Beiträge von Quietsche

    Das mit den Schiedsrichtern in der CL ist ja altbekannt.

    Mannschaften, die in der Liga die Großen sind und einen gewissen Bonus gewohnt sind, haben den plötzlich nicht mehr, wenn sie gegen internationale Top-Teams spielen. Dann fühlen sie sich subjektiv benachteiligt, weil sie einfach anderes gewohnt sind.

    Spannende These. Ich als SCM-Fan habe genau den entgegengesetzten Eindruck. International wird der SCM aus meiner Sicht deutlich besser gepfiffen als national. Hängt vielleicht mit der Spielweise zusammen (es wird nicht so oft der Vorteil weggepfiffen), vielleicht auch damit, dass internationale Top-Gespanne doch besser sind als nationale Durchschnittsgespanne oder auch damit, dass international einfach mehr laufengelassen wird und dadurch ein flüssigeres Spiel entsteht und mir das besser gefällt.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass man automatisch zum benachteiligten Ossi wird, wenn man beim SCM spielt, egal ob man Isländer oder Däne ist... International spielt das keine Rolle.

    Der SCM hat nach der Wende mehr internationale als nationale Titel geholt, bei den anderen Spitzenteams ist das glaube ich andersherum (und war es vor der Wende auch beim SCM). Ich wollte da mal eine Statistik machen, bin da aber doch zu faul dazu. Vielleicht gibt es sowas schon? *Alf fragend ansehe*

    Mein Tipp: Redet mit DHB-Schiedsrichtern über die Szenen in Köln!

    Die, mit denen ich gesprochen hab, waren genauso fassungslos über die Entscheidungen wie ich.

    Die nicht gegebenen Roten Karten waren in der Endphase des Spiels und hätten keinen anderen Pokalsieger ermöglicht. Die nicht gegebenen 6 Tore des SCM, weil kein Vorteil abgewartet und immer viel zu früh gepfiffen wurde, hätten einen anderen Pokalsieger bedeutet. Dass Du Dich zu dieser Thematik nicht äußerst (zumindest habe ich es nicht gelesen), lässt Dich parteiisch wirken.

    Das einzige, was ich mir wünschen würde ist ein besseres Timing bei Vorteil oder in den Vorteil inkl. Torwurf und Torerfolg hinein.

    Diese Thematik wirkt aufgrund der Spielweise einfach gegen den SCM (diese Obsession, immer noch weiterzuleiten oder abzuschließen), selbst wenn sie mit einheitlicher Linie gepfiffen wird.

    Er sucht den direkten Kontakt zum Gegenspieler und legt es oft darauf an, dass er 2min-reif gefoult wird.

    Das ist eine gewisse Unterstellung, die nach meiner Beobachtung nicht stimmt. Er will mMn immer das Tor, keine Strafe erzeugen.

    Ich verstehe den SCM und seine Fans, die sich drüber beklagen, dass man ausgerechnet in diesen Spielen anfängt, etwas zu pfeifen, was die ganze Saison sonst nicht gepfiffen wird.

    Besonders blöd ist es halt dann, wenn es überhaupt nicht stimmt. Oft genug in der Zeitlupe zu sehen. Aber "Wenn man einen Feind hat, hat der Tag Struktur."

    Ich meine doch mal gelesen zu haben, dass man sich in den SR-Expertenkreisen der HBL genau diesen Spieler und genau diesen Sachverhalt genau angeschaut hat und dazu auch eine Position bezogen hat. Meinst Du nicht, dass man das mit Expertise und Sachverstand getan hat oder stimmt das alles gar nicht? Oder weißt Du einfach wirklich nur alles besser?

    Auf Schirilehrgängen war OIM das leuchtende Beispiel, dass es nach Schritten aussieht, aber keine sind.

    Ich weiß jetzt leider nicht ob Hr. Förste selber Handball gespielt hat, aber das "ziehen" von Strafen und 7m ist ein uraltes taktisches Mittel was alle Mannschaften mindestens bis in die 4. oder 5. Liga anwenden. Ich habe vor 40 Jahren gespielt und da gab es das schon.

