Beiträge von USDKFAN

    Das sind die Aussagen, die er gegenüber der HNA gemacht hat. Wir wissen alle, dass er keiner wie Simo ist, der einfach mal einen markigen Spruch raushaut, bevor überhaupt ein Ball gespielt ist. In der Zeitung war's ein schönes Interview - dank auch persönlicher Einblicke. Im Kicker weckt die Überschrift ein paar mehr Erwartungen als der Text halten kann. Dafür erreichen die mehr Menschen, und die MT bleibt (positiv) im Gespräch. Alles fein. Und Golla bleibt am Boden, macht seinen Verein aber gleichzeitig nicht kleiner als er ist. Brust raus! Richtig so!

    Interessanter Vergleich mit der Sbornaja. Wie hast du da gedanklich die Connection hergestellt? Völlig andere längst vergangene Epoche, andere Sportart8|:D

    Danke der Nachfrage. Es ging mir dabei nur um die Extremform einer zu jeder Zeit auf Topniveau funktionierenden Mannschaft. Nicht mehr zeitgemäß sind für mich allenfalls die Methoden, mit denen Larionov, Makarov, Krutov, Fetisov und Co. unter Trainer Tikhonov so weit gebracht worden sind. Es gibt dazu eine sehr interessante Doku des Schweizer Fernsehens, die ich mir sogar aufgehoben habe. Wenn man das sieht, kapiert man mal, unter welch privilegierten Umständen die Jungs heute ihrer jeweiligen Leidenschaft nachgehen dürfen. Da ist die Sportart dann für mich egal.

    Das Gegenbeispiel ist heutiger (Mannschafts-)Sport, bei dem – für meinen persönlichen Geschmack – das "Mentale" auch oft ein bisschen überbetont wird. Übertrieben gesagt: Ich muss mit dem richtigen Bein aufgestanden sein, das Frühstücksbrötchen darf nicht zu hart gewesen sein, meine Freundin darf mich nur auf die rechte Wange geküsst haben, und in der Halle muss genau eine gewisse Temperatur herrschen, damit ich meine optimale Leistung bringen kann. Dasselbe gilt natürlich auch für meine Mannschaftskameraden. Und natürlich darf mir der DYN-Journalist in der Halbzeit (trotz meines Medientrainings) auch nur sinnvolle Fragen stellen, denn sonst ärgere ich mich und kann mich nicht richtig auf die zweite Spielhälfte konzentrieren.

    Mir wäre es einfach lieber, wenn es den Spielern nur gelänge, Handball auf das Wesentliche zu reduzieren. Heißt: Der Trainer hat uns gut vorbereitet, ich kenne meine Aufgabe. Der Gegner heißt zwar Nantes, ist aber auch nicht stärker als Lemgo. Und als Bundesligist muss ich mich weder vor der Gruppe, noch vor den meisten möglichen weiteren Aufgaben wirklich fürchten. Da ist ein Handballfeld und da sind zwei Tore. Das kenne ich seit der Kindheit, und jetzt ist es ein Privileg, damit meinen Lebensunterhalt verdienen zu dürfen. Druck habe ich nur, wenn ich schwerkrank bin, das hat mit Sport nichts zu tun. Jetzt gehe ich einfach nur raus, und habe Spaß daran, dass ich mit den Jungs mein Bestes gebe und unseren Verein stolz mache! Das geht übrigens auch, wenn wir verlieren, uns aber super präsentieren.

    Als jemand, der über viele Jahre mit Sportlern zu tun hatte, wird mir da heutzutage viel zu viel Brimborium gemacht und die Sportler dadurch geradezu erst auf dumme, weil kontraproduktive Gedanken gebracht. Sport ist in der Hinsicht keine Raketenwissenschaft. Und bevor dann wieder jemand erst meckert, bevor er hinschaut: Nein, ich verherrliche die alten Verhältnisse nicht. Ich wollte damit nur zwei Extreme gegenüberstellen.

    Die Frage ist halt auch, wie man das Erwartungsmanagement gestaltet. Nantes und Plock sind Spitzenmannschaften, die mittlerweile jeweils in der Top10 Europas sind. Da kann ein CL-Neuling kaum erwarten, dass man da über sechs Gruppenspiele einen der beiden zwangsläufig hinter sich lässt. Wenn man auf Schlagdistanz bis zum Schluss der Gruppenphase noch alles offenhalten kann, wäre das schon mal was. Aber auch für die anderen Teams ist die MT ein unangenehmer Gegner, die werden uns nicht als Laufkundschaft sehen. Ist also alles offen, was ja im Vergleich zu den Vor-KO-Phasen der EL auch mal ganz schön ist.

