Wackelt der Tabellenführer

    • Offizieller Beitrag

    Am Aschermittwoch steigt in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle das Top-Spiel.

    Friesenheim steht mit 29:13 Punkten auf dem 5. Platz, hat jedoch noch 3 Spiele nachzuholen.

    Dies dürfte für die Pfälzer die letzte Chance sein noch an Düsseldorf heranzukommen (39:11 Punkte)

    Gewinnt die SG Kronau/Östringen dürfte zumindest der zur Relegation berechtigende 2. Platz nicht mehr zu nehmen sein.

  • Für mich ist Kronau/Östringen durch. Stapelt mal nicht so tief. Ihr braucht bestimmt nicht mehr in die Relegation zu gehen.

    Ich gehe außerdem mittlerweile fest davon aus, daß Düsseldorf die Relegation bestreiten wird. So, wie sich das Team momentan trotz Verletzungssorgen präsentiert, wird Friesenheim die HSG nicht mehr von Platz zwei verdrängen.

    • Offizieller Beitrag

    "Mannheimer Morgen", Morgenweb, 05. März 2003

    Niederlage in Friesenheim wäre kein Beinbruch

    HANDBALL: SG Kronau/Östringen auf dem Weg in die Bundesliga und die Teenies lauern

    Von unserem Redaktionsmitglied Ute Krebs


    Die SG Kronau/Östringen führt nach 24 Spieltagen mit 41:7-Punkten vor der HSG Düsseldorf die Tabelle der zweiten Handball-Bundesliga an. Zwei Miese mehr als die Rheinländer, nämlich 13, hat die TSG Friesenheim auf dem Konto, rangiert aber wegen noch ausstehender Nachholspiele nur auf Platz fünf. Heute nun kreuzt die Mannschaft des Trainertandems Michael Roth/Rolf Bechtold in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle zum Spitzenspiel bei den Eulen auf. Wir sprachen vor dem Derby mit SG-Coach Michael Roth.

    Herr Roth, noch liegen zehn Partien vor Ihnen und Ihrer Mannschaft, aber ganz langsam biegt ihr auf die Zielgerade Richtung Bundesliga ein. Wie ordnen Sie auf diesem Weg das Spiel bei der TSG Friesenheim ein?

    MICHAEL ROTH: Für uns war es vor allem sehr wichtig, am vergangenen Samstag in Kornwestheim zu punkten. Denn das war das erste von drei Auswärtsspielen und nach dem Sieg ist der Druck für die nächsten Partien auf fremdem Parkett doch nicht mehr ganz so groß. Beim heutigen Derby in der Ebert-Halle wird die Tagesform entscheidend sein. Dabei wäre eine Niederlage in Friesenheim aber auch kein Beinbruch. Denn noch haben wir den Aufstieg selbst in der Hand.

    Aber ein Sieg in Friesenheim würde . . .

    ROTH: . . . einen großen Schritt Richtung Bundesliga bedeuten.

    Der Linkshänder Christian Zeitz hat eine Riesenentwicklung genommen, in der jüngsten Vergangenheit kommt er allerdings nicht so richtig in Fahrt.

    ROTH: Christian ist 22 Jahre alt und er hat zurzeit ein mentales Problem. Schließlich hat sich für ihn seit der Weltmeisterschaft sehr viel verändert, stehen jetzt beispielsweise wegen ihm 50 Teenies vor der Kabinentür. Er muss lernen, dass das Leben auch nach einer WM weitergeht.

    Gut zwei Drittel der Saison sind gelaufen, wie sieht Ihre bisherige Bilanz aus?

    ROTH: Der sportliche Erfolg nach der Fusion beider Vereine ist für mich auf eine gelungene Mischung zurück zu führen. Die erfahrenenen Spieler des TSV Östringen haben die jungen Akteure der HSG Kronau/Bad Schönborn an der Hand genommen und allesamt haben sich zu einem stabilen Team entwickelt. Parallel dazu haben die Jungfüchse Andreas Blank oder auch Matthias Rohr einen großen Sprung gemacht. Wir haben eine Gemeinschaft, die den Erfolg will - das ist wohl unser Geheimnis. Dabei wissen wir aber auch, dass die Zweite Liga kein Wunschkonzert ist und man jede Partie wirklich voll marschieren muss.

    Die SG "Kö" hat mit dem polnischen Nationalspieler Mariusz Jurasik die erste Neuverpflichtung und damit gleichzeitig den Nachfolger von Christian Zeitz vermeldet. Das wird aber personell nicht alles gewesen sein, noch besteht auf verschiedenen Positionen Bedarf.

    ROTH: Sicherlich müssen wir personell weiter nachlegen. Dabei sollten die Akteure nicht nur finanziell, sondern auch menschlich zu uns passen.

    Stichwort Bundesliga, dazu muss Kronau/Östringen wohl auch den Etat kräftig anheben.

    ROTH: Ganz klar. Wir brauchen Planungssicherheit. Noch haben wir keinen Hauptsponsor. Aber wir bemühen uns auch auf dieser Ebene. Es wäre doch schade, wenn wir den Erfolg und diese Euphorie nicht nutzen und keinen Partner finden würden, der uns hilft, Spitzenhandball zu präsentieren. Dass es in der Region ein riesiges Potenzial an Handball-Fans gibt, belegen unsere Zuschauerzahlen.

    Etwa 1500 Anhänger pilgern im Schnitt zum Spielort Rhein-Neckar-Halle in Eppelheim. Wird diese auch in der nächsten Runde das Domizil der SG "Kö" sein?

    ROTH: Davon gehe ich aus.

    Beim Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen gab es bei der "Ballfaszination" zum ersten Mal eine Kombination, im konkreten Fall mit der Sportart Volleyball. Sind solche Veranstaltungen auch in Zukunft angedacht?

    ROTH: Absolut. Wir wollen unserem Publikum einiges bieten. Aber ehe wir an Events denken, muss der sportliche Erfolg da sein.

    TSG Friesenheim - SG Kronau/Östringen, heute, 20 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle.


    © Mannheimer Morgen – 05.03.2003

    • Offizieller Beitrag

    "Mannheimer Morgen", Morgenweb, 05. März 2003

    Nur ein Sieg hilft "Eulen" weiter

    TSG heute Abend gegen Spitzenreiter SG Kronau/Östringen


    Das Schlagerspiel der zweiten Handball-Bundesliga heute Abend, 20 Uhr, in der Friedrich-Ebert-Halle zwischen dem Tabellensechsten TSG Friesenheim (mit vier Spielen in Rückstand) und dem Spitzenreiter SG Kronau/Östringen elektrisiert die Handballfans: Mehr als tausend Eintrittskarten waren bereits im Vorfeld abgesetzt - die "Eulen" rechnen mit mehr als 2000 Zuschauern und einem "vollen Haus".

    Nur bei einem Sieg gegen den Kurpfalz-Rivalen kann die TSG noch auf den zweiten oder gar ersten Tabellenplatz spekulieren, der ihr das Tor zur ersten Bundesliga aufstoßen würde. "Bei einer Niederlage können wir für die kommende Saison wieder in der zweiten Bundesliga planen," gibt sich der TSG-Vorsitzende Dr. Günter Braun keinen Illusionen hin.

    Die Badener stehen mit erst sieben Minuspunkten immerhin um sechs Zähler besser als die Friesenheimer. Und die weinen den leichtfertig vergebenen Punkten, wie gegen Erlangen (24:25) oder Kirchzell (22:22) nach. Bei drei Punkten mehr könnten die "Eulen" schon heute Abend zum Angriff auf die Tabellenspitze blasen. "Wir werden die beiden wichtigsten Spieler von Kronau/Östringen an die Leine legen", kündigte Cheftrainer Atli Hilmarsson an. Uli Schuppler soll von Thorsten Laubscher neutralisiert werden, Nationalspieler Christian Zeitz ist ein "Fall" für Peter de Hooge. "Man kann die beiden nicht völlig ausschalten, dafür haben sie einfach zu viel Klasse", weiß Rückraum-Ass Thorsten Laubscher, "aber man kann ihre Kreise empfindlich stören."

    Hilmarsson, in den beiden letzten Spielen mit seiner wieder erstarkten Abwehr "sehr zufrieden", will den Tabellenführer mit spielerischen Mitteln bezwingen: "Wir haben zuletzt gute Ansätze auch im Angriff gezeigt - das wollen wir so weiterentwickeln", kündigte der Isländer an, der jedoch wieder nicht alle Spieler zur Verfügung hat: Anton Jensen und Andreas Agerborn liegen mit verletzter Schulter weiterhin auf Eis. Angeschlagen sind Mannschaftskapitän Steffen Weiß, der jedoch ebenso die Zähne zusammenbeißen wird wie Spielmacher Halldor Sigfusson und Tobias Brahm, der zuletzt trotz einer Meniskusverletzung auf der Linksaußenposition überzeugte. rs


    © Mannheimer Morgen – 05.03.2003

  • Tja, das war's dann wohl für Friesenheim. Bei der Besetzung verstehe ich nicht, warum dieses Jahr nicht mehr drin war.

