Beiträge von Arcosh

    Handballer2105

    Zitat

    Beim 31:32 im Dezember zu Hause gegen den SC Magdeburg gerieten Sie nach Schlusspfiff wegen einer umstrittenen Entscheidung der Schiedsrichter fürchterlich in Rage. Ist die Wut von damals inzwischen verraucht?

    Schindler: „Was die damalige Situation angeht, ist die Wut natürlich weg, es war eine emotionale Situation. Was aber meine grundsätzliche Einstellung angeht, hat sich nichts verändert. Wenn ich Woche für Woche Spiele sehe, wie sich manche Trainer während und der Partie präsentieren und wenn ich sehe, wann ein Videobeweis genommen wird und wann nicht, dann habe ich Woche für Woche Unmut in mir. Da ist im Moment sehr viel Willkür und Undurchsichtigkeit dabei. Ich würde mir im Sinne der Liga und des Sports einen deutlichen besseren Umgang damit wünschen. Da nehme ich ganz klar die HBL und den DHB in die Pflicht.“

    Also stehen Sie dem Videobeweis inzwischen skeptisch gegenüber.

    Schindler: „Nein, ich war von Anfang an ein Freund des Videobeweises. Aber wenn er so genutzt wird wie derzeit, geht es absolut in die falsche Richtung.“

    Christoph Schindler spricht explizit von "sehr viel Willkür und Undurchsichtigkeit" bei der Anwendung des Videobeweises. Extrovertierte Trainer oder theatralisch agierende Spieler führen bei vielen Schiedsrichtergespannen dazu, dass sie den Weg zum Monitor nehmen und sich Situationen detaillierter ansehen. Dafür war die Szene damals gegen den SC Magdeburg ein Paradebeispiel, denn es gab keinen nachvollziehbaren Grund diese undurchsichtige Szene am Spielende nicht in Ruhe am Monitor zu beurteilen. Stattdessen werden sich Szenen angeschaut, wenn mal wieder ein kleingewachsener Rückraumspieler mit Anlauf in den Zwei-Zweimeter-Hünen-Mittelblock hineinstürmt und sich anschließend am Boden liegend die Nasenspitze hält. Da stimmt in meinen Augen oft die Relation nicht.

    Ja, er formuliert keine Lösungsvorschläge, aber das ist auch nicht primär seine Aufgabe. Diese Aufgabe hat das DHB-Schiedsrichterwesen in Zusammenarbeit mit der HBL. Vielleicht Bedarf es nur eindeutigerer Vorgaben bzgl. der Anwendungsfälle. Mir persönlich wird beispielsweise die Überprüfung "Disqualifikation" viel zu inflationär benutzt. Ich wäre dafür, dass die Schiedsrichter wieder Entscheidungen direkt auf dem Feld treffen. Wenn sie auf dem Spielfeld eine Rote Karte zeigen, können sie gerne anschließend am Bildschirm überprüfen, ob diese Beurteilung eine klare Fehleinschätzung war und abgeändert werden muss. Aber es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass sich Schiedsrichter komplett unsicher sind, erstmal keine Entscheidung auf dem Feld treffen und dann mit dem Vorwand einer möglichen Disqualifikation prüfen, ob sie überhaupt eine Zeitstrafe aussprechen müssen.

    Vielleicht müssen die zulässigen Anwendungsfälle reduziert werden. Natürlich kann den Schiedsrichtern beim Videobeweis bzgl. einer Disqualifikation auf den Videobildern ein Schrittfehler auffallen. Aber diesen dann zu ahnden, obwohl das an sich keine überprüfbare Spielhandlung ist, halte ich für falsch.

    Und dafür, dass die News Seite so berichtet, kann jetzt Bob oder die Füchse oder irgendjemand aus Berlin, genau was? Bob gibt ein Interview, macht das übliche Marketing-Bla-Bla. Was dann andere daraus machen, ist doch kein Grund die Füchse oder Bob zu kritisieren.

    Es geht doch im Kern um Bob Hannings Wortwahl. Schließlich werden hier direkte Zitate von ihm widergegeben. Er hält es offensichtlich für notwendig und richtig die Meldungen derart zu überhöhen. Vielleicht ist es am Standort Berlin tatsächlich notwendig immerzu in Superlativen zu sprechen, aber in weiten Teilen Handball-Deutschlands kommt das eben nicht gut an, weil man dort bodenständigere Worte und Werte gewohnt ist.

    Das war heute einfach nicht gut genug gespielt von Fredericia. Offensiv fanden sie selten spielerische Lösungen und so kamen sie in der ersten Halbzeit nur auf 35% Angriffsquote und hatten acht technische Fehler. Psychologisch besonders schlimm war Evgeni Pevnovs Fehler beim Anwurf zehn Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit. Statt der Chance auf einen Drei-Tore-Rückstand zu verkürzen, gingen die Gäste mit einem Fünf-Tore-Rückstand in die Kabine und ihr Polster aus dem Hinspiel war so gut wie aufgebraucht.

    In der zweiten Halbzeit haben sie es verpasst konsequenter auf das Abwehrzentrum der MT Melsungen draufzugehen, wo Adrian Sipos seit der 36. Minute mit zwei Zeitstrafen vorbelastet war.


