Kleines Handballtagebuch

  • Vielleicht liest ja hier doch wer mit.


    ZeeBee dankt ganz herzlich dem


    Cupteam des Ulzburgcups 2023!


    Ich konnte Euch leider nicht alle persönlich umarmen. Wieder einmal ein sensationelles Turnier, das einen mit offenem Mund zurücklässt, was Ihr dort auf die Beine stellt! Gute Nerven für das kommende Wochenende und ein verletzungsfreies Turnier! See you in 2024!


    Und da die Tagebucheinträge sich meistens um die dunklen Seiten des Sports drehen, gibt es dies Jahr keinen Eintrag zum sportlichen Geschehen oder zum Turnier an sich. War ja ein rundum gelungener Nachmittag. Außerdem gibt es erfahrungsgemäß hinterher jedes Mal einen Shitstorm, auch schon bei den Veranstaltern des Ulzburgcups, die das Tagebuch verlinkt hatten. Die Eltern der Bezirksauswahl wD Brandenburg hinten links sahen ihre unnatürlich großen D-Jugend Kinder, die alles in Grund und Boden pflügten, verunglimpft. Also dies Jahr definitiv nichts zum Turnier selbst.




    Doch...



    warte...



    ZeeBee grüßt ganz herzlich den


    hochengagierten Handballpapa der weibliche D-Jugend des EBT Berlin .


    Richtig, der mit der haarfreien Frisur. Erst einen lautstarken Rüffel des Turnieroffiziellen proviziert, den einzigen gegen Eltern gerichtet, den ich je auf dem Turnier erlebt habe, wegen ständiger unflätiger Pöbelei gegen das junge Schiedsrichtergespann. Dann meiner jüngsten und kleinsten Spielerin, der achtjährigen zuckersüßen Fritzi, den Stinkefinger gezeigt. Sowas Asoziales habe ich in fünfunddreißig Jahren als Trainer nicht erlebt. Glückwunsch für die persönliche Erwähnung im Tagebuch! You are an unknown poor insignificant asshole? We can help, we make you famous! Armer Verein, der solche... A... (Wie buchstabiert man das eigentlich? A-S-E-N oder A-S-S-E-N?) in seinen Reihen erdulden muss. Falls der Brockhaus hier noch eine Lücke füllen müsste, ich schicke ein passendes Foto.


    Hölle... doch wieder ein Shitstorm.


    Edit: Ich wusste es! Der verantwortungsvolle Chronist recherchiert erst, postet dann. Die Rücksprache mit der Mannschaft vorhin beim Training ergab, dass Fritzi das A******** tatsächlich provoziert hatte. Sie warf ihm ob der Pöbelei einen vorwurfsvollen Blick zu.

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  • Zickenbändiger

    Hat den Titel des Themas von „Kleines Handballtagebuch für Berichte aus den Sporthallen und persönliche Fehden des ehrenwerten Herrn ZeeBee mit den Verbänden“ zu „Kleines Handballtagebuch“ geändert.
  • Und doch noch ein neues Kapitel im Scharmützel mit den Verbänden. Der hiesige Regionsverband hatte vom Sportgericht im April ins Klassenbuch geschrieben bekommen, dass er in der Satzung keinerlei Sanktionskompetenz verankert habe, also Vereinen keine Geldstrafen abknöpfen, prügelnde Spieler nicht sperren und keinen impertinenten Trainern die Lizenz entziehen darf. Folgerichtig gab es Ende Juni einen außerordentlichen Verbandstag, um die Satzung zu reparieren.


    Kaum ist die Tinte des Verbandstagsprotokolls trocken, haut der Verband schon wieder saftige Strafbescheide raus und will die Kasse füllen. Kurzer Ausflug in das Amtsgericht um die Ecke und siehe da, im Vereinsregister gab es dies Jahr noch keinen Eintrag für jenen Verband. Die Satzungsänderung ist - noch - nicht eingetragen und damit jedenfalls nicht wirksam. Und wieder müssen die Juristen ran, Bescheide bekämpfen. Es wird Zeit, dass die Rechtsordnung auch bei Streitigkeiten unterhalb der Bundesliga Anwaltskosten für erstattungsfähig erklärt.

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  • Zitat

    Und doch noch ein neues Kapitel im Scharmützel mit den Verbänden. Der hiesige Regionsverband hatte vom Sportgericht im April ins Klassenbuch geschrieben bekommen, dass er in der Satzung keinerlei Sanktionskompetenz verankert habe, also Vereinen keine Geldstrafen abknöpfen, prügelnde Spieler nicht sperren und keinen impertinenten Trainern die Lizenz entziehen darf. Folgerichtig gab es Ende Juni einen außerordentlichen Verbandstag, um die Satzung zu reparieren.

    Und nun das - noch nicht rechtskräftige - Urteil. Der hiesige Verband hat dazugelernt:


    - jegliche Satzungsänderungen werden erst wirksam, intern wie extern, wenn sie im Vereinsregister eingetragen sind,

    - alle Drohungen, auch im Falle eines stattgebenden Urteils den angefochtenen Bescheid wortgleich dann halt zu wiederholen und erneut zu versenden, sobald das Vereinsregister nachgezogen hat, nichts wert sind (Rückwirkungsverbot),

    - dass Scheinargumente wie: "Wer sind die Unterzeichner des Einspruchs überhaupt, sind die berechtigt zu unterzeichnen?", ohne handfeste Anhaltspunkte nichts taugen,

    - dass wenn das Gericht deutlich darauf hinweist: "Ihr verliert das Verfahren" und man Zeit bekommt, darauf sinnvollerweise den Bescheid zurückzunehmen, um ein Urteil zu ersparen, man aber hiervon bockig absieht, dass dann ein kostenungünstigeres Urteil folgt.


    Selbstkritik: Die Verbände leben (auch) von Einnahmen von Strafgeldern und noch viel mehr davon, dass das "System" funktioniert, so die Meldung ausreichender Schiedsrichter durch die Vereine nach einem bestimmten Schlüssel, umgelegt auf die Anzahl der jeweils gemeldeten Mannschaften. Wenn nun jeder Verein anfängt, ständig das Sportgericht anzurufen und eine Unkultur der Zusammenarbeit schafft, können wir den Laden dicht machen.


