Da geht es um die Spitzensportreform des DOSB und u.a. genau um diese Frage, ob es sinnvoll ist, die Talente in Zentren zusammenzuziehen. Ein Sportwissenschaftler sieht das als Fehler an: "...die schulische Bildung leidet durch den Wechsel bis hin zum Abbruch. Die Trennung von Familie und Freunden belastet die Nachwuchsathleten. Zudem gehen sie das Risiko von Überlastungsschäden sowie Burnout und vorzeitigem Ausstieg aus dem Sport ein. Weil all dies nicht nur Wissenschaftlern bekannt ist ... dürften viele Eltern ihre Kinder eher nicht ermutigen, sich im Leistungssport auszuprobieren".
Ich hab den Artikel nicht gelesen, aber dieser Absatz ist doch kein Argument gegen Leistungszentren, sondern beschreibt nur, warum in dieser Wohlstandsgesellschaft Eltern Bedenken haben, ihre Kinder dorthin zu schicken. Für die Analyse braucht es keinen Wissenschaftler. Die Fuhrdebatte und akutelle Mainstreamdebatten über "Mental Health" tun da ihr übriges. Ich kann da nur an meiner# Erinnerungen an die DDR zurückgreifen bzw. illustrieren. Dort haben sich auch Talente bzw. die Eltern gegen die KJS entschieden, in der Regel aber nicht. War ne Chance auf eine Karriere abseits des Einheitsbreis.
Gerade im Handball ist doch sehr interessant zu sehen, wie sich das Thema Leistungssport in der Mittelschicht darstellt. Schauen wir uns mal Fussball an. Da gibt es Internate ohne Ende. Selbst Regionalligavereine wir CZ Jena haben welche. Spieler die dort hinziehen schaffen mit Glück irgendwann den Sprung in Liga 3. Sehr hoher Anteil an Kindern mit Eltern der 1 Migrantengeneration. Vermutlich reicht deren Eltern schon die Aussicht auf eine Oberligakarriere mit Lehrstelle bei einem Sponsor.
Im Handball nehmen Eltern z.T. riesige Fahrdienste für ihre Kids auf sich. Kann ich hier in Rhein-Main verfolgen. Die Toptalente aus FFM pendeln zum Training 60-70 km zum Training Richung Hüttenberg/Dutenhofen oder aktuell in den Süden nach Nieder-Roden.
Deshalb hat ein Leistungszentrum wie das vom TVG schlechte Karten und die A-Jugendbuliquali verpasst.