• Wo?

    Ist vielleicht das hier gemeint?

    "Im Videobeweis sieh es immer härter aus"
    Golla übt Kritik an Regelung zu Videobeweis und Gesichtstreffern

    Die SG Flensburg-Handewitt feierte am Samstagabend einen deutlichen Sieg gegen den SC DHfK Leipzig. Aufgrund von drei roten Karten rückte jedoch auch die Diskussion um den Videobeweis und die Schiedsrichterentscheidungen in den Vordergrund. Johannes Golla äußerte sich zu der Thematik:

  • Die Spiele verkommen wegen des Videobeweises aktuell zum Schultheater.

    Und die HBL scheint keinerlei Lösung zu haben, das wieder zurückzudrehen.

    Im Gegenteil: Die Schauspielerei wird immer weiter zunehmen.

  • Die Spiele verkommen wegen des Videobeweises aktuell zum Schultheater.

    Und die HBL scheint keinerlei Lösung zu haben, das wieder zurückzudrehen.

    Im Gegenteil: Die Schauspielerei wird immer weiter zunehmen.

    Alle drei Sätze halte ich für Unsinn.

  • Das ist doch Träumerei mit dem Spieler-Kodex.

    Die Schauspielerei nimmt mehr und mehr zu - und die Schiris schafen es am Bildschirm einfach nicht, diese zu erkennen!

    Solange sie das nicht hinkriegen und die Gefoulten als sterbender Schwan Rot rausholen können, wird die Schauspielerei immer weiter zumehmen.

    Timo Kastening hat das schon vor Monaten beklagt.

  • Das ist doch Träumerei mit dem Spieler-Kodex.

    Die Schauspielerei nimmt mehr und mehr zu - und die Schiris schafen es am Bildschirm einfach nicht, diese zu erkennen!

    Solange sie das nicht hinkriegen und die Gefoulten als sterbender Schwan Rot rausholen können, wird die Schauspielerei immer weiter zumehmen.

    Timo Kastening hat das schon vor Monaten beklagt.

    Und das liegt an den Regeln bzw. den Anordnungen wie sie anzuwenden sind und nicht am Videobeweis an sich.

    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Es gibt fast jedes Spiel klare Gesichtstreffer, die zwei Minuten geben. Das war nie ein Problem - und ist es auch immer noch nicht, wenn der Gefoulte nicht Hollywood in die Halle holt.

    Das Problem ist entstanden und wächst, weil die Spieler seit letzter Saison immer wieder bei normalen Gesichtstreffern wie vom Blitz getroffen zu Boden fallen und liegen bleiben, um die Schiris zum Bildschirm zu schicken.

    Kommentator Wilken-Johannes hat es im Podcast „Ballsam“ gestern genau richtig gesagt.

    3 Mal editiert, zuletzt von Rheiner (10. März 2026 um 12:02)

  • Es gibt fast jedes Spiel klare Gesichtstreffer, die zwei Minuten geben. Das war nie ein Problem - und ist es auch immer noch nicht, wenn der Gefoulte nicht Hollywood in die Halle holt.

    Das Problem ist entstanden und wächst, weil die Spieler seit letzter Saison immer wieder bei normalen Gesichtstreffern wie vom Blitz getroffen zu Boden fallen und liegen bleiben, um die Schiris zum Bildschirm zu schicken.

    Kommentator Wilken-Johannes hat es im Podcast „Ballsam“ gestern genau richtig gesagt.

    Wenn die Schiedsrichter frei entscheiden könnten wie sie es bewerten, wäre es nicht das Problem. Wenn die vom Blitz getroffen damit nicht durchkommen würden, dass Berührungen im Gesicht immer zum Vorteil für sie sind.