    Vieles davon teile ich. Mit den Erwartungen ist das allerdings so eine Sache. Da sitzt man zu Hause vor dem Fernseher bei einem Kaltgetränk, während sich andere abstrampeln und hat nicht einmal die Trainingswoche vorher miterlebt. Da überschätzen viele Außenstehende ihre Grundlage doch gewaltig. So sehr mich das persönlich ankotzt, ist heute jede Menge von Befindlichkeiten abhängig. Wir haben es bei volleren Spielplänen mit einer oft verweichlichten Mentalität zu tun. Das ist nicht mehr wie eine russische Eishockey-Nationalmannschaft in den Achtzigern, die roboterartig und planbar ihre erlernten Systeme im Schlaf herunterspielt – egal, ob im Weltmeisterschaftsfinale oder auf irgendeinem Dorffest gegen eine Regionalauswahl aus Novosibirsk. Mal abgesehen davon, dass gerade bei der MT sowieso selten Dinge so passieren, wie man sie "erwartet".


    Meine persönliche Einschätzung daher: Ich WÜNSCHE Melsungen weitgehende Verletzungsfreiheit und auch, dass man nicht mehr in die CL hineininterpretiert als letztlich Fakt ist.. Es ist Handball – mehr nicht. Dabei trifft man in der Vorrunde auf Gegner, wie man sie auch regelmäßig in der Bundesliga vorfindet. Ja, der Wettbewerb nennt sich anders, aber bis man wirklich auf die wenigen Mannschaften treffen könnte, die Magdeburger Niveau haben, ist man womöglich schon nicht mehr dabei. Die Gruppengegner sind gut, aber auch nicht außergewöhnlich. Und auch viele Spieler der MT sind international erfahren und nicht auf der Brotsuppe dahergeschwommen. Diese Partien werden also in erster Linie zwischen den Ohren entschieden. Entweder kriegt die Mannschaft das hin, dann kann es recht weit gehen – oder eben nicht. Größer noch als der sportliche Wert ist eh der wirtschaftliche. Das wollen die Leute nur oft nicht hören.
    Ich persönlich ERWARTE also nichts. Wenn sich die Jungs am Riemen reißen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten vernünftig präsentieren, passt das schon. Nur ist das eben nichts, worin sich die CL in irgendeiner Form von der Bundesliga unterscheidet. Ja, da ist der Reisestress und ja, es sind noch mehr Spiele auf anspruchsvollem Niveau. Aber genau das wollten doch alle. Wahrscheinlich werden bei diesem Mammutprogramm irgendwo Abstriche zu machen sein, aber ich hoffe, dass die Jungs und vor allem auch Roberto die Saison genießen können und man sich keine größere Platte macht als nötig.

    Premiere in der Champions League für die MT, sehr wahrscheinlich im Heimspiel ausgerechnet gegen Vardar Skopje. Da werden dann wieder alte Geschichten aufgewärmt. Bei 6 Spielen in der Gruppenphase, ist nicht viel Spielraum für Experimente. Da heißt es, von Anfang an fleißig Punkte sammeln, um sich für die Hauptrunde zu qualifizieren. In der Gruppe B, wird das ohnehin eine enge Kiste.

    Das ist dann nochmal eine ganz andere Art der Doppelbelastung als im kleinen Wettbewerb. Gerade mit der Verletztenmisere der letzten Jahre im Hinterkopf wüde ich nicht auf ein Überstehen der Vorrunde wetten. Außerdem bin ich noch nicht sicher, was die Qualität des Kaders (samt Tiefe) betrifft. Es muss halt schon einiges passen. Sollte es aber, dann hätte die MT auch in der CL ein gewisses Überraschungspotenzial.

