Beiträge von nozdormu

    Ich sehe in dem Themenbereich eher kein Problem. Die GDPR ist seit 2018 ein EU-weites Regelwerk. Wenn der spanische Handballverband dieses Tool bereits einsetzt, sollte die Konfirmität grundsätzlich schon da sein. Da muss man dann wohl nur noch auf die Komponenten schauen, die extra für den DHB implementiert werden.

    Dein Vertrauen in die spanische Konformität ist verständlich, aber die DSGVO lässt leider keine blinden Transfers zu – jede „nationale“ Implementierung muss landesspezifische Details (z. B. Zweckbindung, Löschfristen, Einwilligungsmanagement) mit den Anforderungen des deutschen Datenschutzrechts (BDSG) und der jeweiligen Landesdatenschutzbehörde abstimmen.

    Ich kenne (leider) weder das Produkt noch den Hersteller, will auch nichts schlecht machen bzw. Schwarzmalen – deshalb war mein Einwand bewusst als Frage formuliert, in der Hoffnung, dass jemand zu den implementierten Prozessen Auskunft geben kann.

    Dass Datenschutz bei personenbezogenen Daten immer wichtiger wird, zeigt z. B. der BWHV, der erstmals in seinem Ehrenkodex ausdrücklich als Anforderung festhält „Beim Umgang mit personenbezogenen Daten der mir anvertrauten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Datenschutzbestimmungen einzuhalten“.

    Das ist aber keine Frage des neuen Systems.

    Da irrst du dich – Löschprozesse für personenbezogene Daten sind keine „Option“, sondern werden von der DSGVO ausdrücklich verlangt (Grundsatz der Speicherbegrenzung in Art. 5 Abs. 1 lit. e i. V. m. Art. 17 DSGVO).

    Es reicht also nicht, Alt-Accounts einfach „liegen zu lassen“, nur weil das früher in nuLiga so war. Jeder Verantwortliche braucht ein sauberes Löschkonzept mit klaren Fristen, sonst drohen bei Beschwerden oder Prüfungen durch die Aufsichtsbehörde sehr unangenehme Konsequenzen.

    Spannend ist für mich deshalb genau die Frage an das neue System:
    Löscht oder anonymisiert es abgelaufene bzw. nicht bestätigte Datensätze (z. B. nicht abgeschlossene Registrierungen, inaktive Accounts) automatisch oder bleibt die komplette Löschverantwortung wieder allein bei den Vereinen hängen?

    auf den Handball bezogen ist das recht einfach. Solang der Spieler nicht deaktiviert oder gelöscht wird. das wird bei Spielern kaum jemand tun. In Nuliga fliegen auch tausende Zeitnehmer rum, die in der Jugend am Tisch saßen und dann nie wieder deaktiviert / gelöscht wurde. Hier wird jedes Tool an die Grenzen kommen, denn die Verantwortung lieg/lag (bei Nuliga) beim Vereinsadmin. Und die werden genauso schlurig weitermachen wie bisher.

    Genau da sehe ich mittelfristig ein echtes Risiko für die Vereine. Wenn Vereinsadmins ihre Pflicht zur Datenpflege weiter so „schlurig“ wahrnehmen und Alt-Accounts weder deaktivieren noch löschen, ist das kein technisches Problem des Tools, sondern ein klarer Verstoß gegen die DSGVO (Stichwort Datenminimierung und Speicherbegrenzung).

    Solange nichts passiert, kräht da vielleicht kein Hahn nach – aber sobald sich jemand beschwert, seine Rechte auf Löschung/Widerspruch geltend macht oder eine Datenschutzaufsicht genauer hinschaut, können daraus sehr unangenehme Folgen entstehen: Abmahnungen, aufsichtsbehördliche Anordnungen bis hin zu Bußgeldern, die formal nicht der Verband, sondern der jeweilige Verein am Bein hat.

    Das „haben wir schon immer so gemacht“ schützt im Zweifel niemanden. Eigentlich müsste jeder Verein ein sauberes Lösch-/Deaktivierungskonzept haben und die Leute, die am System arbeiten, entsprechend sensibilisieren – sonst ist das nur eine Frage der Zeit, bis es knallt.

    Hältst Du es wirklich für strittig, dass die Verbände das Recht und ggf. sogar die Pflicht haben nachzuhalten wer in verantwortlicher Position (also selbst Zeitnehmer) für sie tätig sind bzw. waren? Und dazu bedarf es ggf. auch einer Identitätsprüfung.

    Dass Verbände wissen müssen, wer in verantwortlicher Funktion für sie tätig ist, stelle ich gar nicht in Frage. Die Identitätsprüfung kann in vielen Fällen sogar erforderlich sein, damit das Amt korrekt zugeordnet wird und Missbrauch verhindert wird.
    Entscheidend ist aber: Welche Daten werden dafür erhoben, wie lange werden sie gespeichert, wer hat Zugriff und wofür dürfen sie später (nicht mehr) verwendet werden? Es geht also nicht darum, die Berechtigung an sich zu bestreiten, sondern darum, dass die Verbände sich konsequent an Datenminimierung, Zweckbindung und klare Löschfristen halten.

    Die Vereinsadmins können nicht einfach eintragen.


    Jeder der irgendetwas mit dem Spielbetrieb (Spieler, Trainer, Zeitnehmer, Sekretäre, Ordner, Schiedsrichter) muss sich erstmal selbst mit ID Nachweis, Foto und eigener Mailadresse registrieren und eine Handball ID bekommen.

