High Noon um 13:15 in der Friskole, die Halle mit Wäscheleine über dem Spielfeld. Die Schwedinnen von Redbergslids IK I haben deutlich gegen Buxtehude verloren, die beiden Tabellenletzten klar besiegt und wollen nun ebenfalls in den A-Pokal. Wir haben etwas dagegen. Ein wenig hat ZeeBee doch gezögert. Wird Kreisläuferin Jara zur KO-Runde fit? Abtauchen und - wieder - B-Pokal spielen? Spaß vor Sport? In der Vorrunde sind die Zwerge aus der E reichlich zum Einsatz gekommen, hatten ihren Spaß. B-Pokal haben wir letztes Jahr gewonnen, nun doch mal mit den großen Fischen schwimmen!
Der gegnerische Verein kommt bekannt vor. Im Vorjahr haben wir im B-Pokal erst Redbergslid II in einem dramatischen Spiel aus dem Turnier geworfen, die Erstvertretung im Halbfinale in einem deutlich weniger spannenden Spiel dann ebenfalls. Falls man sich in Schweden erinnert, wäre Revanche angesagt. Die Spielbeobachtung ergibt, dass der Gegner auf RL sehr stark besetzt ist, RM kommt sehr athletisch daher und auf KM eine große, sehr athletische Spielerin. Und was extrem auffällt: Redbergslid versucht sich altersklassen- und länderuntypisch an einer (defensiven) 3:2:1 Deckung. Offensive Deckung sind wir gewohnt, die Formation nicht. Außer Frida, die schon Oberliga C-Jugend Einsätze aufweisen kann. Es wird spannend. Der Fanclub ist zuverlässig am Start und unterstützt lautstark. Die schwedischen Schlachtenbummler sind eher verhalten.
Die Startaufstellung überrascht schon mal, die Kreisläuferin steht nun im Tor. Bleiben zwei Baustellen. Frida wechselt von links auf rechts, E-Jugendliche Nella muss sich mit der RM auseinander setzen. Nun ist das körperliche Mismatch da und RM braucht nur fünf Sekunden nach Anpfiff für den Überzieher (sorry Dieter: die Kurbel) und das erste Tor. Unser erster Angriff dauer nicht viel länger, ZeeBee erkennt Trainingsinhalte der letzten Wochen vor den Ferien wieder, auch wenn nun keine Fleischmauer dort steht. Stoßen/Zurückstoßen, schneller Handgelenkspass beim Rückpass und Frida rauscht durch die Deckung zum 1:1 Zwischenstand. In der Folge spielt Frida mit der Abwehr Katz und Maus, so sehr, dass ZeeBee seine linke Angriffsseite in die Pflicht nimmt, für Entlastung zu sorgen. In der Mitte wird das körperliche Mismatch zunehmend zum Problem, Nella wirkt deutlich unzufrieden mit der Erfolgsquote ihrer Gegnerin im 1:1. ZeeBee holt sie zur Bank und erklärt ihr, dass RM noch das ein oder andere Mal vorbeikommen, im Großen und Ganzen aber Nella die Oberhand behalten wird. Und im Tor macht Monster-Marit das, was sie am liebsten macht. Den Gegner zur Verzweiflung treiben. Zur Halbzeit steht es leistungsgerecht 9:8, den kleinen Vorsprung können die Mädels beibehalten.
