Rumänien ist halt ein stark segregiertes Land mit einer komplexen und vielfältigen Struktur und einem starken (auch aus Minderwertigkeitskomplexen herrührenden) 'defensiven' Nationalismus. Internationale Anerkennung und Akzeptanz ist dort enorm wichtig - und diese kann auch über den Sport hergestellt werden.
Aber das ist alles sehr komplex (auch das sich jetzt ganz aktuell eine EU-Skepsis politisch etabliert, de fast mehrheitsfähig ist - die als 'Schulmeisterei' empfundene Politik aus Brüssel spielt dabei eine ganz wichtige Rolle) und innerhalb Rumäniens sehr umstritten, bei der Sportfinanzierung wirken natürlich auch noch Muster aus sozialistischen Zeiten nach. Die jetzige Lösung mit der Kommunalisierung des Frauenhandballs hat insgesamt Stabilität gebracht und ist rechtssicher auch mit EU-Recht, sie resultierte übrigens auch aus den Ereignissen um den HCM Baia Mare (da war das Hauptproblem, dass direkte Geldtransfers von der Stadt zu einem unabhängigem Verein nicht EU-rechtskompatibel sind. Jeder Stadt ist es jedoch sich selbst überlassen, wie sie ihre Kommunalverwaltung organisiert und finanziert, deshalb sind viele Vereine jetzt Bestandteil der Stadtverwaltung. Solche Sachen wie in Deutschland mit seinen kommunalen/staatlichen Unternehmen scheint es in Rumänien nicht zu geben)
Für keine Volkswirtschaft der Welt ist übrigens der Frauenhandball eine relevante Größe....(okay, die Gemeinde Cisnadie mit ihren 22000 Einwohnern gab ca. 15% ihres Gesamthaushalts für den Frauenhandball aus, als die sich nicht dauerhaft europäisch etablieren konnten, wurde das Liga Florilor-Team aufgelöst, eine Bürgermeisterwahl war da quasi eine Abstimmung über den Frauenhandball)