Beiträge von brodie79

    Verletzungshistorie: Manuel Neuer
    Alle Verletzungen von Manuel Neuer, Art, Statistiken, Anzahl der verpassten Spiele, Wettbewerbe...
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    Das waren die letzten drei Wadenverletzungen von Neuer.

    Zitat
    SaisonArt der VerletzungBeginnEndeAusfalltageverpasste Spiele
    2025/2026Wadenverletzung07/03/202605/04/2026224
    2025/2026Wadenverletzung15/02/202607/03/2026172
    2024/2025Wadenverletzung06/03/202504/05/2025509

    Zumal Deutschland unter Löw mit Flick als Co-Trainer auch extremen Harakiri-Fußball gespielt hat, mit dem Versuch, die Mannschaft immer höher und höher stehen zu lassen. Da war es schon Pflicht in jedem Spiel zwei Tore zu schießen, um zu gewinnen oder wenigstens nicht zu verlieren. Das hat man dann auch bei Bayern unter Flick gesehen und heute Barcelona. Für die Show super, für die Torhüter eher nicht so. Zum Glück für Deutschland war der Scouting-Report von Siegenthaler aus dem Confed 2013 so, dass Deutschland in diesem Turnier anders aufgestellt hat, Neuer in Über-Form war und man so auch mal in der Lage war, Spiele mit 1:0 zu gewinnen.

    Beim Basketball kann man, auch in der BBL, den Schiedsrichter auch zuhören beim Videobeweis. Einer der Sätze, den man viel hört: "Bitte nochmal in Realgeschwindigkeit". Ich habe den Eindruck, dass man dort besser verstanden hat, wie Spielszenen in Zeitlupe dramatischer wirken können. Wenn das in der HBL bei den Schiedsrichter nicht so ist, kann man schon nachvollziehen, warum aus Kontakten mehr gemacht wird.

    Vor allem ist doch bei Neuer das größere Thema, dass er alleine dieses Jahr drei Muskelverletzungen hatte, dazu noch andere Ausfälle und aktuell auch schon wieder die Woche nicht trainiert hatte wegen der nächsten Muskel-Probleme, wo unklar ist, ob er jetzt am WE im Pokalfinale spielen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass er ein Turnier auch durchsteht ist schon nicht gut. Bei den Bayern war es nun mittlerweile schon fast normal, dass Neuer während des Spiels ausgewechselt wird, weil es meist recht egal ist. Was ist denn, wenn bei ihm im zweiten Gruppenspiel in der 60. Minute wieder die Muskulatur nicht mehr mitmacht, wie jetzt beim letzten Saisonspiel. Geht er dann auch raus? Nach dem ganzen Theater?

    Eike Immel stand neben den genannten Schumacher und Illgner noch 1988 im Tor bei der EM zwischen den beiden. Da hatte er etwas davon profitiert, dass der Streit zwischen Schumacher und Uli Stein bei der WM 1986 in Richtung von Beckenbauer so eskalierte, dass Stein rausflog aus der Nationalmannschaft und Schumacher dann nach der WM 1986 ein Enthüllungs-Buch veröffentlichte über Doping und was so hinter den Kulissen bei der Nationalmannschaft passierte. Immel war dann aber recht schnell seinen Posten los an Illgner los und beendete aus Protest direkt seine Nationalmannschaftskarriere.

    Neben ter Stegen wäre nach dem Rücktritt von Neuer jetzt eigentlich Bernd Leno die sportlich naheliegendste Lösung, aber aber schon alleine, weil sich ter Stegen und Leno seit Jugendtagend bekriegen, ist Leno dann recht schnell auch aus dem Kreis der Nationalmannschaft rausgewesen und wollte zuletzt auch nur wiederkommen, wenn er die Zusage bekommt, dass er die Nummer 1 wird.