ZeeBee wechselt nicht und hat auch nicht vor zu wechseln. Ohne angestammte Kreisläuferin wird das Spiel schwierig genug. Die Startaufstellung muss das Spiel wuppen. Was sich auch nicht ändert, ist die Torgefahr überwiegend über Rechts. Immerhin lässt unsere linke Abwehrseite nichts anbrennen, an Marieke ist kein Vorbeikommen. Die Schwedinnen bleiben dran, mehr als drei Tore Abstand werden es nicht. 12:14, die kleinen Schwedinnen werden unzufriedener und ruppiger. Die erste Zeitstrafe für Schubsen. Dafür spaziert nun RM trotz Unterzahl durch die Deckung und erzielt den Anschlusstreffer, im Gegenzug trifft endlich unser E-Jugend Ass. Marit vernagelt das Tor. ZeeBee wechselt dann doch, eine Spielerin ist platt. Redbergslid nun mit Destroyer-Taktik, kaum eine Ballannahme ohne geklammert zu werden. Der Schieri belohnt die Taktik, zeigt Passives Spiel an. Wieder Freiwurf, nur ein Pass noch angezeigt. >>Nicht mit mir!<<, sagt sich Captain Neele, längste Spielerin im Angriff, wemmst den Freiwurf von der halbrechten Position direkt in die lange Ecke zum 13:15! Im Gegenzug pariert Monster-Marit einen 7m. Frust macht sich bei Redbergslid breit, es wird noch ruppiger. ZeeBees Mädels lassen sich aber nicht beeindrucken. Ein abgefangener Ball von Frida bringt Sekunden vor Schluss die Chance, die letzten Zweifel auszuräumen. Frida trifft, wird dabei aber von hinten geschubst, was seltsamerweise - wieder mal - bloß eine Zeitstrafe nach sich zieht. ZeeBee hat inzwischen gar nicht mehr die Energie, sich aufzuregen, wechselt die verletzte MVP aus. Mit dem Schlusspfiff fällt noch das bedeutungslose 14:16, großer Jubel beim Fanclub aus der C-Jugend, der die Platte stürmt und mit der Mannschaft feiert. Beim folgenden "Humba" ist Frida, mit Kühlpack, schon wieder am Start. ZeeBee muss erst einmal durchatmen, das Spiel hat Nerven gekostet. Aber dann geht es erst richtig los...
Tumulte am Hallenausgang. Eine C-Jugend Mutter mittendrin, versucht die Streitparteien zu trennen. ZeeBee - ahnungslos - kann die Fresse nicht halten:
"Does anybody need a lawyer? I can help."
Grimmiger schwedischer Fan ist not amused:
"I am a fighter, I can help too!"
"So maybe we should meet outside!"
ZeeBee setzt sich erst einmal an die Seite, das Szenario wird ihm zu albern. Stimmungskiller. Im Nachhinein lässt sich teilweise aufklären, dass den Schweden die Fanclubunterstützung der C-Jugend mit Gesang, Trommel und Ratschen deutlich zu laut ist. Es gibt mehrfache Unzufriedenheitsbekundungen. Dann ist ein schwedischer Vater der Meinung, dass deutsche Väterfüße auf der Seiteauslinie nichts zu suchen haben. Also tritt er pädagogisch auf alle Füße, die die heilige Spielfeldfläche beschmutzen. Immer ein Partykiller... Beim letzten bösartigen Foul in unseren Gegenstoß hinein gibt es als Folge eine obszöne Geste gegenüber der Delinquentin aus dem deutschen Fanblock. Die spätere Entschuldigung kann die Gemüter nicht mehr beruhigen und in dem Moment platzt ZeeBee am Ausgang unvermittelt in das Geschehen hinein. Der Fighter-Papa entschuldigt sich später noch bei ZeeBee, mahnt an, dass Erwachsene keine Kinder beleidigen sollten. ZeeBee verspricht Konsequenzen.
Die schwedischen Mädchen haben sich offenbar den Ausgang des Spiels ganz anders vorgestellt, noch lange nach Abpfiff blickt ZeeBee in verheulte Gesichter. Im Kioskbereich treffen sich die Trainer wieder.
"You will go on and win the B-Cup and we'll get screwed in the eight final."
"We are not used to such a loud support."
Dann kommt auch schon der Shuttlebus und der Trainer muss fort. >>Memo an mich selbst: Kiste Bionade für den Fanclub!<<
Fortsetzung folgt