1. FC Nürnberg sicher in nächster DHB-Pokalrunde
Der Deutsche Meister und Pokalsieger 1. FC Nürnberg hat seine Pflichtaufgabe erfüllt und ist durch ein nie gefährdetes 41:17 (19:6) beim Regionalliga-Spitzenreiter HSG Sulzbach/Leidersbach in die nächste Runde des DHB-Pokals eingezogen. Beeindruckend waren dabei nicht so sehr das Spiel, sondern die Rahmenbedingungen. 3000 Zuschauer verwandelten die Untermainhalle in Elsenfeld in ein Tollhaus. Solch eine Kulisse ist im Frauen-Handball in Deutschland kaum zu finden.
Bis zum Ende wurde der Gastgeber unterstützt, obwohl die Fronten zeitig klar waren. Sulzbach zeigte in der ersten Hälfte sehr viel Respekt und musste nach 23 Minuten beim 5:15 bereits einen Zehn-Tore-Rückstand verbuchen. Zu diesem Zeitpunkt stand beim Club bereits die zweite Reihe auf dem Feld.
Auch nach der Pause hatte der Favorit leichtes Spiel und konnte es sich sogar erlauben, alle sechs Feldspielerinnen auf einmal zu wechseln. Höhepunkt des Abends waren mehrere Zaubereinlagen, vor allem von Agnieszka Tobiasz. Die Außenspielerin war die stärkste Nürnbergerin und verwandelte acht ihrer neun Versuche. Da bei Sulzbach, das mit der Ex-FCN-Spielerin Aida Jusiene antrat, mit der Zeit die Kräfte nachließen, kamen die Gäste immer öfter zu Toren durch Tempogegenstöße. Wäre nicht die sehr starke Piroska Bartek im HSG-Kasten gewesen, hätte das Ergebnis noch höher zugunsten des Club ausfallen können.
Trainer Herbert Müller hatte, nachdem sich bereits auf dem Parkett Kapitän Kathrin Blacha beim Publikum bedankte, am Ende auch nur lobende Worte übrig. "Am liebsten würde ich Halle und Zuschauer einpacken und mit nach Nürnberg nehmen. Wenn ich das hier sehe, werde ich richtig neidisch." Sportlich freute er sich über den nächsten Schritt Richtung Riesa. "Da wollen wir hin und unseren Titel verteidigen." Sein Sulzbacher Kollege Dr. Tomas Kutka ahnte schon vor dem Anpfiff, was ihn erwartete. "Es war klar, dass wir eine Packung kriegen, wenn Nürnberg uns ernst nimmt. Leider hat es uns ernst genommen. Aber wir können mit dem Ergebnis leben, schließlich gehen auch Erstligisten gegen den Club mit ähnlichen Ergebnissen vom Feld."
HSG Sulzbach/Leidersbach - 1.FC Nürnberg 17 : 41 (6:19)
Sulzbach/Leidersbach:
Bartek (20 Paraden, 58 Würfe, 7m: 2/5), Hoffmann (1/3, 7m: 0/1)
Weinert (1 Tor, 3 Würfe), Rüth, Schmitt (4/8, 7m: 1/1), Hreggvitsdottir (0/3), Milos (0/3), Jusiene (3/13), Panke (2/8), Berila (2/8, 7m: 0/1), Kujundzija, Grötsch (1/2), Pala Blöndal (0/2), Schjoenning (4/8).
Nürnberg:
Harlander (12/18), Gubova (13/24, 7m: 1/2)
Rohde (3/8), Ofenböck (2/6), Szrnka (5/7, 7m: 0/1), Christenau (3/6), Simakova (4/9, 7m: 2/3); Tobiasz (8/9), Walzik (3/5), Schmid (1/3), Engel (2/4), Rösler (5/8, 7m: 2/2); Blacha (4/5), Dinis-Virtic (1/2)
Schiedsrichter: Moles / Pittner (Heddesheim, Hemsbach)
Zuschauer: 3.000
Siebenmeter: 2/1 ; 6/4
Strafminuten: 8 / 4