Beiträge von Zickenbändiger

    Lieber DHB,

    es häuft sich der Klärungsbedarf zum späten Drittspielrecht im Heimverein. Das Beispiel hatte ich oben schon mit zwei Alterklassen, es wird aber auch Anwendungsfälle innerhalb einer Altersklasse geben:

    Erstspielrecht mB II Oberliga Heimverein

    Zweitspielrecht mB I Regionalliga Zweitverein

    Blockiert das bewilligte Zweitspielrecht im Zweitverein nun ein Drittspielrecht in der mB Bundesligamannschaft des Heimvereins? (Das wäre meine Auslegung, da ja die Jugendspielrechte erst zum Saisonende erlöschen.) Oder vernichtet/hemmt ein spät ausgeübtes Drittspielrecht in der höherklassigen Mannschaft des Heimvereins das erteilte Zweitspielrecht im Zweitverein? Denn nach dem Einsatz in der Bundesliga gäbe es kein Zurück mehr in die Regionalliga des Zweitvereins.

    Der Zweitverein braucht Planungssicherheit, dass er auf seine Spielrechte vertrauen darf und nicht mitten in der Saison eines wieder verschwindet. Hieße natürlich, dass sich der Erstverein sehr gut überlegen muss, wie das Zweitspielrecht vergeben wird. Hätte eine pädagogische Wirkung, die ich immer befürworte.

    Auf der anderen Seite entwickelt sich das Talent vielleicht während der Saison und will noch eine Liga höher spielen. "Höher geht immer"... oder jetzt nicht mehr? Das ist eine Grundsatzfrage, die in Verbindung mit diesem Dilemma beantwortet werden muss. Die Interessen des einzelnen Talents oder die Planungssicherheit des Zweitvereins?

    Für U23 Spieler hat sich in § 55 II SpO nichts geändert.

    Für U21 Spieler verweist § 55 III SpO auf die neuen Spielrechte (nämlich zwei). Das müsste m.E. natürlich auch für U23 gelten. Also kein Festspielen wie bisher im Rahmen Abs. II und III, nur dass es eben nur noch zwei, bzw. bei Jugendlichen drei Spielrechte gibt.

    Externer Inhalt m.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Und im Rahmen des Spielocups waren wir fleißig. Location war der malerische Kindergarten in der Altstadt von Lübbecke, plötzlich musste eine Familie dort die Karniggel versorgen. :lol:

    Wir haben eine Staffelung des Hungerlohns nach Lizenz. Ich bekomme die volle steuerrechtliche Übungsleiterpauschale. Für den Stundenlohn könnte ich wahrscheinlich auch in Bangladesch meine eigene Jeans schneidern und dort noch unter den Kolleginnen nach Linkshänderinnen für die D-Jugend scouten.

    Die Erklärung ist nicht leicht.

    - Wir haben seit Corona erstmals wieder eine zweite D-Jugend. So richtig haben wir die zukünfte Trainingsgestaltung noch nicht abgeklärt. Aber nicht alle Kinder der D II müssen mich regelmäßig ertragen.

    - Oben schildere ich den Fall, dass ich für EINE Spielerin erstmals den Absprung über das falsche Bein von Außen ausprobieren werde. Statt also die eine Spielerin nun im Kleingruppentraining singulär zu fördern, probieren wir das mal mit vielen Mädchen aus. Ergebnis ist völlig offen. Ich erwarte gar nicht, dass viele Kinder die Technik lernen. Das ist aber kein Grund, es ihnen nicht anzubieten. Und nicht alle Mädels, die von mir in die C wechseln, können alle oben beschriebenen Techniken.

    - Neuzugänge - und irgendwie laufen mir keine Anfängerinnen zu - daheim Stars oder Superstars, laufen spätestens im Abwehrtraining bei mir frontal gegen die Wand. Wenn sie das Gesicht verziehen, bekomme ich sie eigentlich immer alle eingefangen: "Ich bin nicht der Mathelehrer, der Dir eine "5" geben will. Ich bin der Trainer, der Dich von "2" auf "1" bringen möchte." Ich erinnere mich nicht, schon mal ein Talent vergrätzt zu haben, weil sie von mir zu viele Verbesserungsvorschläge bekommen hat. Ich erinnere mich aber an viele Tränen, weil ich mal wieder wen aus den Wolken geholt habe.