    Der entscheidende Faktor bei so einem Turnier ist, dass die Gruppe superschnell eine extrem verschworene Gemeinschaft wird. Aus diesem Grund ist das Hauptaugenmerk bei der Nominierung auch nicht der rein sportliche Aspekt, sondern da müssen mittlerweile 26 Leute über mehrere Wochen gemeinsam an einem Strang ziehen. Argentinien ist nicht das letzte Mal Weltmeister geworden, weil sie die besten Spieler hatten, sondern weil die sich füreinander den A... aufgerissen haben, bis zu dem Punkt, wo selbst Messi angefangen hat, nach hinten zu arbeiten. Bei Deutschland gab es dann die internen Konflikte, z.B. ob und wie man mit dem ganzen Thema Menschenrechte umgehen soll, wo dann es dann Grüppchenbildung gab und dann war es dann eben schnell vorbei. Im Fußball läuft nun mal extrem viel über die Geschlossenheit der Mannschaft und solche Aktionen wie jetzt mit Neuer sind dafür komplett kontraproduktiv. Vor allem, wenn man hört, dass sich wohl Spieler des FC Bayern dafür beim Bundestrainer sehr stark gemacht haben. Das kommt bestimmt beim Rest super an.

    Knorr, Uščins, Grgic, usw. neigen zu Heroball, wie man im Basketball sagt, d.h. sie nehmen sich eine ganze Menge Abschlüsse bei denen man nicht erwarten kann, dass sie diese konstant hochprozentig treffen. Oft genug müssen sie diese auch nehmen, weil es keine bessere Option gibt. Das ist entsprechend risikoreich und so schwankt die Mannschaft auch extrem. Viel hat beim letzten Turnier nicht gefehlt und es wäre in der Vorrunde Schluss gewesen oder man wäre mit 0 Punkten in der Hauptrunde gegangen und dann wäre diese vielleicht auch nicht so erfolgreich gelaufen.

    Mit Lichtlein hat man die Möglichkeit einen Spieler zu integrieren, der nochmal ein ganz anderes Element ins Spiel bringen kann, was im Idealfall die Außen besser ins Spiel bringt und auch den Shootern zu besseren Möglichkeiten verhilft, weil Deutschland weniger berechenbar ist und die Abwehr des Gegners nochmal anders beschäftigt. Klar, kann man sich mit dem aktuellen Stand zufrieden geben und sagen, dass man nicht mehr kann, aber was genau hat man denn zu verlieren? Darauf zurückzukommen, dass drei Leute im Rückraum wilde Würfe nehmen, kann man doch immer.

    Øverby ist mal zum THW gekommen als Nachfolger von Horák. Vor Øverby hatte Kiel, wenn alle gesund waren, nur zwei Kreisläufer im Kader mit Pekeler und Wiencek. Horák, als ehemaliger Rückraumspieler, war das erfahrene Backup für den Innenblock, der offensiv gar keine Rolle gespielt hat. Als er 2022 aus Kiel weg ist, war er 39 Jahre alt. Øverby hatte zuvor in Erlangen auch primär Abwehr gespielt. Dass er überhaupt in der Rotation der Kreisläufer auch offensiv so viel eingebunden wurde, war eher überraschend.

    Mit Wiencek hatte Kiel in der Vorrunde der Saison 22/23 nochmal bis 2025 verlängert, als das Duo Pekeler/Wiencek, zumindest in der HBL, noch absolute Leistungsträger waren. Das Problem für Kiel war vielmehr, dass Wiencek im Laufe seines letzten Vertrages dann doch spätestens ab der Saison 23/24 zwischenzeitlich erheblich abgebaut hat. Hier hätte man eigentlich spätestens im Laufe der Saison reagieren müssen und ab 24/25 einen jüngeren Kreisläufer holen müssen und für Wiencek wäre dann eher die Øverby-Rolle da gewesen. Das wollte man vermutlich aber mit Wiencek nicht machen, rein vom Status her, und so war es dann vermutlich auch naheliegend mit Øverby weiterzumachen als Backup für den Innenblock.

