Beiträge von Valter

    Eine Stunde später und ich bin immer noch nicht aus dem Kopfschütteln raus.

    In anderen Sportarten würde man jetzt prüfen, ob es ungewöhnliche Wetteinsätze auf so einen Spielverlauf gab. Der SCM hat das Spiel bis zur Halbzeit völlig unter Kontrolle. Es gab null Anzeichen, dass Hannover das Spiel drehen könnte. Doch dann macht Wiegert ein Trainingsspiel draus und unterlässt alle notwendigen Maßnahmen, um den Sieg zu sichern. Unvermögen oder Absicht - was anderes bleibt da nicht übrig.

    Da schleicht sich vielleicht auch bei manchem ins Unterbewusstsein ein: Und zum Schluss gewinnen wir ja sowieso.

    Kornecki hat bei ner halben Stunde mehr Spielzeit aktuell 1 Parade mehr als Quenstedt. Dafür aber auch 16 GT mehr kassiert. Darios Quote ist 1 % besser als die von Kornecki. Man muss natürlich vorsichtig beim Vergleich der Zahlen sein (wie übrigens bei allen Statistiken), da beide nicht die selbe Abwehr vor sich haben. Quenstedt nach Eisenach könnte passen, deren 2. TW hatte ja bisher so gut wie keine Spielzeit.

    Kann man das überhaupt vergleichen? Hannover stellt eine klassische Abwehr, Eisenach hingegen spielt in der Abwehr doch sehr unkonventionell.

    Der Aufsichtsrat beim THW wirkt bei Transfers grundsätzlich nicht mit. Wenn es in das Budget passt, kann der Spieler geholt werden.

    Formal wird es so sein. Irgendeiner muss schließlich Verträge unterzeichnen und seinen Kopf hinhalten, wenn sich Verpflichtungen als Flops erweisen. Daher wird auch der Geschäftsführer froh sein, dass ein intensiver Austausch mit dem Aufsichtsrat stattfindet und nach einvernehmlichen Lösungen gesucht wird. Ansonsten bräuchte man im Aufsichtsrat auch keine Handballexperten, sondern lediglich Finanzexperten.

    Du glaubst doch zum Beispiel nicht, dass die letzten Kieler Neuzugänge ohne das ok von Jicha passiert sind?

    Ich schrieb oben, gegen den ausdrücklichen Willen des Trainers, wird man niemanden verpflichten. Man wird aber vermutlich Trainerwünsche ablehnen, auch nicht unbedingt nur aus finanziellen Erwägungen.

    Die letzten Kieler Neuzugänge sind vermutlich sogar Wünsche des Trainers. Auf jeden Fall mußten relativ viel Leute davon überzeugt werden. Es gilt dabei ja der Grundsatz, einvernehmliche Entscheidungen treffen zu wollen.

    Also ich habe schon den Eindruck das Berlin, Kiel und Flensburg Spieler holen, die für den Trainer passend sind. Im letzteren Falle aber natürlich bisher alles Spieler, die von Machulla gewollt waren, inklusive des noch bei den Löwen spielenden Halbrechten.

    Deswegen würde ich Hinze und Krickau momentan was das angeht noch für gut vergleichbar halten. Sie hatten bisher nicht zu viele Möglichkeiten auf die Kaderplanung Einfluss zu nehmen. Während Krickau aber das Glück hat, dass der recht ausgewogen zusammengestellt ist, hat man das in Mannheim eben nicht.

    Es geht ja in dieser Diskussion letztendlich darum wer verantwortlich ist dafür, dass man bei den Löwen die sportliche Ziele nicht erreicht. Ist es der Trainer, der ein gutes erstes Jahr hatte und einige Impulse gesetzt hat? Kann sein das er den Bezug zur Mannschaft verloren hat. Kann aber auch sein das das eine ganz angenehme Sündenbock-Lösung ist.

    Trainerwechsel gab es in den letzten Jahren einige bei den Löwen. Weiter oben nicht ganz so oft.

    Wenn ich als Verein auf den Trainer setze, und ihm allein die Weiterentwicklung der Mannschaft überlasse, wie derzeit bei dem SCM oder der MT, wozu braucht die SG dann einen Vranjes?

    Du hast Vorstellungen, echt? Vielleicht war es ja so bei den RNL und deshalb das Chaos seit Jahren. Was soll eine mittelfristige Kaderplanung ohne Trainer, ohne Kenntnis des Konzepts und Spielsystems, das in ein paar Jahren praktiziert wird? Wenn ein Trainer kurzfristig wechselt und irgendwo neu anfängt, muß er mit dem Kader arbeiten, den er vorfindet. Anschließend wird der Kader dem Spielsystem entsprechend umgebaut. Kann man aktuell wunderbar bei der MTM beobachten.

    In Mannheim sucht man noch nach den richtigen Wegen für die Zukunft.

    Ich gebe dir völlig Recht, dass die Realität vielfach eine andere ist. Darin sehe ich auch ein Hauptproblem der RNL, indem im Managment Fehler bezüglich der Kaderplanung gemacht wurden.

    Nur in seltenen Fällen funktioniert es, dass ein Trainer langfristig bleibt und passend zu seiner Spielidee den Spielerkader umbauen darf (Musterbeispiel SCM und möglicherweise die MT).

    Andere erfolreiche Vereine haben eine Spielidee, entsprechenden Sachverstand im Management und planen ihre Weiterentwicklung doch eher unabhängig vom Trainer (Bsp. sind für mich die SG, die Füchse und der THW).