    Benno sagt es direkt, bei anderen heißt es Isolation auf einen bestimmten Abwehrspieler (höre dir die Auszeiten aller Mannschaften an), daß heißt nicht anderes als auf diesen Abwehrspieler angreifen. Das kann mehrere Gründe haben, er ist die Schwachstelle der Abwehr, er stellt sich "gern" mal ungeschickt an oder er ist "vorbestraft" und muß sehr vorsichtig sein, falls nicht gibts die nächste Strafe.

    Dann soll er es eben Isolation nennen, die beinhaltet mehr als nur das Strafen-Ziehen. Diese Auszeiten schaden dem SCM. Es wirkt sehr unsportlich. Es funktioniert fast nie. Und oft bewirkt es das Gegenteil. Und im schlimmsten Fall verlieren die Spieler den Fokus auf das Ziel - einfach ein (schönes) Tor machen.

    Mich nervt immer, wenn sie abpfeiffen und als Ausrede Schritte zeigen (auch wenns nur 1 oder 2 waren)

    Das finde ich auch immer so albern. Da sollten Schiris einfach mal einen Fehler gegenüber dem Spieler zugeben. Habe ich allerdings auch schon so gesehen.

    Ich kann nicht nachvollziehen, wieso sich SCM-Fans von Rheiners Einlassungen angegriffen fühlen und einen solchen Schnappreflex entwickeln. Was er am Beispiel von Gisli Kristjansson darlegt, ist doch in erster Linie eine Kritik am Schiedsrichterwesen im DHB und nicht am Spieler, der diese Freiräume für sich geschickt auszunutzen versteht. Gisli Kristjansson war nicht der erste Spieler, der sich regelmäßig mit vier bis fünf Schritten durch die gegnerische Abwehr bewegt, und er wird sehr wahrscheinlich auch nicht der letzte sein. Er ist aktuell einfach ein prominenter Spieler des amtierenden Deutschen Meisters, der bei genauem Hinsehen den Spielraum jenseits des Regelwerks maximal ausnutzt, den viele DHB-Schiedsrichtergespanne in der HBL gewähren.

    Und eben das ist die falsche Prämisse. Wenn Du die andere Sichtweise einnimmst, dass es selten Schritte sind und oft genug auch falsch weggepfiffen wird, verstehst Du vielleicht die Schnappatmung. Rheiner wirkt halt sehr parteiisch, und bei mir gibt es da sogar ein bisschen die Angst, dass das Resonanz erzeugt (und wenn es nur mittelbar über Leute wie K73 und Heiner ist). Aber unabhängig davon finde ich, dass Rheiner dabei immer sachbezogen bleibt und dann muss man solche Meinungen eben aushalten.

    Naja, manchmal soll dort auch einfach nur ein Tor erzielt werden. Das was du beschreibst sind sicherlich nette Nebeneffekte, die aber von Wiegert häufiger angesprochen werden als von anderen Trainern. Zumindest nehme ich das so wahr.

    Mich stört das gewünschte Ziehen von Zeitstrafen auch sehr. Einfach unsportlich. Obwohl oder gerade weil ich mittlerweile ein Riesen-Fan von Wiegert bin.

    Und bringt auch nie was.

    Wie viele Tore haben die Schiedsrichter dem scm heute abgepfiffen?

    6! In Worten SECHS. Das letzte vielleicht nach der Schlusssirene. Nach manchen trotzdem mit Torerfolg. Trotzdem emfand ich diese Art, immer sehr früh zu pfeifen und nie die Szene abzuwarten, als sehr benachteiligend für den SCM. Das betraf nämlich nur eine Mannschaft wirklich, aufgrund der Spielweise.

    Davon haben wir nichts.

    Wie viele Finals haben wir nun schon in den letzten Jahren verloren?

    So langsam reicht es…

    Unter Wiegert wurden vier von neun gewonnen.

    Es ist schon beeindruckend, wie der SCM es fast immer schafft trotz geringer Quote gehaltener Bälle zu gewinnen. Wiegert hat es irgendwie hinbekommen, die Bedeutung des Torwartes beim Handball zu reduzieren.

    Die Bedeutung des Torwarts beim SCM ist riesig. Es kommt doch nicht auf die Quote an! Der Gegner könnte sonst immer ins leere Tor werfen!!! So muss der Gegner sich wenigstens mal Mühe beim Torwurf geben und verliert auch mal den Ball. ;)

    Irgendwann spielen wir 7:6 in der Abwehr, so ganz ohne Torwart, und wenn dann keine Bälle mehr aufs Tor kommen, dann ist alles richtig.

