Beiträge von nicnamejue

    das Engagement ist jedenfalls beachtlich und verdient höchsten Respekt.

    300.000 per anno für die weibliche Jugend, praktisch jeder Jugendtrainer träumt sicherlich von 10% dieser Summe. Selbst in Vereinen der 1., 2., 3. Liga ist es nicht selbstverständlich, dass ein vollständiger Satz Trikots für die Jugend vorhanden ist oder auch der Trainer nicht im privaten Jogginganzug kommen muss...

    Vielleicht hat der DHB solche Zustände im Kopf, wenn er plant, eine Parallelstruktur aufzubauen, anstatt mit engagierten, vorbildlichen Vereinen nach Synergieeffekten zu suchen. Finde ich trotzdem schade.

    Wer das nicht will, hat nicht den Ehrgeiz und solchen Leuten gewinnt man keinen Blumentopf. Dazu kann man sich ja einen Verein in der Nähe von Stuttgart/Leipzig suchen.

    Hallo? Wir reden von 13 jährigen Mädchen, die der DHB WoE für WoE unbegleitet quer durch die Republik verschicken will. Für mich ist das völlig weltfremd. Die Eltern, die sich auf so was einlassen, möchte ich nicht haben. Ich würde meine Töchter in diesem Alter niemals mit der Bahn alleine reisen lassen. Unpünktlichkeit und Zugausfälle sind da das kleinste Problem, wenn ich an abendliche Umsteigeaufenthalte am Frankfurter Hbf denke, wird mir schon anders.

    Das hat auch mit Ehrgeiz und fehlender Leistungsbereitschaft null Komma nichts zu tun, sondern allein mit Verantwortungsbewußtsein und Realitätssinn.

    Die 10 Stunden, die man wöchentlich alleine für die Bahnfahrten einkalkulieren kann, fehlen schon an Training in einem wohnraumnahen Zentrum.

    Und dein Vorschlag, die Kinder können ja zB nach Leipzig wechseln ist ja genau das, was der DHB nicht will. Denn dann bräuchte es das Konzept der wöchentlichen Heimfahrten zum Stammverein gar nicht mehr. Aber klar, genau das ist es, was die Vereine wie Lintfort und Leverkusen befürchten und auch da ist es weltfremd zu meinen, dass das nicht auch eine Folge eines solchen Konzepts wäre.

    Und was den Psychologen anbelangt: er zitiert die aktuelle Studienlage und nicht seine persönliche Meinung. Das hat mit den Bundesjugendspielen gar nichts zu tun. Für mich ist es absolut nachvollziehbar, dass durch den Wegfall der gewohnten Umgebung, der Schutzfunktion dess Elternhauses und der Fürsorge der Eltern bei den Hausaufgaben etc. das schulische Leistungsniveau leidet. Eine andere Frage ist, ob ich das in Kauf nehme, oder nicht. Und da 13 jährige nicht wirklich die Tragweite einer solchen Entscheidung absehen können, ist es wieder an den Eltern, hier für die Kinder abzuwägen. Aus Sicht des Handball dürfte die Entscheidung klar sein. Ob es dem Kindeswohl in Summe aber wirklich dienlich ist, da habe ich meine größten Zweifel.

    In die Internate werden daher nach meiner Einschätzung nur ein kleiner Prozentsatz der besten Talente geschickt werden. Zu einem größerem Prozentsatz Kinder von Eltern, die sich auf Kosten ihrer Kinder selbst verwirklichen wollen. Für den Handball ist am Ende wieder nichts gewonnen.

    Daher komme ich für mich zum Ergebniss, dass eine Unterstützung der Vereine durch den DHB für eine dezentrale Förderung auf hohem Niveau in ca. 8-10 Unterzentren, der vielversprechendere Ansatz wäre.

    Bericht über die umstrittene Leistungssportreform im weiblichen Jugendbereich:

    Frust im Frauenhandball: Wie die DHB-Reformen spalten
    Weil Deutschlands Handball-Nationalmannschaft der Frauen der Weltklasse hinterherhinkt, will der Deutsche Handballbund die Eliteförderung selbst in die Hand…
    www.sportschau.de

    NIchts neues, als hier schon diskutiert, aber mal im Video-Format: die Mädels sollen mit 13/14 in die zwei Zentren Leipzig und Stuttgart in Internate einziehen und am WoE daheim in den Vereinen spielen.

    Ich bin gespannt, wie das klappen wird, ob 14 jährige tatsächlich jedes Spiel-WoE von Leipzig nach Lintfort oder von Stuttgart nach Leverkusen fahren können.

    Auch laut Sportwissenschaftlern hat es negative Folgen (meist sinkende Schulleistungen), wenn Talente zu früh das gewohnte Umfeld verlassen.

    Vielen Dank für deine Schilderungen. Noch eine kurze Rückfrage: wo genau haben deine Außen denn zu stehen? Zwischen "alle sechs auf einer Linie" und "Außen in den Ecken" ist ja ein ziemliches Spannungsfeld. Ich verstehe, dass sie sich in der D in den Ecken 40min totstehen würden. Wenn die Außen aber so gar nicht hinter die Abwehr laufen, sich so gar keine Räume öffnen und der Ball daher wie auf einer Perlenkette gezogen von rechts nach links und wieder nach rechts wandert, bis der Schiri ein Erbamen hat und Zeitspiel pfeifft, dann rollen sich bei mir doch auch regelmäßig die Fingernägel hoch.

