Ich weiß nicht, ob im Handball von Statistik-Firmen auch so etwas wie z.B. der xG-Wert im Fußball ermittelt wird, d.h. eine Bewertung der Wahrscheinlich für einen erfolgreichen Torabschluss bei einem Wurf. Falls ja, könnte man besser bewerten, was individuelle Abschlussqualität ist und was der Spielweise geschuldet ist.
Mal als Beispiel vom Fußball: https://www.kicker.de/bundesliga/tor…oals/2025-26/33
Hier sieht man z.B. dass Kane eine erwartbare Torausbeute von 26,11 Toren hat. Gemacht hat er aber 33. Heißt, er macht die Tore jetzt nicht nur, weil seine Mannschaft ihn immer ein glasklare Torsituationen bringt oder alles Elfmeter sind, sondern er ist in der Lage auch aus Chancen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ein Tor zu machen. Er schafft das auch Jahr für Jahr, d.h. man kann hier schon Ablesen, was für einen Mehrwert er bringt. Parallel sieht man z.B. bei Romulo, dass da eigentlich 14,22 Tore erwartbar waren bei seinen Chancen, er aber nur 9 Tore gemacht hat.
Hätte man einen solchen Wert, könnte man auch die Wurfquote der Spieler besser beurteilen, genau wie die Quoten der Torhüter.
Parallel lässt sich auch ablesen, was die Mannschaft grundsätzlich erarbeitet. Hier sehe ich den größten Unterschied zwischen Kiel und den Teams darüber. Wenn es primär daran liegen würde, dass die Spieler ihre Chancen nicht nutzen, dann wäre der xG-Wert der Mannschaft über das Spiel vom THW kaum anders als der von Berlin oder Magdeburg. Rein von vom Augentest wäre ich da sehr überrascht, wenn Kiel hier nicht einen signifikant geringeren Wert hätte, d.h. die Qualität der Abschlüsse lässt dann vlt. auch keine richtig guten Quoten zu, was dann nicht gegen die individuelle Qualität der Spieler spricht, sondern eher für eine unzureichende Spielanlage.
Mal wieder aus dem Fußball: https://www.fotmob.com/de/leagues/54/…sliga?filter=xg
Hier kann man recht gut sehen, was z.B. die individuelle Qualität der Offensive bei den Bayern ausmacht, d.h. sie haben 19,3 Tore mehr gemacht als man erwarten könnte, bei den Abschlusssituationen, in die sie gekommen sind. Ähnlich bei Borussia Dortmund, die am Ende 12 Punkte mehr geholt haben, weil sowohl vorne als auch von der Torwartleistung über die individuelle Qualität mehr rausgeholt haben, als es die Spielsituationen durchschnittlich hergegeben hätten. Dann kann man auch besser nachvollziehen, warum die Fans vom BVB trotz guter Punktausbeute mit der Spielweise ihrer Mannschaft hadern.
Zum Thema Kretzschmar und Skipagøtu würde ich nicht zu viel Wert auf Kretzschmar legen. Er hatte irgendwie von Beginn an ein Problem mit Skipagøtu. Er hatte sich schon direkt am Anfang seiner Zeit ungewöhnlich offensiv zu ihm geäußert.
Zitat
"Ein Typ Straßenhandballer. Jemand, der das Spiel verstanden hat, der aber auch so ein leicht arrogantes Auftreten hat", sagte Handball-Legende Stefan Kretzschmar zur "Sport Bild".
Der Sportvorstand der Füchse Berlin ergänzte: "Seine Art und Weise Handball zu spielen, wird ihm nicht viele Sympathien bei gegnerischen Mannschaften einbringen. Ich glaube, es wird auch in einem oder anderen Spiel mal ordentlich auf die Mütze geben."