer wieder ausgebremst

    Wenn ter Stegen mal wieder gesund wird, dann kann er sicher nochmal angreifen. Bei Torhütern ist das sowieso manchmal wild.

    Emiliano Martínez, der bei Argentinien im Tor steht, ist mit 20 Profi bei Arsenal geworden. Danach ist er sieben Jahre lang an unterklassige englische Vereine, sowie nach Spanien zu Getafe ausgeliehen worden. Dort war er noch mit 25 Jahren 2. Torhüter bei einem Aufsteiger in die erste spanische Liga. Mit 27 hat er dann überhaupt mal eine erste Chance bei Arsenal bekommen, bevor er mit 28 zu Aston Villa gewechselt, mit fast 29 sein Debut in der Nationalmannschaft gab und wenige Monate später Weltmeister wurde und danach Preise als bester Torhüter erhalten hat.

    Ist ja ne tolle Ausrede von Adler:rolleyes:

    Er war einfach nur ein guter Torwart, Neuer auf dem Weg zu absoluter Weltklasse. Da braucht man doch keine Ausrede dafür.

    Ausrede für was? Löw hatte Adler zum Sieger des Duells gegen Neuer erklärt und er wäre als Nummer 1 zur WM 2010 gefahren. Dann hat er sich aber eine Rippenverletzung zugezogen und so die WM verpasst. Neuer hat ein gutes Turnier gespielt und damit war das entschieden. Adler führt die Verletzung auf zu viel Training zurück. Vermutlich hätte sich Neuer auch später durchgesetzt. Aber das Turnier und damit eine große Chance hat ihm offenbar falscher Ehrgeiz im Kampf gegen Neuer gekostet, da er unbedingt noch mehr und noch mehr trainieren wollte, selbst als ihn Löw schon zum Sieger erklärt hatte.

    Und wen würdest du jetzt bei den nächsten Spielen nominieren ?

    So schlecht wie im Moment war Deutschland gefühlt noch nie aufgestellt.

    Und ich will in der Nationalmannschaft kein Talent als 1a Keeper sondern einen gestandenen, jungen Torwart mit internationaler Erfahrung. Haben wir nur leider nicht

    Der deutsche Torhüter mit der meisten Erfahrung ist weiter Bernd Leno mit 34. Aber das wird sicher vermutlich nicht passieren, ist auch keine Lösung für die Zukunft. Die Generation dahinter hat nicht die Leistungen erreicht, um große internationale Erfahrung zu sammeln. Da waren Julian Pollersbeck, Alexander Nübel, Finn Dahmen, Markus Schubert, Florian Müller oder Lennart Grill die Talente. Einige auch gute Spieler geworden, aber nicht die höchste Kategorie erreicht. Am meisten hat natürlich Nübel internationale Erfahrung aus dieser Generation und wäre ein Kandidat.

    Wenn sich die Personalsituation bei Bayern weiter so entwickelt, dann wird Urbig bei Bayern auch weiter internationale Erfahrung sammeln und wird damit sicher der Top-Kandidat für die Nummer eins sein. Auf Strecke sah Urbig vlt. sogar besser als Neuer letzte Saison bei Bayern aus, aber Neuer hatte natürlich das Real-Spiel, wo er die Uhr nochmal einige Jahre zurückgedreht hat.

    Neuer hat 2010 eigentlich auch den kürzeren gezogen, d.h. Löw hat sich für die WM 2010 eigentlich mal für Rene Adler als Nummer 1 entschieden, was leistungstechnisch auch absolut verdient war. Adler ist jetzt auch nur ein Jahr älter als Neuer, aber Neuer ist immer mit seinen Aufgaben gewachsen und hat seine Chancen genutzt. Andere Torhüter konnten mit dem Druck nicht so gut umgehen. Siehe auch ter Stegen, der in der Nationalmannschaft selten seine Top-Leistungen zeigen konnte und einige Patzer hatte. Als man Neuer den Job im deutschen Tor gab, war das keineswegs sicher, dass das was wird.

    Zitat

    Doch auch die Kritiker hatten immer wieder etwas zu schreiben, denn der Schalker leistete sich auch schwere Aussetzer wie beim 2:4 gegen Hannover 96. Ausgerechnet sein Vorbild, der Ex-Schalker Jens Lehmann, riet Löw deshalb ab, Neuer zur Nummer eins zu machen. Der habe "zu viele Fehler gemacht".