    Allerdings war ich von einem Heimspiel für die SG Kr./Ö. ausgegangen. Deshalb hatte ich so zielsicher auf einen Sieg für die Badener getippt. So lag ich dann halt zufällig richtig! :D

    • Offizieller Beitrag

    Hier der Kommentar aus Rheinpfalz Online :

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    Am Aschermittwoch ist (fast) alles vorbei

    2100 Zuschauer sehen gestern Abend Heimniederlage der TSG Friesenheim - Aufstiegshoffnungen schwinden weiter

    "Am Aschermittwoch ist alles vorbei ...". Nicht nur die tollen Tage, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach auch die Träume der TSG Friesenheim vom Aufstieg in die Handball-Bundesliga. 2.100 Zuschauer in der Friedrich-Ebert-Halle sahen gestern Abend schwer gerupfte "Eulen", die dem Tabellenführer SG Kronau-Östringen sang- und klanglos mit 20:25 (8:14) unterlagen.

    Der Blick spricht Bände: TSG-Trainer Atli Hilmarsson steht der Frust ins Gesicht geschrieben. Halldor Sigfusson (links) wirkt auch nicht wirklich froh, Ulli Spettmann wendet sich mit Grausen. -FOTO:KUNZ

    2.100 Zuschauer, und das trotz Fußball- und Handball-Live-Übertragungen im Fernsehen, trotz - oder gerade - Aschermittwoch: Die TSG Friesenheim hatte sich ganz offenbar wieder Kredit bei den Handballfreunden der Region erspielt und dann das.

    Zur Halbzeit lange Gesichter auf dem Feld, lange Gesichter auf den Rängen, aber natürlich nicht bei den Gäste-Anhängern. Rund 500 Fans der SG Kronau-Östringen waren stimmungsmäßig obenauf, hatten auch, als hätten sie"s gewusst, bedeutend mehr Lärmwerkzeug mitgebracht. Schon das Zahlenverhältnis bei den Trommlern - 15:5 für die Badener - hätte Pessimisten zu denken geben können.

    Die "Big-Point-Spiele", die Duelle mit den direkten Konkurrenten, das alte Dilemma der "Eulen", es war auch gestern wieder allzu offensichtlich. Planlos, ideenlos präsentierten sich die Friesenheimer, ließen alle - soeben erst wieder gewonnenen - Tugenden vermissen. "Das war wieder eines unserer typischen Big-Point-Spiele", sagte Peter de Hooge, einer der wenigen Aktivposten bei der TSG. "Die haben das routiniert "runtergespielt, wir hatten nicht die Mittel, dagegen zu halten." Den zweiten Platz zu erreichen, werde jetzt sehr schwer: "Da müsste alles optimal laufen."

    Gäste-Kapitän Uli Schuppler gab sich noch hernach kämpferisch: "Wir wollten dieses wichtige Derby unbedingt gewinnen, um den Aufstieg so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen." Sein Trainer Michael Roth freute sich: "Wir haben 60 Minuten lang gezeigt, dass wir zu Recht Tabellenführer sind." Sein Gegenüber Atli Hilmarsson räumte ein. "Wir haben viel zu viele Fehler gemacht."

    TSG-Vorsitzender Günter Braun war frustriert: "Wir haben das Spiel schon in den ersten 20 Minuten verloren, als nur zwei Feldtore gelangen. Dazu kam die große Nervosität. Viele unserer Spieler sind nicht in der Lage, vor so einer Kulisse ihre Leistung zu bringen."

    Christian Zeitz, Nationalspieler der "Kröstis", gab gar zu Protokoll: "Ich spiele gerne in Friesenheim. Ich hätte mehr Gegenwehr erwartet."

    In der Pressekonferenz hatte Hilmarsson dann doch noch einige Lacher auf seiner Seite, als er die Theorie beschwor: "Platz zwei ist immer noch möglich."