Beiträge von nicnamejue

    Du hast von einem Qualitätsproblem in der HBF1 gesprochen. Das ist natürlich eine Anspruchshaltung. Denn dir reicht die Qualität offenbar nicht aus. Mit "mittlerweile im freien Fall" hast du drastisch ausgedrückt, dass sie sich schnell und deutlich verschlechtert habe.

    Ich halte das für eine subjektive Betrachtung und für ein in vielen Sportbereichen zu beobachtendes Bashing von sogenannten Fans gegenüber den Sportlern. Es gibt keine objektiven Zahlen, welche diesen Frust rechtfertigen würden. Wenn Fehlerquoten steigen würden, läge dies nicht an der Qualität der Spielerinnen, sondern am geänderten, schnelleren Spiel.

    Im internationalen Gefüge muss man die HBF realistisch einordnen. Sie gehört zur europäischen Verfolgergruppe, aber nicht zur absoluten Spitze. Aber dass sie im freien Fall ist, das bezweifle ich sehr.

    Jetzt bin ich aber gespannt: wie stufst du mich dann so ein?

    Ich sehe auch einen Qualitätsverlust im weiblichen Handball in Deutschland, bin mit der Qualität in den Ligen aber trotzdem zufrieden. Einfach, weil ich anerkenne, dass mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und den bestehenden Strukturen nicht (viel) mehr herauszuholen ist. Nicht von den Vereinen, nicht von den Trainern und schon gar nicht von den Spielerinnen. Einzig bei den Verbänden bin ich mir nicht so sicher.

    Nicht den passenden Zeitpunkt verpassen! ...laut Gino Smits sind das ja nur zwei Wochen im Jahr, an denen "trainingsfrei" ist. :cool:

    Ja, daran erinnere ich mich auch noch ^^

    In der Tat, die halbwegs Erholungsphase zwischen Rundenende bzw Qualiende und Beginn Testspielsaison ist schnell vorbei.

    Für Selbstreflexionen ist aber der Zeitpunkt zwischen Weihnachten und Neujahr ideal. Im Januar wollen die Vereine von ihren Spielern ja schon wieder Commitments zur neuen Saison hören. Wer da leichtfertig bzw unreflektiert zusagt, dem fällt es dann später uU schwer, einen Rückzieher zu machen.

    Ich kann allem bisher geschrieben nur zustimmen. Ich kann aus eigener Erfahrung noch ergänze, dass auch die schulische Leistung nicht unter 4-6 Handballeinsätzen je Woche leiden muss. Dazu gehört aber natürlich a) eine gewisser Grad an Intelligenz und b) ein sehr hohes Maß an Diszipliniertheit dazu, jede freie Minute (Fahrten zum Training, zum Spiel) zu nutzen, zumindest, wenn erforderlich. Aber das ist ja das tolle, dass das für die Kinder oft gar kein Problem ist, weil sie über den Sport sowieso lernen, extrem diszipliniert zu sein (Lauftraining zu Hause etc lässt grüßen).

    Ich empfehle, nach jeder Saison (wenn mal ein kleiner Break da ist und somit etwas Zeit zum Reflektieren) die Tochter aufzufordern, sich selber zu hinterfragen, ob sie mit ihrer Entscheidung weiter glücklich ist oder ob sich Prioritäten verschoben haben.

    Für deine Tochter scheint es im Heimverein nicht mehr zu passen. Darauf sollte sie reagieren und ihr ihr auch Mut machen, sich auf ein neues Team einzulassen. Ob und wie lange die Hochzeit auf zwei Baustellen von ihr betanzt werden kann, wird sich zeigen. Ich vermute, nach einer Saison wird sie ganz wechseln. Aber zum Start kann auch das Modell mit zwei Vereinen funktionieren.