    - Wir haben keinerlei "Breitensportanschlusskonzept" und das ist dann das große Sieb:

    a) Minis/E-Jugend reiner Breitensport für Stadtteilkinder, noch wenig Zulauf von auswärts aufgrund unseres Rufs

    b) Aktuell zwei D-Jugend Mannschaften plus Gäste auswärts plus Gäste aus der eigenenen E, seit kurzem bei Trainergespann B plus A-Lizenz. Wir trennen bereits D I und II, bieten aber Durchlässigkeit in den Punktspielen. In beide Richtungen. Alle Kinder bekommen eine überdurchschnittliche Ausbildung. Wer nicht so talentiert aber dafür fleißig ist, spielt dennoch später Jugendbundesliga/kann später Jugendbundsliga spielen.

    c) C-Jugend trainiert in einer Trainingsgruppe. Jüngere C-Jugendliche bekommen bei mir Spielpraxis in der Oberliga (zweithöchste Liga), verstärkt durch D-Jugend Talente (im Idealfall gesunde Mischung, kommende Saison mal C-lastig). KEINE Spielerin Altjahrgang C (Ausnahme wir schulen wen um auf neue Position oder mitten in der Saison läuft uns noch wer zu) spielt bei mir C II. Mit 14 müssen sie sich effektiv freigeschwommen haben.

    d) Altjahrgang C spielt Regionalliga. Aufgefüllt mit jüngeren Talenten, die sich festspielen plus Rotation.

    Beim mir läuft bereits in der D weg/fliegt raus:

    - Mama mit Tochter, weil Mama erfährt, dass Trainer unter "Zickenbändiger" in der HE firmiert und daher chauvinistisches Schwein sein muss

    - wer unzuverlässig ist

    - wer nicht regelmäßig zweimal die Woche trainiert

    - wer kein Talent hat UND mir in jedem Training/Spiel zeigt, dass sie eigentlich gar keine Lust hat

    Wer fleißig ist, die ziehe ich mit durch. Und die Spielerin muss nicht in der C-Jugend irgendwo Kreisklasse spielen. Ein solcher "Fleißfall" spielt bei uns Damen 3. Liga.

    Aber nach der D machen wir keine Karriereberatung. Allerdings bieten wir eben auch keinen Breitensport mehr an. Das kann man eleganter lösen, wir haben aber auch keine gut strukturierten Nachbarvereine, die systematisch unsere Breitensportlerinnen auffangen könnten oder kooperieren wollen. Das sind dann immer Zufallswechsel. Und in der C hält dann wirklich nur noch Talent + Ehrgeiz durch oder die Fleißigen.

    Zitat

    das bekommt meiner Erfahrung nach / was man so bei Spielen allgemein sieht, doch nur ein Bruchteil der Mannschaft in einer E oder D Jugend hin

    Noch mal, Minis und E-Jugend machen bei uns Breitensport wie überall sonst auch. Die Minis gar nur einmal die Woche. Die Kinder kommen erst einmal aus dem Stadtteil. Ich arbeite mit dem, was ich aus der E bekomme und - zunehmend - was ich noch irgendwo aus dem Laufstall akquiriere. Wir züchten keine Wunderkinder, aber wir trainieren im Sommerhalbjahr 3x die Woche, besuchen viele, viele Turniere, nutzen unsere Trainingszeiten recht straff und daddeln nicht rum, machen im Winterhalbjahr aus 75 Minuten Hallenzeit 15 Minuten auf dem Gang 1:1 plus 75 Minuten Halle. Und dann sind wir - im weibilchen Sektor - schon schnell ein "Bruchteil der Mannschaften". Und ich stelle immer mehr fest, dass das Solera-System (s.o. irgendwo) immer mehr fruchtet. Das Schwarmwissen der D-Jugend vermehrt sich Jahr zu Jahr, Fortschritte zeigen sich schneller. Und ich baue in der D auch mal was ein, was andere in der gesamten Jugend nicht lernen.