    Das vergrault die guten Spieler, da die hoch und runter laufen und keinen Ball bekommen, da der vorher verloren wird…

    Ne, also da ist dann doch der Trainer in der Pflicht, das Abspiel nach Außen auch einzufordern. Und wer beleidigt ist, wenn er mal eine halbe HZ Außen spielt, hat in einem Mannschaftsport auch nichts verloren. Die Aufgabe des Trainers ist es allenfalls, zu erklören, das das keine Strafe ist, sondern für eine gute Ausbildung erforderlich ist.

    Im Gegenteil, ich kenne mehrere Fälle, da spielt das, vielversprechende Ansätze zeigende, E-Jugend-Talent ab E-Jugend immer Mitte (oder RL) und natürlich immer durch und wenn es mal nicht da ist, wird das Spiel schon vor Anpfiff von der versammelten Fangemeinde verloren gegeben. In der D geht das noch gut, in der C ist sie plötzlich nur noch Durchschnitt, in der B spielt sie im besten Fall noch immer in ihrem Heimatverein, wo sie noch immer als Talent gilt, im schlechtesten verliert sie die Lust und hört mit Handball auf, weil sie registriert, dass sie von rechts und links überholt wird. Auch in solchen Fällen, bin ich der Meinung, trägt der Trainer eine Mitschuld, weil er es versäumt hat, dem Talent auch etwas Demut beizubringen.

    wie wahr, Pirouetten drehen im Rückraum, das mich immer ein wenig an Eistanz erinnert, kenne ich auch zu genüge.

    Was mich interessieren würde: wo positionierst du die Außenspielerinnen in der D-Jugend (vor oder hinter der Abwehr?) und wann fängst du mit positionsspezifisches Außentraining an - oder überhaupt schon in der D?

    Meine Beobachtung ist, dass quer durch alle Jugenden viel zu viel Rückraum und viel zu wenig bis gar kein Außen trainiert wird - ganz zu schweigen von dem Problem, dass nicht die technisch versiertesten Spieler nach Außen gestellt werden, sondern - hart gesagt - "das was übrig bleibt". Finde ich jammerschade für diese Position, die mE mit für die schönsten Handballmomente sorgen kann.

    Klares Plädoyer also für diese Position. Die Frage an den Experten aber: ab wann und wie trainieren/spielen?

    Die Vereine haben alle das Geld, geben es aber lieber für irgendwelche selbstverliebten Möchtegern Profis aus, weil sie der Meinung sind, nur so die Oberliga halten zu können. Hier liegt in meinen Augen ein viel größeres Problem als bei den Proficlubs.

    Habe ich noch nie verstanden. Bevor nicht jeder Jugendtrainer anständig bezahlt wird, würde bei mir kein Spieler auch nur 1 Öre bekommen.

    (bevor ein falscher Verdacht aufkommt: ich bin kein Jugendtrainer).

    Hätten die (Breitensport-)Vereine flächendeckend das Geld, um auf 450€-Basis ihre Leute in die Schulen zu schicken, damit die dort Handball im Sportunterricht promoten oder Handball-AGs anbieten (über die man die talentierten Kids in die Vereine ziehen kann), würde man in einem ganz anderen Maße qualität "farmen" können als bisher.

    Es ist ja noch viel besser: die Vereine müssen kein Geld mitbringen, sie bekämen es zukünftig sogar vom Staat: nächstes (?) Schuljahr beginnt der Anspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. Viele große Vereine haben hier schon ihre Chance erkannt und zertifizieren sich als Bildungsanbieter, in Konkurenz zB zu den bekannten sozialen Dienstleistern. Dann wird Sport getrieben und die Vereine kassieren dafür richtig Geld. Soweit ich gelesen habe, lohnt sich das so richtig. Wer jetzt handelt, hat den Fuß in der Tür und die Kids "frei Schule" an der Angel. Wer nicht, für den ist sie auf lange Sicht verschlossen, da der Kuchen jetzt verteilt wird. Und weil dann noch viel mehr Kinder als bislang bis Abends in der Schule sind, werden sie auch noch weniger ins klassische Trainingsangebot der Vereine gehen.

    Sorry für den Ausflug in ein ganz anderes Thema.

    PS: es gibt bereits Vereine, die beschäftigen so über 100 MA und setzen über 3 Mio um.

    Ich finde, daß es um die Grundlagen zu schaffen, ganz woanders angesetzt werden müsste, Nämlich viel früher - beim Schulsport. Dort können Kinder für den Handball begeistert werden und aus der Quantität würde sich Qualität einwickeln.

    Man muß doch heute nur mal in die Mannschaften gucken, wieviele Spieler familiär vorbelastet sind weil die Väter oder Mütter schon Handball gespielt haben.

    Da stimme ich dir zu 100% zu, das ist für mich der Kernpunkt aller Qualitätsdebatten im Handball.