    Nein, so ganz ohne Spaß: Das ist der Mathematik-Handball von Wiegert. Alles auf Durchbruch, dadurch bekommt man hohe Wurfquoten. Man muss nur die Fehler minimieren. Daraus folgt auch der ganze TRF-Fetisch von Wiegert und allen seinen Spielern. Und in der Abwehr stehen kleine, schnelle, auf Gegenstoß getrimmte Spieler, so dass der eigene Torwart das gleiche Problem hat.

    Der gesamte moderne Handball entwickelt sich dahin. Früher musste ein Torwart mit der Abwehr zusammenarbeiten und die eigene Ecke zumachen. Heute muss ein Torwart viel besser gegen freie Würfe im 1:1 agieren. Die Paradedisziplin von Landin. Mann, bin ich froh, dass der bald weg ist. ;)

    Ich gehe mal davon aus, dass du mich necken willst

    Ja. Aber Du hast ja auch irgendwo geschrieben, dass Du keinen kennst, der die Verlängerung gut findet.

    Aber wenn jede solide Leistung eines Spielers die Rechtfertigung für Rentenverträge wäre, hätten wir bei uns eine Menge Frührentner rumlaufen.

    Die Laufzeit ist sicherlich diskutabel, aber ich finde die Verlängerung tatsächlich gut. Mein Gedanke dahinter ist, dass es generell gut für den Aufbau einer Mannschaft über Jahre ist, wenn man die Stammspieler verlängert und die Ersatzspieler austauscht. Wenn Neuverpflichtungen besser sind, lösen sie die Stammspieler ab, wenn nicht, dann ist die Mannschaft nicht oder nur wenig geschwächt. So als ganz allgemeiner Gedanke. Hat man auch beim FCM eine Zeit lang gut hinbekommen und jetzt wieder. Und Wiegert macht das insgesamt sehr gut mit der Langfristigkeit, finde ich.

    Heute war Weber ziemlich stark, um noch die Kurve zum Spiel-Thread zu bekommen. Er ist auch ein Spieler, der besonders brennt, wenn es richtig um was geht. Also mehr noch als das sowieso schon üblich ist.

    Gisli ist ein phantastischer Handballer, aber es ist doch unstrittig, dass er die Grenzen des Regelwerks austestet. Das sagen ja nicht nur die Kieler Fans. Es ist aber auch unstrittig, dass er für viele schlicht zu schnell ist. Manchmal sind es dann eben mehr als 4 Schritte, insbesondere, wenn er 1:1 geht. Und weil das genau sein Spiel ist, gibt es auch immer wieder einige strittige Szenen.

    Bei Schiri-Lehrgängen werden SCM-Spiele benutzt, um per Zeitlupe zu zeigen, dass der Eindruck eines Schrittfehlers oft täuscht und der Schritt-Ablauf meistens korrekt ist... Als prominentestes Beispiel wurde hier allerdings OIM genannt.

    Unclever von Magdeburg fand ich nach der Auszeit kurz vor Schluss und nach angezeigtem Zeitspiel wurden 3 Pässe viel zu schnell und sinnlos gespielt.

    Offenbar bemerkten Gisli und Mika nicht, dass sofort nach der Auszeit der Arm gehoben wurde. Bin nicht mal sicher, ob sie es beim folgenden Freiwurf mitbekamen. Komplett im Tunnel... Weiß nicht, ob man das unclever nennen kann. Vielleicht hätte Wiegert mit der Auszeit bis zum Zeitspiel warten sollen und dann einen passenden Spielzug ansagen. Frage mich auch, warum sofort nach der Auszeit das Passiv-Zeichen kam - ob das mit der etwas frechen Überziehung der Auszeit zusammenhing?

    Da stand es doch schon 0:4 und 1:6 ist dann auch kein großer Unterschied mehr.

    0:2 stand es, die Aktion hätte das 1:2 sein sollen. Wenn ich mich nicht total irre...

    Egal was über Sowislo wann diskutiert wurde, fand ich ihn für den FCM immer wichtiger als Weber für den SCM.

    Ob Du das findest oder nicht - es scheint sich z. B. nicht mit der Meinung Wiegerts zu decken.

    Ich verstehe dafür ehrlich nicht, warum eine normale Spielbesprechung jetzt wieder zum Einprügeln hochgejazzt wird.