    Zumindest geplant und wenn nichts schief geht:

    Kommendes Wochenende in Lübbecke der Dreh eines zweiten Videos der Kollegen Schwarzkittel Lothar Frohwein und ZeeBee. Diesmal hab ich tatsächlich nichts ausgefressen und Helge musste mich auch nicht noch mal aus einer zweijährigen Sperre rausboxen, die Verdoppelung der Sperre verhindern, eine € 1.000,- Geldstrafe niederschmettern und meine Trainerlizenz zurückholen. Ganz harmlos bereiten wir mal das

    neue Jugendspielrecht § 19 SpO DHB

    auf. Wer fleißig war, hat längst seine Schäfchen im Trockenen und die Gastspielerinnen sind bereits im Trainingsbetrieb dabei. (Ich zählte bei mir... äh... sechs Mädchen.) Sicher gibt es aber noch Wissenslücken und es ist ja auch noch nicht zu spät (auch dazu mehr im Video).

    Wie schnell Helge danach im wohlverdienten Urlaub oder gar unmittelbar nach Dreh hochlädt, seht Ihr dann bei YouTube auf dem "Handballrecht" Kanal. Fragen hinterher gerne hier. Leider wegen der Sommerpause nicht vor der Kulisse des Lindenhofs in Büscherheide. Vielleicht irgendwo auf einer Parkbank in Lübbecke.

    Es ist wieder diese Jahreszeit. Kleinstgruppentraining in den Sommerferien. Basics Sprungwurf und als Schmankerl Absprung über das falsche Bein. Mit D-Jugendlichen. Und gestern auch einer E-Jugendlichen.

    Zitat

    Kleiner Exkurs Sprungwurf über das falsche Bein (hab ich wahrscheinlich schon mal geschrieben). Nach jahrelangen unpräzisen Korrekturen hab ich mir von einer meiner Sprungwunder ein Muster abgeschaut. Meine Korrektur lautet nun:

    "Hoch - hoch - wisch!"

    1. Hoch: Das Knie auf der Wurfarmgegenseite hochreißen.

    2. Hoch 2: Scherenschlag, blitzschneller Wechsel auf das Knie der Wurfarmseite, auch möglichst schnell und weit nach oben.

    3. Wisch: Während das erste Knie nur noch oben soll, will ich nun nach dem Hochreißen des zweiten Knies eine Wischbewegung nach außen haben, um die Hüftstellung zu korrigieren, so dass der Oberkörper beim Aufdrehen nicht von der Hüfte blockiert wird.

    Die ein oder andere Spielerin hat eine Abkürzung beim "verkürzten Scherenschlag" gewählt:

    Hoch - schräg hoch

    Ich bin zu lange dabei, um abweichende Techniken im Training zu unterdrücken/verbieten. Kurz inne gehalten: "Probiert Beides mal aus!" Das Chaos war dann komplett, denn nun gab es mitten im Technikerwerbstraining zwei gleichberechtigte Varianten einer ohnehin schon extrem schwierigen Bewegung. :lol:

    Beobachtung: Die Mädels haben in dem Alter zumeist noch nicht die Sprungkraft für die dreiphasige Technik. Ist das zweite Knie parallel hinterhergeschnellt, reicht die Flugphase schon fast nicht mehr für das "Wischen" nach Außen. Also warum nicht abkürzen und das Knie auf Wurfarmseite gleich schräg nach oben reißen? In der Theorie verspreche ich mir vom "Wischen" die Parallelbewegung zum Aufdrehen des Oberkörpers und da ist auch sicherlich was dran. Andererseits geht bei mir gern Ästhetik vor Ergebnis. Ich lasse es künftig offen, die Mädels sollen ausprobieren. Aber Achtung: Das zweite Knie darf nicht nach "innen" hochschießen, also eine Gegenbewegung zur gewünschten Ausführung machen!

    Letzte Saison hatten wir schon reichlich Situationen von zwei, drei Mädchen im Spiel mit Täuschung zur Hand, Durchbruch gegen die Hand und Absprung über das falsche Bein. Auch eine Kreisläuferin hatte ihr Absetzrepertoire so mit einer neuen Option erweitern können.

    Nun habe ich vielleicht erstmals eine Spielerin, die ich schon zu Saisonbeginn D-Jugend auf Eckenaußen schicken kann, die dort was mit dem Ball anzufangen weiß. Also führen wir gleich mal den Absprung über das falsche Bein nach Abräumen ein. Wir sind gerade beim dritten internationalen Großturnier in Folge auch zum dritten Mal vertreten (3-1-2). Kein Grund sich auszuruhen.