    Beim THW hat man doch in den letzten Jahren eine klare Tendenz (zu) lange an bewährtem festzuhalten und eher zu spät zu reagieren als früh zu agieren.

    Am Ende der letzten Saison war die beste Defensivformation Dahmke (2012/2014), Landin (2018), Pekeler (2018), Wiencek (2012), Duvnjak (2014) und Zerbe (2024). In Klammern immer, wann sie gekommen sind. Bis auf Zerbe, der Ekberg (2012) beerbt hat, hat man es zwischen 2018 und 2025 nicht geschafft einen Impact-Spieler für die Defensive zu etablieren, wo man diese Saison dann Načinović für Wiencek hat, was für mich jetzt auch kein signifikantes Upgrade ist.

    Offensiv kann man in der Zeit über Sagosen (2020), Johansson (2022), Skipagøtu (2023), Madsen (2024) reden, d.h. da hat man eine Reihe von Spielern geholt, die offensiv eine klare Marke gesetzt haben. Mir fehlt der Spieler, bei dem man man sagen kann, dass er den THW in der Defensive verbessert hat, am besten deutlich. Hoffentlich wird das Köster dann nächste Saison.

    Die erste Saison von Sagosen war gut, ohne ihn gewinnt der THW nicht das nachgeholte CL-Final 4 von 2020. Schon am Ende der ersten Saison war dann aber z.B. das Spiel in Paris, wo Kiel in der CL ausscheidet und er die zweite Zweiminuten-Strafe kassiert, dann solange meckert, bis er die dritte noch bekommt und mit Rot raus ist. Häufig hatte man das Gefühl, dass er seine Nerven nicht so ganz im Griff hat, weil er sich auch viel zu viel Druck gemacht hat, unbedingt der Spieler zu sein, der alles trägt. Die zweite Saison war dann insgesamt schon nicht mehr so gut. Gleich zu Beginn war klar, dass er am Ende der drei Jahre Vertrag nach Kolstad geht und dann hat er noch mehr überdreht, als zuvor schon gelegentlich. Außerdem wurde die Fitness schlechter. Beim Pokal Final 4 war er dann aber nochmal die tragende Kraft in der Offensive für den Titelgewinn.

    Schlussendlich hat er sich dann am Ende von Jahr zwei noch schwer verletzt und kam dann nochmal in der Rückrunde seiner letzter Saison zurück. Da fand ich ihn besser, weil effektiver, als vor der Verletzung. In der Saison hatte Kiel aber auch eine sehr große Kaderbreite und hat diese nochmal zum Gewinn der Meisterschaft sehr gut genutzt. Grundsätzlich habe ich bei Vertragsende von Sagosen nichts gesehen, was zum damaligen Zeitpunkt nicht auch von Johansson erwartbar war und was dieser auch schon gezeigt hatte.

    Problem aus Kieler Sicht war, dass man zwei Jahre Zeit hatte, sich auf den Abgang einzustellen und dann am Ende der Plan dann war, dass Bilyk in die Mitte rückt und Wallinius die Kaderstelle von Sagosen bekommt und für Bilyk auf RL spielt. Die Einschätzung, dass Bilyk den THW auf der Mitte tragen kann, war entsprechend falsch und bei Wallinius konnte man recht schnell sehen, dass es da an der Handlungsschnelligkeit hapert. Trotzdem war überraschend, dass man mit Bilyk dann im November 2023 verlängert hat bis zu diesem Sommer, denn da konnte man schon sehen, dass er auf der Mitte nicht funktioniert. Grundsätzlich hätte ich sportlich auch Bilyk statt Wallinius als zweiten Mann auf RL gesehen, zumindest in der Offensive, aber da Wallinius mit Ablöse vorzeitig geholt wurde und gerade im zweiten Jahr seines Fünfjahresvertrags war, schien Bilyk hier ein Stück weit das Pech zu haben, dass Kiel dringend einen neuen zentralen Spieler brauchte, da auch Skipagøtu noch nicht so richtig angekommen war. Aber Bilyk war gerade 27 geworden und vermutlich hat man beim THW zu sehr an eine weitere Entwicklung bei ihm geglaubt.

