Beiträge von Karl

    @küstentanne: Das mit einer mentalen Schwäche ist doch totaler Quatsch und Unsinn, die haben gestern einfach Pech gehabt.... (ich kanns mir grad nicht wieder angucken, aber da waren z.B. in der Schlussminute doch gleich 2 Situationen, die nach Stürmerfoul rochen)

    Erfolglos, nuja, bei der letzten WM übrigens 4. bei der letzten EM 5. - und wenn man sich die klare Struktur des Spiels anguckt....das ist schon gut anzugucken,, (bei einem personell nicht unbedingt überragenden Kader)

    Das der internationale Frauenhandball in einer tiefen Krise ist, wird immer deutlicher.

    Es fehlen einfach die Stars bzw. Persönlichkeiten, da kommt kaum was (oder gar nix) nach. Auch bei Frankreich guckte man z.B. gern einer Alison Pineau zu. Der anstehende Generationswechsel in Norwegen ist schon für den ganzen Frauenhandball ein Problem.

    Mit Montenegro (mit seinen charismatischen Spielerinnen) und Spanien drohen jetzt zwei weitere Kernmannschaften wegzubrechen (auch bei den Niederlanden muss man mal gucken), Rumänien hat sich jetzt für das zweite olympische Turnier hintereinander nicht qualifiziert, ein Wiedereinstieg Russlands ist unabsehbar. Brasilien viel schwächer als in Tokio...

    Nach dem Amtsantritt von Axner ist in Tokio der Stern der Schweden aufgegangen, ich hätte ihnen das gestern gegönnt. Klassischer Handballstil (Frankreich lebt ja eher von der Athletik/Dynamik) mit Gucken und Spielintelligenz, Super-TW und Blohm, durchaus auch mit Wurfgewalt im Rückraum und der wiederauferstandenen Hagman. Das ist in meinen Augen schöner Handball. Sehr schade, dass in der Schlussminute die SRinnen nicht auf Stürmerfoul entschieden - Verlängerung dann war klar, da war die Mannschaft 'gebrochen'.

    Turnier war insgesamt eigentlich deutlich uninteressanter als in Tokio - für mich waren die Schweden eigentlich die einzige interessante Mannschaft (in Tokio waren da noch Angola und Montenegro mit engagierten Auftritten, Brasilien und Spanien auch interessant - wie schon gesagt, Schweden fast Mannschaft des Turniers in Tokio).

    Der 'Aufstieg' der DHB-Auswahl im internationalen Frauenhandball ist übrigens kaum zu verhindern, nuja, sie machen auch Fortschritte (z.B. akzeptable Außen) - das Auftreten diesmal kann man nicht, wie sonst regelmäßig in Schlüsselspielen (und nur die werden von einer breiten Handballöffentlichkeit wahrgenommen), als völlige Antiwerbung und Rufschädigung für den gesamten Frauenhandball wahrnehmen.

    Jo, Sportgerichtsverfahren überprüft dann lediglich Entscheidung des Präsidiums.

    Es handelt sich übrigens um ein Präsidium, in dessen Verantwortlichkeit letztendlich die Anstellung von Fuhr zum Jugendnationaltrainer fiel. Falls das zu den Schluss käme, die Vorwürfe gegen Fuhr wären verbandsrechtlich substanzlos - dann wäre das Geschrei der Presse und Aktivisten ganz sicher ganz groß (System und so....).

    Insofern ist es sicherlich nachvollziehbar vom DHB, auf sowas zu verzichten (geplant war evtl. sowas vll. im Anschluss an den Kommissionsbericht zu machen - das würde aber eine Arbeit der Kommission nach rechtstaatlichen Prinzipien voraussetzen und v.a. eine hinreichende Legitimation)

    Wegen welcher Vorwürfe (die müssen ja schon konkretisiert sein), könnten die in §12, Abs. 3 der Trainer- ordnung genannten Instanzen (DHB- und Ligavorstand; lizenzausstellender Verband), gegen Andre Fuhr eine Strafe verhängen?

    Ein (Sportgerichts-)verfahren vor Verhängung einer Strafe ist in der Trainerordnung anscheinend nicht vorgesehen.

    Nuja, der DHB ist ja nicht besonders einsichtig, er hat ja angekündigt, unverzüglich Widerspruch einzulegen (ich kann immer noch nicht glauben, dass der Verband nach Gutdünken handelt - man könnte z.B. über Druck aus dem BMI spekulieren).

