Ich denke, wenn man die Gesundheit der Spieler im Blick hat, ist jedes Spiel weniger Gold wert.
Die werden teils schon ziemlich geschunden und das Resultat sind ständige Verletzungen.
Da sind dann alle ganz schnell mit den besten Wünschen. Aber die Strukturen ändern, um das zu verhindern - so weit geht das Mitleid dann doch nicht.
Um die Gesundheit der Spieler sollte es gerade angesichts der abgelaufenen Saison eigentlich in erster Linie gehen. Ob es den Verantwortlichen und natürlich auch den Fans wirklich in erster Linie darum geht, da habe ich meine Zweifel. Anlass für den "Murmeltier-Vorschlag" ist eher die Sorge um die internationale Konkurrenzfähigkeit der Liga: Kommen weiterhin die internationalen Top-Spieler und besteht Chancengleichheit in der CL (insbesondere mit Verweis auf das VF, bei dem nur die dt. Vereine zwischendrin noch ein Ligaspiel auszutragen hatten)?
Hierzu eine Aussage von dem Aufsichtsratvorsitzenden des THW, Marc Weinstock, im ZEBRA JOURNAL, DER GOSSE SAISONRÜCKBLICK 2022/23: Er lobt die Belastungssteuerung durch den Trainer, verweist auf die noch höhere Belastung für den SCM durch die Klub-WM, und zu Spielern, die sich beschweren, zuviel CL zu spielen, würde er sagen, doch zu einem Verein zu gehen, der nur Bundesliga spielt und auch im Pokal früher ausscheidet. Im Übrigen geht er für den THW von einem Kader von 16 Spielern aus, die alle HBL- und CL-tauglich sind. Verhältnisse wie in Veszprem wird es in Kiel nicht geben.
Und wenn dann ein dt. Nationalspieler für sich entscheidet, eine Nati-Pause einzulegen, ist er für manchen sog. Fan gleich der Buhmann, völlig egal ob er gesundheitliche Probleme mit sich rumschleppt oder nicht.
Daher mein Fazit: Eine Reduzierung der Liga wird nicht kommen und auf die Spielregeln der internationalen Wettbewerbe wie CL, EM, WM, Olympia usw. haben wir noch weniger Einfluss. Umso wichtiger ist die Belastungssteuerung durch die Vereinstrainer und die individuelle Entscheidung eines Spielers, für sich Konsequenzen zu ziehen, die wir als Fans zu respektieren haben.