    Natürlich ersetzt ein wenig Sommertraining die Alltagsarbeit nicht. Gestern mit der Fünfergruppe alle Kinderkrankheiten dabei gehabt. Arm nicht voll ausgestreckt, Oberkörper nicht weit genug aufgedreht, Schwungbein(e) nicht voll ausgenutzt... Nur eignen sich einige Mädels in den Ferien diese neue Technik an, wird sie auch in jedem Training beim TW Einwerfen eingebaut. Alle Langzeiturlauber gucken dann verstört zu und wollen das kopieren. Und ich kam beim TW Einwerfen die Torhüterin ihr Programm abspulen lassen und parallel immer noch was am Absprung über das falsche Bein korrigieren, ohne das Programm zu stören.

    Ferienbedingt hatte ich es nicht leicht, eine Demo-Mannschaft auf die Platte zu stellen. Zwölf Mädchen inkl. Torhüterin hätte ich gern mitgebracht, es wurden

    11 Kinder bei

    2 Geschlechtern

    3 Altersklassen

    6 Vereinen

    0 Torhüter

    Wo häufig eine Auswahl zwei Altersklassen drüber oder eine eingespielte Vereinsmannschaft, die alle Übungen kennt, den Trainer glänzen lassen, konnte ich "das richtige Leben" in zwei Einheiten zeigen. Einige Kinder kannte ich gar nicht, ein Geschwisterkind kannte ich, hab sie aber noch nie trainiert, ein Kind habe ich als Gasttrainer ein einziges Mal trainiert, zwei waren ein paar Mal bei uns im Beachtraining zu Gast. Das hatte tatsächlich den Vorteil, dass ich mich austoben konnte und richtig viel korrigieren musste.

    Schlagwurftraining

    - Basics

    Pezziballtreiben als Mannschaftswettkampf, Kastentreiben (paarweise/gegenüber/Kastenmittelteile auf den Füßen)

    stumpfes Ballern auf den Boden, immer mit Handwechsel

    stumpfes Ballern gegen die Wand, auch mit schwacher Hand (alle eingesetzten Gelenke in der Beobachtung)

    paarweise Leibchen zupassen (zusammen geknüllt, nicht verknotet, nicht verdreht), Abstand so wählen, dass nur maximale Schnellkraft das Leibchen vor dem "Aufgehen" ankommt

    - für Fortgeschrittene

    Turboschlagwurf (ohne Ausholbewegung des Oberarms, nur Unterarm) mit Stemmschritt falsches Bein gegen Airbody

    Schlagwurf gegen die Hand aus dem Knien (Matte) mit Umfallen

    - aus dem Parallelstoß

    RM gegen zwei Airbodies (ganz eng gestellt) nach Parallelstoß wechselweise mit den beiden "Spezialwürfen", also an beiden Seiten vorbei


    Einführung Raumdeckung u. Angriff gegen Raumdeckung

    - Basics individuelle Abwehr

    Hütchentor verteidigen gegen rückwärts laufenden Angreifer, vorwärtslaufenden Angreifer, prellenden Angreifer

    1:1 unter Zeitdruck (6 oder 7 Sekunden), mit unterschiedlichen Distanzen der Abwehr zum Hütchentor

    - erste Schritte in der Raumdeckung

    Überschlagspiel Mattenball, zunächst 1:1:1 (mit Ball in der Hand einen Fuß auf die Matte von vorne oder von der Seite)

    dann 3:3:3 ohne Positionswechsel (Matten auf gleicher Höhe, etwa zwei Meter auseinander)

    - Königsspiel Einführung Raumdeckung: Endlinienball mit Passverbot nach vorn

    erst Endlinienball Manndeckung ohne Passregel > das übliche Chaos ohne jegliche Positionsdisziplin

    Einführung Passregel: Pässe nur zur Seite oder nach hinten, dann das Chaos ordnen

    a) rd. 16m Spielfeldbreite grob in vier Streifen mit einem Angreifer pro Streifen aufteilen

    b) Abwehrkette fordern/sortieren/korrigieren

    c) Innenverteidiger mit Aufgabe Raustreten gegen Ballführer, zur Ballseite einsinken

    d) Außenverteiger beschützen Weg zum Zentrum, treten nie raus, schieben Ballführer nach außen

    e) wechselweise Abwehr und Angriff taktisch "aufrüsten", Schwachstellen der Raumdeckung aufzeigen, Timing Angriff verbessern

