Beiträge von Kieler Jung

    Aussagen einer Jutta Ehrmann zu Schiedsrichter endscheidungen und Qualität von Leistungen sind für mich zu 90% realitätsfern.

    Klar, Ehrmann ist nicht unumstritten. Aber für Glandorf ginge es ja im was. Dann müsste man ihm ja unterstellen, dass er kuscht und lügt, wenn sein Statement falsch sein sollte.

    Ich verstehe zwar, dass am TV die Sirene vor der Torlinie zu hören war, aber wie genau kommen die dann zur Aussage, dass die Uhr erst bei 59:59 stand? Können die 59 nicht von 60 unterscheiden? Ist die entscheidende Uhr mit im Bild oder läuft die woanders? Müssen die da eine externe Uhr mit dem Bild abgleichen? Wo ist dieser sogenannte Zeitstempel und wo kommt der her?

    Wie läuft das in der Praxis ab?

    Beim Videobeweis wird die offizielle Uhr mit eingeblendet. Die stimmt nicht zwingend mit der Zeit überein, die der Fernsehzuschauer während des Spiels eingeblendet sieht.

    Selbst da ist es kaum zu erkennen. Ich habe mir die Szene nochmal Bild für Bild angesehen. Bei 59:59 ist der Ball in Liniennähe und bei 60:00 berührt er schon hinten das Netz. Keine Ahnung, wann genau die Zeit umspringt. Ich habe die Tendenz zu sagen, dass das ein reguläres Tor war.

    Das sagen übrigens auch Jutta Ehrmann und Holger Glandorf. Insbesondere Letzterer hat bestätigt, dass sie den Videobeweis noch einmal gesichtet hätten und dort erkennbar sei, dass der Ball bei 59:59 hinter der Linie gewesen sei.

    Sie fordern massiv Strafen.

    Bestes Beispiel war vor kurzem bei Blagotinsek gegen Simak, als noch nicht mal ein Stürmerfoul von Simak vorlag. Denn der Zusammenprall ging von Blagotinsek aus.

    Aber auf der Flensburger Bank zeigte einer 2 Minuten, einer machte das Videobeweiszeichen, und der Dritte zeigte nen Ellenbogenschlag an.

    Mit Erfolg. Nach Videobeweis gab es 2 Minuten Simak und Freiwurf Flensburg. Witz-Entscheidung.

    Die Teams versuchen, diesen Videobeweis bestmöglich für sich zu nutzen, was ihr gutes Recht ist. Der Fehler liegt nicht bei den Mannschaften.

    Diese Kritik ist für mich – grundsätzlich – immer noch nicht so ganz nachvollziehbar. Auf dem Video sieht man ja nur, was tatsächlich passiert ist, noch dazu aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Natürlich bleiben auch da immer mal Zweifel und Entscheidungen, die man auch anders hätte treffen können. Aber grundsätzlich sollte das doch die Richtigkeit der Entscheidungen erhöhen. Nur weil irgendjemand den Videobeweis und/oder eine Strafe fordert, ist ja zuvor nichts anderes passiert.

    Ich könnte die Kritik nur nachvollziehen, wenn man diese Detailtiefe nicht haben wollte. Dann müsste sowas so gepfiffen werden, wie es die Schiedsrichter in dem Moment gesehen haben. Ich weiß aber nicht, ob da viel anderes dabei rauskommen würde. Wie gesagt, habe ich beispielsweise in der 3. Liga ohne Videobeweis nicht den Eindruck, dass es dort weniger rote Karten gibt, eher im Gegenteil.

    Um das zu verändern, müsste man, wie ebenfalls schon gesagt, bei den Regeln bzw. deren Auslegung ansetzen. Das wiederum könnte ich mir durchaus gut vorstellen, insbesondere bei versehentlichen Gesichtstreffern im Rahmen normaler Abwehraktionen.

    Schauspielerei und Diskussionen sind ganz hoch im Kurs. Besonders von den Spielern die auf der Bank sitzen. Und dann immer der unschuldige Blick... Ich , nein ich doch nicht, ich habe nichts aber auch gar nichts gemacht... Da muss viel mehr von den Schiedsrichtern durchgegriffen werden.