    Für euch als Eltern wird es auch eine Umstellung sein. Fast kein gemeinsamer Abend/WoE mehr, weil immer einer mit beim Training oder Spiel ist. Nahezu keine Zeit mehr für eigene Hobbys. Man muss schon auch verzichten können. Aber es können auch die schönsten Eltern-Kind-Jahre werden: die häufigen gemeinsamen Fahrten, Freud und Leid nach praktisch jedem Training miteinander zu teilen und sein Kind in mitunter emotional extremen Situationen begleiten, beraten und unterstützen zu dürfen, kann sehr bereichernd sein. Die Zeit mit den Kindern zuhause ist ja sehr schnell rum.

    Ich kann nur Mut machen. Der Ehrgeiz der Eltern sollte nur nie größer als der des Kindes werden. Und die Ausgangstür kann und darf man dem Kind auch nicht verstellen, wenn es doch nichts war.

    Wenn das alles passt: let's do it!

    Klar, die beiden Dinge sind hier irgendwie zusammengekommen, haben aber nix miteinander zu tun. Warum kippen Spiele (wie jetzt beim FF)? Wie meistens gibt es mehrere Gründe. Für mich ist der Hauptgrund ein falsches Wechselregime. Die anderen 3 FF-Mannschaften haben viel mehr gewechselt als der THC. Beispiel Kühne: Sie bekam in der 2.Hz immer wieder Pausen und machte dann die entscheidenden Tore zur Blomberger 2- und 3-Tore-Führung. Müller lässt die erste Sechs oft spielen, bis die Mädels kaum noch geradeaus laufen können - von "schnell" will ich gar nicht reden. Das Angriffsspiel wird langsam und ausrechenbar, es mehren sich die Fehler und damit die Gegenstoßtore. Isabell Klein wies z.B. darauf hin, dass Aizawa mal eine Pause genau aus diesem Grund gebraucht hätte. Das gilt auch für andere Spielerinnen. Und gerade im Spiel um Platz 3 hat sich doch gezeigt, dass die sonst 2. Reihe gar nicht so schlecht ist, obwohl in dieser Konstellation noch gar nicht eingespielt. Ob Müller aus diesen Negativerfahrungen lernt?

    Hat Müller die letzten Jahre (als die Spiele noch gewonnen wurden) mehr gewechselt?

    Wenn ja: warum jetzt nicht mehr? Ist die Qualität von der Bank nicht mehr wie in früheren Jahren?

    Wenn nein: haben die Spielerinnen nicht mehr die Kondition wie früher?

    Danke für deine ausführliche Erläuterung. Mir erschließt sich trotzdem noch nicht so ganz was sich diese Saison konkret geändert hat, dass die Spiele am Ende kippen, statt über die Zeit gebracht zu werden. Da ist es ja erst mal keine Frage, ob Rückraumshooter in der Mannschaft sind.

    Leipzig ist nicht Ostfriesland. Aber wenn Du das mal mit NRW vergleichst, oder auch mit Hamburg, dann stelle ich mir die Frage, aus welchen Gründen exakt die Wahl auf Leipzig gefallen ist. Ich nehme an, dass es stark mit den bereits vorhandenen Strukturen zu tun hat. Dann ist die Frage, wie hoch hier die Investion des DHB ist. Vielleicht stand im Vordergrund, dass man so wenig Geld ausgibt wie möglich. Es ist schwer zu beurteilen, weil dazu wenig kommuniziert wird.

    Im Budget sind ja 250.000€ je Standort eingeplant. Wenn man die Personalkosten für 2 Trainer abzieht, dann ggf. Reisekostenzuschüsse für die Spielerinnen, bleibt vielleicht noch ein bisschen was für Sachkosten übrig. Bauliche Strukturen müssen aber vorhanden sein, soviel ist klar.

    Ich finde Leipzig abe gar nicht so verkehrt. Der Schwerpunkt der ostdeutschen Handballszene wird damit ganz gut erreicht. Brandenburg müsste sich Richtung Hamburg orientieren. Das ist aber auch nicht weiter als von Bayern oder Mainz nach Stuttgart.