    Kein hochklassiges Handballspiel (dem sich auch die Schiedsrichter zunehmend "anpassten"), aber ein in der Höhe verdienter Sieg der MT Melsungen und sie können ihren einfacheren Weg nach Hamburg fortsetzen.

    [...] Der BHC muß nicht unbedingt Pokalsieger werden. Vize reicht auch, wenn die Füchse Pokalsieger und Vizemeister werden und in die CL rutschen. Dann würde der BHC die EL erben. [...]

    In diesem Punkt würde ich Deinen Ausführungen widersprechen. Da sich nur noch der Deutsche Meister für die Champions-League qualifiziert, würden sich die Füchse Berlin als DHB-Pokalsieger über diesen Wettbewerb für die EHF European-League qualifizieren. Zum Zeitpunkt der Meldung der Teilnehmer für die EHF European League seitens des DHB wird wahrscheinlich noch gar nicht über die Upgrades und Wildcards für die EHF Champions-League entschieden worden sein. Demnach würden die drei weiteren Teilnehmerplätze für die EHF European League an die drei bestplatzierten Mannschaften der HBL außer dem Deutschen Meister SC Magdeburg und dem DHB-Pokalsieger Füchsen Berlin gehen - also wahrscheinlich drei Vereine auf den Plätzen 2 bis 5 der HBL.

    Für den Bergischen HC würde meiner Meinung nach nur das Wunder eines DHB-Pokalsieges oder das noch größere Wunder eines DHB-Vizepokalsieges bei gleichzeitigem Gewinn der Deutschen Meisterschaft durch die Füchse Berlin in die EHF European League führen.

    Do, 09.04.2026, 19:00 Uhr: SC DHfK Leipzig - Frisch Auf! Göppingen
    Fr, 10.04.2026, 19:00 Uhr: ThSV Eisenach - TSV Hannover-Burgdorf
    Fr, 10.04.2026, 20:00 Uhr: MT Melsungen - TSV GWD Minden
    Sa, 11.04.2026, 19:00 Uhr: Rhein-Neckar Löwen - SG Flensburg-Handewitt
    Sa, 11.04.2026, 20:00 Uhr: VfL Gummersbach - HSG Wetzlar
    So, 12.04.2026, 15:00 Uhr: HSV Hamburg - THW Kiel
    So, 12.04.2026, 16:30 Uhr: SC Magdeburg - HC Erlangen
    So, 12.04.2026, 16:30 Uhr: Bergischer HC - TVB 1898 Stuttgart
    So, 12.04.2026, 18:00 Uhr: TBV Lemgo - Füchse Berlin


    Am 28. Spieltag stehen richtungsweisende Spiele an. Kann Leipzig in eigener Halle den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz schaffen? Kann der Bergische HC einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen? Kann der TBV Lemgo zur Heimstärke der Hinrunde zurückfinden und nach dem Hinrunden-Sieg in Berlin erneut punkten? Kann der THW Kiel im Kampf um einen Platz in der European League die unangenehme Aufgabe in Hamburg meistern?

    Ich gehe davon aus, dass der VfL Gummersbach weiterhin von Spiel zu Spiel denken wird. Durch die eigene Siegesserie und die unerwarteten Punktverluste des THW Kiel und des TBV Lemgo hat die Mannschaft Platz 4 und damit die sichere Qualifikation zur EHF European League in eigener Hand. Das ist das erklärte Saisonziel und sobald dieses in trockenen Tüchern sein sollte, kann gerne nach höherem geschielt werden. Aber noch ist (außer Ansehen in Handball-Deutschland) nichts gewonnen.

    Holla das sind doch schon play offs oder? Stark von Fredericia, Aalborg hatte doch nur ein Spiel in der Hauptrunde verloren.

    Kurz Off-topic:

    In Dänemark spielen die besten acht Vereine nach der Hauptrunde eine sogenannte Siegerrunde. In zwei Vierer-Gruppen wird im Modus Jeder-gegen-Jeden eine Hin- und Rückrunde gespielt. Nach den sechs Spieltagen ziehen die beiden besten Mannschaften jeder Gruppe ins Halbfinale ein.

    Fredericia HK hatte sich als Achtplatzierter mit nur elf Siegen aus 26 Spielen und nur zwei Punkten Vorsprung auf Platz 9 gerade noch für die Siegerrunde qualifiziert. Nach 26 Spieltagen der Hauptrunde hatten sie 26 Punkte Rückstand auf Aalborg. Da aber Aalborg als Bonus für den dominanten Tabellenplatz 1 in der Hauptrunde lediglich mit zwei Pluspunkten in die Siegerrunde starten durfte, hat Fredericia diesen Rückstand nun bereits egalisiert.

    Fredericia HK tankt beim 41:36-Heimsieg gegen den dänischen Primus Aalborg Handbold mächtig Selbstvertrauen für das Rückspiel in Kassel.

    Wenn ich das richtig sehe kosten alle Tickets für das Rückspiel nur 12,60€, aber ein Blick auf den Saalplan lässt bei den MT-Fans wenig Interesse oder wenig Hoffnung auf ein Weiterkommen vermuten. Hätte ich dienstags nicht selber Training, würde ich vielleicht den Abstecher nach Hessen machen, denn ich erwarte ein spannendes Spiel hinsichtlich der Egalisierung des Rückstandes aus dem Hinspiel.