    Aber: Apropos Unkultur. Wie schnell sind die Fachverbände dabei, für ein vergessenes Häkchen auf dem Spielprotokoll bei "Ordnungsdienst vorhanden" o.ä. (den es im Breitensport ohnehin nicht gibt), Geldstrafen auszusprechen? Beim Einspruch wird vergessen, den Namen der Unterzeichner in Druckbuchstaben zu wiederholen? Einspruch wird verworfen, die hundert Euro Einspruchsgebühr sind verbrannt. Das Spielergebnis wird fünf Minuten zu spät veröffentlicht... Geldstrafe. Von daher müssten die Sportgerichte eigentlich wöchentlich zu tun bekommen.


    Saisonvorbereitungsturnier am kommenden Wochenende mit illustrer Besetzung. Ich hoffe, ich komme mal wieder zum Tagebuchkerngeschäft!

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  • Wenn in Kenntnis der rechtskräftig festgestellten Tatsache, dass die Satzung mangels verankerter Strafbefugnis keinerlei Strafen hergibt vor Eintragung der geänderten Satzung gleichwohl erneut Strafbescheide verschickt werden, könnte das schnell ein strafrechtliches Problem werden.


    § 71 BGB ist eindeutig und den muss jeder Vorstand kennen, zumal ja schon im Ausgangsverfahren mehrfach darauf hingewiesen worden ist, dass Satzungsänderungen auch gegenüber Mitgliedern erst mit Eintragung (und nicht rückwirkend) wirksam werden.


    Ich weiß nicht, warum man sich als engagierter Ehrenamtler sehenden Auges in solch brenzlige Situation bringen kann...

  • Liebes Handballtagebuch!


    Es wird dringend mal wieder Zeit für einen Eintrag, nur benehmen sich alle zur Zeit. Mhhh... fast alle. Vielleicht mal ein Kurzepisodeneintrag.


    Nachricht von Dieter. Ehemaliger Frauenbundesligatrainer und weit und breit der umtriebigste Trainerprivatier, der mit Handball abgeschlossen haben will. Hier mal ein Einsatz als Trainer-Trainer in der zweiten Liga, dort mal ein Wochenendlehrgang, Kurzeinsatz über Ostern beim Turnier in Dänemark als Coach einer C-Jugend... "Ich habe fertig" - nee, is klar. Vor mehreren Wochen war Dieter vom Kreis Wuppertal für einen Kurzlehrgang engagiert worden und hatte diesen akribisch vorbereitet. Anreise am Abend vorher und beim Packen den Laptop vergessen. Für den Perfektionisten eine Vollkatastrophe, für die Jugendtrainer wahrscheinlich die besten Demo-Einheiten ihrer bisherigen Laufbahn. Dennoch bietet Dieter zerknirscht eine kostenlose Wiederholung an, diesmal mit Laptop und Beamer. Und weil auch Kindertrainer unter den Teilnehmern waren, holt er sich für den Zweittermin eben einen Kindertrainer als Referenten dazu.


    Der Lehrgang ist Samstagmorgen. Anreise Freitagnachmittag für das Kulturprogramm. Dieter hatte ein, zwei Konzertvorschläge vorweggeschickt. ZeeBee hatte die Suche etwas erweitert und stößt auf die Delta Bombers im Kulttempel in Oberhausen. Nie gehört, aber dafür gibt es ja YouTube. ZeeBee gibt "Delta" ein und stürzt sich auf den ersten Vorschlag, hört rein und befindet das für gut. Link von dem Konzert an Dieter, der abnickt, ohne aber reinzuhören. Donnerstagabend sucht ZeeBee noch mal die Location und das Konzert der Delta Saints. Findet nichts. Findet die Delta Bombers. Ist irritiert, denn die gesichteten Videos waren doch von den Delta Saints. ZeeBee schwant eine Fehlleistung. Liest was von Rockabilly. F***! Augen zu und durch. Der Kulttempel erweist sich als... schon ein Glücksgriff. Geiler Laden. ZeeBee sichtet das Publikum. Als Metalfan Einiges gewohnt, aber das hier ist... außergewöhnlich. Dieter und ZeeBee sind deutlich untertätowiert, deutlich unterbehutet und fast die einzigen Männer ohne Rockabillyfrisur. Schon der Sideshow-Besuch ist der Eintritt wert. Die Bardame im ersten Stock allein wäre dagegen einen Zehner mehr Eintritt wert gewesen. ZeeBee ist verliebt und bietet an, den gesamten Abend die Getränke zu holen. Musik gibt es auch und die tut jedenfalls nicht weh. Sehr interessanter Abend!


    ***


    Letztes D-Jugend Spiel der Vorrunde. ZeeBee hat voll Kapelle. Toptalent Frida, die gar nicht mehr weibliche D sondern nur männliche D und wC spielt, wird zur Co-Trainerin befördert. Eine Spielerin vom Nachbarverein möchte sich weiterbilden und schaut vorbei. ZeeBee befördert sie ebenfalls zur Co-Trainerin. Zwei rührige C-Jugendliche wollen mit auf die Bank. Co-Trainer Nr. 3 und 4. Mathematisch kommt das mit der Zahl der Offiziellen nicht mehr hin. ZeeBee geht im Geiste das Wochenende durch, Samstag war kein Spiel, Sonntag spielen noch C II und C I. Frida ist nur für C II eingeplant, wird wieder zum Status "Spielerin" und ZeeBee bittet sie, nicht kurzfristig bei der C I auszuhelfen, weil die das dritte Spiel binnen 48 Stunden wäre. Frida grinst, hat nicht vor heute noch Oberliga zu spielen. Spiel ist vorbei, ZeeBee steht an der Bushaltestelle. Handy klingelt. Fridas Mutter, Co-Trainerin der männlichen D, ist sauer. Sehr sauer. Der mD Gegner vom Wochenende, ungeschlagener Tabellendritter, hatte das Punktspiel auf Montag verlegen lassen, weil der beste Spieler sonst gefehlt hätte. Der TVB hatte großzügig zugestimmt, weil Montag, Trainingstag, alle da sein würden. Nun nur nicht mehr Frida, die Sonntag bereits zweimal auf dem Formular stand und als Leistungsträgerin die beiden bisher engen Spiele der Jungs mitentschieden hatte. F***!