    Fortführung der neuen Reihe "Coachingzone" des HVNB in Hannover nächstes Jahr letztes Maiwochenende. Mal schauen, wie meine Bewertungen ausfallen, ob ich mich noch mal blicken lassen kann. Ich könnte mir "Einführung Sprungwurf/S. über das falsche Bein" vorstellen. "Positionsspiel Kreisläufer in der D", also komplettes Exotenthema. "Neues Jugendspielrecht nach einer Saison Praxis" für den Seminarraum.

    Danke für die Blumen!

    Der Plan war, dass der Philippka Verlag vor Ort eine oder beide Trainingseinheiten für die "handballtraining junior" dokumentiert und ich was dazu schreibe. Ein oder zwei Artikel, allerdings ohne Video.

    Muss sich aber wer auf dem Weg von Münster nach Hannover leider verirrt haben. Der Landesverband hatte noch eine Übernachtung sicher gestellt. Das Bett blieb leer.

    Wie soll das gehen für die anstehende Saison? oldenburg ist 150 km weit weg.

    Als Erstverein für 26/27 ist Oldenburg sicherlich keine schlechte Adresse.

    O.k., so weit reichen meine Detailkenntnisse nicht und ich werde Kiki auch nicht damit nerven. Zu Saisonbeginn wird sich das Modell schon zeigen.

    Natürlich denkbar:

    Erstspielrecht 3. Liga neuer Heimverein

    Zweitspielrecht 1. Liga neuer Heimverein

    Drittspielrecht A-Jugend ehemaliger Heimverein

    Was bei der Entfernung Sinn macht und was nicht, das kann hier niemand beurteilen (Faktoren Schule, Einbindung im Heimverein, Verkehrsanbindung Zweitverein, Absprache der Trainingsverteilung).

    Ansonsten bin ich sehr glücklich über die Reform des Jugendspielrechts, nehme aber im Wesentlichen die Perspektive des Zwergentrainers ein. In der Theorie jedenfalls begrüße ich es, dass das Doppelspielrecht nicht mehr vollständig abgetreten werden muss, es die Möglichkeit verbleibt, Jugend und Damen im Heimverein zu spielen und zusätzlich noch Damen im Zweitverein.

    Wer ist ZeBee und welche Infos kann er/sie liefern?

    Ich bin deswegen ZeeBee, denn zu Zeiten des Chats hier in der HE, einer Freitagabendpflichtveranstaltung vor vielen Jahren, wurde ich immer mit "Da ist ZiBä!" begrüßt. Also musste ich gegensteuern.

    In Hannover-Badenstedt trainiere ich die weibliche D seit etwa acht Jahren. Ich habe neulich ein Interview gelesen, ich meine mit Gino Smits, der Badenstedt als eines der drei bedeutendsten Leistungszentren im deutschen Mädchenhandball adelte. Da könnte ich auch was zu schreiben, lasse es aber lieber. Klingt doch erst mal gut. Und da ich mehr als nur Bewegungstherapie für Mädchen mache, die allesamt in der C oder B sowieso durch Auswahlspielerinnen von auswärts verdrängt werden, sondern seit zwei Jahren in Niedersachsen/Bremen sogar objektiv nachweislich auch ein wenig ausbilde (drei von drei möglichen Podiumsplätzen bei der Mini WM bzw. EM, der inoffiziellen Landesmeisterschaft), trage ich wohl meinen Anteil am Ruf des Vereins bei.

    Zum Badenstedter Nachwuchs (ja, natürlich sind nicht alles Eigengewächse, aber ich komme inzwischen auf sieben Spielerinnen, die zumindest mal das Trikot tragen durften) kann ich hier was beitragen, teils bis zur E-Jugend zurück.

    Ich hatte drei Jahre lang das Vergnügen (als E-Jugendliche auch schon ein Jahr bei mir in der D).