    Spätestens wenn die anstehende Serie wieder so verletzungsintensiv sein sollte wie die letzten, sollte im medizinischen Bereich (Ärzte, Physios) jeder Stein umgedreht werden. Die Trainingssteuerung wird sich durch den Wechsel ja zwangsläufig ändern. Außerdem - falls noch nicht vorhanden - hielte ich einen osteopathischen Blickwinkel für sehr sinnvoll. Einige Profiteams in Hand- und Fußball haben sowas ja längst. Warum? Wer den Unterschied eines guten Osteopathen im Vergleich zum reinen Schulmediziner noch nicht am eigenen Leib erfahren hat, dem kann man das nicht erklären. So gibt es z. B. grundlegende Unterschiede im ganzheitlichen Ansatz in der Behandlung von Schambeinentzündungen, die die Schulmedizin überhaupt nicht berücksichtigt. Ist jetzt nicht wegen Balenciaga, denn da wissen nur die Beteiligten, was gelaufen ist und was nicht. War nur ein Beispiel. Bin selbst auch nicht vom Fach, sondern nur (dankbarer) Osteopathie-Patient. Auch wenn ich meinen persönlichen Favoriten längst gefunden habe, geht es mir nicht um besser oder schlechter. Es ist nur wichtig, dass der MT nicht ständig die halbe Mannschaft fehlt, und man deshalb jede kompetente Hilfe nutzen sollte. Der ganze Mist ist sicherlich AUCH aber eben nicht NUR Pech gewesen.

    Parrondo wird der Region fehlen. Er hat sich hier in die Diaspora gewagt und - entgegen vieler Widerstände - einen sich selbst im Weg stehenden Verein komplett umgekrempelt. Ich werde ihn als Trainer und auch als Persönlichkeit vermissen. Ein echtes Aushängeschild für die Region und auch ein bisschen Shakespeare in einer Gegend, wo es bis dato nur Volkstheater gegeben hat. Ja, Siewert kommt und wird dem Ding SEINEN Stempel aufdrücken. Doch eine Strahlkraft als Person wie Roberto entwickelt man mit Anfang 30 einfach noch nicht. Es ist aber auch Parrondos Verdienst, dass die MT für den besten jungen, deutschen Trainer überhaupt so hoch im Kurs gestanden hat.

    Wenn wir diesen Artikel zur Zweiten hier mit einer gewissen Besorgnis zur Kenntnis nehmen, dann hat das nichts damit zu tun, das Fell des Bären schon zu zerteilen, bevor er überhaupt erlegt ist. Natürlich muss man die Mannschaft erstmal als Ganzes sehen, und es besteht die Möglichkeit, positiv überrascht zu werden. Das ist Sport. Auch ist vollkommen klar, dass noch immer nicht JEDE Baustelle im Verein behoben ist/werden konnte. Wenn jemand Probleme über anderthalb Jahrzehnte nur mit dem Geldbeutel lösen will, bleibt die Kompetenz eben oft auf der Strecke. Ich will jetzt keine Namen nennen, aber bestimmte Posten sind bei der MT vielleicht bisher immer noch nicht fachgerecht besetzt gewesen – wenn man deren Arbeit rein nach Ergebnissen beurteilt.
    Im Moment scheint es so, als würde die MT – bei allem Jubel um die (1.-)Bundesliga-Mannschaft – manches andere ein wenig blauäugig betreiben. So ist z. B. der Wert einer Reserve in der Drittklassigkeit eigentlich nicht hoch genug einzuschätzen. Logisch, die jungen Leute sollen dort Spielpraxis bekommen. Doch als wäre der Einstieg in den Männerbereich auf DIESEM Niveau nicht schon schwer genug, fehlen jetzt auch noch Leitfiguren – insbesondere im Rückraum. Will ich von einem Jungspund erwarten, dass er als ehemaliger Leistungsträger der A-Jugend ad hoc auch (regelmäßig) seinen Mann im Abstiegskampf der 3. Liga steht? Bei allem Respekt für die eigene Nachwuchsarbeit oder auch dafür, was ähnlich geartet in Gensungen praktiziert wird: Die 3. Bundesliga ist kein Kindergarten! Nicht mental und nicht physisch! Das ist ein Riesensprung, und sich nur darauf zu verlassen, dass Leute aus der Ersten aushelfen, wenn's am Ende eng wird, das ist mir für einen Verein wie die MT deutlich zu billig.