    Zarabec hingegen war beim THW eigentlich nie ein tragender Spieler. Er bekam doch in der Regel die unbedeutenden Spiele in der CL oder bei bedeutenden Spieler war er sowas wie die letzte Option, wenn alles andere nicht griff.

    Schon jetzt erlebt man z.B. in der IT eine Welt, wo niemand sich mehr mit den Basics beschäftigen will und durch KI auch muss. Sobald die Dinge aber komplex werden, macht die KI sehr zuverlässig Fehler. Und dann sitzen die Kollegen da und haben keine Idee mehr, was sie machen sollen, weil sie nie die Basics gelernt haben. Ja, das ist lästig und auch für alte Hasen wie mich ist es sehr praktisch, sich Dinge über die KI schnell zu erstellen, aber ich kann die KI noch überprüfen. Das können viele jüngere Kollegen nicht mehr, weil sie nur noch gewohnt sind, die KI machen zu lassen. Die sind drauf angewiesen, dass die KI funktioniert oder komplett aufgeschmissen.

    Du siehst also einen Madsen/Reinkind als die größere Baustelle als

    Peke/Nancinovic/Laube?

    Ich finde der THW offensiv keine guten Kreisläufer, dies hat man gerade gegen Berlin wieder gesehen.

    Je nach Möglichkeit würde ich eher versuchen einen Fischer zu locken und einen Laube abzugeben.

    Was man an Kreisläufern braucht, hängt stark von der Spielidee ab. Wenn man auf Durchbrüche gehen will, dann geht es primär darum, Kreisläufer zu finden, die Sperren stellen und halten können. Wenn so eine Spielanlage funktioniert, wird sowieso kaum aufs Tor geworfen vom Kreisläufer. Der SCM steht z.B. aktuell auf Platz 17 der Liga bei Toren vom Kreis. Rein von der Quote her auch nur auf Platz 9, aber auch mit besserer Quote wären sie da nicht weit vorne dabei. Letzte Saison hatte der SCM die zweitbeste Quote am Kreis und war trotzdem nur auf Platz 15 bei der Anzahl der Tore vom Kreis. Das ist auch nicht deren Aufgabe bei einem Durchbruch-Team.

    Letzte Saison hatte Kiel die meisten Tore in der Liga vom Kreis, stand aber nur auf Platz 10 mit der Quote (73,66%). Diese Saison ist es Platz 6 bei den Toren und Platz 13 bei der Quote (71,36%). Bei der aktuellen Spielweise wird vom THW häufig der Kreis gesucht. Wenn man diese beibehalten will, dann macht es schon Sinn, zu gucken, ob man näher an die 80% kommt, die aktuell Ligaspitze (RNL) sind.

    Über Außen werfen zu lassen, gehörte auch mit zum Abwehrkonzept, noch aus der Zeit von Landin. Aktuell hat man über Außen aber nicht die Torhüter-Leistung, die das unbedingt rechtfertig. Letzte Saison war Mrkva hier noch einige Prozent besser als Wolff, der da auch nicht Liga-Spitze ist. Wolff ist bei den Prozenten etwas schlechter als letzte Saison, rein vom Platz in der Liga hat er sich wenig verändert. Gegenüber Mrkva ist Pérez de Vargas knapp 10% schlechter gegen die Außen. Das macht sich dann auch bemerkbar. Rein von den Prozenten führt im Übrigen Nowottny die Liga an mit über 50%, aber natürlich auch nur 5 Paraden.