    ZeeBee schleicht Montagabend in die Halle. Der Gegner ist im Schnitt recht klein, bis auf den Haupttorschützen ist alles Jungjahrgang. ZeeBee rechnet sich Chancen aus, dass die Bengels es auch ohne Frida hinbekommen. Die bekommt eine große Tafel Sühneschokolade in der Halbzeit. Die Jungs machen es ordentlich, kurz vor Schluss führen sie mit zehn Toren. ZeeBee flüstert Frida zu, dass es vielleicht ganz gut für das Selbstbewusstsein der Jungs sei, wenn sie ohne ihre Hilfe ein Spiel gewinnen. Grinst, ist erleichtert. Das hätte mindestens eine Kiste (Bionade) gekostet. Plötzlich sieht ZeeBee Unheil, großes Unheil kommen. E-Jugend Hyperknuddelmaus Polly stürmt nach Abpfiff zielstrebig über das Feld, Frida fest im Blick. ZeeBee ahnt das Schlimmste. Polly hat entweder die große goldene schwedische Packung gesehen oder war zielsicher der Schokoladenwitterung gefolgt: "Versteck die Schokolade! Versteck die Schokolade!" Zu spät...


    ***


    C-Jugend Landesliga. Vollkommen unbekannter Gegner aus dem südlichsten Zipfel Niedersachsens. Tabellenführer. Eher ein weißes Blatt in der Mädchenhandballszene und hatte am Wochenende zuvor die Zweitvertretung des befreundeten Peiner Vereins zerpflückt. ZeeBee bekommt einen detaillierten Bericht, der nichts Gutes verheißt. Andererseits ist die Zwote ZeeBees Ausbildungsmannschaft auf der Schwelle zum Leistungshandball, also ist hier bad news = good news. Bad news wiederum das Schiedsrichterinnengespann, die sich als komplett Fachfremde an der Pfeife erweisen. ZeeBees Anti-Stress-Drüse schüttet fix Betablocker-Hormone aus, um das Spiel ohne Dauerschäden am Herzen zu überstehen. Funktioniert gut... bis sich das Fachpublikum bemerkbar macht. Drei Elternteile überbieten sich damit, lautstark ihre - nicht immer sicheren - Regelkenntnisse kund zu tun. Und allesamt Väter, die noch nicht so lange in ZeeBee Land weilen. ZeeBee platzt der Kragen, haut einmal dazwischen, als für einen Schlag gegen den Ball im Wurf mehr als der fällige 7m gefordert wird. Wenig später der nächste unqualifizierte deutlich hörbare Beitrag.


    "DAS WAR WEDER NOCH! WENN DU KEINE AHNUNG HAST, EINFACH MAL RUHIG BLEIBEN!"


    Dreißig Jahre Stimmbandtraining zahlen sich aus. Betablocker-Hormone verlieren ihre Wirkung, immerhin höflich geblieben. In der Halbzeit verspricht ZeeBee den Mädchen, dass sie auf der Tribüne bei Papa landen, um ihn bis zum Spielende zu beruhigen, wenn sich die Fußballproleten-Attitüde nicht ändert. Die Mädels mögen mit dieser Information anfangen, was sie sollen. Die Mädels müssen gepetzt haben, denn das Schiedsrichterinnengespann beweist weiterhin keinerlei Regelkenntnis, was nun aber vom Fachpublikum nicht mehr kommentiert wird. Ein wenig Trainerautorität schadet wohl nicht...


    Edith schiebt ein:


    Mittwochabend nach dem Training:


    "Wer von Euch spielt nächsten Dienstag in der Auswahl beim Regionsvergleichsturnier?"

    "Wissen wir noch nicht, erfahren wir am Samstag."

    "HÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄH?!"

    "Wir sollten uns alle den Dienstag frei halten."


    >>Langes Wochenende mit Feiertag am Dienstag und die Eltern von wer weiß wie vielen Kindern sollen sich mal eben 'den Dienstag freihalten', jedenfalls bis Samstagmittag. Da hat wohl wer die Beziehung zur Erdanziehungskraft verloren...<<


    In Sachen Regionsauswahl wundert sie ZeeBee inzwischen über NICHTS mehr. Das hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit der Veranstaltung zu tun, die ZeeBee fünfzehn Jahre als Trainer begleitet hat. Einst gab es eine Sichtung, eine Nachsichtung und dann stand der Kader von 18 Kindern +/-. Heute wird nicht einmal mehr gesichtet, vierzig Kinder stehen Trainingseinheit um Trainingseinheit in der Halle rum und der Einzige, der in Schweiß kommt, ist Papa, der das Kind abgeliefert hat und zeitgleich joggen geht. Schon mehrfach hat ZeeBee seinen Mädchen angeboten, sie von der Alibisportveranstaltung abzumelden. Nun überflüssigerweise auch noch samstags, dem Tag der dritten Mannschaftstrainingseinheit, die ZeeBee nun einstampfen darf.


    Dienstagmorgen in aller früh. Handballmastermind Dirk sammelt ZeeBee am Treffpunkt ein für die Fahrt nach Emmerthal zum Sichtungsturnier. Dirk ist Co-Trainer bei der Talentschmiede aus der Nachbarregion. Und gleich um 10:00 treffen drei von seinen Talenten auf sechs von ZeeBees Talenten. Das muntere Spielchen endet unentschieden. Im positiven Sinne sind die Erkenntnisse dürftig, ZeeBee entdeckt nicht das große bisher unbekannte Talent. Zumindest nicht aus der eigenen Region. Dafür stolpert die ein oder andere Spielerin über den Platz, die ZeeBee gedanklich in einer Sichtungsveranstaltung bereits nach drei Minuten gestrichen hätte. Auf der anderen Seite fehlen mehrere Talente von ZeeBees geheimer Liste, deren Namen wahrscheinlich bei den Auswahltrainern nicht mal bekannt sind. Das ist nicht mehr das Auswahlwesen, das ZeeBee vor dreizehn Jahren verlassen hat.


    Das Regionsvergleichsturnier dient den Landestrainern als "Vorsichtung", auf der talentierte D-Jugendliche schon einmal für eine vorzeitige Berufung in die C-Jugend Stützpunkte gesichtet werden. Jedenfalls gilt das wohl bis zum Abend vor dem Turnier. Während der Veranstaltung macht die Runde, dass keine D-Jugend Talente mehr vorzeitig für regelmäßige Teilnahmen an den Stützpunkten gesichtet vorgesehen seien. Die Landesauswahltrainer erfahren dies vor Ort. Die Veranstaltung ist also von vorne bis hinten Muster ohne Wert. In Sachen Landesauswahl wundert sich ZeeBee inzwischen über NICHTS mehr.