    🦓🦓🦓🦓🦓🦓 auf dem Feld reichen 🦓 muss ins Tor

  • Kompliment an Christoph Schindler für die wahren Worte! 👍

    Zitat

    Schindler:„(…)Wenn ich Woche für Woche Spiele sehe, wie sich manche Trainer während und der Partie präsentieren und wenn ich sehe, wann ein Videobeweis genommen wird und wann nicht, dann habe ich Woche für Woche Unmut in mir. Da ist im Moment sehr viel Willkür und Undurchsichtigkeit dabei. Ich würde mir im Sinne der Liga und des Sports einen deutlichen besseren Umgang damit wünschen. Da nehme ich ganz klar die HBL und den DHB in die Pflicht.“

    Also stehen Sie dem Videobeweis inzwischen skeptisch gegenüber.

    Schindler: „Nein, ich war von Anfang an ein Freund des Videobeweises. Aber wenn er so genutzt wird wie derzeit, geht es absolut in die falsche Richtung.“

    Quelle: https://m.sportbild.bild.de/sportmix/handb…df80d124bb0d04f

    3 Mal editiert, zuletzt von Rheiner (8. April 2026 um 17:19)

  • Ich verlagere die heutige Diskussion aus dem "Quo vadis, VfL"-Thread mal hierher:

    Handballer2105

    Christoph Schindler spricht explizit von "sehr viel Willkür und Undurchsichtigkeit" bei der Anwendung des Videobeweises. Extrovertierte Trainer oder theatralisch agierende Spieler führen bei vielen Schiedsrichtergespannen dazu, dass sie den Weg zum Monitor nehmen und sich Situationen detaillierter ansehen. Dafür war die Szene damals gegen den SC Magdeburg ein Paradebeispiel, denn es gab keinen nachvollziehbaren Grund diese undurchsichtige Szene am Spielende nicht in Ruhe am Monitor zu beurteilen. Stattdessen werden sich Szenen angeschaut, wenn mal wieder ein kleingewachsener Rückraumspieler mit Anlauf in den Zwei-Zweimeter-Hünen-Mittelblock hineinstürmt und sich anschließend am Boden liegend die Nasenspitze hält. Da stimmt in meinen Augen oft die Relation nicht.

    Ja, er formuliert keine Lösungsvorschläge, aber das ist auch nicht primär seine Aufgabe. Diese Aufgabe hat das DHB-Schiedsrichterwesen in Zusammenarbeit mit der HBL. Vielleicht Bedarf es nur eindeutigerer Vorgaben bzgl. der Anwendungsfälle. Mir persönlich wird beispielsweise die Überprüfung "Disqualifikation" viel zu inflationär benutzt. Ich wäre dafür, dass die Schiedsrichter wieder Entscheidungen direkt auf dem Feld treffen. Wenn sie auf dem Spielfeld eine Rote Karte zeigen, können sie gerne anschließend am Bildschirm überprüfen, ob diese Beurteilung eine klare Fehleinschätzung war und abgeändert werden muss. Aber es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass sich Schiedsrichter komplett unsicher sind, erstmal keine Entscheidung auf dem Feld treffen und dann mit dem Vorwand einer möglichen Disqualifikation prüfen, ob sie überhaupt eine Zeitstrafe aussprechen müssen.

    Vielleicht müssen die zulässigen Anwendungsfälle reduziert werden. Natürlich kann den Schiedsrichtern beim Videobeweis bzgl. einer Disqualifikation auf den Videobildern ein Schrittfehler auffallen. Aber diesen dann zu ahnden, obwohl das an sich keine überprüfbare Spielhandlung ist, halte ich für falsch.

    Arcosh

    Inhaltlich bin ich beim Videobeweis ziemlich der gleichen Meinung. Insbesondere sollten Zufallsbeobachtungen wie im Spiel THW gegen Eisenach nicht zu einer Änderung der Entscheidung führen.
    Ich empfinde es auch als Problem, dass nicht die Aktion als Maßstab für die Herannahme des Videobeweises genommen wird, sondern die scheinbare Auswirkung. Gleichzeitig sehe ich es aber als schwierig an, dass deutlich besser zu machen.
    Vielleicht ist es sinnvoller jedem Team 2-5 Challenges zu geben und den Schiedsrichtern die Möglichkeit zu nehmen.
    Ob dies aber bei einem so schnellen Spiel praktikabel ist? Ich weiß es nicht!