    Was uns der Artikel sagt, ist im Kern:

    - Ich bekomme wechselweise in den letzten Jahren Einblicke in verschiedene 3. Ligen, finde dort aber nicht einen einzigen Spieler, dem ich zutraue, ihn über die zweite an die erste Mannschaft heranzuführen.
    - Ich habe eine wirklich anständige Regionalliga Hessen, und auch da ist nicht ein einziger Spieler interessant.
    - Es gibt im Internet internationale Spielerforen, für die ich keinen Agenten bezahlen muss, und die nahezu jedes Niveau bedienen. Auch dort finde ich nichts.
    - Ich bin das Flaggschiff einer ganzen Handball-Region und mein Renommee wächst bundesweit. Und trotzdem bin ich scheinbar für keinen Spieler interessant, der mit einer gewissen Perspektive nach oben gerne drittklassig spielen würde.

    Kann das sein? Habe ich niemanden gefunden oder mich einfach nur nicht genug bemüht? Bin ich so betriebsblind, dass ich meine eigene ordentliche, aber (momentan noch) keineswegs Maßstäbe setzende Nachwuchsarbeit für ausreichend halte, die Reserve – die eigentlich gar keine ist – da zu halten, wo sie jetzt ist? Gerade im Bereich Unterbau wird die Umstellung durch Siewert und Lemke mit einigem Schluckauf verbunden sein. Das geht alles nicht von heut auf morgen. Doch in der Zwischenzeit darf man doch nicht den Abstieg der Zweiten riskieren! Genau das tut die MT aber aus meiner Sicht gerade. Wahrscheinlich unnötigerweise. Da schimmert für mich der Aufdruck "Dorfverein" in dieser Hinsicht dann immer noch irgendwo durch.

    So gerne ich Simo nach seiner Karriere bei der MT sehen würde, gehe ich nicht davon aus, dass es zu einem nahtlosen Übergang in eine Funktion bei der MT kommt.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Simo als Funktionär des montenegrinischen Handballverbands etwas machen wird.

    Auch das ist natürlich denkbar. Soviel ich weiß, bastelt er aber auch an der hiesigen Staatsbürgerschaft. Sowas macht er sicher nicht leichtfertig und aus einer Laune heraus (siehe Ablehnung Katar vor einer Weile). Würde er das anstreben, wenn er seinen zukünftigen Lebensmittelpunkt woanders sehen würde? Ist alles noch lange hin, und jeder sieht sowas anders. Ich sag auch nur, dass - Stand jetzt - die MT gut beraten wäre, diesen Dauerbrenner auch nach der aktiven Karriere einzubinden. Nur vielleicht nicht im Trainerstab, denn bei seinem Temperament wären Rote Karten auf der Bank so vorprogrammiert wie die Leistenzerrung eines Hamsters beim Ponyreiten. Simo muss sich austoben dürfen! :lol:

    Träumen ist hier nicht verboten;)

    Es könnte ja durchaus Teil eines neuen Konzeptes sein, solchen Spielern im Verein oder außerhalb eine berufliche Perspektive zu ermöglichen, und ihnenen sowas schmackhaft zu machen. Bin mir ziemlich sicher, dass z. B. Simo dem Verein später gern treu bleiben würde - in welcher Form auch immer (mindestens als Kaiser-Nachfolger! ;)

    Was ganz cool wäre, wenn es mehr Leute wie Finn Lemke oder Petr Hruby gäbe. Solche die nach der BL-Karriere hier sesshaft würden und im Verein blieben. Man stelle sich vor - und ich fantasiere jetzt -, Dainis würde nach Ende des Profitums hier arbeiten gehen und nebenher die Zweite als Spieler unterstützen. Wird nicht passieren. Hab nur das Beispiel gewählt, weil er dem Karriereende am nächsten scheint.

    Ist mir bekannt und wurde auch genutzt.

    Warte doch erstmal ab, was da im Background durch Lemke unter Mitwirkung von Siewert ins Leben gerufen wird.

    Danke

    1. Das mit Körle hat wohl mit dem zu großen sportlichen Aderlass zu tun? Sehr, sehr schade!

    2. Ich meine mit der Sorge in erster Linie den Übergang, in dem das neue Konzept eben noch nicht greift. Sorry, wenn ich das unklar ausgedrückt haben sollte.

    ich kenne seinen Namen noch nicht richtig. Wenn die neuen Mannschaftsbilder online sind, werde ich ihn dir dann nennen können.

    Würde mich freuen, danke! Btw: Wahrscheinlich ein alter Hut für die meisten hier, aber bisher konnte man die älteren Nachwuchsmannschaften sowie die Zweite (mit einigen Tagen Verzögerung dann auch gratis) auf der Sporteurope.TV-App schauen. Huskies übrigens auch.