    Dein

    Karsten

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  • Liebes Handballtagebuch!


    "You will go on and win the B-Cup and we'll get screwed in the eight final."


    ZeeBees prophetischen Fähigkeiten werden sich nach der Vorrunde zumindest überwiegend als zuverlässig erweisen.


    Kurz vor sieben rollt ZeeBee mit dem Kleinbus auf den Parkplatz. Die Mannschaft wartet schon, Doppelelternteil Martin ist mit dem zweiten Bus bereits dort. Die Besatzung der beiden Busse hat sich bereits eingeteilt, vor Abfahrt nordet ZeeBee die Mädels gleich ein. KEIN ESSEN IM BUS! Im Vorjahr brauchte ZeeBee drei Staubsaugergänge an der Tanke, den Bus wieder halbwegs weitervermietbar herzurichten. Haare, Krümel, Bolchenpapier, Schokolade - das alles würde es dies Jahr nicht mehr geben. Seltsamerweise findet ZeeBee beim Aussteigen reichlich Kekskrümel im Wagen. Ein Osterwunder? Das wird es dies Jahr nicht geben, wie ZeeBee später den Mädels mitteilt. Der Osterhase lag neben der E45 am Straßenrand und es ging ihm leider wirklich nicht gut.


    Die Mädels sind etwas südlich von Frederikshavn untergebracht, ZeeBee dagegen bezieht ein Ferienhaus etwas nördlich gemeinsam mit Trainern und Betreuern der befreundeten SG Neuenhaus/Uelsen, die noch mal locker über zwei zusätzliche Stunden Anfahrt hatten. Selbst schuld, hätten sich nicht von dem Turniervirus anstecken lassen dürfen. Die Hausbesetzung wird sich erst zu später Stunde zusammen einfinden, die Mädels wollen alle am Einlauf der Athleten in der Arena Nord teilnehmen. Geordnet nach Ländern (Skandinavien minus Färöer und Island plus Tyskland) laufen die Teams - teils verkleidet - ein. Und nein, kein Casting für einen Modelwettbewerb, es sind erst einmal bloß die Schweden. Hast Du das einmal gesehen... ZeeBee testet den Burger in der Arena Nord. Später in der Unterkunft ist es reichlich spät. Statt den Grill einzuweihen, serveriert ZeeBee spontan Spaghetti aglio e olio. Dann wird bis spät in die Nacht gefachsimpelt.


    ZeeBees Mädels sind in ihrer Fünfergruppe erst mittags dran, nach dem Frühstück ist Zeit, sich schon mal mit den zweiten und den dritten Gegnern zu befassen. Das Losglück hat eine eine dänische, zwei schwedische und eine niedersächsische Mannschaft beschert. Und bei der deutschen Mannschaft handelt es sich um niemand geringeren als den Bundesliganachwuchs des Buxtehuder SV, statistisch gesehen diese Saison sicher ein TOP 3 Team im Landesverband. Buxtehude hat es mit einer dänischen Anfängermannschaft zu tun. Was fällt auf? Buxte mit einer sagenhaft technisch begabten Spielmacherin. Was sie an Talent hat, fehlt dem Team allerdings an internationalem Feingefühl. Auf einem großen internationalen Turnier spielt man stets gegen Mannschaften aus dem gesamten Leistungsspektrum und man darf sich schon mal Gedanken machen, wie man sich als (deutscher) Gast verkauft. 28:5 bei 30 Minuten Spielzeit. Zur Halbzeit schiebt ZeeBee die Mädels wieder in den Bus, hier gibt es wenig Erkenntnisse zu holen. Außer eben, dass es gute und weniger gute Gäste gibt.


    Turnierauftakt. Der Gegner ist Ale Handboll aus Schweden... die dritte Mannschaft. ZeeBee schwant Böses, ist aber mittlerweile für alle Eventualitäten gewappnet. Eine echte Dritte oder eine trojanische Erste? Das Aufwärmen kann das Rätsel lösen, keine Profis, eine Anfängermannschaft ist es hingegen nicht. ZeeBee startet mit einer bunten Aufstellung. Es beginnt, wie ein Turnier eben so beginnt. Der Ball, die Halle, die linke Hand, die rechte Hand, die Atemluft - so viel neue Erfahrungen. 0:1, eine gefühlte Ewigkeit kein Tor, 4:4, es ist zäh. Und die Dänen haben sich eine ganz besondere Aufgabe für die Handballer ausgedacht. Mitten über dem Spielfeld in etwa 3m Höhe ist eine Wäscheleine gespannt, entlang derer man den Trennvorhang ziehen kann. Eine kleine Herausforderung für die Torhüter, keine Herausforderung für den Schieri, große Herausforderung für regelunkundige Eltern. Immerhin beeindruckt Neuzugang Annika mit rekordverdächtigen zwei Zeitstrafen binnen fünf Minuten. ZeeBees Ruhepuls bleibt unten, nach und nach wird die Bestbesetzung eingewechselt. Letztlich kann Ale nicht mithalten und kommt mit einem 17:10 gut davon. Die E-Jugendlichen Zwerge Polly und Fritzi treffen zusammen dreimal. Kreisläuferin und Co-Haupttorschützin Jara knallt bei einem Tor mit dem Kopf auf den Boden und hat noch bis in den Folgetag Probleme, fehlt in der Vorrunde bei den drei weiteren Spielen.


