Beiträge von Arcosh

    Laut unseren Informationen hat der VfL Gummersbach Interesse an Orri Freyr Thorkelsson. Ebenfalls soll Admir Faljic wohl in Gesprächen mit Tusem Essen sein

    Im Sommer 2027 endet der Vertrag mit Miloš Vujović und wenn sich Nkola Roganovic als der neue Siebenmeterschütze beim VfL Gummersbach herauskristallisiert, dann gibt es wenig Gründe, mit Vujović noch einmal zu verlängern. Aufgrund der Spielanlage mit wenig Einbindung der Außen und Tilen Kodrins Vertrag bis 2028, hätte ich erwartet, dass man auf einen jungen (deutschen) Nachwuchsspieler wie Tom Koschek als zweiten Linksaußen setzen würde.

    Mangahn

    Auch wenn es eine Tatsachenentscheidung darstellt und somit rechtlich nicht angreifbar ist, können wir uns hier darüber austauschen, wie die Schiedsrichter damit umgehen sollten, wenn sie das passive Spiel während eines Passes anzeigen. Meiner Meinung nach können die Schiedsrichter den zu spät gehobenen Arm nicht der angreifenden Mannschaft anlasten und der aktuelle Pass sollte noch nicht mitgezählt werden. Zumal in diesem konkreten Fall die angreifende Mannschaft unmittelbar nach Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens Druck auf das gegnerische Tor gemacht hat.

    Die Entscheidung der Schiedsrichter war je nach Sichtweise "unglücklich" oder eine "Fehlentscheidung". In den Erläuterungen zum passiven Spiel steht:

    Zitat

    Handhabung des Vorwarnzeichens

    Erkennt ein Schiedsrichter (Feld- oder Torschiedsrichter) eine Entwicklung zu passivem Spiel, hebt er den Arm (Handzeichen 17), um anzuzeigen, dass ein gezieltes Herausspielen einer Torwurfgelegenheit nicht erkennbar ist. Die Schiedsrichter sollten das Vorwarnzeichen gleichzeitig zeigen, wenn ein Spieler den Ball unter Kontrolle gebracht hat. [...]

    Der zögerliche Spielaufbau der HSG Wetzlar rechtfertigte, dass das Vorwarnzeichen angezeigt wird, aber der Feldschiedsrichter hätte es nicht in den laufenden Pass hinein anzeigen sollen. Daraus resultierte die Unklarheit über die Anzahl der verbleibenden Pässe. Natürlich müssen die Schiedsrichter im Anschluss nicht zwingend noch vier Pässe zulassen, aber da die HSG Wetzlar offensiv aufs Tor gespielt hat, gab es keinen Anlass vorzeitig das passive Spiel abzupfeifen. Zudem haben die Schiedsrichter in Nachgang der HSG-Bank angezeigt, dass es fünf Pässe gewesen seien. Das ist in meinen Augen eine Fehlentscheidung, weil sie den zu spät gehobenen Arm nicht der angreifenden Mannschaft anlasten können. Aber es ist durch die Tatsachenentscheidung geschützt und somit hat die HSG folgerichtig den angekündigten Einspruch nicht weiterverfolgt.

    Die neue Gruppenphase ist aus deutscher Sicht nur bedingt spannend.

    • Für den SC Magdeburg wird es lediglich darum gehen vier Punkte mit in die Hauptrunde zu nehmen. Dafür werden wahrscheinlich primär die Spiele gegen KS Kielce relevant sein. Der Auftakt zuhause gegen Kolding ist Pflichtprogramm und ich erwarte +8 bis +10 Tore.
    • Die Füchse Berlin haben zum Auftakt mit Neuling Belgrad den nominell schwächsten Gruppengegner. Dort bin ich auf die Atmosphäre in der Halle gespannt - allgemein und im Hinblick auf den Umgang mit Ratko Mladic (siehe das Belgrader Fußball-Derby)
    • Der Champions-League Auftakt der MT Melsungen sollte eigentlich einen Sieg mit +5 Toren bringen.

    Das passt nicht. Zur Prime des THW stand die Meisterschaft schon vor Beginn des 1. Spieltages fest. Davon ist der SCM weit entfernt.

