Beiträge von brodie79

    Ach so, ein Spieler entwickelt sich weg? Absichtlich oder passiert das einfach so? Kann man vielleicht auch drüber nachdenken, ob ein Trainer einen Spieler wegentwickelt, falsch einsetzt, ihm im Training nichts mitgibt? Ich weiß natürlich nicht was Jicha im Training so macht, aber so Sätze wie oben sind mir zu allgemein.

    Man kann von Außen ja nur die Leistung im Spiel bewerten. In der Regel wird Johansson auf Außen geparkt, wenn Landin für ihn halb verteidigt, d.h. in den letzten Jahren musste er beim THW auch wenig bis gar nicht auf halb verteidigen und schon gar nicht im Mittelblock wie in Elverum. Heißt ein Spieler kommt zum THW von einem CL-Team, wo er Mittelblock spielt und wird in Kiel da fast nie eingesetzt, nicht mal auf halb. Wie das z.B. im Training aussieht, weiß vermutlich keiner. Wenn er auch im Training nie verteidigt, weil man ihn permanent schonen will, weil andere Spieler ständig verletzt sind, dann fehlt ihm vlt. einfach das Training. Aber so generell ist Johansson jemand, der gerne mal vorsichtig wird oder verunsichert wirkt. Für den THW wäre es wichtig, dass eine Zunahme der Kaderbreite bei ihm auch eine Steigerung mit sich bringt, die dann in einem Vertrauen in seine Fähigkeiten münzt. Gerne auch primär defensiv. Wenn er es gar nicht könnte, hätte er es in Elverum sicher auch nicht gespielt.

    Ich finde, dass der Kader nächste Saison echt viele Möglichkeiten bietet. Das, was man definitiv verbessern muss, ist das Tempospiel, so wie es am Anfang der Saison noch war als Elias und Emil beide noch fit waren. Schon gerade weil Köster noch dazu kommt, muss man viel mehr übers Tempo kommen.

    Wenn ich nächste Saison Trainer wäre, würde ich es folgendermaßen machen: Skippy deckt auf halb, Julian und Veron im Innenblock und Emil deckt auf halb. Dann hätte man gar keinen Abwehr/Angriffwechsel und könnte enormes Tempo gehen. Als Alternative zu Köster sehe ich dann Ankermann im Innenblock mit Veron oder Peke. Emil und Skippy finde ich beide gar nicht so schlecht auf Halb in der Abwehr. Dennoch müssten sich beide dafür noch steigern.

    Als Alternative dazu, könnte man dann mit Johansson und Reinkind (hoffentlich kommt da noch ein anderer HR zur neuen Saison) im Rückraum spielen und hätte mit Makuc jemanden, der beide gut in Position bringen kann. Dann hätte man zwar einen Abwehr/Angriffwechsel aber man könnte trotzdem noch gutes Tempo gehen, zum Beispiel auch wenn man Makuc dann auf außen decken lässt. Als Nummer eins Rückraum für nächste Saison sehe ich aber ganz klar Köster, Skippy und Madsen.

    Ich sehe die große Chance des THW darin eine Tempomannschaft zu werden und gleichzeitig auch variabel im Angriff zu sein, zb auch durch Rückraumpower von Johannson und Reinkind oder vielleicht auch mal mit vier Rückraumspielern anstatt 7:6 wenn es nicht läuft.

    Das ist im Grunde das Berliner Modell, wenn man so nennen will. Kielce unter Dujshebaev hat auch oft so gespielt. Das war gegen den THW oft eine einzige Rennerei, wo gar keiner groß verteidigt hat, z.B. 2022, wo sie in Kielce mit 40:37 verloren haben oder 2024, wo es in Kielce 36:36 ausging.

    Das funktioniert in Berlin vor allem, weil sie extrem viele Laufwege ohne Ball machen und der Ball schnell läuft. Das ist vor allem viel Mannschaftsspiel. Dadurch erspielen sie sich quer durch die Mannschaft offene Würfe. Beim THW waren das zu Beginn vor allem Alleingänge von Skipagøtu, der den Rest der Mannschaft auch nicht mitgenommen hat. Dadurch war die Wurfquote auch nicht auf dem Level von Berlin, Magdeburg oder Flensburg. So wie ein typisches Spiel von Skipagøtu war gegen den BHC, wo er 14 Tore macht, aber auch 8 Fehlwürfe hat, weil er es dann das Einzelspiel zu sehr übertreibt.

