Ich denke man muss immer betrachten, warum eine Mannschaft keine guten Resultate liefert.
Die Spiele gegen den SCM, Flensburg und den HHSV haben gezeigt, dass die Mannschaft es punktuell kann. Spieler wie Dule, Reinkind und Bilyk haben sicher schon bessere Tage gesehen, aber haben ja nicht grundsätzlich das Handballspielen verlernt.
Es nützt ja nichts Mannschaften als Vergleich heranzuziehen, denen einfach die Qualität fehlt und die auch mit einem neuen Trainer keine besseren Ergebnisse liefern.
Die Spieler sind verunsichert, blockiert und bekommen von außen keine Lösungen. Da kann für mein Empfinden ein neuer Trainer durchaus etwas bewirken. Einfach mal in kritischen Situationen aufzeigen, wie der aktuelle Deckungsverbund des Gegners geknackt werden kann. Den Spielern Mut und Zuvertrauen zusprechen. Dafür müssen keine Verletzten gewunderheilt werden, keine fancy Spielzüge eintrainiert werden.
Aktuell frei, mindestens für ein paar Monate als Übergang, wären diverse aktuelle Nationaltrainer, die keinen Verein trainieren. Die sollten idealerweise die Sprache beherrschen. Wenn man von jemandem wie Prokop zu Pastor wechseln, ändert sich außer dem Anfangsbuchstaben erstmal alles. Da kann es durchaus passieren, dass man weiter verliert, weil die Mannschaft erstmal alles neu lernen muss.
Sigurdson und Gislason traue ich absolut zu, den THW für den Saisonentspurt auf Kurs zu bringen ohne viel zu ändern. Und dann kann man dir Zeit nutzen, um einen neuen Trainer zu suchen.
Ich würde wirklich gerne sehen, was Siewert aus der Truppe der nächsten Saison herausholen könnte. Vieles, was hier gefordert wird, hat er in Berlin aufgebaut. Wenn man ihn allerdings jetzt holen würde, wäre das wohl ein zu großer Bruch in der Mannschaftsführung und der Spielweise, als das man sofort Besserung erwarten dürfte. Könnte trotzdem Sinn machen, damit er Zeit zur Eingewöhnung bekommt. Aber es müsste allen klar sein, dass es erstmal schlechter werden könnte, bevor es besser wird.
Prokop hat absolut interessante Ansätze gezeigt, aber ist den Nachweis schuldig, auch den letzten Schritt zu gehen.