    Wann soll das gewesen sein?

    Selbst in den erfolgreichen Jahren (2005 bis 2015 mit zehn deutschen Meisterschaften in 11 Jahren) wechselten sich dominante Jahre mit sehr knappen Meisterschaftsentscheidungen ab.

    • 2004/05: 62:6 Punkte, 2 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2005/06: 62:6 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2006/07: 58:10 Punkte, punktgleich mit Platz 2
    • 2007/08: 61:7 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2008/09: 65:3 Punkte, 13 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2009/10: 62:6 Punkte, 1 Punkt Vorsprung auf Platz 2
    • 2010/11: 55:13 Punkte, Platz 2
    • 2011/12: 68:0 Punkte, 11 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2012/13: 61:7 Punkte, 7 Punkte Vorsprung auf Platz 2
    • 2013/14: 59:9 Punkte, punktgleich mit Platz 2
    • 2014/15: 65:7 Punkte, 2 Punkte Vorsprung auf Platz 2

    Wahrlich kein hochklassiges Spiel. Eisenach mit einfachen Torerfolgen, wenn sie schnell spielen und die HSG-Abwehr noch nicht formiert ist. Aber im Positionsangriff ist das mager vom ThSV. Größtenteils Einzelaktionen mit dem Kopf durch die Wand. Mir gefällt die Körpersprache der Eisenacher und das Abklatschen untereinander nach gelungenen Aktionen. Den Willen kann man ihnen nicht absprechen, aber es fehlt augenscheinlich an Qualität.

    Wetzlar lässt den Ball im Angriff flüssiger laufen, aber es reicht dennoch nur selten zu klaren Torgelegenheiten. Die Halben lassen sich immer wieder zu Bewegungen gegen die Hand drängen und geraten dadurch in (zu) schwierige Torwurfsituationen.

    Aktuell fällt es mir schwer einzuschätzen wie sehr die ersten drei Spiele auf die spielerische Klasse der Mannschaft und wie sehr auf Aufstiegseuphorie, Momentum und "Wir haben nichts zu verlieren" zurückzuführen sind. Vier Punkte sind mehr als die meisten Handballfans ihnen zu diesem Zeitpunkt zugetraut hätten, aber warten wir ab, wie sie als "Favorit" in den kommenden Heimspielen gegen Stuttgart, Hannover (DHB-Pokal) und den Bergischen HC auftreten werden.

    Do, 10.09.2026, 19:00 Uhr: TBV Lemgo - SG Flensburg-Handewitt
    Do, 10.09.2026, 19:00 Uhr: ThSV Eisenach - SG BBM Bietigheim
    Fr, 11.09.2026, 20:00 Uhr: Rhein-Neckar Löwen - HBW Balingen-Weilstetten
    Sa, 12.09.2026, 19:00 Uhr: THW Kiel - TSV Hannover-Burgdorf
    So, 13.09.2026, 15:00 Uhr: SC Magdeburg - HSG Wetzlar
    So, 13.09.2026, 16:30 Uhr: HC Hamburg - Frisch Auf! Göppingen
    So, 13.09.2026, 16:30 Uhr: HC Erlangen - Bergischer HC
    So, 13.09.2026, 18:00 Uhr: Füchse Berlin - VfL Gummersbach
    So, 13.09.2026, 18:00 Uhr: MT Melsungen - TVB 1898 Stuttgart

    Drei Spieltage sind absolviert und die Mannschaften haben erste Eindrücke hinterlassen.

    Eine der positiven Überraschungen ist für mich der TVB Stuttgart. In Hamburg und gegen Berlin waren sie auf Augenhöhe und haben vielleicht sich durch mangelnde Cleverness oder fehlende Crunchtime-Mentalität in den letzten Angriffen selber um die Chance auf mehr Punkte gebracht. Bei der MT Melsungen wird es dennoch schwierig werden zu punkten - auch wenn die Nordhessen am Donnerstag zuvor ihre Champions-League-Premiere gegen Vardar Skopje haben werden.

    Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt thronen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, aber die Leistungen waren in den ersten drei Spielen nicht immer überzeugend. Am vierten Spieltag warten knifflige Gegner auf die beiden norddeutschen Spitzenmannschaften. Siege sind Pflicht ist, aber der TBV Lemgo und die TSV Hannover-Burgdorf können auch zum Stolperstein werden.

    Interessant wird es am Wochenende hinsichtlich der unteren Tabellenhälfte. Der ThSV Eisenach wird eine Reaktion auf den völlig misslungenen Heimspielauftakt gegen Balingen zeigen müssen, der HC Erlangen wartet ebenfalls auf den ersten Heimsieg und im Duell mit dem Bergischen HC brauchen beide Mannschaften dringend einen Sieg.

    Der fragliche TG war glaube ich 29. Minute. In der Halle hatte ich aufgrund der Geschwindigkeit den Eindruck, das wäre strafwürdig gewesen. Das kann aber natürlich je nach Perspektive täuschen.

    Edwin Aspenbäck hat in dieser Situation keine Chance Lars Mitchell Kooij regelkonform zu stoppen, geht nur auf den Körper des Gegenspielers und trifft diesen völlig unvorbereitet. Das erfüllt für mich die Voraussetzungen für eine Disqualifikation nach Regel 8:5 - zumal der erste Kontakt sogar noch Kopf-gegen-Kopf ist.

    Die Disqualifikation gegen Tom Bergner kann man geben, aber ich empfinde sie als hart, weil seine Armbewegung der Bewegungsrichtung von Haukur Thrastarson folgt und nicht ihr entgegenwirkt.

    Bei solchen One-Two-Man-Shows bleibt mir etwas die Mannschaftsdienlichkeit auf der Strecke.

    Hast Du die letzten VfL-Spiele gesehen? Die Freiräume für Nikola Roganovic resultierten daraus, dass sich die MT-Abwehr auf Miro Schluroff konzentriert hat. Als Melsungen den jungen Schweden dann irgendwann ernst genommen hat, bekam Miro Schluroff mehr Freiräume. Individuelle Torgefahr kann mannschaftsdienlich sein.

    Ein leistungsgerechtes Unentschieden bei dem Nikola Roganovic und Aaron Mensing herausragten.

    Der VfL Gummersbach hat bewiesen, dass sie trotz der Abgänge von Julian Köster und Dominik Kuzmanovic und dem verletzungsbedingten Ausfall des besten Abwehrspielers mit den Topmannschaften der HBL mithalten können. Darauf lässt sich aufbauen. Heute hatte sich der VfL Gummersbach in den ersten 15 Spielminuten erneut zu viele ungezwungene technische Fehler erlaubt und musste folgerichtig einem Rückstand hinterherlaufen. Zur Verzweiflung hat mich die doppelte Überzahl gebracht. Alle Rückraumspieler scheuen sich in die riesigen Lücken zu stoßen und geben die Verantwortung an Mathis Häseler ab, der in den 50 Minuten zuvor fast nur in der Ecke stehen durfte und zuvor nur einen (Fehl-)Wurf bekommen hatte.

    Sa, 05.09.2026, 19:00 Uhr: TSV Hannover-Burgdorf - HC Hamburg
    Sa, 05.09.2026, 19:00 Uhr: SG Flensburg-Handewitt - HC Erlangen
    Sa, 05.09.2026, 20:00 Uhr: Bergischer HC - Rhein-Neckar Löwen
    Sa, 05.09.2026, 20:00 Uhr: VfL Gummersbach - MT Melsungen
    So, 06.09.2026, 15:00 Uhr: Frisch Auf! Göppingen - THW Kiel
    So, 06.09.2026, 16:30 Uhr: TVB 1898 Stuttgart - Füchse Berlin
    So, 06.09.2026, 16:30 Uhr: SG BBM Bietigheim - TBV Lemgo
    So, 06.09.2026, 18:00 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten - SC Magdeburg
    Mo, 07.09.2026, 19:00 Uhr: HSG Wetzlar - ThSV Eisenach


    Der 3. Spieltag verspricht interessante Standortbestimmungen:

    • Im Spitzenspiel empfängt der verlustpunktfreie Tabellenzweite HBW Balingen-Weilstetten den verlustpunktfreien SC Magdeburg. Wer kann die Tabellenführung übernehmen?
    • Der TSV Hannover-Burgdorf empfängt den HC Hamburg in einer Neuauflage des Endspiels im Internationalen Heide-Cup vor einem Monat, dass die Recken mit 29:27 (14:14) knapp für sich entscheiden konnten. Nach der Niederlage in Balingen und nur einem Unentschieden zu Hause gegen Stuttgart steht Hamburg unter Druck, denn mit Blick auf den weiteren Spielplan droht dem HCH ein Herbst im unteren Tabellendrittel.
    • Der VfL Gummersbach und die MT Melsungen wollen sich beide erneut für europäische Wettbewerbe qualifizieren und auf dem Weg dorthin ist das direkte Duell von großer Bedeutung.
    • Die HSG Wetzlar und der ThSV Eisenach stehen beide nach unerwarteten Heimniederlagen gegen einen Aufsteiger und null Punkten aus den ersten beiden Spielen bereits unter Druck.
    • Kann Bietigheim nach den beiden vielversprechenden Auftaktspielen den TBV Lemgo ärgern?

    Ich bin dagegen, aber dein Beispiel sehe ich nicht im realen Leben. Man kann im Handball nicht auf unentschieden spielen. Wenn eine Mannschaft zwei Punkte braucht, wird sie kurz vor Schluss sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden geben, in der Erwartung das 7m Werfen zu gewinnen.

    Über weite Strecken der Saison weiß eine Mannschaft nicht, wie viele Punkte sie braucht. Ziel ist es in jedem Spiel möglichst viele Punkte zu bekommen.

    Beim Thema 7:6 hatte Dr. Rolf Brack es stochastisch betrachtet und sinngemäß argumentiert, dass diese taktische Variante für schwächeren Mannschaften die statistische Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs im Positionsangriff mehr erhöht als das Risiko von (zusätzlichen) Gegentoren durch Würfe ins leere Tor zunimmt.

    Die in Frankreich eingeführte neue Punkte-Regel kann man ebenfalls mathematisch betrachten. Wie ist der Erwartungswert hinsichtlich der Punkte, wenn es nach 59:30 Minuten unentschieden stehen sollte und meine Mannschaft in Ballbesitz ist. Sollte ich dann auf Sieg spielen oder lieber das Unentschieden halten und ins Siebenmeterwerfen gehen.

    • Die einfachste Annahme ist, dass ein Siebenmeterwerfen zu 50% gewonnen und zu 50% verloren geht. Das bedeutet, wenn ich meiner Mannschaft vorgebe das Unentschieden zu halten, dann ist der Erwartungswert: 0,5 * 2 Punkte + 0,5 * 1 Punkt = 1,5 Punkte
    • Gebe ich meiner Mannschaft die Anweisung auf Sieg zu spielen, dann müssen wir uns Gedanken machen wie die Chancen auf den Siegtreffer, ein Unentschieden oder gar noch eine Niederlage in dieser Situation sind. Wenn ich meiner Mannschaft eine 60%-Chance auf einen Torerfolg zuschreibe und die übrigen 40% gleichmäßig auf die Risiken verteile, dass es beim Unentschieden bleibt oder dass sich meine Mannschaft sogar noch ein Gegentor einfängt und verliert, dann wäre der Erwartungswert: 0,6 * 2 Punkte + 0,2 * 1 Punkt + 0,2 * 0 Punkte = 1,4 Punkte

    Mathematisch betrachtet sieht man, dass ich meiner Mannschaft eine deutlich höhere Erfolgsquote im letzten Angriff zutrauen müsste als in einem Siebenmeterwerfen, damit es objektiv sinnvoll ist in dieser Situation auf Sieg zu spielen. In der HBL erreichen die Topmannschaften ein Offensivrating (ORTG), d.h. Tore pro 50 Angriffe, von 30 bis 32. Das entspricht einer Angriffsquote von 60% bis 64%. Das bedeutet selbst für Topmannschaften mit einer hohen Angriffsquote wäre es bei der neuen Punkteregel in der zweiten französischen Liga besser in den Schlusssekunden ein Unentschieden zu halten anstatt auf Sieg zu spielen.