    Du weißt doch wie es abläuft. Die Mannschaft gehört da spielerisch eigentlich nicht rein, da aber am Ende der Saison von oben aufgestockt wird, wird man wieder die Klasse halten. Ist halt ein Klassiker...das ist ja nicht nur in Melsungen so

    Möglich - nur dass das keine Basis ist, auf der die MT arbeiten sollte. Denn die hessische Regionalliga ist zwar gut, aber kein Testgelände für eventuelle Erstligatrauglichkeit. Ich würde mir ein bis zwei (für den Moment noch) externe BL-Veteranen wünschen, die Spaß dran hätten, so eine junge Truppe an ihrem Karriereende nochmal zu unterstützen. Im Idealfall solche, die in Notsituationen auch nochmal aufrücken könnten.

    Danke erstmal beiden Schreibern zu meiner Frage. Die wenigen Bezugnahmen auf die Zweite hier generell zeigen ja, dass das für die Öffentlichkeit eher ein untergeordnetes Thema ist. Da ich in den letzten beiden Jahren einige Spiele der Reserve gesehen habe, hat es mich aber doch überrascht, wie wenig da drin steckt. Körperlichkeiten können sich ändern, hab ich eben gelesen. Ja, und das tun sie auch hoffentlich, denn den allermeisten möchte man doch mal einen Broteteller mit Ahler Woscht machen – und das jeden Abend! Handballerisch sind die alle ordentlich ausgebildet, keine Frage. Aber – auch wenn der Zeitgeist da irgendwie hinzugehen scheint: Einmal gepustet, und es stehen die Schuhe da! Bei Vielen jedenfalls und ich rede nicht von Außenspielern. Letztere spielen für mich nämlich keine Rolle, da man die auf entsprechendem Niveau immer irgendwo herkriegt.
    Sorgen machen mir da eher – dank des neuen Konzepts hoffentlich bald nicht mehr – die Positionen, auf denen die Musik spielt. Im Gesamtpaket ist da niemand, den man in der Bundesliga auch nur mal fünf Minuten zur effektiven Entlastung eines beliebigen Rückraumspielers hätte bringen können/wollen. Ich will ja nicht gleich von Nachwuchsverhältnissen wie beispielsweise in Erlangen träumen, aber ein bisschen mehr hätte es schon gerne sein dürfen. Die Tatsache, dass beispielsweise ein Riecke jetzt ausgerechnet nach Tirol wechselt, zeigt ja auch, dass andere Vereine aus 1. und 2. Bundesliga das nicht unbedingt anders gesehen haben. Und ob jetzt beispielsweise auch ein mal hochgelobter Tom Wolf in Essen oder gar in Wetzlar Bäume ausreißt, steht ja nun auch noch nicht fest. Es sieht jedenfalls nicht danach aus.

    Will sagen: Es ist schön, eine Zweite in der 3. Liga zu haben, aber die steht dort auf ganz wackeligen Beinen. Und nach oben dringt da auf den spielbestimmenden Positionen nichts durch – aus dem jetzigen Kader hoffentlich mal Hüter. Es soll also wirklich niemand behaupten, Jaron Siewert müsste ein Jahr lang langweilig sein. Ein Unterbau, der seinen Namen rechtfertigt, müsste nämlich auch ein Stück weit tragfähig sein, und da sehe ich noch jede Menge Arbeit.
    Den Staffelwechsel finde ich jetzt übrigens nicht ganz optimal, da man als Hesse sportlich mehr mit den Mannschaften aus dem Süden zu tun hat. Den Artikel kannte ich – trotzdem danke, denn ich habe ihn mir noch einmal gründlicher durchgelesen als beim ersten Mal. Die Grenzlage wird immer für solche Situationen sorgen. Hoffentlich kein Sakrileg: Ich wünsche auch dem kleinen Nachbarn, dass sie die Klasse halten. Früher mag das mal anders gewesen sein, aber heutzutage können wir uns die höherklassig vertretenen Mannschaften aus Nord- und Osthessen nicht mehr aussuchen.
    Wir sollten dankbar für jeden einzelnen sein. Und für die anstehende Saison wird keiner von uns mit guten Gewissen vorhersagen können, wer nun vor dem anderen stehen wird. Es würde mich wirklich freuen, diesen für den Verein doch zukünftig noch wichtigeren Themenkomplex wenigstens in der Saurengurkenzeit ein bisschen angestoßen zu haben.

    sMash8835, auf welchen Spieler beziehst du dich, damit ich wenigstens den Namen schon mal im Hinterkopf behalten kann?