    Bekommt man es hin, dass der Rest des Kaders nicht nur dieser Geschwindigkeit folgen kann, sondern die Laufwege auch so passen, dass auch im Tempo Passoptionen vorhanden sind, dann kann man auf das Berliner Niveau kommen.

    Man darf aber nicht vergessen, dass die mit Gidsel natürlich den Spieler schlechthin für so eine Spielweise haben. Und dazu, wie es z.B. der SCM schafft, den Berlinern dieses Tempo immer wieder wegzunehmen. Es spricht schon viel dafür, dass es ganz, ganz oben sinnvoller sein kann, vor allem auf die Abwehrstärke zu setzen. Aber in Bereiche gilt es überhaupt erstmal zu kommen.

    Ich fand Madsen gar nicht so schlimm in der Abwehr, jedenfalls besser als sein Ruf, bevor er kam. Natürlich kein Vergleich zu Weinhold oder Zeitz, aber nicht schlechter als Kim oder Reinkind oder die meisten RR derzeit.

    Ich kann mich an etliche Spiele erinnern, wo Weinhold für Reinkind eingewechselt wurde, um primär die Verteidigung zu stabilisieren. Häufig hat Weinhold Spielen dadurch eine entscheidende Wende gegeben, auch wenn er vorne gar nicht so viele Tore geworfen hat. Die hat er gerne mal gemacht, wenn keiner sonst konnte oder wollte. Für mich war der Wegfall von Weinhold eine der größten Schwächungen in Kiel in den letzten Jahren, die man nie kompensiert hat. Gerade deshalb denke ich, dass es wichtig wäre, einen Spieler zu finden, der nicht auch vorne jeden Angriff abschließen will, sondern einer Mannschaft auch mal über die Defensive etwas gibt.

    Ich hab z.B. das Spiel der Füchse letzte Saison bei den RNL am letzten Spieltag im Kopf. Da hat es Berlin überhaupt nicht geschafft, die Löwen in den Griff zu bekommen bei einem Must-Win für die Meisterschaft. Dann kam Langhoff rein und hat das mitentscheidend gestoppt. Offensiv wird Langhoff vermutlich nie die tragende Kraft in der Hauptstadt werden und er wird nie in der Konversation um Weltklasse auftauchen, aber das muss er auch gar nicht, weil er auch so extrem wertvoll für die Füchse ist.

    Bei Johansson ging man davon aus, dass er auch für den Mittelblock in Kiel eine Option werden kann, aber er hat sich doch komplett davon wegentwickelt. Wenn er mal auf halb verteidigen muss, ist das eigentlich immer der erste Punkt, der angegriffen werden kann, weil er fast nur Geleitschutz gibt oder zu spät dran ist. Er wirkt da recht verloren, weiß gar nicht so recht, was er machen soll. Im Grunde ähnlich verunsichert wie vorne mitunter. Vielleicht bekommt er da wieder die Kurve, wenn es genügend Optionen in der Offensive gibt und er sich mehr darauf konzentriert. Bei den Schweden in der Nationalmannschaft wurde er irgendwann nur noch für die Überzahl eingesetzt, weil die lieber Carlsbogard als viel besseren Abwehrspieler (im Mittelblock) eingesetzt haben, der offensiv schon in der HBL immer sehr zurückhaltend war und Schweden vorne nicht viel gibt.

    Wenn man mal nach vorne blickt und davon ausgeht, dass Jicha bleibt, ist doch die Frage, was man eigentlich spielen will?

    Der THW war mal eine Mannschaft, die sich stark auf die Abwehr fokussiert hat. Nächste Saison hat man, wenn es keine weiteren Änderungen gibt mit Johansson, Makuc, Skipagøtu, Madsen und Reinkind alleine fünf Rückraumspielspieler, die man eigentlich nicht unbedingt in der Abwehr sehen will und mit Laube einen Kreisläufer für den dasselbe gilt. Dagegen stehen Pekeler, Načinović am Kreis, sowie Köster, Duvnjak und Ankermann. Sollten alle fit sein, was vermutlich nicht passieren wird, dann müsste einer aus dieser Runde auf Tribüne, wenn man nicht auf einen Außen verzichtet wie z.B. Faust.

