Beiträge von immerweiter

    Naja, nicht ganz richtig. Mit den Kadetten Schaffhausen wurde er zweimal Schweizer Meister. Und vier der vierzehn Jahre hat er gar nicht als Trainer garbeitet. Aber klar, aus dem obersten Trainer-Regal ist er nun nicht gerade. Vermutlich ist FAG auch seine letzte Chance, wieder richtig ins Geschäft zu kommen.

    Wenn ich richtig informiert bin, wäre das möglich. In jedem Fall kommen jetzt die (nominellen) Kracher: Niederlande - Argentinien, England -Frankreich, evtl. Portugal - Spanien. Lauter Mannschaften, die mit dem erklärten Ziel Weltmeister angetreten sind. In der Vergangenheit waren oft die Viertelfinals die fußballerisch besten Spiele, weil die Mannschaften noch einigermaßen frisch waren.

    Nicht nur als falsche 9 ist er verschenkt. Spielt bei Bayern eine Kacksaison, Letztes Pflichtspiel vor der WM war im September ist folglich nicht fit. Als Sturmspitze unbrauchbar, als Konterspieler unbrauchbar. Dazu langsam und technisch limitiert. Bringt keinen Mehrwert, nur Mehrarbeit für die anderen Spieler, weil sie quasi in Unterzahl spielen und seine fehlende Präsenz ausgleichen müssen. So schaut's aus! Hallo Zeitzi! :hi:

    Möglicherweise hast du Recht, was seinen Fitnesszustand bzw. seine aktuelle Form anbelangt. Aber ich habe ihn bei Bayern bis zu seiner Verletzung nicht so schwach in Erinnerung wie du. Und man sollte nicht vergessen, dass mit Müllers Auswechslung der Absturz gegen Japan begann. Ok, lag vermutlich eher an Gündogans gleichzeitigem Abgang. aber bis dahin hatte auch Müller zur deutschen Dominanz beigetragen. Heute war´s echt nicht so berühmt.

    Wenn rund um ein bedeutendes Turnier die politischen / gesellschaftlichen Diskussionen wichtiger sind als die sportlichen, ist das immer bedenklich. Und wenn sich die Sportler dazu positionieren, geht die Fallhöhe ruchzuck deutlich nach oben, wenn´s dann sportlich nicht rund läuft. Aber ich finde nicht, dass daran die Spieler schuld sind. Mittlerweile wird von Prominenten, egal ob in Sport oder Showgeschäft, grundsätzlich erwartet, dass sie zu allerlei Themen eine "Haltung" besitzen. Ob sie wollen oder nicht. Hier einfach anzutreten und zu sagen "Wir konzentrieren uns nur auf das Sportliche" wäre für die Mannschaft schlicht unmöglich gewesen. Dafür war der öffentliche Druck viel zu groß.

    Ob Team und Verband da jetzt immer geglänzt haben, darüber lässt sich natürlich streiten. Aber ich habe schon Verständnis dafür, wenn man in der Zwickmühle zwischen Druck der Öffentlichkeit, eigenen Überzeugungen, sportlichen Ambitionen nicht immer souverän agiert. Zumal der Kern des Problems, die ungehemmte Kommerzialisierung des Sports, halt eben auch dafür sorgt, dass die Spieler Millionen verdienen können. Sich den eigenen Ast absägen und z.B. über einen Boykott der WM nachzudenken, ist schon reichlich wohlfeil. Umgekehrt wird die Forderung nach einer strikten Trennung von Sport und Politik meist dann erhoben, wenn einem die politischen Positionen nicht passen.

    Zum Spiel selbst: Es mag sein, dass die Turbulenzen im Vorfeld der Konzentration geschadet haben. Aber daran die Niederlage festmachen? Dagegen spricht, dass die deutsche Mannschaft Japan lange Zeit dominiert hat, viele Chancen herausgearbeitet und nur wenig zugelassen hat. Dagegen spricht auch, dass die Probleme der deutschen Elf, die letztlich auch zur Niederlage geführt haben, schon längere Zeit sichtbar sind. Die Abwehr patzt zu oft und vorne fehlt ein Knipser bzw. die letzte Konsequenz und Abgeklärtheit beim Abschluss. So kommt es eben, dass eine Führung nicht ausgebaut wird und ein taktisch gut vorbereiteter Gegner die Schwachstellen im deutschen Team allzu leicht bloßlegen kann.

    Dazu muss ich in diesem Fall auch Hansi Flick einen ordentlichen Anteil an der Niederlage zuweisen. Die Entscheidung für Schlotterbeck hat sich als falsch erwiesen, die Auswechslung von Gündogan und Müller war ein Rohrkrepierer (wobei Müller angesichts seiner Verletzungsgeschichte vermutlich nicht zu verhindern war). Und auf die taktische Umstellung der Japaner gab es keine erkennbare Reaktion von der Trainerbank. Da sind wir Handballer denn doch ganz andere taktische "Gefechte" im Lauf eines Spiels gewöhnt ;)

    Zu guter Letzt fehlt mir etwas der Respekt vor den Japanern. Das ist keine Übermannschaft, aber auch ganz sicher keine Laufkundschaft. Vielmehr reihen sie sich ein unter die vielen Mannschaften, die taktisch und körperlich gut ausgebildete Spieler haben, mit denen sie auch "größeren" Teams jederzeit Probleme bereiten können, wenn sie diszipliniert spielen und etwas Glück haben. Von daher hat das ewige Beschwören der goldenen Tage, als wir solche Gegner noch locker weggebügelt haben, doch heute keinerlei Aussagekraft mehr.

    Dieser Einschätzung kann ich mich anschließen. Das Statement ist sachlich und professionell verfasst (alles andere wäre auch ein schlechter Witz gewesen). Der BVB-Vorstand hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe umgehend, professionell und den betroffenen Spielerinnen gegenüber korrekt reagiert. Es wurden externe Kooperationspartner ins Boot geholt und strukturelle Maßnahmen ergriffen. Das ist angemessen und ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

    Natürlich gilt diese Bewertung nur für den Fall, dass die geschilderten Abläufe den Tatsachen entsprechen. Ich sehe im Moment keinen Grund, daran zu zweifeln.

    Wie immer ist bei solchen Statements auch interessant, was nicht thematisiert wird. In diesem Fall das Verhalten der Abteilungsleitung. Und da besteht ja doch der begründete Verdacht, dass dies nicht ganz so korrekt war wie das Vorgehen des Vorstands.

    Also ich stelle fest, dass ich mich hier in der - eigentlich nicht gewollten - Rolle des Verteidigers befinde. Und zwar in zweierlei Hinsicht:

    Erstens finde ich immer noch, dass man von den Spanierinnen nicht verlangen kann, sehenden Auges in die schlechtere Ausgangsposition für das weitere Turnier zu rennen. Der Spielplan und der Spielverlauf haben ihnen die Möglichkeit geboten, das optimale Ergebnis quasi kontrolliert herauszuholen. Diese Chance nicht zu ergreifen, wäre schlicht unprofessionell.

    Zweitens ist bei laufenden Turnieren Tacheles reden einfach nicht angesagt. Oder anders gesagt: Zum Job von Axel Kromer gehört auch, die Mannschaft öffentlich stark zu reden, Optimismus zu verbreiten und eben nicht auf den Fehlern und Unzulänglichkeiten herumzureiten. Wenn der sich hinstellt und noch während des Turniers öffentlich die Mannschaft zusammenfaltet, dann hätte er eben genau diese Aufgabe verfehlt. Jedenfalls so lange die Messe noch nicht endgültig gelesen ist. Dafür steht er ja auch im Wind, wenn sich seine Statements im Nachhinein als hohles Gerede erweisen (wonach es ja gewaltig aussieht). Aber das gehört im Grunde zu seiner Stellenbeschreibung.

    Ob er nach dem Turnier klare Worte finden wird, ist eine andere Sache. Ebenso, ob intern anders geredet wird als öffentlich. Das kann ich beides (noch) nicht beurteilen. Aber öffentlich wird er hoffentlich einen Teufel tun und unsere Erörterungen hier 1:1 als Sportchef herauzuposaunen. Und dieses Verhalten hat im Übrigen der Frauenhandball im DHB nicht exklusiv. Das gehört zum grundlegenden Anforderungsprofil eines Verantwortlichen in dieser Position.

    Sie hat bei unserem sowieso schon unterirdischen Angriff in 3 Spielen keine 5 Minuten Angriff gespielt. Das ist einfach Fakt und hat nichts mit eindreschen zu tun .

    Damit hast du völlig recht und auch bei deinen Vermutungen, warum das so ist , bin ich bei dir. Und trotzdem: Ich werde das Gefühl nicht los, dass die maue Performance von Mia Z. dir eine tiefe Genugtuung verschafft. Und da vermute ich persönliche Gründe, die, wenn man die Vorgeschichte verfolgt, womöglich doch mit der Causa Fuhr zu tun haben.

    Wie gesagt, ist ein Gefühl. Aber wenn du ernsthaft an konstruktiven Diskussionen hier interessiert bist, kannst du ja mal drüber nachdenken, warum das bei mir (und offenbar auch anderen) so ankommt.

    Das war ekelhaft von Spanien.

    Ernsthaft? Ist mir ein völliges Rätsel, wie man den Spanierinnen hier einen Vorwurf machen kann. Sollen die tatsächlich uns mit 5 oder mehr Toren heimschicken und dafür die schlechtere Ausgangsposition in der Hauptrunde in Kauf nehmen?

    Normalerweise kann man im Handball nur sehr schlecht auf Ergebnis spielen. Hier bot sich Spanien die Chance und die haben sie genutzt. Völlig legitim.

    Der wahre Schuldige heißt EHF. In professionellen Sportarten finden die letzten beiden Gruppenspiele parallel statt. So auch bei der vielgescholtenen FIFA. Aber die brauchten damals auch erst die Schande von Gijon, um das so einzurichten.

    Naja, wenn sie dem Druck gegen Spanien nicht gewachsen sind, haben sie im Grunde weiter vorne auch nichts verloren. Perspektivisch wäre ein Sieg Polens gut, weil dann Montenegro auch nur mit 2 Punkten in die Hauptrunde startet. Das würde eine Platzierung als Hauptrundendritter leichter machen. Für mich wäre das Spiel um Platz 5 in jedem Fall ein Erfolg. Und die Voraussetzung für eine Olympiaqualifikation, wenn ich mich recht erinnere. Oder irre ich da?

    Puh, da wird einem ja ganz schwindelig ob der großen Namen in manchen Vereinen. Kiel, Flensburg und Magdeburg können locker zwanzig potenzielle Legenden aufbieten. Und bei Lemgo, GWD oder dem TuS wundert man sich, wer da schon alles mal gespielt hat. Da versuch ich mich mal in aller Bescheidenheit mit Frisch auf. Die 5-Jahresfrist habe ich schlicht ignoriert, weil ich bei veilen Spielern die genaue Verweildauer gar nicht kenne. Aus historischen Gründen habe ich auch zwei spieler reingenommen, die ich nicht mehr selber live erlebt habe.

    LA: Dragos Oprea

    RL: Bruno Souza

    RM: Bernhard Kempa

    RR: Jerzy Klempel

    RA: Christian Schöne

    KM: Rudi Molitor

    TW: Martin Galia

    dazu Horst Singer, Martin Schwalb, Jaume Fort Mauri

    Ist sicher diskussionswürdig, weil z.B. Schwalbe seine besten Zeiten woanders erlebt hat. Aber wer ihn Anfang der 80er im grünweißen Trikot gesehen hat, verbindet einen gewissen Zauber mit ihm :)

    Kempa steht m.E. außerhalb jeder Diskussion. Und Horst Singer habe ich nie spielen sehen. Aber bei ihm habe ich meinen ersten Trainerlehrgang besucht :S Und alteingesessene Göppinger haben immer die größten Stücke auf ihn gehalten.

    Auf den Plätzen im Übrigen noch Mimi Kraus, Dr. Willi Weiß, Arnulf Dümmel. Und als Trainer läuft wohl Bernhard Kempa Petko den Rang ab.

    Puh, ganz schön mühsam, eure albernen Scharmützel. Natürlich ist Andys Karriere nicht nichts wert, weil er nicht mehr Titel gewonnen hat. kuestentanne hat auch ausdrücklich erklärt, dass er es nicht so gemeint hat. Könnte man ja auch einfach mal so stehen lassen. Der Abschied von einem Großen wird durchaus auch entwertet, wenn er nur als Anlass dient, reflexhaft Kiel, Flensburg, die RNL oder sonstwer madig zu machen.

