Beiträge von Kieler Jung

    Entscheidung im Dreier-Vergleich bei je 4:2 Punkten.

    Das zeigt mal wieder, wie verrückt dieser Sport auch sein kann. Innerhalb weniger Stunden gab es folgende Ergebnisse:

    MT - HSG 20:11

    TSG - MT 22:12

    Wer meint, hier eine klare Tendenz für die letzte Paarung der drei erkennen zu können, mag sich gewundert haben:

    TSG - HSG 15:19

    Wir haben also eine hochdynamische Situation, bei der es auf Sekundenbruchteile ankommt. Live in der Halle flippen alle schon nach dem Steal und dem Konter in den letzten Sekunden aus. Wurf und Schlusssirene liegen unmittelbar zusammen. In dieser aufgeladenen emotionalen Situation muss das Gehirn unterschiedliche Geschehnisse, nämlich den Wurf (optisch) und die Sirene (akustisch) verarbeiten und zusammenbringen. Auch wenn da natürlich jeder einen Eindruck hat, würde ich davor waren, allzu viel darauf zu wetten. Beim Video gibt es aufgrund der von Peter2000 erläuterten möglichen Asynchronität auch keine Garantie. Wie gesagt, ich habe mir das Video mehrfach mit 25 % Geschwindigkeit angesehen und habe Zweifel.

    Dabei muss man ja auch immer noch berücksichtigen, wie schnell der Ball fliegt. Wenn wir der Einfachheit halber mal von 100 km/h ausgehen, sind das fast 28 m/s. Der Ball verlässt kurz hinter der Sechsmeterlinie die Hand. Von dort braucht er also noch 0,22 Sekunden(!) bis über die Linie. Dazu kommt ja auch noch, dass niemand behauptet, der Ball sei bei Ertönen der Sirene noch in der Hand, müssen wir ja etwas Weg noch abziehen. Im Ergebnis reden wir also von vielleicht 0,1 Sekunden, die über Tor/kein Tor entscheiden.

    So etwas kann man nur damit lösen, dass man die Hallenuhr mit dem Videobeweis verknüpft und sich dann die Einzelbilder anschaut. Wenn es da Toleranzen bzw. letzte Unsicherheiten gibt, ist das eben so. Dafür sind solche Situationen auch viel zu selten.

    in der Qualirunde hier oben im Norden könnte es passieren, das alle drei Mannschaften mit 2:2 Punkten abschließen. Dann würde es ja erstmal über die Tordifferenz gehen, oder?

    Wenn der MTV Lübeck jetzt am Samstag mit 2 Toren gewinnen würde, hätten aber alle Mannschaften eine Differenz von 0. Weiß jemand, wonach dann entschieden wird, wer die direkte Quali bekommt?

    Genau das habe ich mich auch schon gefragt. Leider kenne ich die konkreten Durchführungsbestimmungen nicht. Aber man kann sich vielleicht an den DfB JBLH Quali des DHB und der DfB des HRN zur Regionalliga-Quali (als für den HRN übliche Regelungen orientieren).

    Der DHB bestimmt: »Je Landesverband/Förderregion gemäß § 38 Abs. 4 SpO qualifiziert sich eine Mannschaft bzw. zwei Mannschaften (analog zu den Aufstiegsplätzen in die Dritte Liga Männer) direkt für die JBLH mB.« Ich glaube, das bezieht sich nur auf die Anzahl der Mannschaften, aber trotzdem können wir uns ja mal den Modus anschauen, weil es auch dort die Konstellation gibt, dass drei Mannschaften um einen Platz kämpfen. Die DfB der 3. Liga bestimmen folgende Wertungsreihenfolge: Punkte → Tordifferenz → Tordifferenz alle Spiele [→ Anzahl alle Auswärtstore (für mich bei einer Einfachrunde Quatsch und daher für individuelle Paarungen auch ausgenommen, dürfte ein redaktionelles Versehen sein)] → Siebenmeterwerfen (eigentlich Entscheidungsspiel, aber nicht bei bei Spielen um Aufstieg/Klassenerhalt)

    Die HRN hat in ihren DfB für die Regionalliga (und daher vielleicht auch für die regionale Quali) zwischen der Tordifferenz aus allen Spielen und dem Siebenmeterwerfen noch die höhere Plustorzahl aller Spiele und die höhere Zahl der erzielten Tore aus allen Spielen (ist das nicht das gleiche?!). Das ergibt für mich durchaus Sinn.