    Hier wurde auch über Uščins gesprochen für Reinkind. Da hätte man auch wieder jemanden gehabt für einen Wechsel in Verteidigung, aber offensiv natürlich besser als Reinkind.

    Duvnjak sollte im Idealfall offensiv eigentlich keine Rolle spielen, d.h. man hat vier Spieler, denen man im Angriff und in der Verteidigung einen positiven Beitrag zugestehen würde, wovon zwei Kreisläufer sind, wobei das bei Načinović vorne auch eher wackelig ist. Im Grunde ist der Kader fast ein bisschen wie ein NFL-Team mit Offense und Defense.

    Alleine durch diese Konstellation wird es für jeden Trainer eine Herausforderung sein, hier eine Spielweise zu finden, diesen Kader optimal zu nutzen. Auf jeden Fall ist das für mich kein Kader, den man einfach laufen lassen kann, wenn man sich signifikant verbessern möchte.

    Finde ich nicht. Entspricht einfach dem Selbstverständnis. Aber natürlich bietet so eine Aussage auch Angriffspotenzial, wenn es nicht so läuft. Damit muss man dann im Umkehrschluss leben. Das ist okay.

    "Gehört" ist eher Anspruchsdenken, was nicht unbedingt mit einem Verdienen verbunden ist. Ich würde es bei einem Nichtmuttersprachler aber auch nicht zu sehr auf die Goldwaage legen.

    Die Aussage "gehört in die CL" ist nicht die glücklichste, freundlich formuliert. Das man das Ziel CL haben sollte, mit den Möglichkeiten in Kiel, ist doch klar. Das es dennoch nicht reichen kann, weil der Wettbewerb auch Ambitionen und Möglichkeiten hat, aber auch.

    Übertragen braucht der THW in Zukunft aber nun eben auch eine "ähnlich" gute Arbeit um eben wieder dahin zu kommen, wo der THW mal war. Im Moment sieht es aber nirgends so aus, als würde hier irgendetwas verändert an den richtigen Stellen um bzgl. guter Arbeit dahin zu kommen, im Gegenteil, es wird weitergewurschtelt und gar akzeptiert, dass man eben nicht mehr das "Non-Plus-Ultra" im Handball ist, anstatt die Gier zu haben, dass man da wieder hin will und es eben andere Leute bedarf. 3 Jahre lang nun schon ca. 20 Minuspunkte in der Liga scheint ja "akzeptabel" im Verein und es dürfen nach 3 Jahren mit klarem Abwärtstrend die gleichen weiter machen?! Innerhalb von 3 Jahren vom Titelanwärter zu "keine Chance auf den Titel, wenn irgendmöglich Platz 3", Von einigen Vereinen (SCM, Füchse) überholt und weitere Vereine setzen gerade zum Überholen an. Der THW fährt aber weiter gemütlich seinen Stiefel.

    Ich würde gar nicht mal denken, dass man das einfach akzeptiert oder etwas hinnimmt. Es scheint aber eine gewisse Betriebsblindheit der Verantwortlichen im Tagesgeschäft zu geben und von Außen auch nicht das Eingeständnis, dass man auf die falschen Pferde gesetzt hat.

    Als Kiel 18/19 wieder oben dabei war, nachdem sie von 2015 bis 2018 immer weiter abgerutscht sind, was auch mit vielen Verletzungen einher ging, war man im Aufsichtsrat sehr stolz, dass man den vielen Gislason-Raus-Rufen nicht gefolgt ist, sondern an ihm festgehalten hat. Auf etwas ähnliches wird man jetzt auch hoffen.

    Der Punkt ist nicht, dass sie verloren haben. Selbst wenn man in voller Kapelle spielt, kann man Spiele verlieren in der HBL. Wenn es nicht möglich wäre, dass ein Team, was unten in der Tabelle steht, auch eins von deutlich weiter oben schlagen kann, dann wäre Sport doch null interessant. Das ist mir persönlich dann immer zu viel von peinlich oder so zu reden. Finde ich nicht gut und das wird Wetzlar auch nicht gerecht. Die haben sich getraut in dem Spiel und sind belohnt worden.

