Der THW Kiel am Scheideweg: Anspruch vs. Realität
- CL-Anspruch, aber EL-Niveau: Wer sagt, diese Organisation gehöre in die Champions League, ignoriert den Ist-Zustand. Nach dem gestrigen Auftritt muss man ehrlich sein: In der Königsklasse hätte dieser THW momentan nichts verloren. Die Fans können fast froh sein, dass den überalterten Spielern dieses Pensum erspart bleibt.
- Glückssiege statt Dominanz: Die Erfolge gegen die Löwen und in Flensburg waren stark. In Göppingen war es kein Sieg der Stärke, sondern das Resultat eines Gegners, der den "Schlafwagenhandball" bereitwillig übernommen hat. Dass ein junger, frischer Ankermann die Kohlen aus dem Feuer holen muss, spricht Bände über den Zustand der Etablierten.
- Müdigkeit in Kopf und Beinen: Die Belastung drückt. Gegen Irun muss zwingend geschont werden, sonst rennt man in Stuttgart (gerade wenn Stuttgart das Tempo anzieht) sehenden Auges in die nächste Pleite.
- Der bröckelnde Mythos: Die Ostseehalle ist keine Festung mehr. Der Respekt der Liga ist geschwunden, weil das Angriffsspiel veraltet wirkt und nicht mehr zeitgemäß ist.
Fazit: Weckruf für den Aufsichtsrat
Wer in der Vergangenheit lebt, verliert die Zukunft. Der ahnungslose Aufsichtsrat, muss jetzt die Alarmglocken hören:
- Kader-Struktur: Zu alt, zu statisch.
- Spielphilosophie: Das System greift nicht mehr im modernen Hochgeschwindigkeits-Handball.
- Zukunft: Ohne radikale Verjüngung wird der Mythos THW weiter zerfallen.
Kader zu alt trifft es nicht.
Die Kaderstruktur ist sehr schlecht. Seit Jahren geben wir (ehemalige) Weltklasse ab und verpflichten Talent. Gleichzeitig verlängern wir einen Trainer, der nie nachgewiesen hat, dass er aus Talent Weltklasse Formen kann.
Vereinzelte Highlightspiele kann Jicha. Für die meisten Spiele, die man gewinnen muss, reicht die individuelle Qualität. Aber es gibt nichts und es entsteht nichts nachhaltiges.
Man verpflichtet an den Qualitäten des Trainers vorbei und ohne langfristigen Plan bezüglich Kaderstruktur und Spielphilosophie.
Dazu werden sich schlechte Planung und daraus resultierenden (Not) Entscheidungen finanzielle Mittel gebunden, die dann zu den nächsten schlechten Entscheidungen führen.
Der THW steht (noch) ok da, wenn auch nicht mehr so gut, wie vor ein paar Jahren. Die Gründe dafür sind allerdings nicht nur den aktuell handelnden Personen anzulasten.
Aber wenn nicht bald was grundlegendes geändert wird, ist nicht ausgeschlossen, dass der THW in 10 Jahren eher im Mittelfeld, als um die Spitze, spielt.
Leider verschlissen zu viele die Augen und lassen sich von kurzfristigen Erfolgen blenden. Hier und im AR.