    Blomberg wohl eher nicht. Hannover und Oldenburg. Das Jugendspielrecht ist seit dem 01.07. einmal komplett umgekrempelt worden. Es gibt nun neue Optionen für eine erfolgreiche A-Jugendliche:

    Erstspielrecht A-Jugend BuLi Heimverein

    Zweitspielrecht 3. Liga Zweitverein

    Drittspielrecht 1. Liga Zweitverein

    oder

    Erstspielrecht A-Jugend Heimverein

    Zweitspielrecht 3. Liga Heimverein

    Drittspielrecht 1. Liga Zweitverein

    Die Jugendspielrechte sind auf drei beschränkt, es gibt keinen Einsatz in einer vierten Mannschaft (bei Vereinswechsel geht es aber wieder bei "Null" los). Bei zwei Spielrechten in einer Altersklasse, muss der Zweitverein höherklassig spielen.

    Das zweite Beispiel ging bislang nicht, denn das Erwachsenenspielrecht (Doppelspielrecht) musste vollständig abgetreten werden. Wir haben das neue Jugendspielrecht im Regelforum umfangreich beleuchtet.

    Wo wir gerade Wohnzimmertrainer spielen. Zwei sehr weise ehemalige Kinder-/Jugendtrainer von Chiara Rohr sehen sie bis heute auf der Mitte und keineswegs auf Außen. Sie ist eine Rampensau (Zitat der Mutter) und sprüht vor Kreativität, auf Außen völlig verschwendet. Aber Ausschlusskriterium für Rückraum Mitte in Deutschland (danke, Sven!) wohl die fehlenden Stummelbeine. :lol:

    Und wer sich Sorgen um die Zukunft der A-Nationalmannschaft macht, Kiki spielt kommende Saison nicht nur bei uns in der 3. Liga (echtes Eigengewächs übrigens), sondern auch bei einem Bundesligisten nordwestlich von uns. Deren Plan kenne ich allerdings nicht. Ich denke mal Zweit- und Drittspielrecht beim VfL.

    Großes Rasenturnier am Wochenende. 15 Mannschaften allein in der wD. Relativ große Bandbreite an Mannschaften. Vier Vorrundenspiele, dann planmäßiges vorzeitiges Ende der Vorrunde vor dem "Jeder gegen Jeden" und wer nun in den beiden Vorrundengruppen vorne lag, war Gruppenerster in einer der beiden Gruppen. Dann schon Finale. Die Eltern schwitzten schon, denn theoretisch war denkbar, dass wir mit 8:0 Punkten womöglich Zweiter wurden. Wir hatten nämlich die Anfängermannschaft nicht hingerichtet, was wir bei dem Modus aber hätten tun müssen, falls es kein direktes und nur ein indirektes Duell innerhalb der Vorrunde gab.

    Quietschgelb kamen sie daher und bewegten sich über den Platz wie eine aufgescheuchte E-Jugend Mannschaft. Ich glaube, nach dreißig Sekunden habe ich "DÄNEMARK!" ausgegeben (s.o. und Handballtagebuch). Kannten nicht alle Spielerinnen und mussten von ihren Nachbarinnen aufgeklärt werden. Alle abgefangenen Pässe wurden zurückgeschenkt. Wobei ich immer wieder eingreifen musste, dass die Pässe dann nicht einfach weggeklatscht werden. Unser Schieri war leicht überfordert, forderte mitten im Spiel immer wieder Einhalten des Abstands nach Ballrückschenkung, obwohl es keinen Freiwurf gegeben hatte. So kam es, dass wir auch mal drei, vier, fünfmal binnen eines Angriffs den Ball gewannen, der Angriff für Gelb aber weiter ging. Hat uns letztlich nicht weh getan, bei dem Turniermodus, den ich erst später entschlüsselte, hätte es aber auch zu Spiel um Platz 3 führen können, weil wir vielleicht ein Dutzend oder mehr Tore verschenkt haben. Die Mädels gaben immer wieder brav den Ball zurück, wenn auch nicht begeistert. Für mich nach über dreißig Jahren Erfahrung aber der einzig noble Weg aus dem Dilemma, vor allem eben im skandinavischen Ausland, wo die Manndeckung/1:5 nicht gespielt wird und man als böser Deutscher nicht gelyncht werden möchte. Bei der Rasenturniersaison nun schon zweimal angewandt und bislang hat mich noch kein Elternteil als "arrogant" beschimpft. Jedenfalls nicht deswegen.