    Es wird ja nicht über das eine Spiel gesprochen, sondern über alle 3 Auswärtspunktverluste zuletzt.

    Es hat auch niemand der Truppe mangelnden Einsatz oder etwas in der Art unterstellt.

    Das Gefühl des Einprügelns entstand aus Aussagen wie:

    - limitierte Spielweise

    - immer gleiche Muster

    - fehlende Intensität

    - nicht so gallig wie der Gegner

    - Wiegert könnte ändern...

    - fehlende Aggressivität

    - hausgemachte Probleme

    Abschließend wird es dann ganz wild. Wir wissen alle wo wir hergekommen sind, aber die Entwicklung von Pl. 11 zur erfolgreichen letzten Saison hat doch jetzt wirklich nichts mit den Schwankungen der letzten Wochen zu tun.

    Naja, meine Gedankengänge waren da halt so: Wir sind durch die Ausfälle wieder ein Stück weniger Weltklasse und ein Stück mehr erweiterte Spitze. Das ist ja keine All-Star-Mannschaft, sie lebt von den 3 Weltklassespielern (von denen 2 fehlen). Und die Mannschaft kam durch das klare Konzept Wiegerts und die Konstanz wieder in die Weltspitze und auch Konzept und Konstanz benötigen nun mal die 3 Weltklassespieler. Ohne hat man halt Schwankungen.

    Klar, schockt evtl. die Verletzung eines Mitspielers, aber nicht nach 3 min so stark, dass man 57 min das Spiel nicht in den Griff kriegen kann.

    Richtig. Aber es sorgte für einen 6:1-Rückstand, dem man lange hinterherlief, was dem Gegner Selbstvertrauen gibt.

    Melsungen zu unterstellen, dass sie sich dann irgendwann ergeben hätten ist ja fast schon eine böswillige Unterstellung und zeichnet ein komplett falsches Bild des Gegners. Die haben über 60 min stark gekämpft und fertig.

    Irgendwoher muss es ja kommen, dass Melsungen seine PS fast nie auf die Straße kriegt und Niederlagenserien hat. Und ja, wenn Du irgendwo im Mittelfeld stehst, nach oben und unten nichts passieren kann und Du gegen einen starken Gegner hinten liegst, kann und wird das den Einsatz beeinflussen.

    Ich weiß nicht, was seinen Wert sonst noch ausmachen soll, aber warum er nun gerade der verlängerte Arm des Trainers sein soll erschließt sich mir nicht. Dafür müsste er wenigstens etwas herausragend können und zwar auf dem Platz und da sehe ich nichts.

    Ich sehe nicht, dass das zwingend zusammenhängen muss. So schlecht, wie ihr ihn macht, ist er schlicht nicht. Ausreichend gut, um wichtig für die Mannschaft zu sein. Und offenbar setzt er das um, was der Trainer von ihm erwartet. Auch in Auszeiten ist er oft Wortführer.

    Auch ein Sowislo beim FCM hatte als 6er viel mehr Einfluss auf das Spiel des FCM. Nur zum Ende hin wurde er zusehens langsamer und seine Wirkung ließ nach.

    Bei Sowislo wurde schon in der 4. Liga diskutiert, ob er ausreichend Qualität besitzt. Er hatte die Fähigkeit, das Spieltempo zu bestimmen, ja, aber rein spielerisch war er immer in der Diskussion. Er war aber extrem wichtig für neue Spieler und das Mannschaftsgefüge insgesamt.

    Das Andenken an Reini Schütte hochzuhalten ist eine feine Geste der Truppe. In der Chefetage werden schon genug Entscheidungen gefällt, wo mir etwas die Empathie fehlt.

    Reini Schütte hatte eine Bedeutung für den SCM, den wohl die Spieler am besten einschätzen können.

    Für mich gehörte er in die HoF.

    Das verstehe ich alles. Aber nicht, warum das eine angemessene Begrüßung des Gegners und der Schiedsrichter ist.

    Diese Punktverluste in Leipzig, Hannover und Melsungen jetzt vor allem mit dem Fehlen von OIM und Sauger begründen zu wollen, taugt bestens zum Schönreden. Hilft aber nicht und wenn man´s dabei belässt, grüßen demnächst ähnliche Spiele gegen Mannschaften wie BHC, Lemgo ...