    Der DLF zitiert eine (selbstverständlich anonyme) "Betroffene":

    Zitat

    „Wir sehen und die Betroffenen spüren zum wiederholten Male die massive, unerbittliche und ausdauernde Wucht des Trainers und seiner Gehilfen, mit der verhindert werden soll, dass Taten und System aufgehellt werden. Ich erwarte vom DHB, dass er sich mit aller Kraft der Methode entgegenstellt.“

    DHB-Aufarbeitungskommission vorläufig gestoppt
    Die unabhängige Aufarbeitungskommission des DHB muss ihre Arbeit vorerst einstellen. Sie sollte Machtmissbrauchsvorwürfe aufarbeiten.
    www.deutschlandfunk.de

    Puhh, ich habe ehrlich gesagt, in Anschuldigungen von solchen Leuten mit sehr geringem Reflexionsvermögen kein großes Vertrauen (z.B. OLG Hamm auch Gehilfe?).....

    Das ein (mit Mindener/Hiller Sturheit, Sachlichkeit und Ehrgeiz versehener) Handballtrainer (dessen Lebensinhalt seit Kindesbeinen Handball war und ist - und vermutlich diese Ernsthaftigkeit auch von Spielerinnen weitgehend fordert) da mal mit einer solchen Person 'aneinanderrasselt' - okay, nachvollziehbar...

    Sorry Hamm natürlich, erste Instanz war LG Dortmund (hat Lothar oder sonst jemand zu dem Urteil vll. auch eine Quelle zum Wortlaut? Aber die Inhalte und die Argumentation dort kann man ja ganz gut dem Hammer Urteil entnehmen; OLG Hamm sah anders als das LG Dortmund eine Eilbedürtigkeit gegeben, meinem Eindruck nach mit überzeugender Argumentation: Fuhr hat nicht unverzüglich bei Einsetzung der Kommission rechtlich gehandelt, da ihm die Verfahrensweise der Kommission nicht deutlich sein konnte)

    handbollsfan: Im Männerbereich hätte es diese ganzen Diskussionen/Sachen/Skandalisierung nie gegeben ;)

    Paul: Mir ist es "unangenehm", mit jemanden zu diskutieren, der das von Lothar eingestellte Urteil offensichtlich nicht gelesen hat.

    Also: Jede sinnvolle Beteiligung im Thread setzt diese Lektüre jetzt wirklich voraus (dann kann man ja diskutieren, ob mein Kurzreferat des Urteils im ersten Teil meines letzten Posting zutreffend ist)

    Als 'Service hier nochmal Lothars hochgeladene Datei mit dem Urteil:

    https://www.handballecke.de/attachment/9054-8-w-15-24-beschluss-20240705-pdf/

    Jo, da fehlt also nach dem OLG Hamm:

    a) die verbandsinterne Legitimation eine solche Kommission einzusetzen (wie oben schon vermutet)

    und

    b) werden elementare rechtliche Verfahrensgrundsätze verletzt (z.B. sehr eindrücklich:

    "Denn die Kommission beabsichtigt nicht, dem Antragsteller die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zugänglich zu machen, sondern die Anonymität der Personen, mit denen die Kommission bereits gesprochen hat, soll vollständig gewahrt werden").

    Der Beschluss liegt also begründet sowohl in der Institutionenform einer solchen Kommission (jenseits der Verbandsrechtsprechung) per se, deren Zielsetzung offensichtlich ist, 'Taten' aufzuklären als auch in der Arbeitsweise der Kommission.

    Das liest sich alles sehr, sehr plausibel an - dem DHB möchte ich trotzdem keinen großen Vorwurf machen, er wurde ja praktisch zum gewählten Vorgehen genötigt/gezwungen (und da haben ganz sicher einige mit schlechtem Gewissen wider besseren Wissen gehandelt)

    Zu der Auswahl der Kommissionsmitgliedern selbst muss man sagen, dass bei einem solchen Sachgebiet halt 'Experten' i.d.R. auch Aktivisten sind. Persönlichkeiten aus der Handballsport haben sich für das Schauspiel ja nicht hergegeben (okay, das hätte die vorgebliche 'Unabhängigkeit' gefährdet - aber sind denn die sogenannten Experten 'unabhängig'?)

    Tja, Andre Fuhr wird das Scheitern der Kommission (davon gehe ich aus) leider nicht viel weiterhelfen, okay, er hat ein scheinrechtliches 'Urteil' in einem Verfahren vermieden, dass partiell 'Schauprozesscharakter' hatte

    Andre Fuhr dazu im Sportbild-Interview:

    Zitat

    Haben Sie erwogen, in den ursprünglich erlernten Beruf des Lehrers zurückzukehren?

    Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht. Aber: Ist das denn realistisch? Wenn ich in die Schule gehe, und der erste Schüler meinen Namen googelt, ist es schon vorbei.