    Nachmittags die Wiederholung des Halbfinals der niedersächsischen "Mini WM" D-Jugend des Vorjahrs. Buxte wurde letztlich Vierter. ZeeBee ist realistisch, ohne Kreisläuferin Jara in Abwehr und Angriff wird das leider nichts. Das Spiel ist jedoch für den Turnierverlauf nicht kriegsentscheidend, Platz 2 reicht. Und außerdem trifft man sich noch mal bei der "Mini EM" 2024 wieder. ZeeBee stellt die Mädels auf das Spiel ein, sich-gut-verkaufen geht vor gewinnen. Und die Mädels verkaufen sich prächtig. Frida trifft nach Belieben, hinten wirft Monster-Marit ihren Hut um die ungekrönt bleibende beste D-Jugend Torhüterin des Turniers in den Ring. Beispiel: Marit hält den freien Wurf, ihre Abwehr holt den Abpraller, passt den Ball als Geschenk zum Angriff zurück und Marit hält den vom Sechser hoch geworfenen Ball erneut... auf 4m! Auf Buxtehuder Seite glänzt die Spielmacherin zwischendurch mit einem erfolgreichen Dreher (ohne Peeke!). ZeeBee staunt Bauklötze, seine Talente trainieren seit einigen Wochen die Technik; praxisreif ist das noch nicht. Nach zwei, drei erfolgreichen 1:1 Aktionen der Rückraum Mitte gegen die Ersatzkreisläuferin tauscht ZeeBee Vorne und Hinten Mitte. Niedersachsens vielleicht beste Rückraum Mitte bekommt es nun mit E-Jugendlicher Spielmacherin Nella zu tun. Ein Mismatch? Kann man so nicht sagen, Nella erlaubt ihr Luft zum Atmen...


    Nach fünf Toren Rückstand kämpfen sich die Mädels Mitte der zweiten Hälfte auf 17:18 zurück, als Captain Neele eine Zeitstrafe erhält, die sich auch nach fünfmaliger Videoanalyse nicht erklären lässt, da Neele drei Meter Abstand zum Spielgeschehen hatte und - unerklärlicherweise - auch keine Nähe zur eigenen Gegenspielerin. Folgerichtigt macht sie gegenüber dem Schieri ein Gesicht, als ob der Osterhase seine Schätze zurückfordert. Ab da geht das Spiel auch den Bach runter, was aber früher oder später eintreten musste. Buxte führt kurz vor Schluss mit fünf Toren, Außen Rechts schubst mit E-Jugendlicher Fritzi die kleinste Spielerin auf dem Platz von hinten nach verlorenem Zweikampf um. Man könnte über Rot nachdenken, es gibt 2 Minuten. Keine halbe Minute später, Buxte führt mit sechs Toren, Frida setzt sich wieder überragend im 1:1 durch, wird im Sprung von der Seite rotwürdig weggeschubst. (Wieder nur) Zwei Minuten. ZeeBee platzt endgültig der Kragen, gar nicht mal wegen des liberalen Strafmaßes, pöblelt Richtung gegnerischer Bank. Die Buxtehuder Trainerin findet das aber alles ganz normal, ZeeBee möge sich mal entspannen. >>Du bist von der Ostergeschenkliste gestrichen, Baby!<< Und als Höchststafe gibt es auch kein Abklatschen nach dem Spiel. Befreundeter Trainer Dieter, zu Hause auf dem Sofa mit exzellentem Kaffee live dabei, der als Trainer auch schon die erste Mannschaft von Buxte schlagen durfte, schreibt unmittelbar nach dem Spiel, wie denn eine Trainerin noch auf 1.000 km Entfernung so viel Antipathie sammeln könne.


    Die C-Jugend setzt sich in beiden Spielen durch und auch die C-Mädels von Neuenhaus/Uelsen, aus gemeinsamen Trainingslagern bestens bekannt, gewinnen ihre beiden ersten Gruppenspiele. Man unterstützt sich lautstark, wenn es der Spielplan zulässt. Das kommt allerdings nicht überall gut an...


    Als dritter Gegner wartete die dänische Anfängermannschaft von Östervraa IF. Es startet die fast jüngste Aufstellung und ZeeBee wechselt nach kurzer Zeit auch Captain Neele aus. Zu groß ist der Leistungsunterschied. Die Bank mit der stärksten Formation besetzen und ggf. auch so durchspielen kann jeder. Nun aber haben die Mädels den Job, alle abgefangenen Pässe zurückzugeben. Es ist schließlich Ostern. Wie immer schaut der Gegner zunächst etwas verwundert aus der Wäsche, man arrangiert sich aber schnell mit dem Friedenspakt. Gegen Ende des Spiels darf Wirbelwind E-Jugendliche Nella doch noch mal auf der Mitte auf die Platte, allerdings mit Torwurfverbot, was nicht gut ankommt. Wenig später kommt sie an den Kreis, darf nun ausdrücklich Tore werfen. Der Schaden ist ja gering, am Kreis muss sie erst einmal angespielt... das Luder bekommt im eigenen Neuner den Ball, prellt in Windeseile nach vorne, tanzt drei Gegenspielerinnen aus, springt über das falsch Bein ab und trifft. Keine Regel ohne jemanden, der eine Lücke findet. 19:7, Östervraa holt das mit Abstand schmeichelhafteste Ergebnis gegen einen der späteren drei Gruppenersten. Der Zeitnehmer fragt ZeeBee, ob das in der Heimat so vorgeschrieben sei, dass man den Ball zurückgebe. ZeeBee grinst, erklärt den Hintergrund (Ostern '22, s. Tagebuch dort) und dass man das wohl nicht so schnell wiedererleben werde. Gibt halt gute und nicht so gute Gäste.


    Fortsetzung folgt

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  • High Noon um 13:15 in der Friskole, die Halle mit Wäscheleine über dem Spielfeld. Die Schwedinnen von Redbergslids IK I haben deutlich gegen Buxtehude verloren, die beiden Tabellenletzten klar besiegt und wollen nun ebenfalls in den A-Pokal. Wir haben etwas dagegen. Ein wenig hat ZeeBee doch gezögert. Wird Kreisläuferin Jara zur KO-Runde fit? Abtauchen und - wieder - B-Pokal spielen? Spaß vor Sport? In der Vorrunde sind die Zwerge aus der E reichlich zum Einsatz gekommen, hatten ihren Spaß. B-Pokal haben wir letztes Jahr gewonnen, nun doch mal mit den großen Fischen schwimmen!


    Der gegnerische Verein kommt bekannt vor. Im Vorjahr haben wir im B-Pokal erst Redbergslid II in einem dramatischen Spiel aus dem Turnier geworfen, die Erstvertretung im Halbfinale in einem deutlich weniger spannenden Spiel dann ebenfalls. Falls man sich in Schweden erinnert, wäre Revanche angesagt. Die Spielbeobachtung ergibt, dass der Gegner auf RL sehr stark besetzt ist, RM kommt sehr athletisch daher und auf KM eine große, sehr athletische Spielerin. Und was extrem auffällt: Redbergslid versucht sich altersklassen- und länderuntypisch an einer (defensiven) 3:2:1 Deckung. Offensive Deckung sind wir gewohnt, die Formation nicht. Außer Frida, die schon Oberliga C-Jugend Einsätze aufweisen kann. Es wird spannend. Der Fanclub ist zuverlässig am Start und unterstützt lautstark. Die schwedischen Schlachtenbummler sind eher verhalten.


    Die Startaufstellung überrascht schon mal, die Kreisläuferin steht nun im Tor. Bleiben zwei Baustellen. Frida wechselt von links auf rechts, E-Jugendliche Nella muss sich mit der RM auseinander setzen. Nun ist das körperliche Mismatch da und RM braucht nur fünf Sekunden nach Anpfiff für den Überzieher (sorry Dieter: die Kurbel) und das erste Tor. Unser erster Angriff dauer nicht viel länger, ZeeBee erkennt Trainingsinhalte der letzten Wochen vor den Ferien wieder, auch wenn nun keine Fleischmauer dort steht. Stoßen/Zurückstoßen, schneller Handgelenkspass beim Rückpass und Frida rauscht durch die Deckung zum 1:1 Zwischenstand. In der Folge spielt Frida mit der Abwehr Katz und Maus, so sehr, dass ZeeBee seine linke Angriffsseite in die Pflicht nimmt, für Entlastung zu sorgen. In der Mitte wird das körperliche Mismatch zunehmend zum Problem, Nella wirkt deutlich unzufrieden mit der Erfolgsquote ihrer Gegnerin im 1:1. ZeeBee holt sie zur Bank und erklärt ihr, dass RM noch das ein oder andere Mal vorbeikommen, im Großen und Ganzen aber Nella die Oberhand behalten wird. Und im Tor macht Monster-Marit das, was sie am liebsten macht. Den Gegner zur Verzweiflung treiben. Zur Halbzeit steht es leistungsgerecht 9:8, den kleinen Vorsprung können die Mädels beibehalten.


    ZeeBee wechselt nicht und hat auch nicht vor zu wechseln. Ohne angestammte Kreisläuferin wird das Spiel schwierig genug. Die Startaufstellung muss das Spiel wuppen. Was sich auch nicht ändert, ist die Torgefahr überwiegend über Rechts. Immerhin lässt unsere linke Abwehrseite nichts anbrennen, an Marieke ist kein Vorbeikommen. Die Schwedinnen bleiben dran, mehr als drei Tore Abstand werden es nicht. 12:14, die kleinen Schwedinnen werden unzufriedener und ruppiger. Die erste Zeitstrafe für Schubsen. Dafür spaziert nun RM trotz Unterzahl durch die Deckung und erzielt den Anschlusstreffer, im Gegenzug trifft endlich unser E-Jugend Ass. Marit vernagelt das Tor. ZeeBee wechselt dann doch, eine Spielerin ist platt. Redbergslid nun mit Destroyer-Taktik, kaum eine Ballannahme ohne geklammert zu werden. Der Schieri belohnt die Taktik, zeigt Passives Spiel an. Wieder Freiwurf, nur ein Pass noch angezeigt. >>Nicht mit mir!<<, sagt sich Captain Neele, längste Spielerin im Angriff, wemmst den Freiwurf von der halbrechten Position direkt in die lange Ecke zum 13:15! Im Gegenzug pariert Monster-Marit einen 7m. Frust macht sich bei Redbergslid breit, es wird noch ruppiger. ZeeBees Mädels lassen sich aber nicht beeindrucken. Ein abgefangener Ball von Frida bringt Sekunden vor Schluss die Chance, die letzten Zweifel auszuräumen. Frida trifft, wird dabei aber von hinten geschubst, was seltsamerweise - wieder mal - bloß eine Zeitstrafe nach sich zieht. ZeeBee hat inzwischen gar nicht mehr die Energie, sich aufzuregen, wechselt die verletzte MVP aus. Mit dem Schlusspfiff fällt noch das bedeutungslose 14:16, großer Jubel beim Fanclub aus der C-Jugend, der die Platte stürmt und mit der Mannschaft feiert. Beim folgenden "Humba" ist Frida, mit Kühlpack, schon wieder am Start. ZeeBee muss erst einmal durchatmen, das Spiel hat Nerven gekostet. Aber dann geht es erst richtig los...


    Tumulte am Hallenausgang. Eine C-Jugend Mutter mittendrin, versucht die Streitparteien zu trennen. ZeeBee - ahnungslos - kann die Fresse nicht halten:


    "Does anybody need a lawyer? I can help."


    Grimmiger schwedischer Fan ist not amused:


    "I am a fighter, I can help too!"

    "So maybe we should meet outside!"


    ZeeBee setzt sich erst einmal an die Seite, das Szenario wird ihm zu albern. Stimmungskiller. Im Nachhinein lässt sich teilweise aufklären, dass den Schweden die Fanclubunterstützung der C-Jugend mit Gesang, Trommel und Ratschen deutlich zu laut ist. Es gibt mehrfache Unzufriedenheitsbekundungen. Dann ist ein schwedischer Vater der Meinung, dass deutsche Väterfüße auf der Seiteauslinie nichts zu suchen haben. Also tritt er pädagogisch auf alle Füße, die die heilige Spielfeldfläche beschmutzen. Immer ein Partykiller... Beim letzten bösartigen Foul in unseren Gegenstoß hinein gibt es als Folge eine obszöne Geste gegenüber der Delinquentin aus dem deutschen Fanblock. Die spätere Entschuldigung kann die Gemüter nicht mehr beruhigen und in dem Moment platzt ZeeBee am Ausgang unvermittelt in das Geschehen hinein. Der Fighter-Papa entschuldigt sich später noch bei ZeeBee, mahnt an, dass Erwachsene keine Kinder beleidigen sollten. ZeeBee verspricht Konsequenzen.


    Die schwedischen Mädchen haben sich offenbar den Ausgang des Spiels ganz anders vorgestellt, noch lange nach Abpfiff blickt ZeeBee in verheulte Gesichter. Im Kioskbereich treffen sich die Trainer wieder.


    "You will go on and win the B-Cup and we'll get screwed in the eight final."

    "We are not used to such a loud support."


    Dann kommt auch schon der Shuttlebus und der Trainer muss fort. >>Memo an mich selbst: Kiste Bionade für den Fanclub!<<


    Fortsetzung folgt

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  • Neuenhaus und unsere C schaffen es in den A-Pokal. ZeeBee marschiert zur Idraetshalle für das Match TVB gegen HK Rygge. Kurz vor dem Halleneingang läuft Olaf über den Weg, EHF Mastercoach und stiller Handballeckenleser. Die Antwort auf ZeeBees in der HE aufgeworfenen Frage, was in Skandinavien nach der D-Jugend passiert, wo sich die Mädels noch auf Augenhöhe begegnen, dann aber nach ZeeBees Beobachtung in den Weltraum entschwinden, sei ganz einfach. "Athletiktraining." Und zwar auch Maximalkrafttraining. In dem Moment läuft eine unscheinbare junge rothaarige Dame im Trainingsanzug vorbei. Olaf nimmt sie gleich als Beispiel, am Vorabend habe sie bei den turnierinternen "Länderspielen" gezeigt, was das Athletiktraining ausmache.


    Vor zwei Jahren war die C noch Turnierdritter geworden, ZeeBee ist auf das Achtelfinale gespannt. Auf RM der Norweger eine nicht ganz unbekannte unscheinbare junge rothaarige Dame, die binnen fünf Minuten alles andere als unscheinbar wird. Mit offenem Mund staunt ZeeBee, was an Beschleunigung in zwei Schritten möglich ist. Eins, zwei, Gegenspielerin ist weit weg, Wurf aus allen Positionen und dann immer in den Winkel. Wechsel auf Rückraum Links, neue Spielerin von der Bank, nun fast dasselbe Spielchen dort. Die Abwehr sieht immer nur Rücklichter. Dank Olafs Erklärung vorab geht ZeeBee nun auch ein Licht auf. Das Endergebnis von 19:21 erzählt nur, dass die TVB Mädels auch ein wenig Handball spielen können, nicht die Geschichte, wie dort Athletinnen gegen Kinder spielten. ZeeBees aufgegangenes Licht wird allmählich zur Erleuchtung. Rygge erreicht das Finale, ist dort dann aber platt. Das Finale erreicht nicht annähernd den Unterhaltungswert oder das Tempo des Achtelfinals.


    Neuenhaus knapp raus, die C vom TVB raus, die Niedersachsen im A-Pokal werden rar. Bleibt noch die D-Jugend. Auch wir bekommen es mit Norwegerinnen zu tun, Bryne Handballklub. ZeeBee hat nachts seine Hausaufgaben gemacht. Eine überragende Rückraum Linke mit Quasi-Spielmacherrolle, die sämtliche anderen Positionen einsetzt und die auch gegen eine offensive Deckung weite Wege in die Breite in Kauf nimmt, um eine Lücke zu finden. Spannend. Ebenso spannend sind die beiden Patientinnen auf der rechten Abwehrseite, die nahezu jeden Zweikampf verlieren. ZeeBee bleibt optimistisch.


    Eine Viertelstunde vor Spielbeginn fällt ZeeBee auf, dass etwas fehlt. Sein Team wärmt nirgends auf. "Hat hier wer meine Mannschaft gesehen?" Niemand von den Eltern ist im Bilde. Man hat sich in der hintersten Hallenecke versammelt und... sitzt herum. Inzwischen ist weniger als eine Viertelstunde Zeit bis zum Anpfiff. Höflich aber bestimmt fragt ZeeBee die Mädels, ob sie sich nicht allmählich aufzuwärmen gedachten. Seit Jahren predigt er, dass bei zwei ähnlich starken Mannschaften diejenige das Spiel vor Anpfiff verliert, die beim Aufwärmen nicht fokussiert ist. Erlebt ZeeBee jede Saison einmal und nimmt dann den Captain in die Pflicht für die Zukunft. Heute ist es wohl wieder so weit. Und was nun folgt, ist die self fullfilling prophecy aus der fehlenden Ernsthaftigkeit vor dem Spiel, nur dass eben nicht zwei gleichstarke Teams auflaufen.


    Eine Runde Sache. Um der Chronistenpflicht nachzukommen, schaut ZeeBee noch einmal die Videos der Turnierspiele. Eine sehr runde Sache. Also ZeeBee an der Bank im Slayer oder Motörhead Hoodie. Als Geschoss für ein Katapult im Mittelalter würde ZeeBee sicher eine gute Figur abgeben und mit Stahlhelm auch den gewünschten Schaden an der Stadtmauer anrichten, für die Trainerbank aber deutlich zu rund. Die Kamera lügt nicht. Apropos Stahlhelm. Auf einem skandinavischen Turnier sind natürlich auch überall die unvermeidlichen Wikingerhelme präsent. Was könnten wir nächstes Jahr beim Einlaufen in der Eröffnungszeremonie dagegen setzen? Ob die Skandinavier genüg Humor für Pickelhauben besitzen? ZeeBee malt sich das Szenario aus.


    Bryne hat Anwurf, passt den Ball sicher durch die Reihen, wird nicht ausreichend gestört und die Kreisläuferin weiß, wann sie gegenzuziehen hat. 0:1. Kein Beinbruch. Im Angriff wird schon der zweite Pass nicht gefangen. Ballverlust. Rückraum Links prellt nach vorne, sucht, lauert, sieht das körperliche Mismatch rechts mit einem Kopf Unterschied und passt einfach mal zur gedeckten Rechtsaußen. 0:2. Im Gegenzug holt Frida eine 7m und eine Zeitstrafe raus. 1:2. Wir wechseln in die Manndeckung mit Libero, passen aber nicht richtig auf. 1:3 und vorn hält die Torhüterin einen freien Wurf von Außen. Die gegnerische RL wechselt auf die Mitte, sucht sich gezielt E-Jugendliche Nella aus. Wir müssen reagieren und mittauschen, wobei hier alle gegnerischen Rückraumspielerinnen eine Nella pro Tag zum Frühstück essen. Ball erobert, Anschlusstreffer. Außenverteidigerin nimmt sich ein Nickerchen, die Außen läuft ein und nimmt ihr sagenhafte acht Meter ab. 2:4. Im Angriff vermag ZeeBee gegen die offensive 6:0 nichts wiederzuerkennen, was wir sechs Wochen lang trainiert haben. Wühlen statt Stoßen, kein Blick für die Torchance aus der zweiten Reihe, kein konsequentes Stoßen in die Lücken und erst einmal ein Pass auf die Füße der Nachbarin. Immerhin mal ein Fehlwurf der gegnerischen Kreisläuferin, vollkommen frei, weit über das Tor. Nur zwei Tore Unterschied. Dann aber wieder Wühlen.