    Warten wir mal ab, wenn Klopp ins Tor stellen wird.

    Viel Auswahl wird er nicht haben, schon bitter

    Der Pool an Talenten ist definitiv da, ist die Frage, wer sich durchsetzen wird. Zur WM 2010 ist Deutschland mit einem Trio (Neuer, Butt, Wiese) gefahren, was in Summe 10 Länderspiele hatte. Nach Kahn/Lehmann gab es ab 2008 auch ein gewisses Vakuum. Von den Leistungen her sah Adler sehr gut aus, aber wie er die Tage im Podcast von 11 Freunde erzählt hat, hat er sich im Konkurrenzkampf mit Neuer selbst kaputt gemacht, weil er übertrainiert hatte. Auch Neuer hatte immer wieder Patzer und es war kein Wunder, dass er mit 24 noch bei 5 Länderspielen stand. Da war auch die Frage, ob er konstant genug wird, für die Nummer 1.

    Schon diese Saison hat Urbig bei Bayern sehr gute Leistungen gezeigt. Wenn sie dort konservieren kann, hat er gute Chancen. Nicht umsonst will Atubolu am besten zu einem großen Verein wechseln, weil er sicher auch weiß, dass er das muss, um gegen Urbig eine Chance zu haben, wenn der sich bei Bayern durchsetzt. Mio Backhaus war bei Bremen mit 21/22 in der Bundesliga der vlt. beste deutsche Keeper letzte Saison und soll nun Nachfolger von Atubolu in Freiburg werden. In Stuttgart wird man U21-Keeper Seimen mit 20 Jahren zur Nummer eins machen, um eine neue Leno-Situation zu vermeiden. Potential ist da, mal sehen, wer es dann auf lange Sicht wird.

    Die etwas älteren Nübel und Nicolas werden vermutlich keine Chance haben, es sei denn Nicolas nutzt seinen Aufstieg die letzten beiden Jahre bei Mönchengladbach, um nochmal zu einem größeren Verein zu gehen, der auch entsprechend international spielt.

    Baumann hat jetzt keine sonderlich gute Rückrunde gespielt und da hat man dann wohl ein wenig Panik bekommen. Auf die jüngeren Torhüter wollte er auch nicht setzen und mit einem Bernd Leno z.B. hat es nicht gepasst, als er nochmal zwischendurch Thema wurde.

    Acht Spieler haben während der WM-Quali, die am 4.9.2025 begann, mindestens 60% der Spielzeit gesehen. Von denen haben es nur drei in die Startformation der WM-Mannschaft geschafft und einer davon ist Kimmich, der die ersten beiden Spiele noch als Mittelfeldspieler gemacht hat. Die anderen beiden sind Tah und Wirtz. Dafür standen im Aufgebot für die ersten beiden Qualifikations-Spiele, welches 23 Spieler umfasste, gleich neun Spieler, die nicht im 26er- WM-Kader waren, wobei Gnabry der einzige ist, bei dem das verletzungsbedingt der Fall war.

    Nagelsmann hat während seiner ganzen Amtszeit super schnell immer wieder seine Meinung geändert über Formationen und Spieler, sodass nie eine echte Mannschaft entstanden ist und das Thema mit Neuer war dann nur eins von vielen.

    Das Star-Dasein hängt auch meistens davon ab, wie extrovertiert Spielweise und/oder Persönlichkeit sind. Messi ist es außerhalb vom Platz nicht, aber hat so viel Spektakel auf dem Platz produziert, dass er das nicht muss. Ronaldinho z.B. ist auch heute noch gefeiert, weil man Tricks von ihm immer wieder anschauen kann und er auch von der Persönlichkeit dazu passt.

    Als Armstrong bei der Tour dominant war, ist er gefühlt auch nur einmal im Jahr bei der Tour aufgetaucht und dann erst wieder im nächsten Jahr. Davor hat er auch selten mal bei einem Klassiker gewonnen, aber dieses Pensum, was Pogačar zu seiner Dominanz bei Rundfahrten auch noch bei Klassikern abzieht, wirkt wie aus einer Zeit vor meiner Zeit.

    wenn du dir das Spiel mal angeguckt hättest, Peru hatte mehrere Großchancen und da war einiges dabei, was nur durch argentinische Glanzleistung in Tor und Abwehr abgewendet wurde.