    Mir ist noch nicht so ganz klar, warum tatsächlich jede beteiligte Person so aufwändig registriert werden muss. Die DSGVO verlangt ja, dass personenbezogene Daten dem Zweck angemessen, erheblich und auf das notwendige Maß beschränkt sind (Grundsatz der Datenminimierung).
    Vor diesem Hintergrund wirken „ID‑Nachweis, Foto und eigene Mailadresse“ für Zeitnehmer, Sekretäre oder Ordner auf den ersten Blick recht umfangreich – insbesondere, wenn diese Funktionen nur gelegentlich oder im Ehrenamt ausgeübt werden.

    Spannend fände ich auch, wie im System mit Personen umgegangen wird, die ihre Einwilligung widerrufen oder generell nicht mehr in der Datenbank geführt werden möchten:
    – Welche Daten werden dann konkret gelöscht oder gesperrt?
    – Welche gesetzlichen Aufbewahrungsfristen werden ggf. angeführt, um bestimmte Daten weiter zu speichern?

    Gibt es dazu schon eine transparente Datenschutzerklärung bzw. Datenschutzordnung (DHB/Landesverband/Verein), in der diese Punkte nachvollziehbar geregelt sind?

    Digitalisierung: Wie ein privates Unternehmen den Amateurbasketball kaperte
    Ein spanisches Unternehmen verwaltet die gesamten Daten des Amateurbasketballs in Deutschland. Wer an seine eigenen Statistiken rankommen möchte, muss zahlen.
    www.heise.de

    Leider hinter der Bezahlschranke, hier die wichtigsten Punkte:


    • Ein privates, spanisches Unternehmen betreibt die zentrale Plattform, die die Spielpläne, Ergebnisse und Statistiken fast des gesamten deutschen Amateurbasketballs verwaltet.
    • Durch diese Abhängigkeit vom externen Anbieter verlieren die Verbände und Vereine weitgehend Kontrolle über ihre eigenen Daten und sind bei Funktionsstörungen oder Produktänderungen ausgeliefert.
    • Der Artikel kritisiert, dass dabei kommerzielle Interessen und Abhängigkeiten aus dem Blickfeld geraten, obwohl diese Plattform faktisch die Grundlage für den Betrieb des Amateursports bildet.

    Das spanische Unternehmen, das die Daten‑ und Plattforminfrastruktur für den deutschen Amateurbasketball verwaltet, heißt NBN23.


    Das ist aber nicht das gleiche Unternehmen wie hier beim Handball, oder?

    Es ist zwar toll, dass man so eine Arena nutzen darf, aber wenn dann nur 200 Zuschauer zu einem Jugend-Bundesligaspiel in die EWS kommen, dann stellt sich halt auch die Frage, ob das nicht eher abschreckend wirkt. Vielleicht könnte man ja mal drüber nachdenken, die Trainingshalle um eine Tribüne zu erweitern…

    Welche Träumereien?

    Meine Aussage ist übrigens nicht, dass die ganzen Bensheimer Zuschauer dann alle nach Heidelberg fahren. Ich sage nur, dass sie in unmittelbarer Nähe eine BL-taugliche Halle haben.

    Man muss sich so eine Halle auch leisten können. Nach meinen Informationen belaufen sich die Betriebskosten im SNP Dome für ein Spiel der MLP Academics Heidelberg auf ca. 25.000 €.

    Ich hab jetzt immer nicht so viel Handball verfolgt außerhalb von TVG, aber wenn man zu Fußball schaut gabs unzählige „neue“ Messis und Ronaldos und aus vielen wurde am Ende nix und die kicken in unteren Liegen oder in irrelevanten ausländischen Ligen. Und wie viele gab es denen man bescheinigt hat dass sie es nie schaffen und dann wurden manchmal echte Stars und Nationalspieler daraus.

    Warum das oft so ist, kann man hier erfahren:
    Der Blueprint zum Erfolg

    Eine Liga Verkleinerung ist auch immer eine Reduzierung der Kaderplätze. Damit wird der Pool an Spielerin, die davon irgendwie leben und den Sport auf professionellem Niveau betreiben können kleiner. Wenig hilfreich für eine positive Entwicklung. Da wäre eine Regelung zu Spielminuten für u21 Spielerin für alle sinnvoller.

    Ich sehe das eher andersherum: Wenn nicht einmal die Hälfte der Spielerinnen tatsächlich als Profis davon leben kann, dann sollte man vielleicht ehrlich hinterfragen, ob das Argument ‚professionelles Niveau‘ überhaupt trägt. In dem Fall wäre es womöglich fairer und konsequenter, die Rahmenbedingungen insgesamt realistischer zu gestalten, statt sie künstlich daran auszurichten.

    Dann halte ich den Harres als Heimspielstätte noch für realistischer als den SNP Dome. Es sei denn, die Betreibergesellschaft (GGH) räumt den Flames im SNP Dome neben den Academics einen ähnlichen "Anker"-Status ein, wie ihn die Adler und die Löwen in der SAP Arena genießen – das kann ich mir beim besten Willen allerdings nicht vorstellen.

    Ah, ja Professionaliisierung....

    Wie lange will Metzingen eigentlich noch auf diesem „Zwei-Farben“-Boden spielen? Fand ich schon erstaunlich, dass sie ihn sogar mit nach Tübingen in die Paul-Horn-Arena genommen haben.

    Mit den richtigen Pillen, Sonnenbrille oder in Schwarz-Weiß sind die Übertragungen aus Metzingen gar nicht so schlimm... :cool: