Verständnisfrage Stürmerfoul in der Luft

  • Hallo Leute,

    im EM-Spiel Portugal haben die Schiris ja diese eine Aktion kurz vor Schluss mit Stürmerfoul bewertet, bei der ein portugiesischer Spieler in den Weg des in der Luft befindlichen dänischen Spielers gesprungen ist. Das wurde in verschiedenen Stellen des Internet heiß diskutiert.

    Mein Verständnis generell ist, dass sich jeder Spieler auf einen Platz im Spielfeld bewegen darf. der noch nicht von einem anderen Gegenspieler besetzt ist. Wer zuerst kommt, hat das Recht. Insbesondere aber nur dann, wenn der Raum vollständig eingenommen ist. Also nicht nur Schulter oder Bein. Wird der Verteidiger am Torso vom Angreifer berührt, respektive gestoßen, ist von Angreiferfoul auszugehen.

    Das gilt für mich auch in der Luft. Ein Spieler darf nur dann nach vorne springen, wenn der Platz frei ist und bis zum Beenden des Sprungs nicht legal besetzt werden kann.

    Demnach geht der Pfiff für mich voll in Ordnung, gerade weil der Däne ja sehr früh abspringt, gefühlt bei 8m was genug Zeit für den Portugiesen war, den Platz vor ihm zu besetzen.

    Bin gespannt, wie seht ihr so eine Situation?

    I am ruled by Karma and Love

    :hi:

  • Schwieriges Thema. Was passiert, wenn zwei gleichzeitig aus entgegengesetzter Richtung. nach vorne springen und sich in der Luft begegnen? - Viele Schiedsrichter entscheiden da instinktiv immer noch eher für den Ballführer als für den Abwehrspieler, wenn auch nicht mehr so oft wie früher.

    Es gibt Regeln beim Handball. Diese sind klar formuliert und für jeden verfügbar. - Und es gibt in der Praxis darauf aufbauende zu akzeptierende Erfahrungswerte, wie bestimmte Situationen eingeschätzt werden sollen. Was zu akzeptieren ist, wird z.B. in Schiedsrichter-Workshops erarbeitet um Sicherzustellen, dass die Linie der Schiedsrichter innerhalb eines Wettbewerbs (Liga, Pokal, EM, usw.) nicht zu stark voneinander abweicht.

    Leider sind diese Regelauslegungen für die meisten Zuschauer Druidenwissen, da nicht oder nur sehr selten transparent gemacht wird, wie die Schiedsrichter zur Entscheidung gekommen sind bzw. was die Maßstäbe sind, anhand derer sie entscheiden. - Kommentatoren tappen da auch oft genug im Dunkeln und Gelegenheitszuschauer können gar nicht nachvollziehen, warum das jetzt anders entschieden wurde als in der Kreisklasse vor 30 Jahren.

    Andere Sportarten sind, was die Transparenz der Entscheidungsfindung angeht, schon weiter. Beim Rugby („6 Nations“), wird z.B. die Kommunikation der Schiedsrichter für die Zuschauer hörbar übertragen. Hätte ich mir im oben beschriebenen Fall auch gerne mal angehört…