    Ich kann mich noch an die erste Saison erinnern, die ich vom THW vollständig verfolgt habe. Das war 17/18. Da hat der THW zuhause gegen Wetzlar verloren. Hat sie jetzt auch nicht davon abgehalten in der Folgesaison wieder in die Spur zu kommen. In der letzten Saison, wo sie Meister geworden sind, haben sie zuhause gegen Leipzig verloren. Man muss da immer bisschen vorsichtig sein was die Schnelllebigkeit von Sport betrifft.

    Was mich persönlich aber stört, ist, dass man einen Spieler wie Ankermann fast schon verheizt. Es geht nicht darum, dass er nicht spielt, sondern, dass man ihm so wenig hilft. Er muss sich viel zu häufig ohne jede Teamarbeit durchsetzen. Wenn er jetzt mit 18 anfängt, das komplette Spiel Angriff für Angriff durch die Wand zu laufen, dann ist doch die Frage, wie lange seine Gesundheit das mitmacht und wie lange seine Karriere dauern wird. Beim ersten Tor vom THW stellt Načinović eine Sperre, er läuft drumherum und hat freien Abschluss. War natürlich in Überzahl, aber genau das machen Teams, die auf Durchbrüche gehen, das ganze Spiel. Dann wird das halt bei der Personalsituation das bis zum Ende gespielt. Und wenn es nicht reicht, dann reicht es eben nicht.

    Der THW hat vier erfahrene Kreisläufer im Kader und fünf Rückraumsspieler, wovon Rowher seine ersten Bundesliga-Minuten sieht und Abdelhak bisher auch gar keine Rolle gespielt hat. Das sollen sie halt 60 Minuten 7:6 mit zwei Kreisläufern spielen und gucken, dass sie darüber die Lücken blocken, die es entweder Ankermann einfacher machen oder es Lücken für Würfe aus dem Rückraum gibt. Oder auch 6:6 mit zwei Kreisläufern. Wie hilft Reinkind denn Ankermann? Umgedreht natürlich auch.

    Man spielt aber 7:6 mit den beiden Jungs aus der A-Jugend in der Mitte und Duvnjak und Reinkind als sehr breit Halbe. Welche Abwehr hat denn Angst vor Reinkind, und im Grunde auch Duvnjak, mit Platz gegen die Hand, sodass sie sich aus der Mitte ziehen lassen? Ich nehme mal, dass Ankermann und Rohwer diese Variante vom 7:6 in der A-Jungend so spielen. Ich hoffe es zumindest. Also versuchen sich die beiden Jungen in der Mitte gegen eine massive Abwehr durchzuwuseln, wo es schwierig ist keine Ballverluste zu haben. Heißt, Duvnjak und Reinkind haben nun den Job den Gegenstoß zu stoppen und schnell zurückzulaufen. Das ist doch mit Ansage, dass die beiden dann dumm aussehen.

    Die Alternative ist, dass man zu Ankermann und Rowher vor dem Spiel geht und sagt: Passt auf Jungs: Ich weiß ihr habt Bock, ihr wollt, aber wir sind sind hier dezimiert, wir haben Dienstag ein super wichtiges Spiel. Wir spielen hier vorne Handball, wo wir auf gar, gar keinen Fall den Ball verlieren, wir gehen kein Risiko und wir spielen so, dass zur Not Duvnjak und Reinkind am Ende drauflöten und wir gucken, dass wir in der Abwehr gut stehen, d.h. ihr lauft vor allem zurück, wenn die beiden werfen. Egal, wie das Spiel ausgeht, aber wir sehen zu, dass hier die Spieler, die da sind, so fit für Dienstag sind, wie es nur geht.

    Das man dieses Spiel mit 8 verliert und sich dafür der Hoffnungsträger Ankermann, der noch zur A-Jugend fahren soll, sich vollkommen verausgabt hat, ist so ziemlich das schlechteste Ergebnis, was es gibt.