    Es haben sich auch nicht alle Peruaner beteiligen wollen. Einige haben ihre Kollegen entsprechend als Haufen von A... beschimpft. Aber es gab eben genug, die das dann auch später zugegeben haben, dass sie das Geld angenommen haben und auch der Schiedsrichter guckte hier und da mal weg. Besonders gut auch der Pragmatismus der Verweigerer mit der Forderung das Bestechungsgeld wenigstens anständig aufzuteilen oder dass es auch ein Gegenangebot von Brasilien gab als Motivation, doch alles zu geben, was finanziell aber geringer ausfiel.

    1978 brauchte Argentinien ein 4:0, um weiterzukommen gegen Peru, die bis dahin ein gutes Turnier gespielt hatten. Ohne erkennbaren Einsatz verlor dann Peru mit 6:0 und dass trotz dessen, dass das der argentinische Diktator Videla und US-Außenminister Kissinger, dem viel daran lag, dass Image der argentinischen Führung aufzupolieren, vor dem Spiel in der peruanischen Kabine waren, um ihnen sicher Mut zuzusprechen, alles zu geben.

    Dieses Spiel erzählt eine Geschichte über den Typ von Spieler, den Deutschland schon lange nicht mehr hat.

    Scaloni hat 2018 eine Mannschaft übernommen, die damals seit 1993 keinen einzigen Titel gewonnen hatte. Nicht bei der WM, nicht bei der Copa. Er hat es mit etwas Zeit geschafft den Spielern sowohl die taktische als auch die mentale Stabilität zu geben, dass sie 2021 mit der Copa nach fast 30 Jahren wieder etwas gewonnen haben. Davor wurde den Spielern in Argentinien genauso dasselbe vorgeworfen, wie jetzt in Deutschland. Selbst Messi. Seit Scaloni Trainer ist, spielen viele Spieler regelmäßig in der Nationalmannschaft ihre besten Spiele, weil sie wieder glauben. Obwohl es bei einigen im Verein gar nicht läuft, aber das ist egal, wenn sie bei der Nationalmannschaft sind. Wie sagte Klopp einst, als er Liverpool übernahm: "You have to change from doubter to believer." Genau das hat Scaloni geschafft. Das ist auch die Aufgabe in Deutschland und wenn das gelingt, sehen Verlierer wie Gewinner aus. Wenn man es dann schafft sich durch schwierige Situation durchzubeißen, wie z.B. die Auftaktniederlage der Argentinier 2022 gegen Saudi Arabien, dann stärkt das Glauben nur noch. Im Fußball sehen Spieler regelmäßig bei Trainer A aus, als wären sie Top-Spieler und bei Trainer B, als wüssten sie gar nicht, wie das funktioniert. Es ist und bleibt ein Sport, der primär im Kopf entschieden wird und den richtig einzustellen liegt bei fast allen Spielern aller Nationen vor allem am Trainer und dem unmittelbaren Umfeld.

    Trump hat seinen Jungs auf dem Platz einen Bären-Dienst erwiesen.

    Vor allem muss man auch sportlich sagen, dass sie sich sicher einige Tage vorbereitet haben ohne Balogun zu spielen und dann durch die Einmischung gezwungen waren doch wieder alles umzuplanen. Wie man so hören konnte, hat auch nicht einfach nur Trump angerufen, sondern gleich eine Mannschaft aus Politikern und Anwälten. Man stelle sich vor, sie hätten ihn (erstmal) nicht spielen lassen, nachdem, was dort aufgefahren wurde. Da hätte Pochettino gleich die Interstate 5 nach Vancouver nehmen müssen.

    In Amerika ist bei vielen Sportarten auch recht üblich, dass viele da sind, die einmal sehr viel Geld für ein Spiel ausgeben. Die Anzahl deren, die dauerhaft da sind, ist manchmal erschreckend gering. Ich war mal eine Zeit lang in Boston und so beim dritten Spiel im TD Garden wusste ich dann, wo was ist und nachdem ich einer Familie erklärt habe, wo sie hin muss, kamen dann noch eine Reihe anderer, weil die alle das erste und auch für längere Zeit letzte Mal da waren und die Wege nicht kannten. Wenn man sich kurz unterhalten hat, hat man schon gemerkt, dass die Preise auch bei "normalen" Sportveranstalten eine Kultur eines Einmal-Events erschaffen, wo man dann vlt. auch nicht auf den letzten Dollar guckt, weil man es nur einmal macht. Entsprechend wenig Fan-Kultur gibt es dann oft genug.