    Sagt mal, weiß jemand etwas über Zugänge der MT II? Mit der jetzigen Truppe würde der Klassenerhalt in der 3. Liga wieder zum Drahtseilakt. Und klar, der Verein bringt grad erst neue Konzepte für den BL-Unterbau an den Start, die auch einige Zeit brauchen werden, um zu greifen. Aber aktuell sehe ich allenfalls Hüter und - mit Magengrummeln - Wilfer mit gewisser Erstliga-Perspektive. Tote Hose im Rückraum. Da gibt's echt noch viel Nachholbedarf. Keine Kritik, nur eine subjektive Bestandsaufnahme. Im Nachwuchsbereich habe ich keinen Überblick, muss ich gestehen.

    Zu den kurzfristigen Perspektiven der MT hat Nighttrain schon alles gesagt. Man hat da einen ganz netten Kader zusammen, der - wenn halbwegs gesund und in der Hinsicht kompetent betreut - ganz ordentlich mitspielen wird, minimal Sechster, maximal Dritter. Aber das ist nichts, wo man in Magdeburg und Gummersbach (Berlin ist mir im Tor zu schwach) SOS funkt. Das ist für jetzt auch okay so. Hätte mir evtl. nur Elvar zurückgewünscht.

    Zu Parrondo: Wenn Paris das ist, was er will, freue ich mich für ihn und die Familie: Geld, Standort - alles fein. Ich verstehe halt nur generell bei keinem Spitzenmann (auch z. B. Emil Nielsen), warum man im Handball irgendeine ausländische Operettenliga der Bundesliga vorzieht. Rein sportlich ist da doch überall gähnende Langeweile. Ich glaube, wir haben Roberto nicht das letzte Mal in der BL gesehen.

    Das mal als Podcast zu erleben, dafür würde ich gern Eintritt zahlen.:)

    Ohne Scheiß! Ich fände das superspannend! Roberto und Jaron reden auf dem Youtube-Kanal der MT über Handball - ganz ohne MT-Brille. So ähnlich wie Tuchel und Pep, die sich damals zufällig im Restaurant getroffen und mit Salz- und Pfefferstreuern Taktiken simuliert haben. :)

    Am Ende hat Parrondo immer einen Schattentrainer in Melsungen sitzen. Der Druck wird sehr hoch sein, läuft es mal paar Spiele nicht, ist es einfach für die Veranworltichen zu reagieren.

    Ich finde die Situation nicht optimal und hätte mir einen Wechsel in dem Sommer gewünscht und somit eine klare Linie !

    Aber natürlich ist es besser jetzt in Ruhe zu planen und den Kader mit Siewert zu planen, wie erst einen Trainer im kommenden Frühjahr zu verplifchten

    Sind wir ehrlich: Solche Konstellationen sind ultraselten. Sollte es sportlich komplett in die Hose gehen, wäre Roberto eh weg. Schattentrainer hin oder her. Aber warum sollte es? Außer bei ein paar Meckerfritzen, denen es anfangs nicht schnell genug aufwärts gegangen und der Spielstil noch bis vor Kurzem nicht "schön" genug gewesen ist, hat der Trainer bisher nie zur Debatte gestanden. Und falls doch, hat sich die MT jetzt eben lange im Vorfeld abgesichert. Wobei der jetzige Kader sicher null zu Siewert passt, das muss man sagen.

    Trotzdem: Roberto und Jaron haben zwar unterschiedliche Philosophien, sind aber beide intelligente und kultivierte Menschen. Ich wäre gern mal dabei, wenn die über Handball reden. Warum sollten die beiden also nicht sogar voneinander lernen und die MT profitieren? Kritik und Konflikte (zivilisiert) auszuhalten und auszutragen, kann der Sache durchaus nützlich sein, finde ich. Und solange Jaron nicht mit auf der Bank sitzt, sehe ich eh kaum praktische Berührungspunkte zwischen ihm und dem Erstliga-Betrieb 2026/27. Alles im Leben hat seine Risiken, aber Melsungen hat sich mit dieser Konstellation aus meiner Sicht vor allem Chancen eröffnet.