    Wie genau schauspielern denn die Spieler auf der Bank?! 🤔

    Ist man beim DHB zufrieden, dann bleibt er und wenn man sich bessere Chancen mit einem neuen Trainer ausrechnet, dann wechselt man. Es ist so oder so eine Wette mit offenem Ausgang. Es hat auch was mit Mut zu tun. Es ist ein bißchen so wie der alte Spruch vom großen Philosophen Jürgen Klopp.

    Die Lust etwas zu gewinnen muss größer sein als die Angst etwas zu verlieren.

    Da kann der nicht minder große Philosoph Pitti Petersen anknüpfen: »Das Herz muss voller sein als die Hose.« 😉

    Das Problem ist doch immer da. Wir haben neulich zuhause gepfiffen weil das angesetzte Gespann nicht konnte. Die ersten fünf Pfiffe gegen den Gast. Ich hatte ein ganz mieses Gefühl dabei, aber spieltechnisch war es einfach so. Da muss man als Schiedsrichter durch

    Wie gesagt, es geht mir um Spiele mit besonderer Bedeutung. Ansonsten hast Du natürlich recht. Ich habe mal ein C-Jugend-Spiel (Regionalliga) gesehen, in dem der angesetzte Schiedsrichter nicht gekommen ist. Da hat der Co-Trainer der Gegner in Badelatschen gepfiffen. Das war – ohne jede Ironie – die beste Schiedsrichterleistung, die ich in der ganzen Saison gesehen habe.

    Grundsätzlich stimme ich ja zu. Und wie gesagt, möchte ich keinem einzigen Schiedsrichter seine Neutralität absprechen, insbesondere nicht vorab. Es geht mir nur um die Optik. Zumindest bei besonderen Spielen, sollte man die dann doch im Auge behalten, zumal das ja auch ohne größere Probleme möglich wäre. Ich glaube nicht, dass es bei allen gut ankäme, wenn in der HBL am letzten Spieltag bei Punktgleichheit im Spiel THW Kiel vs Füchse Berlin die Deutsche Meisterschaft entschieden würde und die Schiedsrichter kämen aus Potsdam...

    Wir reden - soweit ich das verstanden habe - eben nicht über das Finale der deutschen Meisterschaft, dass ja im Final 4 wäre, sondern über das Viertelfinale. Wir reden über die B Jugend.

    Es ging schon um das Finale der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend. Anders als im Pokal gibt es dort Viertelfinale, Halbfinale und Finale, die alle drei als Hin- und Rückspiel ausgetragen werden. Mein konkretes Beispiel war die Ansetzung beim Rückspiel THW Kiel vs Füchse Berlin am 14. Mai.

    Es geht hier nicht um eine x-beliebiges Liga-Spiel, sondern unmittelbar um die Deutsche Meisterschaft. Da darf man sich schon mal einen Moment Gedanken zur Ansetzung machen. Qualität ist ja offenbar auch gewollt gewesen, da für die späteren Spiele der KO-Runde Schiedsrichter aus dem Bundesliga-Kader gewählt wurden.

    Die Entfernung kann auch nicht den alleinigen Ausschlag gegeben haben. Im Bundesliga-Kader, aus dem die beiden kommen, wäre auch ein Gespannt aus Bad Oeynhausen bzw. Bielefeld dabei gewesen, was in etwa genauso weit weg ist. Und auch 100 km weiter, kann ja kaum den Ausschlag geben. Ansonsten hätte man auch das Gespann Klinke/Klinke aus Bordesholm wählen können, die hätten nur gut 30 km zur Halle gebraucht 😉

    Ansonsten habe ich durchaus Verständnis dafür, dass Schiedsrichter-Ansetzungen gar nicht so einfach sind, insbesondere wenn man sich ständig nach Schema F vorgehen, sondern auch variieren möchte und ja ganz unterschiedliche Ligen zu versorgen hat.

    Hallo zusammen,

    gleich vorab: Es geht mir hier nicht um die Bewertung der Schiedsrichter-Leistung oder gar um Schiedsrichter-Bashing!

    Ich habe mich im Zuge des Final-Rückspiels der B-Jugend-Bundesliga gefragt, welche Erwägungen bei und Gedanken der Ansetzung von Schiedsrichtern eine Rolle spielen und welche nicht.