    Glaubt ihr wirklich das ein anderer Trainer mit diesem , ich sage es mal ungeschminkt, Trümmerhaufen ohne Rückgrat mehr bewegen könnte ? Weniger geht ja fast nicht .

    Also einfach Spieler auf die Platte zu schicken und denen zu sagen: Haut euch rein, würde glaube ich wirklich jeder hinbekommen. Mal wirklich ehrlich gefragt: Was kommt denn mehr von Jicha? Ich habe Jicha so gut wie noch nie über Handball reden gehört. Also taktische Details. Was will er denn handballerisch sehen? Er redet immer nur über Einstellung, Wille, Kampf, Mentalität, usw. Das ist sinnvoll, wenn man eine Truppe von individuellen Top-Spielern hat, die man auf Spur halten muss, aber wenn man das nicht hat, dann muss man Spielern doch ein Gerüst mitgeben, einen Plan an dem sie sich orientieren können. Die Spieler sind doch verunsichert, weil sie sich individuell durchsetzen müssen und das aus verschiedensten Gründen in der Regel nicht können. Wenn du Reinkind spielen lassen musst, aufgrund der Personalsituation, dann spiel Handball, dass der in Wurfpositionen gebracht wird, aber keinen, wo sich Reinkind an Wuselhandball beteiligen soll, was er noch nie konnte. Und die Analyse von Jicha ist dann: Die Spieler sind keine Weltklasse. Da hat er natürlich Recht, aber gerade dann zeigt sich doch, ob ich als Trainer mehr kann, als nur Patos.

    Die Ergebnisse und Leistungen in der Jugend sind ein mit Vorsicht zu bewertender Indikator, was im Profi-Bereich zu erwarten ist. Man muss nur mal die Jahre durchgehen und da findet man bei den statistisch auffälligsten Spielern viele Namen, die man nur gehört hat, wenn man sich mit der Jugend im jeweiligen Verein beschäftigt. Den Profi-Trainer zu bewerten, ob er Spieler aus der Jugend integrieren kann, ist ein schwieriges Unterfangen. Man kann hier nur Schlüsse ziehen, wenn Spieler woanders dann durchstarten, während sie im Stamm-Verein keine Chance bekommen haben. Der SCM ist doch seit vielen Jahren immer ganz vorne dabei in der Jugend und viel im Profi-Bereich ist davon nicht angekommen, während Wiegert und sein Team den 20-jährigen Gísli Kristjánsson doch ganz ordentlich entwickelt bekommen hat.

    Btw: Načinović ist 26 Jahre alt, Bilyk ist 29. Bilyk ist nur 1,5 Monate älter als Felix Claar oder 3,5 Monate älter als Ómar Ingi Magnússon. Das vergisst man recht schnell.

    Die Bilanz von Berlin mit Siewert als Trainer:

    Vor Gidsel:

    • 20/11: Platz 5, 52:24 Punkte
    • 21/22: Platz 3, 53:15 Punkte

    Mit Gidsel:

    • 22/23: Platz 3, 51:17 Punkte
    • 23/24: Platz 2, 56:12 Punkte
    • 24/25: Platz 1, 58:10 Punkte

    Sind mir mal ehrlich nur ein EL Sieg mit Platz in der Champions League kann eigentlich Jicha noch retten wenn eine vernünftige Saisonanalyse gemacht wird!Kiel so schwach wie seit 30 Jahre in Göppingen und haben dank Duvnjak 5:1 offensiv gerade noch gewonnen....reicht aber siehe aktuelle Ergebnisse grad nicht mehr!Reinkind + Bilyk +Verletze....tja Ausreden aber Anspruch Kiel====sollte eigentlich mehr sein....Superstar aber keine Mannschaft...tut mir leid....hoffentlich versappert ihr die Saison richtig damit es wieder aufwärts geht ohne Jicha!

    ... und an einem guten Tag können sie auch Paris Paroli bieten. Aber mal die Frage in den Raum gestellt, welche HBL Teams könnten das nicht? Bis ca. Platz 10 würden alle Bundesligisten sicherlich die Gruppenphase überstehen. Das ist kein Qualitätsmerkmal für mich. Da kann es schwerer sein, bei blöder Auslosung, das DHB FF zu erreichen. Der THW wurde mal gleichgesetzt mit dem Bayern München im Handball. Zur Zeit sind sie im übertragenen Sinne evtl. Hoffenheim.