    Ohne den Wert eines Großturniers für die Entwicklung von Spielern unterschlagen zu wollen, wäre es vermutlich dennoch vermessen, so zu tun als wäre der "Riesensprung" Kösters das (alleinige) Werk des Turniers, der Nationalmannschaft oder Gislassons.

    Verantwortlich für die Weiterentwicklung eines Spielers kann doch nur der Vereinstrainer sein, der täglich mit ihm arbeitet.

    Im Regelfall wird der Nationaltrainer den Spieler so einsetzen, wie auch seine Rolle im Verein ist. Bei Köster ist dies m.E. weitgehend gegeben: Er spielt zentrale Abwehr und zusammen mit Knorr (statt Mappes) RL.

    Verschätzt hat sich Alfred m.E. bezüglich der Einsatzzeit von Köster (betraf auch Knorr). Er hätte ihm mehr Pausen gönnen müssen. Dies hängt natürlich damit zusammen, dass generell keine annähernd gleichwertige Besetzung vorhanden war und Heymann, der zukünftig in diese Rolle hineinwachsen könnte, nach seiner Verletzung nur dosiert eingesetzt werden konnte.

    Wer macht den dort die Kaderplanung? Der Hausmeister?

    Jedes Vereinsmanagement wäre schlecht beraten, wenn es die Kaderplanung dem Trainer überlassen würde, wobei natürlich Ausnahmen (z.B. die Rolle von Bennet Wiegert beim SCM) die Regel bestätigen.

    Es ist davon auszugehen, dass z.B. beim THW nicht einmal der Geschäftsführer eine Spielerverpflichtung ohne Mitwirkung des Aufsichtsrates vornehmen kann. Natürlich wird jeder Trainer Vorschläge unterbreiten und es wird auch kein Management einen Spieler verpflichten, den der Trainer ausdrücklich nicht will.

    Ich würde davon ausgehen, dass im jeweiligen Vereinmanagement und Aufsichtsgremium Fachleute sitzen bzw. sitzen sollten, die über den Tellerrand hinausschauen, d.h. insbesondere eine mittelfristige Kaderplaung im Auge haben, die davon unabhängig ist, wer gerade Trainer ist.

    Die Zahlen zeigen Trends. Die weiter zurückliegende Vergangenheit war nicht so schlecht. Dann ging’s bergab. Und im Moment verbessert er sich wieder… ;)

    Von 2019-2022 war er in Kiel. Ich hatte ja bereits mal gesagt, diese Zeit als klare Nr. 2 hinter Landin hat ihm nicht gut getan. Ist psychologisch verständlich. Mir hat er leidgetan. Würde mich für ihn freuen, wenn er bei einem Bundesligisten unterkäme.

    Ich möchte einen Trainer sehen, der mutig und experimentierfreudig einen modernen und individuellen Handball spielen lässt.

    Zu dem sportliche Erfolge als Spieler wie auch (Vereins-)Trainer vorweisen kann, die beide nicht im letzten Jahrtausend zurückliegen, sprich auch als Typ für eine moderne, offene Handballmentalität steht und diese 24/7 energisch vertritt. Quasi ein Freak ist.

    Mit diesem Trainer und der entsprechend experimentierfreudigen Truppe hättest du dich irgendwo zwischen den Plätzen 13 und 24 einreihen müssen. Dies kann sich der DHB aber nicht leisten, will er international ernstgenommen werden.

    Ich bin mir auch sicher, dass einige der gestandenen Nationalspieler ihre Teilnahme am Turnier abgesagt hätten. Sie wollen nämlich den jeweils maximal möglichen Erfolg und nicht maximal mögliche Experimente.

    Wenn man das Personal der NM betrachtet und dies im übertragenen Sinne auf die HBL bezieht, spielt die NM um Plätze 5-8. Alles andere ist Illusion und ein Traum. Insofern hat man mit P 4 das Machbare erreicht.

    Zwei deutsche Spieler gehörten zum All-Star-Team der EM. Bei Wolff dürfte die Wahl noch allgemein akzeptiert, bei Knorr hingegen bereits äußerst umstritten sein. Welche deutschen Spieler gehören zudem zum erweiterten Kreis der internationalen Topspieler? Mir fällt da nur Golla ein und als Nachwuchshoffnung Köster.

    Andere Nationen haben da weitaus mehr zu bieten und / oder sind seit Jahren eingespielt. M. E. gehören wir garnicht unter die ersten vier. Das wir es trotzdem geschafft haben, haben wir dem Spielplan und der Formschwäche anderer Nationen (allen voran den Spaniern) zu verdanken.

    Nur wenn man das Erreichte an der unangemessenen Zielsetzung, zu Hause müssen wir selbstverständlich die EM gewinnen, misst, kann man enttäuscht sein. Eine realistische Zielsetzung wurde eigentlich übertroffen, wenn auch mit der geringsten bisher erreichten Punktezahl. Dies zeigt aber nur, wie groß der Kreis derjenigen ist, die das Halbfinale als Zielsetzung anstreben.

    Das nimmt Deiner Beurteilung die Objektivität.

    Ich bin kein Schiedrichter und will auch gar keiner sein. Ich habe nicht einmal den Anspruch, objektiv zu sein, zumindest nicht bei einem Spiel des THW. Vielleicht gelingt es mir heute Abend beim Spiel des SCM. In der Halle ist die subjektive Sichtweise noch extremer. Wer verfolgt dort schon ein Spiel objektiv?

    Genauso wie ich Präferenzen für Vereine habe, habe ich auch Präferenzen für Spieler. Diese subjektive Sichtweise führt natürlich dazu, dass ich den einen zu nachsichtig und den anderen zu streng beurteile. So what!