    Grundsätzlich kommt hier auch zu wenig von der Trainerposition. Seit wirklich langer Zeit wird gegen Kiel ganz häufig die Halbposition angegriffen, die keine Stop-Fouls hinbekommt, wo auch Zugriff auf den Arm ist. Der Außen kommt extrem häufig zur Hilfe und dann passt der Gegner dorthin und hat einen offenen Wurf. Das funktioniert beim Gegner in der Regel sehr gut. Als THW würde ich hier auch mal taktisch umstellen und den Halben den Wurf gegen die Hand geben, vlt. gucken, dass man sie etwas nach außen drängt, aber nicht unbedingt stoppt und dann guckt man mal, ob die gegnerischen Halben aus der Position wirklich was reißen. Man kann hier ein wenig für die Zukunft hoffen, dass mit Köster nochmal eine neue Qualität auf die Halbposition kommt und ansonsten bleibt erstmal nur Ankermann oder zu hoffen, dass Johansson in der Abwehr richtig zulegt.

    Als Abdelhak neu war und noch spielen durfte, ist er in fast jedem Angriff gegen die Hand gegangen, hat dann aus einem sehr schwierigen Winkel geworfen und entsprechend wenig getroffen mit knapp 39% Wurfquote. Das hat ihm die gegnerische Abwehr natürlich gerne gegeben.

    Ich weiß nicht, ob im Handball von Statistik-Firmen auch so etwas wie z.B. der xG-Wert im Fußball ermittelt wird, d.h. eine Bewertung der Wahrscheinlich für einen erfolgreichen Torabschluss bei einem Wurf. Falls ja, könnte man besser bewerten, was individuelle Abschlussqualität ist und was der Spielweise geschuldet ist.

    Mal als Beispiel vom Fußball: https://www.kicker.de/bundesliga/tor…oals/2025-26/33

    Hier sieht man z.B. dass Kane eine erwartbare Torausbeute von 26,11 Toren hat. Gemacht hat er aber 33. Heißt, er macht die Tore jetzt nicht nur, weil seine Mannschaft ihn immer ein glasklare Torsituationen bringt oder alles Elfmeter sind, sondern er ist in der Lage auch aus Chancen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit ein Tor zu machen. Er schafft das auch Jahr für Jahr, d.h. man kann hier schon Ablesen, was für einen Mehrwert er bringt. Parallel sieht man z.B. bei Romulo, dass da eigentlich 14,22 Tore erwartbar waren bei seinen Chancen, er aber nur 9 Tore gemacht hat.

    Hätte man einen solchen Wert, könnte man auch die Wurfquote der Spieler besser beurteilen, genau wie die Quoten der Torhüter.

    Parallel lässt sich auch ablesen, was die Mannschaft grundsätzlich erarbeitet. Hier sehe ich den größten Unterschied zwischen Kiel und den Teams darüber. Wenn es primär daran liegen würde, dass die Spieler ihre Chancen nicht nutzen, dann wäre der xG-Wert der Mannschaft über das Spiel vom THW kaum anders als der von Berlin oder Magdeburg. Rein von vom Augentest wäre ich da sehr überrascht, wenn Kiel hier nicht einen signifikant geringeren Wert hätte, d.h. die Qualität der Abschlüsse lässt dann vlt. auch keine richtig guten Quoten zu, was dann nicht gegen die individuelle Qualität der Spieler spricht, sondern eher für eine unzureichende Spielanlage.

    Mal wieder aus dem Fußball: https://www.fotmob.com/de/leagues/54/…sliga?filter=xg

    Hier kann man recht gut sehen, was z.B. die individuelle Qualität der Offensive bei den Bayern ausmacht, d.h. sie haben 19,3 Tore mehr gemacht als man erwarten könnte, bei den Abschlusssituationen, in die sie gekommen sind. Ähnlich bei Borussia Dortmund, die am Ende 12 Punkte mehr geholt haben, weil sowohl vorne als auch von der Torwartleistung über die individuelle Qualität mehr rausgeholt haben, als es die Spielsituationen durchschnittlich hergegeben hätten. Dann kann man auch besser nachvollziehen, warum die Fans vom BVB trotz guter Punktausbeute mit der Spielweise ihrer Mannschaft hadern.