    Hanball-Trainer André Fuhr: „Es ist eine Welle entstanden, die alles mitgerissen hat“
    André Fuhr holte mit den BVB-Handballerinnen den Titel, wegen Machtmissbrauchs-Vorwürfen musste er gehen.
    sportbild.bild.de

    Fuhr wird übrigens kaum im Beamtenverhältnis stehen - wäre a) bekannt und b) wäre die Beurlaubungszeit doch sehr lang.

    Lothar Froweins Ausführungen sind übrigens sehr plausibel (und entsprechen auch meinen unsystematischen Beobachtungen/Eindrücken).

    Ergänzen könnte man vll. noch, dass vll. die Einrichtung einer solchen Kommission zumindest partiell auch mit dem Verbandsrecht unvereinbar (bzw. nicht gedeckt) sein könnte (es handelt sich ja auch nicht direkt um eine satzungsgemäße Verbandsgerichtsbarkeit - die wurde ja sogar bewusst umgangen).

    Nuja, die eben angeführte Personalie ist halt ein (weiteres) Indiz dafür, dass Menschen mit näheren Kenntnissen den ganzen Komplex anders einordnen als hier der Tenor des Gros der Forennutzer.

    Bei der Kommissionszusammensetzung stimmt mich skeptisch, dass anscheinend kein Mitglied nähere praktische Erfahrungen mit Frauenhandball auf Leistungsbasis hat (Erfahrungen aus Einzelsportarten sind z.B. nur sehr begrenzt übertragbar).

    Natürlich sollten nicht alle Mitglieder eine 'Binnenperspektive' haben, aber...

    Wie eigentlich nicht anders zu erwarten bei einer Zuständigkeit der Kreisverwaltung Minden-Lübbecke (und der ihr quasi kritiklos/hörig verhaltenen Kommunalpolitik), wird sich die Sanierung der Kampahalle weiter verzögern, neuer Termin ist der März 2025.

    Okay, könnte man dann froh sein, wenn es gelingen sollte, die ganze Saison 2025/26 wieder in Minden zu spielen (na gut, wenigstens die Rückrunde 2026).

    Aktuelle Kostenangabe liegt bei 22 Mio - bei einem Fördervolumen von 4 Mio. Dieses Fördervolumen von (aktuell) unter 20% (Tendenz sinkend) gab ja den politischen Ausschlag für die Renovierung - und gegen einen Neubau. Der normale Hallenbesucher wird übrigens nicht viel mitbekommen von dem Endresultat der Sanierung (okay. er wird - hoffentlich - keinen Toilettenwagen mehr benutzen müssen, wobei man der Verwaltung einfach glauben muss, dass die Toilettensperrung auch zwingend notwendig war)

    Baufortschritt, Zeitplan, Kosten: Das ist der Stand bei der Sanierung der Kampa-Halle | Minden
    Minden. Das riesige Gerüst zieht sich einmal komplett durch die gesamte Halle. Hoch oben unter dem Dach stehen Arbeiter und werkeln an den neuen...
    www.mt.de

    Hinsichtlich der gescheiterte Multihalle muss man auch sagen, dass es sehr zweifelhaft erscheint, ob die Stadt Minden verwaltungsmäßig überhaupt in der Lage gewesen wäre, so ein Projekt federführend zu realisieren (siehe z.B. die endlos sich hinziehende Rathaussanierung - den Anstoß der Kampasanierung gab ja mit der 'ungewollten' Einwerbung von Sanierungsmitteln der Mindener Bürgermeister - der Gesamtvorgehen von ihm bei der Einwerbung und deren Kommunikation war ja auch im höchsten Maße zweifelhaft ). Dazu kommt, dass Kosten- und Zeitplanungen von Stadt und Kreis ja nun kein Mensch mehr ernst nimmt.

    Das heimische Mindener Tageblatt ist übrigens mittlerweile fast täglich gefüllt mit menschelnden, elogenartigen Porträts/Interviews von Entscheidungsträgern der Verwaltung und Kommunalpolitik (vorrangig der traditionell in Minden dominierenden Partei), wenngleich der Gesamtberichterstattung durchaus auch 'unangenehme' Sachverhalte zu entnehmen sind.

    Aufmerksamkeitsgenerierung und Vermarktungshoffnungen rangieren im DFB-Kontext offensichtlich weiterhin vor den sportlichen Aspekten.

    Das diese ganzen Diskussionen um Nebensächlichkeiten ein erheblicher Störfaktor bei der letzten WM war, dürfte unumstritten sein.

    Nun befinden sich Adidas und der DFB ganz bewusst und voll kalkuliert (!!) wieder auf so einem Weg. Was die Mannschaft und das Umfeld gegenwärtig brauchen, ist Ruhe und Konzentration, auch wenn so etwas wenig aufmerksamkeitserheischend und vielleicht schwerer vermarktbar ist.