    Er ist/war ein toller Spieler, der nicht alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt. Das ging anderen vor ihm auch schon so. Für manche Titel hatte er die falsche Nationalität, für andere spielte er in der falschen Mannschaft. So what? Für letzteres ist er selbst verantwortlich, aber wenn man sieht, welchen Status er in Kronau (und in der ganzen Bundesliga) genießt, hat er offensichtlich nicht viel falsch gemacht. Chapeau!

    Die Geschichte mit Innsbruck 76 und 1,167 zu 1,125 kannte ich, hatte sie bis jetzt aber nicht wirklich begriffen. Der Wikipedia-Artikel zum "Torquotient" ist jedoch super und erklärt alle Feinheiten. Auch für mich gilt also: Wieder was gelernt. Danke!

    Noch einmal zur VAR-Diskussion:

    Für mich ist es hauptsächlich, dass Woche für Woche bei vergleichbaren Situationen völlig unterschiedlich entschieden wird. 1x gibt's den VAR, 1x nicht und dann wird noch unterschiedlich gewertet.

    Da liegt für mich auch der Hase im Pfeffer. Vielleicht erinnere ich mich falsch, aber es gibt doch im Fußball nirgends (?) kaum irgendwo (?) selten (?) so ein Theater um den VAR wie in der Bundesliga. Bei der EM letztes Jahr z.B. erhielt man geradezu Anschauungsunterricht, wie man den Videobeweis einigermaßen schnell, souverän und weitgehend unstrittig einsetzen kann. Das größte Problem ist doch, wie hlp schreibt, die Intransparenz der Anwendung in Kombination mit sehr strittigen bis hanebüchenen Auslegungen. Nun ist Handball nicht gerade für ein einfaches, logisch strukturiertes und nachvollziehbares Regelwerk bekannt. Von daher könnte das schon schwierig werden. Auf der anderen Seite scheint es doch z.B. beim Hockey oder Eishockey ganz brauchbar und geräuschlos zu funktionieren. Noch ist also nicht aller Tage Abend.

    Im Übrigen sollte man auch nicht vergessen, warum überhaupt der VAR eingeführt wurde. Bei Spielen mit TV-Übertragung kam es eben durchaus häufig vor, dass Millionen von Zuschauern, evtl. auch die im Stadion inkl. der Schiedsrichter, haarsträubende und manchmal spielentscheidende Fehler unmittelbar sehen konnten - mit entsprechendem Ärger, Druck auf die Schiris etc. Ohne hierfür Zahlen zu haben, vermute ich schon, dass weitaus mehr klare Fehlentscheidungen korrigiert wurden als dass falsch korrigiert oder verschlimmbessert wurde.

    Na, na, na: Dein Zitat stammt von Cicero (deshalb ist es auch auf Lateinisch). Der schreibt es Sokrates zu, wofür es aber keinen historischen Beleg gibt. Dagegen ist eine Aussage überliefert, die Platon Sokrates in den Mund legt: "Allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht." Aber auch das ist historisch nicht überprüfbar, weil Platons Texte über Sokrates und seine Philosophie keine Aufzeichnungen im strengen Sinne sind, sondern literarische Texte, die vor allem der Stütze und Herleitung seiner eigenen Gedankengänge dienen.

    [Klugscheißermodus /off]

    Oh, ich wollte da echt keine längere Diskuddion provozieren.

    @ immerweiter, sorry das ich für Dich „antworte“ :hi:

    Erreff: Danke, das sei dir gerne gestattet, denn du hast meinen Post wirklich so verstanden, wie er gemeint war.

    Ich war durch Spielmacher79 Formulierung vom "Inbegriff des Abwehrschlägers" getriggert. Wie wahrscheinlich viele damals dachte ich, der Dinart ist ja wohl der Inbegriff des unfairen Abwehrspielers. Und dann sagt der Schwarzer eben nicht "der Dinart macht unglaublich schlimme Dinge", sondern sagt, "der macht das Gleiche wie wir", nur kommt er ungeschoren davon. Das war der Momemt, wo ich dachte, oha, vielleicht ist er doch nicht so schlimm, sondern einfach geschickter.

    Aber wenn ihr einverstanden seid, beenden wir an dieser Stelle die Interpretationen und Erklärungen. Hat ja nun wirklich mit dem THW-Teamthread nichts zu tun. Wobei ich echt nicht mehr weiß, ob damals auch der THW in den "Genuss" kam, gegen Didier Dinart angreifen zu müssen.