    Bei besagten Spiel war das Gespann Lukas Müller/Robert Müller angesetzt. Deren Wohnorte sind Neubrandenburg und Potsdam (Ursprungs-/Heimatverein ist LHC Cottbus). Die Ansetzung erfolgte meines Wissens bereits vor dem Hinspiel in Berlin.

    Ich finde es maximal unglücklich, gerade für dieses »Spiel aller Spiele« der B-Jugend-Bundesliga, in dem es um die Meisterschaft geht (das Hinspiel war unentschieden ausgegangen), Schiedsrichter aus der Nähe eine der beiden Mannschaften anzusetzen (in diesem Fall sogar noch aus dem Nachbarort, mit dessen Verein eine enge Kooperation besteht). Das gibt doch nur unnötige Diskussionen um deren Neutralität, insbesondere wenn es – wie ja in einem Handballspiel zwangsläufig immer wieder – zu Entscheidungen gekommen ist, die man auch anders hätte treffen können. Ich verstehe nicht, warum man Kritikern (typischerweise ja Beteiligte und Anhänger der unterlegenen Mannschaft, insbesondere wenn das Spiel knapp ausgeht) so unnötiges Futter gibt. Und nur damit es keine Missverständnisse gibt: Ich bin der festen Überzeugung, dass grundsätzlich jeder Schiedsrichter neutral ist. Es geht mir hier nur um das Geschmäckle, das so unnötigerweise erzeugt wird.

    Sicherlich werden die Ansetzungen rechtzeitig geplant. Aber auch dann könnte man ja schon Vorkehrungen schaffen, um solche Konstellationen zu vermeiden. Wenn der THW Kiel gegen die Füchse Berlin spielt, könnte man doch problemlos Schiedsrichter beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen oder Hessen ansetzen und dieses Thema wäre keines.

    Ich habe jetzt alle drei Jugendmannschaften von A bis C gesehen. Da wächst was Tolles heran. Mal ein Dankeschön an alle Trainer im Nachwuchs

    Jetzt muss auch der Wille her, diese Talente hochzuziehen, dann muss man keine Sorge vor der Zukunft haben

    Es stimmt, dass die THW Junioren gerade ziemlich erfolgreich sind und auch einige Talente in ihren Reihen haben. Aber die werden ja nicht mal eben nach ihrem Ausscheiden aus der A-Jugend die Profis wieder zu Titeln führen. Auch dann ist der Weg noch weit und auch nicht jeder talentierte Spieler wird diesen Weg gehen wollen. Es werden sicherlich immer wieder Talente hochgezogen werden. Aber allein das lässt die Sorgen nicht entfallen.

    Nur mal ein Gedanke von mir als Laie in diesen Angelegenheiten:

    Ist das „Herunterziehen“ von Spielern denn sinnvoll? Da dann die Qualifikation für die höhere Liga geschafft ist, die „heruntergezogenen“ Spieler jedoch dann dort nicht mehr spielen, ist es doch wahrscheinlich, dass diese Mannschaft eine Niederlage nach der anderen kassiert (und vielleicht auch noch mit vielen Gegentoren). Wollen die Vereine das? Das kann doch für die jugendlichen Spieler deprimierend sein …

    Ganz so drastisch muss der Unterschied ja nicht sein. Es geht eher darum, die Quali schnell und vor allem sicher zu schaffen. Wie Handballer2105 schon schreibt, wechselt dann vielleicht noch der ein oder andere Spieler. Außerdem kann sich die Mannschaft noch entwickeln. Man muss natürlich vorsichtig sein und die zweite Mannschaft nicht mithilfe der ersten in eine Liga spielen, in der sie nichts zu suchen hat. Dann passiert genau das, was Du sagst und das sorgt vor allem für Frust.

    Sie müssen aufhören, durch den Videobeweis Strafen und vor allem rote Karten zu geben, die einfach keine sind!

    Solange sie das nicht hinkriegen, wird Schauspielerei und Strafenfordern immer weiter anwachsen.

    Warum sollte der Videobeweis daran Schuld sein, dass es mehr rote Karten gibt, die keine sind? Gerade Schauspielerei lässt sich doch mithilfe des Videobeweises viel besser erkennen und entlarven. Da kann man doch viel besser sehen, ob der Abwehrspieler in der hochdynamischen Situation wirklich das Gesicht getroffen hat oder nicht. Ich bleibe dabei, dass die Regeln und deren Auslegung »Schuld« sind. Wenn man die Strafen reduzieren möchte, müsste man da ansetzen...