    Die 6:0 Deckung verschiebt fleißig und die norwegische Trainerin hat ihre Achillesferse gut eingestellt. Halb Rechts und Außen Rechts bleiben dicht zusammen und geben die Außenposition preis, wo wir nicht ausreichend Sprungkraft haben. Und noch mehr Wühlen. Wieder von Außen verballert, eben jene Wurffalle. Die Linkspfote - ja, sie wirft mit der falschen Hand, läuft in die falsche Richtung und wirft auch von 10 m - kommt unbedrängt aus der Fernwurfzone zum erfolgreichen Torwurf. 2:5. Kardinalfehler in der 6:0, beide Abwehrspielerinnen am Kreis treten raus, butterweicher Lupfpass von Frida... nicht gefangen. Rückraum Links spaziert unbedrängt durch die Deckung. 2:6. Dynamischer Antritt nun von Nella, Kopf nach unten, wühlen. Freiwurf. Wenn wir mit Freiwürfen Geld verdienen würden... Immerhin mal ein erfolgreicher Durchbruch, bezeichnenderweise von Rückraum Rechts (!) außen an der Außenverteidigerin (!) vorbei. 3:6. Monsterparade von Monster-Marit. Hilft nichts, die Abwehr schläft beim folgenden Einwurf ein und mit einem Pass ist die gesamte Abwehr ausgehebelt. 3:7. Vorne arbeitet Kreisläuferin Jara immerhin mit ihren indirekten Wechselsperren und endlich setzt sich Frida wieder durch. 4:7. Wieder schnappt die Wurffalle für LA zu. Dann Ballgewinn... und wir wühlen wieder. Fehlpass Richtung Mittellinie, folglich geht der Arm des Schieris hoch, ZeeBee warnt lautstark... sofort wird einer von vier Pässen quer auf der Mittellinie verbrannt. Fehlpass, der Gegenstoß wird mustergültig von Marieke mit taktischem Foul unterbrochen, aber nur fast. Im Fallen leitet die Rückraumspielerin den Ball weiter. 4:8. Ein wenig kommt Slapstick-Feeling auf. Marieke erhält für das taktische Foul die fällige Zeitstrafe.


    Halbzeit 5:12, längst hat ZeeBee auf Sozialmodus gestellt und wechselt bunt durch. Die Pausenansprache enthält keinerlei Taktik, allerdings eine erste Prise Unzufriedenheit mit dem gescheiterten Aufwärmprogramm. Natürlich ist der Gegner deutlich besser, aber kein Grund wie eine Anfängermannschaft zu spielen. Bryne verwaltet nun eher. Für einen leichten Schubser erhält Marieke die nächste Zeitstrafe. Noch später kommt ein Blackout, sie greift von hinten beim Sprugwurf den Ball und darf sich - ohne Umweg über eine Zeitstrafe - ganz aus dem Turnier verabschieden. Innerhalb von 30 Minuten kassieren wir mehr Zeitstrafen für eine Spielerin als die gesamte Mannschaft in zehn bisherigen Saisonspielen. Immerhin Zwerg Fritzi darf noch einmal treffen, zur großen Freude des Fanclubs mit zwei C-Jugend Mannschaften. Der Endstand 12:21 spiegelt zumindest nicht das Potenzial wider. Sechs Wochen Turniervorbereitung - in diesem Spiel jedenfalls fast nichts davon zu sehen. Nach dem Spiel ordnet ZeeBee die Kräfteverhältnisse auf dem Platz ein, auch in zehn Spielen hätte es keinen Sieg gegeben. Stellt sich noch heraus, dass Captain Neele vor dem Spiel rechtzeitig zum Aufwärmen aufgerufen, die Mannschaft sich aber verweigert hat. ZeeBees Laune wird nicht eben besser, muss aber einen niedergeschlagenen Captain wieder aufbauen. Bryne wird das Turnier gewinnen. Finalgegner: Buxtehude. ZeeBees Losglück bei dem Turnier setzt sich fort. Turniersieger entweder bereits in der Vorrunde oder nun im Achtelfinale.


    Gemeinsam mit der C-Jugend schaut sich die D noch beide D-Jugend Finals und das wC Finale an. Im Falle eines Allstarteams wäre Monster-Marit mit hoher Wahrscheinlichkeit im Tor. Jungjahrgang D-Jugend! Im Falle eines E-Jugend Allstarteams in der D-Jugend wären Nella, Fritzi und Polly vielleicht sogar zu dritt dabei, falls es überhaupt sieben E-Jugendliche im Turnier gegeben hat. Eine zweite E-Jugendliche als Stammspielerin auf Rückraum Mitte wird es mit Sicherheit im A-Pokal und vielleicht im gesamten Turnier nicht gegeben haben. Zwei weitere von ZeeBees Feldspielerinnen können schon mit den großen Fischen mitschwimmen, das Allstarteam wäre es in ihrem Fall wohl nicht geworden. Hätte ZeeBee im letzten Gruppenspiel taktisch doof wechseln und in den B-Pokal abtauchen sollen? Mit einem Unentschieden dort wären es vielleicht sogar insgesamt drei Turnierspiele mehr geworden? Für die Mädchen wären die B-Pokalspiele auf mehreren Ebenen wertvoller gewesen, für ZeeBee dagegen ist das Spiel gegen den A-Pokal Sieger wertvoller. Gruppenendspielgegner Redbergslid wird übrigens Zweiter im B-Pokal.



    Obligatorischer Stop im Scandipark Handewitt. Viele bekannte Gesichter aus Frederikshavn, überall Rödspätte Hoodies und auch unsere Freunde von Neuenhaus. ZeeBee gönnt sich den letzten Hotdog für ein weiteres Jahr und eine teure Flasche Amarone als Eigenbelohnung für ein durchgestandenes Turnier. Der Bus kann dies Jahr ohne Zwischenstopp am Sauger abgegeben werden.




    Dein

    Karsten

    The bastards hung me in the spring of '25.

    But I am still alive!

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