    Ps. Grad mal Google-Bildersuche nach Adidas-Vorstandsvorsitzenden angeworfen, die laufen nicht in Pink rum...(sondern in klassischer Männerbekleidung, oft natürlich bei einem Sportartikelhersteller sportiv) oder im Businessanzug...

    Na, der Sieg auswärts beim MKC ist ja nun ohne Zweifel ein Erfolg für Bistrita. Tolle Arbeit von Tainer Pera (eine CL-Quali, die ja nach dem Sieg gegen Rapid innerhalb der Woche realistisch erscheint, sehe ich aber mit dem Kader skeptisch)

    Übrigens haben 24 der 32 Tore für Bistrita rumänische Spielerinnen geworfen - gutes Wochenende generell für die rumänischen Mannschaften, Braila nach dem deutlichem Auswärtssieg gegen Vegeta mit allen Möglichkeiten, CSM mit einer überragenden Neagu, welche die Verletzungseinschränkungen überwunden zu sein scheint, deutlich gegen Krim.

    Puhh, das trifft GWD natürlich ziemlich ins Mark und kann leider weitere Verunsicherung schaffen.

    Heitkamps Verletzung passierte übrigens in der 3. Minute des Dresdenspiels durch ein mit Rot sanktioniertes Foul. Der Juniorenweltmeister wurde ja verpflichtet als Ersatz für den talentierten Ungarn Eles (Kreuzbandriss). Jetzt hat GWD auf der Schlüsselstelle Mitte nur noch Amine Darmoul (und da steht die Fastenzeit bevor). Heitkamp machte bislang einen sehr guten individuellen Eindruck

    Auch die Verletzung von Hermeling ist schwerwiegend für die Mannschaft, einen wurfstarken Joker für einfache Tore auf RL kann man natürlich in etlichen Situationen gebrauchen. Dazu kommen natürlich noch die offensichtlichen Probleme von Asenio (in der Zeit zu Saisonbeginn in der letzten Saison vor seinem Kreuzbandriss sah man, dass das der KR ein Topmann ist, dann kam eine Schulter-OP noch dazu, die zu gegenwärtig nur sehr begrenzten Zeiten im Angriff führt).

    Urban hat vorletzte Saison noch 160 Tore in der HBL geworfen, auch wenn es diese Saison noch nicht so lief, war er sicher ein Kandidat für eine deutliche Leistungssteigerung.

    Hochziehen von Spielern aus der 2. ist sehr schwierig, da dort der Regionalligawiederaufstieg angestrebt wird, die für die Gesamtvereinskonstruktion ungemein wichtig ist (der langjährige Zweitligaspielen Schliedermann, vor der Saison zu GWD II von Emsdetten gewechselt, wäre sicher ein Kandidat, dann sähe es aber schlecht aus für die Ambitionen der 2. Mannschaft). Der ganze Bereich ist natürlich durch die fehlende Infrastruktur (meines Erachtens maßgeblich verursacht durch das völlige Desinteresse der nur mit sich selbst beschäftigten Kommunalpolitik an dem einzigen sportlichem Aushängeschild der Stadt, die zudem, in ihrer lächerlichen Anmutung mit etlichen ungeläuterten 'Pinocchio-Akteuren', kaum Einfluss auf Entscheidungen in Düsseldorf oder gar Berlin hat, die Randlage im großen Bundesland NRW ist natürlich auch ein Problem) in den letzten Jahren in Relation zu anderen Nachbarvereinen (z.B. Lemgo, Burgdorf nicht weit weg, auch Hamm) geschwächt worden. Man muss natürlich auch sagen, dass der Generationswechsel auf der Fördererebene (überwiegend Familienunternehmen) sehr gut in den letzten 15 Jahren verlief, man auf der Gesamtvereinsebene (und die ist ungemein wichtig und unabdingbar für die Legitimation des Bundesligaspielbetriebs!!) allerdings von der Substanz zu leben scheint.

    Nun gut, da kann man nur darauf hoffen, dass es Spieler gibt, denen die Garantie auf dem Spielfeld zu stehen, Sicherheit gibt, die erste 7 liest sich immer noch gut an und könnte prinzipiell sicher jetzt auswärts in Essen punkten.

    Als Favoriten auf den Abstieg sehe ich die Dankerser auch nach den neuen Verletzungsmeldungen nicht, aber das Spiel muss dringend stabiler werden.

    Nicole schreibt:

    Zitat

    Ich denke das ist reine Kopfsache.

    Hmja, man darf nicht vergessen, dass das letzte Saisonviertel in der 1. Liga auch schon ziemlich frustrierend war (beginnend mit dem Spiel in Hamm, vorher war es ja eher selbstvertrauensaufbauend) und nahtlos ging es dann so in der Vorbereitung (ohne Sieg) weiter...