    Das ist doch kein Schönreden. Oma Inge, Saugstrup und Gisli sind genau die Spieler, die aus einem Team, das zur erweiterten Spitze gehört und gerne mal Flensburg und Kiel schlägt und in Hannover und Leipzig verliert, ein Team machen, dass zur Weltspitze gehört, sich diese Punktverluste eben viel seltener leistet und dadurch Titel holt. Bei Kiel ist das vor allem Landin, früher auch ein Karabatic und so weiter...

    Wir haben drei Unterschiedsspieler, von denen zwei verletzt sind. Und klar sind das auch Menschen und man verliert auch mit ihnen mal, aber eben nicht so oft... Sie sind gut ersetzt, aber das Team ist dadurch eben nicht mehr konstant Weltspitze. Mal reicht der Ersatz, mal nicht.

    Ich verstehe ehrlich nicht, wieso ihr so auf die Mannschaft einprügelt. Sie gibt alles und das ist aktuell eine echt "Tor-Tour". Ohne OIM und Saugstrup verliert man eben mal bei Mittelklassemannschaften und deshalb wird man eben nicht Meister. Auch wenn das ein echt blöder Satz immer ist, aber man sollte eben trotzdem nicht vergessen, wo man herkommt. Von Platz 11 und da gab es Zeiten, da habe ich nicht mehr geglaubt, dass dieser Verein Deutscher Meister und Vereinsweltmeister werden kann.

    In den 3 Spielen fiel eben auch wieder vermehrt ins Gewicht, dass der SCM mit der Spielweise und den eingesetzten Spielern doch auch ein Stück limitiert ist. Auch mit Magnusson und Saugstrup wären Leipzig, Hannover und Melsungen so gallig und die Spielweise des SCM genau die gleiche gewesen.

    Das stimmt zwar, aber ich behaupte trotzdem, dass mit derselben Spielweise mehr Punkte herausgekommen wären. Natürlich sind Smits und Bergendahl jeweils ein toller Ersatz, aber gegen die 5:1 ist Oma Inge dann doch noch etwas patenter und ein Saugstrup ist im Angriff auch eleganter und rammt nicht mit dem Kopf voraus in den Gegenspieler. Er hat auch dieses Talent, sich anspielbar zu machen, dann doch deutlich mehr.

    Ich behaupte auch, dass die Minuten nach Webers Verletzung das Spiel prägten. Seine Mitspieler waren ein paar Minuten komplett von der Rolle. Statt 2:1 auf einmal 4:0 und 6:1. These: Sonst wäre das Spiel seinen normalen Gang gegangen, SCM übernimmt die Führung in HZ1, die MTM fragt sich, was der Aufwand soll und der SCM gewinnt sicher. So sahen die MT-Spieler, dass was geht und auch nach dem kleinen Rückstand hingen sie sich noch rein.

    Auch mal was zum allgemeinen Weber-Bashing hier: Nach meinen Beobachtungen von sehr weit außen wohlgemerkt ist Weber für den SCM das, was Sowislo für den FCM war. Ein Spieler, über dessen spielerische Qualität man diskutiert, der aber für den Mannschaftszusammenhalt sehr wichtig ist und der dabei auch noch der verlängerte Arm des Trainers (neben Gisli) ist.

    Und wenn ich schon beim Schreiben bin: Wann soll denn das aufhören, den Gegner mit "Reini Schütte" zu begrüßen? Das kann man ja eine gewisse Zeit mal machen, aber als Gegner oder Schiri käme ich mir ein Stück weit veralbert vor. Bin ich der Einzige, der das so sieht?

    Dann ändert sich die nächsten Jahre ja nichts. Und für euch hat es gestern auch ohne ihn gereicht. :hi:

    Das ist natürlich Qualität, sich aus nem langen Text einen Verschreiber rauszusuchen. Ich stelle fest: Man könnte Fußballer sogar zu THW-Kiel-Fans umschulen. Für manche würde es reichen.

    Egal, die meisten werden in der Lage sein, das auf den Text darüber zum TW zu beziehen.

    Mir schießen gerade so viele Gedanken durch den Kopf, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Die Schwarzmalerei der alten SCM-Säcke, die hier im Forum wohnen (hlp, ich gucke Dich an, auch wenn ich Deinen Wortwitz echt gerne lese), ist ja manchmal echt grausam.