    Im Grunde sind sie mehr Borussia Dortmund der letzten Jahre, auch wenn die es über Platz 4 und 5 auch noch in die CL geschafft haben und aktuell vermutlich auch mal wieder Zweiter werden. Im Grunde genug Geld, aber man holt reihenweise Spieler, die irgendwie schon gut sind, aber individuell nicht so gut, dass es darüber für mehr reicht. Man hat Trainer, die über Motivation, Einsatz, Fleiß und all diese Dinge kommen, aber spielerisch keine Idee haben, wie die Stärken der Spieler als Kollektiv zur Geltung kommen. Die Spieler, die man holt, passen auch häufig nicht zu dem, was gespielt wird. Man hat das Gefühl, dass man recht beliebig Spieler holt, die woanders gute Leistungen gezeigt haben, aber versteht nicht so richtig, warum sie das dort getan haben und warum die Voraussetzungen beim BVB andere sind. Trotzdem sind die Ergebnisse in Summe oft besser, als die Leistung, die man zeigt. Jedes Mal, wenn man denkt, jetzt haben sie es, jetzt läuft, dann kommen wieder ein oder mehrere Rückschläge und es geht von vorn los.

    Die letzten Jahre haben doch gezeigt, dass es nicht die größten finanziellen Mittel braucht, um den größten Erfolg zu haben, sondern primär die höchste sportliche Kompetenz. Ist die da, hat Kiel doch mehr als genug Geld, selbst wenn sie nicht mehr CL spielen. Primär hakt es doch dran, dass weder beim Trainer noch beim Kaderplaner ein richtiges Konzept erkennbar ist. Aber das wurde nun auch schon häufig genug durchgekaut. Kiel hatte jetzt mit Gislason und Jicha zwei Trainer und mit Storm und Szilágyi zwei Kaderplaner in Folge, die recht ähnliche Probleme hatten, wenn bestimmte Herausforderungen anstanden. Insbesondere die Verbindung dieser beiden Ebenen, d.h. passen die Spieler, die man holt überhaupt zum Trainer oder der Trainer zu den Spielern. Insofern sollte sich die Organisation insgesamt fragen, was man grundsätzlich anders machen sollte.

    Die Tage gab es einen Artikel über ein Praktikum bei Dujshebaev.

    https://www.handball-world.news/artikel/noch-nie-zuvor-erlebt-deutscher-trainer-ueber-praktikum-bei-dujshebaev-1208203

    Zitat

    Bögel Dichter sagt über Dujshebaev: "Ich bin beeindruckt von seinem taktischen Wissen, das ist etwas Unglaubliches. Die Taktik für das Spiel ist sehr ausgefeilt und bis ins kleinste Detail durchdacht. Soweit ich das beobachtet habe, legt er großen Wert auf die richtige Bewegung auf dem Spielfeld, ständige Bewegung, Positionswechsel im Bruchteil einer Sekunde und das Befolgen seines Plans."

    Er stellte einen Unterschied heraus: "In Deutschland achtet man darauf, den besten Spieler in eine Eins-gegen-Eins-Situation zu bringen. In Kielce ist das Spiel hingegen flüssiger, es erinnert an Basketball."

    Siewert in Berlin hat mich auch immer an eine Motion-Offense im Basketball erinnert. Ich sehe hier auch einen größeren Fit mit den Spielern, die der THW holt bzw. geholt hat. Es wäre schon interessant in Kiel einen Trainer zu sehen, der penibel Abläufe einstudiert, aber auch das wird vermutlich einiges an Zeit brauchen.

    Trotz der jetzt aufgestellten Regeln, weiß man, wenn es dumm läuft, womöglich erst nach dem aller letzten Spiel im CL-Finale eine Woche nach dem letzten Spieltag in der HBL, wer in welchem Wettbewerb spielt. Wenn es so bleibt, kann man gespannt sein, wie sich das auf die Planungen der Teams auswirkt.