Mir ist vollkommen wurscht, ob Wolff anfängt oder Späth, wer wann im Tor oder davor steht und wer von ganz draußen zugucken muss. Jeder wird bis in die Haarspitzen motiviert sein, die 0%-Chance vielleicht doch irgendwie zu nutzen. Keiner wird Bock darauf haben, im Angriff daneben zu werfen oder in der Abwehr daneben zu greifen. Die Truppe war dabei, sich in der Vorrunde vollkommen planlos raus zu kegeln. Alles, was danach kam, war wie Frühlingsanfang im tiefen Winter. In dieser Horrorgruppe wurde alles kurz und klein gekegelt. Nicht immer mit der Höchstpunktzahl und ab und an gab es auch Abzüge in der B-Note. Aber spätestens im Frankreich-Spiel wurden die Karten auf den Tisch gepackt und siehe da - kein Bluff, kaum Luschen, ganz viele Trümpfe. Und so wie ich es zu Turnierbeginn schnell als Nachteil empfand, sich nicht auf eine "erste 7" festzulegen und das restliche Team nur ergänzend zu flankieren, so stelle ich nun fest, dass das unsere größte Waffe ist.
Morgen im Finale wissen wir, auf wen bei den Dänen wir uns konzentrieren müssen, wo wir langspielen sollten und wo lieber nicht. Wer zu attackieren ist und wen man vielleicht lieber in Ruhe lässt. Wie bereits ich denn umgekehrt als Dänen - Trainer vor? "Nehmt mal den Knorr raus" - dann läuft das plötzlich über den Kreis. "4:2 - Abwehr, um die Shooter rauszunehmen" - dann bricht der Uscins plötzlich durch und der Köster womöglich auch noch. "In der Mitte alles zu" - die Außen mit ner Traumquote. Das kann man für deren Angriff beliebig fortführen. Der Druck, das Teil holen zu MÜSSEN, liegt glasklar bei Rot-Weiß. Schaffen wir es, das Spiel möglichst lange offen zu halten und auch nach erwartbaren Rückständen immer wieder ranzukommen, mannschaftlich geschlossen aufzutreten und unser Leistungsvermögen vollständig abzurufen, kann das noch mehr werden als die ohnehin schon ungeplante Silbermedaille.
Und btw.: Jeder, der vom DHB Alfred jetzt auf die Schulter klopft und ne Jobgarantie bis zum Horizont ausspricht, sollte ganz still sein, hatte er doch in der Vorrunde bereits die Entlassung ausgedruckt und den Nachfolger parat stehen.