    Ich habe das Ergebnis gestern leider, leider vorhergesehen (3 Punkte beim Tippspiel), natürlich nicht mit dem Spielverlauf und auch nicht mit passablen Schiedsrichtern (habe mich trotzdem genug aufgeregt, Zeitstrafe gegen Saugstrup total albern, Hand eindeutig ausschließlich am Ball; aber fehlerfrei geht halt nicht). Als die Auszeit in Minute 40 kam, sagte ich, das ist zu spät, das Spiel ist verloren. Die 10 Minuten nach der Pause haben Kiel den Sieg gebracht. Und dem SCM fehlte echt ein bisschen Matchglück, wenn man die vielen Abpraller sieht. 1-Tore-Ergebnisse würde ich per Regel abschaffen.

    Aber den Pessimismus, dass uns Kiel überlegen ist, teile ich nach dem Spiel gestern erst recht nicht, schon gar nicht die Schlussfolgerung daraus, dass wir größer und kräftiger werden müssen. Der SCM spielt modernen Handball, hat ihn mitgeprägt, Kiel dagegen spielt Handball von gestern. Der Kieler Handball ist teilweise so simpel, dass man dafür Fußballer umschulen könnte. Natürlich spielen sie diesen simplen Handball bis zur Perfektion. Gestern hat Kiel aus zwei Gründen gewonnen.

    Erstens braucht auch moderner Handball nach SCM-Art einen guten Mittelblock. Chrapkowski fehlt total und gleichwertigen Ersatz haben wir nicht. Der letzte war Musa. Saugstrup macht das gut, Meister irgendwann sicherlich auch (aber er ist leider bei den Schiedsrichtern auf dem Kieker). Um in der Mitte zu verdichten und auszuhelfen hat sich Pettersson mehrmals rauslocken lassen, Resultat Riesenlücke für Dahmke.

    Der zweite Grund für den Kieler Sieg war Landin. Der hat einfach total freie Bälle gehalten. Das war keine bessere Abwehrleistung der Kieler, der Torwart hält einfach total freie Bälle. Nächste Saison dreht sich das. Portner gefällt mir in Ansätzen gut, aber für die BL braucht man halt ein bisschen Zeit. Jensen ist ein Top-Mann, dem leider manchmal etwas Konstanz fehlt. Bei unserer Zwergenabwehr auf gute Quoten zu kommen ist nicht so einfach. Benno opfert zum Zwecke des schnellen Umschaltens ein wenig die Defensive.

    Ich bin überzeugt, dass Kiel jetzt ein paar Jahre braucht, um auf modernen Handball umzuschalten. Vielleicht tun sie es auch gar nicht, einfach weil das viele Geld es ermöglicht, die besten Handballer des etwas veralteten Spiels zu kaufen. Der SCM hat so viel Geld nicht und ist trotzdem ein Weltklasse-Team. Wiegert hat dafür ein Top-Konzept. Ihn als Trainer mochte ich schon immer, aber dass das Konzept für ganz oben reicht, habe ich damals nicht geglaubt. Es ist aber so. DM, 2* WM, auch dieses Jahr kommt vielleicht noch ein Titel. Achso, und dieses Gerede von Plan B... Entweder beherrsche ich Plan A zur Perfektion oder 2 Pläne maximal sehr gut. Ich bin dann für Perfektion in Plan A. Das betrifft alle Spitzenklubs.

    Jicha ist sicherlich kein schlechter Trainer, aber er profitiert immer noch von der Arbeit seines Vorgängers und den guten Rahmenbedingungen allgemein. Er ist aber jung und intelligent und ich traue ihm zu, sich da noch selbst zu erfinden. Kiel wird immer stark bleiben, aber die nächsten Jahre ist erst mal moderner Handball dran. Der THW Kiel ist ohne Niklas Landin nur die Hälfte wert.

    Für den DHB wird es recht schwierig, noch Schiedsrichter für SCM-Spiele zu finden. Die Brüder Thiyagarajah kamen letzte Saison schlecht an, Kuttler/Merz hatten auch keine Freunde gefunden unter den SCM-Fans, und die Berliner Gespanne sind allein weil sie aus Berlin kommen, schon mal "leicht suspekt", Grobe/Kinzel gehören ja zurückgestuft in die 3.Liga.Schulze/Tönnies dürfen nicht, und von der EHF kommt ja auch nichts Passendes. :irony:

    Diese Aussage ist ein logisches Eigentor.