    Zum Thema Kretzschmar und Skipagøtu würde ich nicht zu viel Wert auf Kretzschmar legen. Er hatte irgendwie von Beginn an ein Problem mit Skipagøtu. Er hatte sich schon direkt am Anfang seiner Zeit ungewöhnlich offensiv zu ihm geäußert.

    Arroganz-Vorwürfe gegen Shootingstar des THW Kiel
    Mit Elias Ellefsen á Skipagøtu hat sich der THW Kiel die Dienste eines Mega-Talents gesichert. Gegen den Rückraumspieler von den Färöer werden nun…
    www.sport.de
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    "Ein Typ Straßenhandballer. Jemand, der das Spiel verstanden hat, der aber auch so ein leicht arrogantes Auftreten hat", sagte Handball-Legende Stefan Kretzschmar zur "Sport Bild".

    Der Sportvorstand der Füchse Berlin ergänzte: "Seine Art und Weise Handball zu spielen, wird ihm nicht viele Sympathien bei gegnerischen Mannschaften einbringen. Ich glaube, es wird auch in einem oder anderen Spiel mal ordentlich auf die Mütze geben."

    Für das Tempo-Spiel braucht es vor allem auch schnelle Außen. Bei Berlin funktioniert das, weil sich West av Teigum, Freihöfer und auch Lichtlein, wenn er auf Außen verteidigt, super schnell in Position für ein Anspiel aus der schnellen Mitte bringen. Ähnlich wie Jacobsen bei Flensburg. Am WE gegen Berlin hat man auch gut gesehen, dass z.B. Lichtlein auf Außen einige Male Imre geschlagen hat, nicht weil er schneller gerannt ist, sondern weil er viel schneller umgeschaltet hat. Als Imre ihn dann eingeholt hatte, war es schon zu spät. Die haben das Spiel inkl. richtige Positionierung durch endlos Training und Anwendung einfach im Blut. Deshalb ist der Trainer auch nicht egal. Auf Linksaußen fehlt Kiel hier aktuell komplett das Tempo. Da hatte West av Teigum komplett freie Bahn. Wenn Berlin gegen den SCM spielt, sieht man auch gut, wie man das Tempo-Spiel der Berliner deutlich verlangsamt bekommt, wenn man entsprechende Außen dagegenstellen kann, die schnell genug sind, d.h. Beine und Kopf, um die Passwege zuzumachen.

    Was das generelle Tempo, auch im gebundenen Angriff angeht, hat man bei Berlin durch Granlund auch sehr gut gesehen, was das ausmacht. Mit ihm stockte das Spiel deutlich, weil er nicht intuitiv weiterspielen konnte, sondern sich erstmal orientieren musste. Und dieser kleine Bruchteil ist dann der Unterschied. Man kann also auch nicht einfach schnell Spieler zusammenpacken und erwarten, dass die Tempo spielen. Das muss wie ein Orchester penibel aufeinander abgestimmt haben, dass man aus Tempo auch Effektivität erreicht. Sollte Kiel hier etwas erreichen wollen, dann wird das eine ganze Weile dauern, bis das gut funktioniert. Zudem sollte die Spieler auch mal Wochen und Monate zusammen spielen können.

    Skipagøtu und Madsen sind auch dem Papier zwei Jahre im selben Team und wieviel haben die miteinander gespielt?

