Ich verlagere die heutige Diskussion aus dem "Quo vadis, VfL"-Thread mal hierher:
Ich plädiere auf jeden Fall dafür den Schiedsrichtern wieder mehr Entscheidungsfreude auf dem Feld zu vermitteln und den Videobeweis als ultima ratio anzusehen. ...
Den Schrittfehler zu ahnden war nach aktueller Leitlinie wohl zulässig und richtig. Aber ich halte es dennoch für den falschen Weg. Im Fußball erleben wir Situationen, in denen ein Tor zurückgenommen wird, weil 20 Sekunden vorher beim Spielaufbau in der anderen Spielhälfte ein marginales Foulspiel entdeckt wurde. Das ist in meinen Augen nicht zielführend. Wo setzt Du im Handball die Grenze? Was ist, wenn der Video-Assistent versehentlich ein paar Sekunden zu weit zurückspult und die Schiedsrichter dadurch ein zuvor begangenes Foulspiel der anderen Mannschaft entdecken, dass progressiv zu ahnden gewesen wäre?
Ich persönlich plädiere dafür, den Videobeweis zu reduzieren auf die formalen Spielsituationen (War der Ball hinter der Torlinie? War der Ball vor Ablauf der Spielzeit im Tor?) und die Bestrafung von Unsportlichkeiten abseits des Spielgeschehens und außerhalb des Blickfeldes der Schiedsrichter. Alle übrigen Spielsituationen, die die Schiedsrichter auf dem Feld im Blick haben, sollen sie auf Basis ihrer eigenen Wahrnehmung entscheiden. Persönlich unentschlossen bin ich hinsichtlich des Spielgeschehens in den letzten 30 Sekunden. Aufgrund der Hektik in knappen Spielen und oft der unübersichtlichen aber wohl möglich entscheidenden Spielsituationen am Spielende scheint die Möglichkeit des Videobeweises verlockend, aber eigentlich finde ich es falsch diese letzten 30 Sekunden grundlegend anders zu behandeln als die vorherigen 59:30 Minuten, die gleichwertig zum Endergebnis beigetragen haben.