    Freundschaft!

    Wenn ich die gemittelte Leistung von Möller, Landin und Milosavljev zu Grunde lege, dann fehlen Green bei seiner Spielzeit 47 Paraden. Die sind statistisch gesehen rund sechs Punkte wert. Die SCM hat tatsächlich nur vier abgegeben. Das zeigt wie gut die Mannschaft außerhalb der Torhüter wirklich gespielt hat. Und das bezieht sich nur auf die Tore, die man "zu viel" kassiert hat. Dass aus Paraden immer auch noch ein Konterspiel entstehen kann, ist noch gar nicht berücksichtigt.

    Das wäre eine Rekordsaison! Minus 2 Minuspunkte. Okay, dafür muss man drei Torhüter dritteln und zusammen ins Tor stellen... Obwohl das unseren Goldhändchen bestimmt auch geholfen hätte, wenn bei Kiel und Flensburg ein Drittel weniger TW im Tor ist...

    Nur Interesse halber: Wieviele Paraden hätten denn statistisch Jensen gefehlt?

    Wusste gar nicht, dass München im Osten liegt.

    Du kannst ja auch nicht alles wissen, nicht so schlimm. München liegt östlicher als Magdeburg. Also wenn sich ein Münchner mal nicht Bayer schimpfen möchte, kann er sich zum Ossi aufwerten.

    Nun zum Spiel im Frankenland: Fand es sehr intensiv. Respekt an die Bayernmeister der HCE-Jugend, die haben wirklich das ganze Spiel Alarm gemacht. Die Black Night hat auch was.

    Gisli am Anfang mit gewohnter Kamikaze, das wurde dann besser. Sehr konzentriertes Spiel unserer Jungs trotz der Abwehrprobleme. Nie einen Lauf zugelassen. Der HCE ebenso.

    Der Kleinkrieg hier im Forum kommt einem etwas albern vor, wenn man in der Halle und danach vor der Halle nur faire Gratulationen und Glückwünsche der HCE-Fans erhält. Bessere Menschen hier in Mittelfranken wohl...

    Als bekennender Fan einer spielerischen, taktischen und mentalen Entwicklung einer Mannschaft muss ich sagen, dass diese Entwicklung jetzt für mich erkennbar ist, sich offensichtlich erarbeitet wurde und nicht mehr nur als Zufall abzutun ist.


    Ein paar Gedanken zu gestern:

    1. Dieser Erfolg ist eine Bestätigung für die Arbeit von Mark Schmedt und Bennet Wiegert, für den geduldigen Mannschaftsaufbau und die geringe Fluktuation.
    2. Es hat sich bestätigt, dass es gut sein kann, an einem Trainer und seinem Konzept festzuhalten.
    3. Das habe ich persönlich zu Beginn seiner Amtszeit nicht geglaubt - ich hatte immer so den Eindruck, dass das Konzept "ganz gut" ist, aber nicht für ganz oben ausreicht.
    4. Insbesondere, wenn das Konzept vom Mainstream abweicht; so etwas geht sicherlich oft schief - es hat aber den Vorteil, dafür andere Spielertypen als die anderen Vereine zu benötigen.
    5. Vielleicht ist es aber auch der Beginn einer neuen Zeit, einer neuen Art des Handballs, die sich gerade durchsetzt - das konnte man vielleicht schon bei der WM beobachten.
    6. Mannschaftsentwicklungen brauchen Zeit. Am Ende dieser Entwicklungen stehen Umbrüche. Für den SCM ist diese Saison die "Win now"-Saison. Er hat eine selbstbewusste, mit dem Trainer eingespielte Mannschaft.
    7. Ziel muss jetzt mindestens die Champions-League-Qualifikation sein, wenn nicht sogar die Meisterschaft.
    8. Dann besteht die Chance, dauerhaft in die Dominanz Kiels und Flensburgs einzubrechen und für Jahre auf Augenhöhe zu sein, weil man für alle Topspieler (eigene und fremde) attraktiv ist.
    9. In der Form von gestern werden wir Green vermissen, auch wenn Alf, dessen Meinung ich sehr schätze, nicht viel von ihm hält.