    Ich fand im Übrigen nicht, dass das mit Skipagøtu und Madsen so richtig gut funktioniert hat. Primär hatten die Gegner Probleme sich auf Skipagøtu einzustellen. Je länger die Vorrunde lief, desto mehr konnte man das bei den Gegnern sehen, dass es genug Film von ihm gibt, um sich darauf vorzubereiten. Und dann fing er an mit dem Kopf durch die Wand zu wollen, inkl. Verletzungen. Da fehlte dann die Anspielstationen, weil keiner mitkam. Oft kam er erst im 7:6 ins Spiel, weil er durch den zweiten Kreisläufer dann Platz für Durchbrüche hatte. Madsen hingegen wirkte teilweise fast schon genervt, dass er gar keinen Abschluss bekam, nachdem er letzte Saison gefühlt alles über ihn lief. Dann fing er an, noch wildere Würfe zu nehmen, wenn er mal den Ball hatte und seine Quote sank noch unter die 62% der letzten Saison. Ich kann mich noch an Spiele erinnern, wo ich beim zugucken dachte: Ich würde jetzt jede Summe darauf wetten, dass Madsen sofort wirft, sobald er den Ball in die Hand bekommt.

    Ich habe keine Ahnung, wie Schiedsrichter konkret aus- bzw. weitergebildet werden oder wie Spiele aufgearbeitet werden. Aber es wird doch so sein, dass außerhalb der Spiele auch (viel) mit Video gearbeitet wird. Wo Szenen aufgeschlüsselt werden, wo Handlungsrichtlinien besprochen werden, usw. Da wird man sich bestimmt auch einiges in Zeitlupe oder verschiedenen Perspektiven ansehen. Normal wird man doch bestimmt als Schiedsrichter gewohnt sein, mit Video zu arbeiten. Da wird man doch auch Szenen raussuchen, wo man dann auch sieht, wie es auch in Zeitlupe aussieht, wenn ein Kontakt so ausgelöst wird, oder so oder wo es auch übertreiben wurde mit der Darstellung.

    Beim Basketball kann man den Schiedsrichtern beim Video-Beweis zuhören, auch in der BBL. Was man da immer wieder hört: "Bitte nochmal in normaler Geschwindigkeit". Eben weil es in Zeitlupe oft anders wirkt.

    Kleiner Ausflug in "meine Welt" in meiner Heimat.

    Science City Jena in der BBL dürfte vom Etat her auf einem ähnlichem Niveau wie Eisenach in der HBL liegen. Johannes Voigtmann ist einst vom Handball in Eisenach zum Basketball in Jena gewechselt und heute Welt- und Europameister. Gotha ist auch schon mal in die BBL aufgestiegen, als eine Brauerei dort viel Geld reingesteckt hat, die dann später im Rahmen der Erbschaftsstreitigkeiten ihr Engagement beendet haben. In der BBL mussten sie dann aber in Erfurt in der Messehalle spielen, weil es dort keine Halle gab. Danach hat dann der "Meistermacher" des Basketballs in Bamberg erfolglos versucht in Erfurt selbst Profibasketball zu etablieren.

    In Jena gab es damals beim ersten Aufstieg in die BBL auch keine Halle und so musste man in einem Provisorium (Leichtbauhalle) spielen, was dann später auch Gotha genutzt hat. Als dann über eine private Initiative in Jena eine Halle gebaut wurde, hat sich die finanzielle Situation deutlich verbessert und zeitweise war man sogar am Fußball vorbei, sowohl vom Etat als auch vom Zuschauerschnitt. Nachdem das Stadium umgebaut wurde, in ein reines Fußballstadion, hat sich das wieder gewandelt. Das wurde von denselben Leuten umgesetzt, die auch die Halle in Jena gebaut haben. Heute erfolgt die Vermarktung von Stadion und Halle über eine gemeinsame Gesellschaft, sodass man da aktuell also sehr stark miteinander verbunden ist.