    Insofern kann es am Samstag noch spannend werden. Interessant wäre die Konstellation, wenn alle drei Spiele gleich ausgingen. Was dann? Ein Siebenmeterwerfen ist ja kaum machbar, da am Samstag noch MTV Lübeck vs VfL Lübeck-Schwartau spielt und SG Hamburg-Nord den Ausgang abwartet. Die warten ja nicht in der Halle, um für ein eventuelles Siebenmeterwerfen bereit zu sein. Die Frage wäre ja auch, wie bzw. in welchem Modus man das mit drei Mannschaften austragen wollte. Ein Entscheidungsspiel (bzw. dann ja wohl eher nochmal drei) wäre zeitlich kaum machbar, da die Mannschaften bis zum 1. Juni zur BWER melden müssen (okay, könnte man ja vielleicht auch vorsorglich machen). Dann bliebe eigentlich nur noch das Los...

    Die Zuschauervideos zeigen exakt das Gleiche! Die sind doch nicht alle gleich asynchron. Und die Kommentatoren in der Halle haben auch asynchron gehört, oder wie?

    Ich verstehe auch nicht, woher Du Deine Gewissheit nimmst, dass das definitiv kein Tor war und jeder das ganz eindeutig und unproblematisch erkennen würde. Du hast hier ja ein Video. Das habe ich mir angesehen. Mit 25 % Geschwindigkeit. Selbst dabei kann ich Tor/kein Tor nicht zu 100 % bestimmen. Die Sache ist super-knapp. Wenn der Videobeweis dann zum – auch vom Gegner akzeptierten – Ergebnis »kein Tor« kommt, ist das meines Erachtens so. Das lässt mich nicht an der Technik oder am Setup zweifeln.

    Q2-Nord: eigentlich sind für Morgen ja noch zwei Spiele geplant, bin gespannt ob diese stattfinden! Denn die Entscheidungen sind schon gefallen: Essen, Potsdam und Hagen gehen in die 1.JBLH mA. Rostock würde auch ein Sieg gegen Essen nichts mehr nutzen, spielt daher kommende Saison in der 2.JBLH.

    Wer entscheidet sowas eigentlich? Der DHB? Die Mannschaften? Beide einvernehmlich? Wer hat den Hut auf?

    Wenn man nicht schon gestern die Zelte abgebrochen hat und man ohnehin vor Ort ist, könnte das ein willkommenes Trainings-/Vorbereitungsspiel werden. Die bisherigen Ergebnisse lassen allerdings befürchten, dass es eine heftige Klatsche gegen könnte. Ist auch die Frage, ob kann das „Risiko“ eingehen möchte.

    Aussagen einer Jutta Ehrmann zu Schiedsrichter endscheidungen und Qualität von Leistungen sind für mich zu 90% realitätsfern.

    Klar, Ehrmann ist nicht unumstritten. Aber für Glandorf ginge es ja im was. Dann müsste man ihm ja unterstellen, dass er kuscht und lügt, wenn sein Statement falsch sein sollte.

    Ich verstehe zwar, dass am TV die Sirene vor der Torlinie zu hören war, aber wie genau kommen die dann zur Aussage, dass die Uhr erst bei 59:59 stand? Können die 59 nicht von 60 unterscheiden? Ist die entscheidende Uhr mit im Bild oder läuft die woanders? Müssen die da eine externe Uhr mit dem Bild abgleichen? Wo ist dieser sogenannte Zeitstempel und wo kommt der her?

    Wie läuft das in der Praxis ab?

    Beim Videobeweis wird die offizielle Uhr mit eingeblendet. Die stimmt nicht zwingend mit der Zeit überein, die der Fernsehzuschauer während des Spiels eingeblendet sieht.

    Selbst da ist es kaum zu erkennen. Ich habe mir die Szene nochmal Bild für Bild angesehen. Bei 59:59 ist der Ball in Liniennähe und bei 60:00 berührt er schon hinten das Netz. Keine Ahnung, wann genau die Zeit umspringt. Ich habe die Tendenz zu sagen, dass das ein reguläres Tor war.

    Das sagen übrigens auch Jutta Ehrmann und Holger Glandorf. Insbesondere Letzterer hat bestätigt, dass sie den Videobeweis noch einmal gesichtet hätten und dort erkennbar sei, dass der Ball bei 59:59 hinter der Linie gewesen sei.

    Sie fordern massiv Strafen.

    Bestes Beispiel war vor kurzem bei Blagotinsek gegen Simak, als noch nicht mal ein Stürmerfoul von Simak vorlag. Denn der Zusammenprall ging von Blagotinsek aus.