    Allerdings will ich auf den Videobeweis auch nicht verzichten.

    Ich plädiere auf jeden Fall dafür den Schiedsrichtern wieder mehr Entscheidungsfreude auf dem Feld zu vermitteln und den Videobeweis als ultima ratio anzusehen. Mehr Mut zur eigenen Entscheidung. Er sollte nur in besonderen Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Als Faustformel würde ich sagen, wenn die Schiedsrichter in einem Spiel mehr als zweimal den Videobeweis heranziehen müssen, dann läuft in der Spielleitung auf dem Feld etwas falsch. So viele unklare Situationen, in denen die Schiedsrichter kein eigenes Urteil fällen können, gibt es üblicherweise nicht.

    Eine Coach Challenge fände ich sehr interessant im Hinblick auf theatralisches Agieren der Spieler. Im Basketball gibt es ebendiese und dort kann man sehen, dass die Schiedsrichter sehr zurückhaltend auf lamentierende Spieler reagieren. Dort lautet die Devise: Wenn Du als Spieler wirklich glaubst, dass ein Foul an Dir nicht geahndet wurde, dann diskutiere nicht mit den Schiedsrichtern, sondern überzeuge deinen eigenen Trainer, dass er eine seiner kostbaren Challenges zur Überprüfung einsetzt. Wenn der Spieler recht hatte, dann wird der Videobeweis ihm zu seinem Recht verhelfen. Hat er aber aus einer Maus einen Elefanten gemacht, dann verliert sein Trainer eine Challenge und wenn das öfter passiert, dann wird der Trainer sich seinen Spieler diesbezüglich zur Brust nehmen. Im Basketball ist dadurch die disziplinarische Instanz direkt eingebaut, während es im Handball für den theatralisch agierenden Spieler kaum ein negatives Feedback gibt.

    Einen Videobeweis, um Schritte zu kontrollieren gibt es (noch) nicht. Und das ist auch gut so. Damit würde man das Handballspiel durch ständige Unterbrechungen kaputt machen.

    Aber wenn sie im Rahmen einer anderen Überprüfung (Foulspiel) einen eindeutigen Schrittfehler erkennen, müssen die Schiris ihn auch ahnden. Die Krux bei der Entscheidung: Was war zuerst, der Schrittfehler (danach haben sie entschieden) oder das Foul.

    Den Schrittfehler zu ahnden war nach aktueller Leitlinie wohl zulässig und richtig. Aber ich halte es dennoch für den falschen Weg. Im Fußball erleben wir Situationen, in denen ein Tor zurückgenommen wird, weil 20 Sekunden vorher beim Spielaufbau in der anderen Spielhälfte ein marginales Foulspiel entdeckt wurde. Das ist in meinen Augen nicht zielführend. Wo setzt Du im Handball die Grenze? Was ist, wenn der Video-Assistent versehentlich ein paar Sekunden zu weit zurückspult und die Schiedsrichter dadurch ein zuvor begangenes Foulspiel der anderen Mannschaft entdecken, dass progressiv zu ahnden gewesen wäre?


    Ich persönlich plädiere dafür, den Videobeweis zu reduzieren auf die formalen Spielsituationen (War der Ball hinter der Torlinie? War der Ball vor Ablauf der Spielzeit im Tor?) und die Bestrafung von Unsportlichkeiten abseits des Spielgeschehens und außerhalb des Blickfeldes der Schiedsrichter. Alle übrigen Spielsituationen, die die Schiedsrichter auf dem Feld im Blick haben, sollen sie auf Basis ihrer eigenen Wahrnehmung entscheiden. Persönlich unentschlossen bin ich hinsichtlich des Spielgeschehens in den letzten 30 Sekunden. Aufgrund der Hektik in knappen Spielen und oft der unübersichtlichen aber wohl möglich entscheidenden Spielsituationen am Spielende scheint die Möglichkeit des Videobeweises verlockend, aber eigentlich finde ich es falsch diese letzten 30 Sekunden grundlegend anders zu behandeln als die vorherigen 59:30 Minuten, die gleichwertig zum Endergebnis beigetragen haben.