    Szilágyi ist initial auch nicht als Geschäftsführer eingestiegen, sondern war vom 1.1.2018 an erstmal 1,5 Jahre "nur" der sportliche Leiter als Storm diese Kompetenz in einer ähnlich schwierigen Phase entzogen wurde. Dessen Vertrag wurde laut Meldung vom THW eigentlich bis 2021 verlängert und dann hieß es aber Anfang 2019, dass der Vertrag zum Saisonende ausläuft. Entsprechend wurde Szilágyi dann zur Saison 19/20 Geschäftsführer. Man hat schon mal extra jemanden reingeholt, als es nicht lief, wobei Szilágyi natürlich eine andere Nähe zum Trainerteam hat, die ihn jetzt nicht so wirklich wie ein Geschäftsführer wirken lässt.

    Das war 2017.

    "Keine Entwicklung": Schwenker rechnet mit THW ab
    Der ehemalige Manager des THW Kiel übt scharfe Kritik an seinem Ex-Verein. Der Aufsichtsrat habe keine Sach- und Fachkompetenz, sagt Uwe Schwenker. Die…
    www.kicker.de
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    Uwe Schwenker sieht seinen ehemaligen Klub THW Kiel in der Abwärtsschleife und geht mit ihm hart ins Gericht. "Es hat in den letzten zwei, drei Jahren keine Entwicklung gegeben", sagte der ehemalige Manager der "Zebras" und aktuelle Präsident des Ligaverbands HBL am Sonntag bei "Kretzschmar - der Handball-Talk" im TV-Sender Sky über den Ist-Zustand beim deutschen Rekordmeister. Der Aufsichtsrat der "Zebras" sei zwar engagiert, verfüge "aber nicht über die entsprechende Sach- und Fachkompetenz", urteilte Schwenker.

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    Dagegen sieht Schwenker derzeit niemanden, der die Probleme der "Zebras" auf der "operativen Seite in den nächsten Jahren löst". In der Vergangenheit habe man in Kiel auf einen kleineren, aber elitären Kader gesetzt. Nun seien es etwa 20 Spieler, aber nur noch drei Weltklasseleute darunter. "Die können nicht in jedem Spiel auf höchstem Niveau agieren", betonte Schwenker. Trainer Alfred Gislason sei von den Verantwortlichen allein gelassen worden. Die Verpflichtung Szilagyis sei nur eine "kosmetische Entscheidung".

    2015 gab es in einem Jahr beim THW drei Kreuzbandrisse von Klein (März), Wiencek (Oktober) und Toft Hansen (Dezember). Bei der EM 2016 verletzten sich dann noch Dissinger und Weinhold und fielen mehrere Wochen mit Muskelbündelrissen aus. Dissinger kam im März zurück und fiel mit Meniskus-Problem den Rest der Saison aus, im Sommer bei Olympia 2016 verletzte er sich dann das nächste Mal schwer, musste wegen Hämatoms im Oberschenkel notoperiert werden und fiel wieder Monate aus. Bei der Olympia-Vorbereitung 2016 verletzte sich Weinhold erneut mit einer Muskelabriss, rückte dann aber noch später nach. Im Dezember 2016 fiel er wieder für drei Monate mit Riss Syndesmosebandes aus. Bei Duvnjak war Kiel über die Kroaten sauer, dass er bei Olympia 2016 und der WM 2017 so viel gespielt hatte, obwohl er schon Probleme hatte. Im April 2017 folgte dann OP der Patellasehne und 8 Monate Ausfall. Im Mai 2017 fiel dann Santos monatelang aus mit Knorpelschaden und Außenminiskusverletzung. Bevor er sein Comeback gab, fiel dann Bilyk mit Teilriss der Außenbänder mehrere Wochen aus. Im Sommer hatte Dissinger noch einen Ellbogen-OP und später in der Saison eine Kniestauchung, mit der er wieder ausfiel. Nachdem Duvnjak Ende 2017 zurückkam, holt er sich bei der EM 2018 einen Muskelfaserriss und fiel wieder aus. Während der EM verletzte sich auch Toft Hansen an der Leiste und fiel aus.

    Vermutlich ist die Liste nicht vollständig, aber das war auch ein Grund, warum es beim THW in den Jahren 2015 bis 2018 nicht so gut wie gewünscht lief.