    Der Rückgriff auf die Pokal-Regeln, ein durchaus sinniger Schachzug. Leider gibt es natürlich Vereine, die mit der Ersten und ggf. Zwoten schon qualifiziert sind. Dann geht die Vorschrift natürlich ins Leere. Sämtliche "Profis" dieser Altersklasse könnten dann in der Relegation auf unterster Ebene eingesetzt werden. Als ob Jahrzehnte des Missbrauchs nicht mal Anlass gewesen wären, hier einfach mal dazwischen zu hauen (§ 55 IV SpO liefert alle Optionen).

    Aber der Knüller natürlich der Versuch der Privilegierung der Vereine, die um die Teilnahme an der Jugendbundesliga mitspielen. Anders lässt sich die Erläuterung nicht verstehen. Was soll das?! Geht nur ebenfalls ins Leere, ich sehe kein Schlupfloch in § 45 VIII SpO.

    Das ist ja in der Tat nur die – eigentlich logische – Regelung, dass ein Spieler eine Quali nur für eine Mannschaft spielen darf. Der Einsatz von Spielern aus anderen Mannschaften, die bereits qualifiziert sind, wird dadurch gerade nicht ausgeschlossen, wie Du richtig schreibst. Es wäre durchaus fair, eine Regelung für solche Fälle zu finden, damit nicht die Kader der höher spielenden Mannschaften eine Quali sicherstellen können. Das kann ja sogar so weit gehen, dass Mannschaften, die sich nicht einmal sportlich qualifiziert, sondern eine Wildcard bekommen haben (wie beispielsweise SG Flensburg-Handewitt in der B-Jugend), ihre 2. Mannschaft in die Regionalliga bringen könnten (nur ein Beispiel, ich weiß nicht, ob das da geplant ist).

    Eine Privilegierung der Mannschaften, die die Quali für die JBLH spielen, sehe ich nicht. Der Verweis und Satz 2 der Regelung sagen insofern ja alles Wesentliche. Satz 3 ist nur eine Klarstellung (»Hierunter fallen auch...«).

    Mag ja sein aber das ist ja grad nicht im Sinn einer 2 min Strafe. Sinn war eigentlich 5 Angreifer gegen 6 Abwehrspieler. Da ist es für das bestrafte Team viel schwerer ein Tor zu erzielen.

    Ist das wirklich der Sinn? In der Abwehr fehlt der Spieler doch eher (da werden ja auch die meisten Zeitstrafen kassiert). Ich würde es eher allgemein als kurzfristige Schwächung der Mannschaft für eine Regelwidrigkeit sehen. Wenn man auf 6gg6 auffüllt, liegt die Schwächung eben im leeren Tor.

    Das ist aber keine THW-spezifische Diskussion, die man mal im Regel-Forum weiterführen könnte...

    Naja ich denke das man dies nicht beweisen muss. Die Logik ist doch, dass sich 5 Spieler leichter verteidigen lassen als 6 Spieler. Man müsste zumindest bei 2 Min. Strafen, das Auffüllen offensiv regeltechnisch untersagen. Da wird sich bei jeder Kopp in Nacken Situation angeschaut was passiert ist und ein riesen Bohay gemacht. Ist dann die Strafe 2 min., wird sie durch das auffüllen offensiv zu einer Farce.

    Ich finde das bei einer Zeitstrafe gar nicht ganz so schlimm, weil man sich ja nur wieder auf Gleichstand bringt, dabei aber das Tor leer ist, sodass die Gefahr schneller und einfacher Tore besteht.

    Problematischer finde ich das 7gg6, weil sich eine Mannschaft so aktiv einen Vorteil im Angriff verschaffen kann, ohne dass eine Strafe vorliegt oder der Nachteil der abwehrenden Mannschaft sonst irgendwie gerechtfertigt wäre. Klar, da ist das Tor auch leer, aber meines Erachtens überwiegt der Vorteil im Angriff, obwohl man sich ja eigentlich unter gleichen Voraussetzungen fair messen möchte.