Ich persönlich stehe dem Prinzip "Spielerlebnisse statt Ergebnisorientierung" auch kritisch gegenüber. Ich kann verstehen, dass es primär um die Mitgliederentwicklung geht. Langfristig denke ich aber, dass es sich für den Spitzensport als gefährlich erweisen kann, wenn es zwar 10 neue Mitglieder gibt die Spaß haben, aber die die was erreichen wollen aufhören weil deren Talent / Fleiß nicht belohnt wird.
Diese Denkweise ist, insbesondere in der E-Jugend, falsch! Du schreibst selbst, dass es selbst in eurem E-Jugendbereich Trainer gibt, die bei großzügiger Führung ihre "Leistungsträger" im Spiel lassen, anstatt anderen Kindern Praxiserfahrung zu geben. Das hilft niemandem dauerhaft. Weder den "Leistungsträgern", noch dem Rest der Mannschaft oder dem Handball im Allgemeinen. Es hilft lediglich den Funktionären oder Eltern, denen einer abgeht, wenn ihre Mannschaft auf Platz 1 steht oder ihr Zögling alle anderen "in Grund und Boden schießt". In der E-Jugend gibt es m.E. auch keine Leistungsträger sondern "nur" Spieler, die (momentan) anderen körperlich überlegen und/oder einfach schon ein bisschen länger dabei sind.
Auch für den Spitzensport wird sich nicht als schädlich erweisen, wenn Kinder im E-Jugendbereich nicht auf Sieg spielen (müssen). Dem Spitzensport nützlich(er) wäre eine breite Basis, aus der sich dann eine entsprechende Spitze entwickeln kann. Deshalb geht es nicht um "10 neue Mitglieder die Spaß haben", sondern um 10 Kinder denen man Handball soweit beibringen kann, dass sie vielleicht in der D- oder C-Jugend anderen Spielern soviel Paroli bieten können, damit die "Leistungsträger" noch besser werden können.