    Aber auf der Flensburger Bank zeigte einer 2 Minuten, einer machte das Videobeweiszeichen, und der Dritte zeigte nen Ellenbogenschlag an.

    Mit Erfolg. Nach Videobeweis gab es 2 Minuten Simak und Freiwurf Flensburg. Witz-Entscheidung.

    Die Teams versuchen, diesen Videobeweis bestmöglich für sich zu nutzen, was ihr gutes Recht ist. Der Fehler liegt nicht bei den Mannschaften.

    Diese Kritik ist für mich – grundsätzlich – immer noch nicht so ganz nachvollziehbar. Auf dem Video sieht man ja nur, was tatsächlich passiert ist, noch dazu aus unterschiedlichen Perspektiven und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Natürlich bleiben auch da immer mal Zweifel und Entscheidungen, die man auch anders hätte treffen können. Aber grundsätzlich sollte das doch die Richtigkeit der Entscheidungen erhöhen. Nur weil irgendjemand den Videobeweis und/oder eine Strafe fordert, ist ja zuvor nichts anderes passiert.

    Ich könnte die Kritik nur nachvollziehen, wenn man diese Detailtiefe nicht haben wollte. Dann müsste sowas so gepfiffen werden, wie es die Schiedsrichter in dem Moment gesehen haben. Ich weiß aber nicht, ob da viel anderes dabei rauskommen würde. Wie gesagt, habe ich beispielsweise in der 3. Liga ohne Videobeweis nicht den Eindruck, dass es dort weniger rote Karten gibt, eher im Gegenteil.

    Um das zu verändern, müsste man, wie ebenfalls schon gesagt, bei den Regeln bzw. deren Auslegung ansetzen. Das wiederum könnte ich mir durchaus gut vorstellen, insbesondere bei versehentlichen Gesichtstreffern im Rahmen normaler Abwehraktionen.

    Schauspielerei und Diskussionen sind ganz hoch im Kurs. Besonders von den Spielern die auf der Bank sitzen. Und dann immer der unschuldige Blick... Ich , nein ich doch nicht, ich habe nichts aber auch gar nichts gemacht... Da muss viel mehr von den Schiedsrichtern durchgegriffen werden.

    Wie genau schauspielern denn die Spieler auf der Bank?! 🤔

    Ist man beim DHB zufrieden, dann bleibt er und wenn man sich bessere Chancen mit einem neuen Trainer ausrechnet, dann wechselt man. Es ist so oder so eine Wette mit offenem Ausgang. Es hat auch was mit Mut zu tun. Es ist ein bißchen so wie der alte Spruch vom großen Philosophen Jürgen Klopp.

    Die Lust etwas zu gewinnen muss größer sein als die Angst etwas zu verlieren.

    Da kann der nicht minder große Philosoph Pitti Petersen anknüpfen: »Das Herz muss voller sein als die Hose.« 😉

    Das Problem ist doch immer da. Wir haben neulich zuhause gepfiffen weil das angesetzte Gespann nicht konnte. Die ersten fünf Pfiffe gegen den Gast. Ich hatte ein ganz mieses Gefühl dabei, aber spieltechnisch war es einfach so. Da muss man als Schiedsrichter durch

    Wie gesagt, es geht mir um Spiele mit besonderer Bedeutung. Ansonsten hast Du natürlich recht. Ich habe mal ein C-Jugend-Spiel (Regionalliga) gesehen, in dem der angesetzte Schiedsrichter nicht gekommen ist. Da hat der Co-Trainer der Gegner in Badelatschen gepfiffen. Das war – ohne jede Ironie – die beste Schiedsrichterleistung, die ich in der ganzen Saison gesehen habe.

    Grundsätzlich stimme ich ja zu. Und wie gesagt, möchte ich keinem einzigen Schiedsrichter seine Neutralität absprechen, insbesondere nicht vorab. Es geht mir nur um die Optik. Zumindest bei besonderen Spielen, sollte man die dann doch im Auge behalten, zumal das ja auch ohne größere Probleme möglich wäre. Ich glaube nicht, dass es bei allen gut ankäme, wenn in der HBL am letzten Spieltag bei Punktgleichheit im Spiel THW Kiel vs Füchse Berlin die Deutsche Meisterschaft entschieden würde und die Schiedsrichter kämen aus Potsdam...

    Wir reden - soweit ich das verstanden habe - eben nicht über das Finale der deutschen Meisterschaft, dass ja im Final 4 wäre, sondern über das Viertelfinale. Wir reden über die B Jugend.

