Beiträge von immerweiter

    War diese Entscheidung nicht spätestens mit dem Punktverlust für Hüttenberg klar (auch wenn hier verschiedentlich geunkt wurde, dass die HBL ein Hintertürchen finden könnte)?

    Aus meiner Sicht ist auch keine andere Entscheidung möglich, unabhängig davon, wie man die Regel findet. Es wurde ja schon von anderen darauf hingewiesen, dass ein Spieler schon immer als eingesetzt gilt, wenn er auf dem Spielberichtsbogen auftaucht. Unabhängig von seinen tatsächlichen Minuten auf dem Feld.

    Dennoch gibt es einfach bessere Umfelder für Entwicklung als unter Jicha in Kiel.

    Der Meinung kann man sicher sein. Ich kann das letztlich von außen nicht beurteilen. Dennoch finde ich es ein wenig, nun ja, befremdlich, wie du versuchst, diese Vertragsverlängerung irgendwie mit deiner Einschätzung von Trainer/Manager zusammenzubringen. Im Grunde sagst du ja, dass Ankermann und sein Umfeld vor lauter Glück, in Kiel spielen zu dürfen, leider nicht erkannt haben, dass sie eigentlich woanders spielen müssen. Findest du das nicht ein wenig arrogant? Oder anders gefragt, ist es denn völlig abwegig, dass er selbst mit seiner Entwicklung und den offenbar aufgezeigten Perspektiven ganz zufrieden ist, dass er gerne unter Jicha trainiert, und so weiter…? Kurz, dass Ankermann ernsthaft sportliche Gründe für seine Unterschrift gesehen hat?

    Bis es dem IOC zu blöd wird und der Eiskanal tatsächlich gestrichen wird (zu teuer, zu wenig Bahnen weltweit, zu wenig Länder, zu einseitige Ergebnisse). Und dann?

    In einem Interview mit dem Spiegel sagt sogar der Leiter des FES (das sind die, die seit Jahrzehnten die besten Bobs bauen), dass die deutsche Dominanz im Eiskanal aufgebrochen werden muss. Mit einer ähnlichen Begründung.

    Ich weiß ja nicht, ob das auch unter aufstrebend zählt, aber Kiesler, Langhoff und Schluroff sind nach dieser EM sicher auf vielen Zetteln, auf denen sie vorher nicht standen. Nicht im Sinn von möglichen Verpflichtungen, sondern im Sinn von die muss man beachten, wenn man gegen Deutschland spielt.

    Und Fischer hat seinen internationalen Durchbruch geschafft.

    Auf der anderen Seite war mir das wieder zu wenig Abwehr und zu viel "bloß nicht anfassen". Kaum Stoppfouls, um den Spielfluss der Dänen zu unterbrechen. Das scheint im deutschen Handball mitlerweile verpönt zu sein.

    Wobei das gegen Dänemark auch sehr schwer ist. In anderen Spielen konnte ich das nicht in der Häufung erkennen, dass ich da ein grundsätzliches Problem im deutschen Handball vermuten würde. Aber zu den auffälligsten Stärken der dänischen Überflieger (und auch zumindest zeitweilig der Isis) gehört, dass sie auch unter hohem Gegnerdruck, teilweise mit Kontakt von zwei Abwehrspielern, den Ball noch wegbekommen. Das eröffnet dann enorme Räume auf Außen oder der anderen Halbposition.

    Du würdest also sagen, dass Deutschland eins von fünf Spielen in Dänemark gegen Dänemark unter Wettkampfbedingungen gewinnt?

    Ich weiß nicht, was leonfl sagen würde, aber ich sehe die Chance, dass Deutschland genau dieses Spiel gegen Dänemark gewinnt, höher als bei allen anderen (Wettkampf-)Begegnungen. Deutscher Flow und dänische Nerven könnten für die Überraschung sorgen. Denn klarer Favorit bleiben die Dänen natürlich.

    Das 2. HF war an Dynamik, Schnelligkeit, individueller Klasse im Rahmen der fragwürdien Regeln nicht zu überbieten

    Yep. Man kann den 1-1-Handball attraktiv finden oder nicht. Aber das Passtempo, das Weiterspielen, auch wenn zwei Abwehrspieler Kontakt haben, das Auspacken von x Wurfvarianten unter Zeit- und Gegnerdruck war sehr beeindruckend. Und zwar von beiden Mannschaften.

    Von daher habe ich echt kein „Gewürge“ gesehen, sondern ein Spiel mit extrem hoher individueller Klasse.

    Hm, ich kann die kritischen Kommentare zu den Schiris, dem Publikum und der dänischen Theatralik schon verstehen. Aber ich finde, es gab schon auch andere Gründe für den Sieg der Dänen: Gegen diesen Angriff brauchst du eine besondere TW-Leistung, die hatten die Isis nicht. Omar und Gisli ging hintenraus etwas der Saft aus, während Gidsel und Pytlick das Spiel in der entscheidenden Phase an sich ziehen. Dazu ein paar technische Fehler zuviel, dann reicht es halt nicht - trotz einer insgesamt starken Vorstellung.

    Als Deutschland 2016 Europameister wurde, waren zehn Spieler 25 und jünger. Andreas Wolff, Hendrik Pekeler, Christian Dissinger, Finn Lemke, Erik Schmidt, Julius Kühn, Rune Dahmke, Fabian Wiede, Simon Ernst und Jannik Kohlbacher. Dazu direkt danach noch Paul Drux, Timo Kastening, Marian Michalczik, Tim Suton und Franz Semper. Es liest sich wie eine Riege von Spielern, denen man eine zum Teil deutlich erfolgreichere Karriere in jungen Jahren zugetraut hat. Und es liest sich auch wie eine Liste von jeder Menge Verletzungen, die diese Karrieren vermutlich entscheidend beeinträchtigt haben.

    Stefan Kretzschmar damals: https://www.sport1.de/news/handball/…-boom-ausloesen

    Da unterschreibe ich jedes Wort. Damals hatte glaube ich niemand mit acht Jahren Durststrecke gerechnet. Und um einige der Jungs ist es auch echt schade. Wie du schreibst: Die lange Liste von Verletzungen…

    Der Schneider hat es so formuliert, dass viele "Experten" von einer Pflichtaufgabe sprechen. Wer diese Experten sein sollen, hat er nicht gesagt. Ich war es nicht, Pionierehrenwort. :lol:

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Christopherson darauf sinngemäß geantwortet hat, dass, wer in dieser Gruppe eine Pflichtaufgabe entdeckt, keine Ahnung hat.