    Es ging schon um das Finale der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend. Anders als im Pokal gibt es dort Viertelfinale, Halbfinale und Finale, die alle drei als Hin- und Rückspiel ausgetragen werden. Mein konkretes Beispiel war die Ansetzung beim Rückspiel THW Kiel vs Füchse Berlin am 14. Mai.

    Es geht hier nicht um eine x-beliebiges Liga-Spiel, sondern unmittelbar um die Deutsche Meisterschaft. Da darf man sich schon mal einen Moment Gedanken zur Ansetzung machen. Qualität ist ja offenbar auch gewollt gewesen, da für die späteren Spiele der KO-Runde Schiedsrichter aus dem Bundesliga-Kader gewählt wurden.

    Die Entfernung kann auch nicht den alleinigen Ausschlag gegeben haben. Im Bundesliga-Kader, aus dem die beiden kommen, wäre auch ein Gespannt aus Bad Oeynhausen bzw. Bielefeld dabei gewesen, was in etwa genauso weit weg ist. Und auch 100 km weiter, kann ja kaum den Ausschlag geben. Ansonsten hätte man auch das Gespann Klinke/Klinke aus Bordesholm wählen können, die hätten nur gut 30 km zur Halle gebraucht 😉

    Ansonsten habe ich durchaus Verständnis dafür, dass Schiedsrichter-Ansetzungen gar nicht so einfach sind, insbesondere wenn man sich ständig nach Schema F vorgehen, sondern auch variieren möchte und ja ganz unterschiedliche Ligen zu versorgen hat.

    Hallo zusammen,

    gleich vorab: Es geht mir hier nicht um die Bewertung der Schiedsrichter-Leistung oder gar um Schiedsrichter-Bashing!

    Ich habe mich im Zuge des Final-Rückspiels der B-Jugend-Bundesliga gefragt, welche Erwägungen bei und Gedanken der Ansetzung von Schiedsrichtern eine Rolle spielen und welche nicht.

    Bei besagten Spiel war das Gespann Lukas Müller/Robert Müller angesetzt. Deren Wohnorte sind Neubrandenburg und Potsdam (Ursprungs-/Heimatverein ist LHC Cottbus). Die Ansetzung erfolgte meines Wissens bereits vor dem Hinspiel in Berlin.

    Ich finde es maximal unglücklich, gerade für dieses »Spiel aller Spiele« der B-Jugend-Bundesliga, in dem es um die Meisterschaft geht (das Hinspiel war unentschieden ausgegangen), Schiedsrichter aus der Nähe eine der beiden Mannschaften anzusetzen (in diesem Fall sogar noch aus dem Nachbarort, mit dessen Verein eine enge Kooperation besteht). Das gibt doch nur unnötige Diskussionen um deren Neutralität, insbesondere wenn es – wie ja in einem Handballspiel zwangsläufig immer wieder – zu Entscheidungen gekommen ist, die man auch anders hätte treffen können. Ich verstehe nicht, warum man Kritikern (typischerweise ja Beteiligte und Anhänger der unterlegenen Mannschaft, insbesondere wenn das Spiel knapp ausgeht) so unnötiges Futter gibt. Und nur damit es keine Missverständnisse gibt: Ich bin der festen Überzeugung, dass grundsätzlich jeder Schiedsrichter neutral ist. Es geht mir hier nur um das Geschmäckle, das so unnötigerweise erzeugt wird.

    Sicherlich werden die Ansetzungen rechtzeitig geplant. Aber auch dann könnte man ja schon Vorkehrungen schaffen, um solche Konstellationen zu vermeiden. Wenn der THW Kiel gegen die Füchse Berlin spielt, könnte man doch problemlos Schiedsrichter beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen oder Hessen ansetzen und dieses Thema wäre keines.

    Ich habe jetzt alle drei Jugendmannschaften von A bis C gesehen. Da wächst was Tolles heran. Mal ein Dankeschön an alle Trainer im Nachwuchs

    Jetzt muss auch der Wille her, diese Talente hochzuziehen, dann muss man keine Sorge vor der Zukunft haben

    Es stimmt, dass die THW Junioren gerade ziemlich erfolgreich sind und auch einige Talente in ihren Reihen haben. Aber die werden ja nicht mal eben nach ihrem Ausscheiden aus der A-Jugend die Profis wieder zu Titeln führen. Auch dann ist der Weg noch weit und auch nicht jeder talentierte Spieler wird diesen Weg gehen wollen. Es werden sicherlich immer wieder Talente hochgezogen werden. Aber allein das lässt die Sorgen nicht entfallen.