    Das war die Anfängermannschaft. Warum auch fortgeschrittene Mannschaften keinerlei Positionsdisziplin innehalten können, ist mir dagegen ein Rätsel. Die haben doch Trainer! Meine Mädels hatten teils große Schwierigkeiten mit der Zuordnung, wenn wieder mal eine "Halbe" willkürlich an der RM vorbei auf die andere Hälfte driftete oder wenn sich vor dem Neuner ein Pulk bildete, ohne dass noch einzelne Positionen erkennbar gewesen wären. So ein Chaoshandball kann ja durchaus torgefährlich sein, gerade wenn die klare Zuordnung der Manndeckung ausgehebelt wird. Nur dass das niemand geordnet chaotisch spielt, ein solcher Angriff läuft immer zufällig chaotisch ab. (Wäre mal eine Aufgabe, im Kinderhandball den geordneten Chaoshandball als Konzept zu spielen. Vielleicht kennt ja wer die Folge von "Gilligan's Island", wo die Harlem Globetrotters gegen ein Team von Robotern spielen, die nur strukturierten Basketball kennen und dann mit Chaosball überfordert sind.) Wir hatten sogar Schwierigkeiten, wenn der Rückraum komplett auf den Neuner drängt, die Gegner mit großen, kräftigen Mädchen mit ihrem Rumpelhandball sich auf kürzeste Distanz die Bälle zuschubsen und meine Mädchen kaum zwischen die Pässe kommen und sich in den Neuner drängen lassen.

    Falls es sich in der weiblichen D noch nicht rumgesprochen hat: Ab der D gehören die Außen an die Außenlinie. Dürfen sich gern immer wieder mit oder ohne Ball von dort entfernen, müssen dann aber wieder dorthin zurück. Fortgeschrittene Außen kann ich allmählich in die Ecke stellen, wenn Sprung- und Wurftechnik so weit sind.

    Ist die Basketball 3-Punkte-Linie auf dem Hallenboden eingezeichnet, hat keine Rückraumspielerin dort drin herumzustehen! Mit oder ohne Ball mit hoher Geschwindigkeit rein, dann aber auch wieder raus. Drückt der Innenblock den Rückraum Richtung Mittellinie, darf KM gern auf 11, 12 m unterstützen, dürfen die Außen von Linienaußen auf Rückraumaußen wechseln.

    Großes Rasenturnier am Wochenende. Tropische Temperaturen, keine Auswechselspielerin. Und Rasenhandball ist eine anderen Sportart. Dennoch wieder was mitgenommen. Wir sind am Kreis überdurchschnittlich besetzt und spielten im Turnier auch deutlich häufiger und erfolgreicher als alle anderen Mannschaften über KM. Das kommt nicht von ungefähr, ab und an hole ich mir samstags für zwei Stunden alle Kreisläuferinnen D und C zusammen, auch externe Gäste, zum KM Training. Dann hatten wir Richtung Rödspätte Cup ebenfalls Schwerpunkt auf KM gesetzt. Kreisläuferin immer in der Sperrstellung Brust zum Ball, Ballführerin entweder mit Anspiel zum Kreis oder an der Lücke vorbei, Lücke aufziehen, Wechselsperre. D.h. sowohl Frida als auch Polly haben schon Einiges an Stellungsspiel am Kreis mitbekommen.

    So weit, so gut. Dann treffen wir aber erstmals auf einen Gegner, der unser Kreisläuferspiel durchschaut. KM steht gegen HM vorbildlich in der seitlichen Sperrstellung (indirekte Sperre/"Eigensperre"). Die Pässe kommen auch brav in die Richtung... nur die Gegner klatschen wieder und wieder den Ball vor der Nase weg. Ich korrigiere mir den Wolf, nur haben wir das, was ich einfordere, noch nicht trainiert.

    "Du musst vierdimensional denken, Marty!"

    Der nächste Schritt ist natürlich der von Kreissteherin zu Kreisläuferin. Die zwei blitzschnellen Schritte in den (selbst freigesperrten) freien Raum. Dorthin, wo KM die Verabredung mit dem Ball haben sollte. In der Halle vorzugsweise per Bodenpass, auf Rasen notfalls wohl auch. Im Training dann nach den Ferien mit Airbody bzw. Turnkasten. KM hinter dem Kasten, Anspiele neben den Kasten, KM muss den Pass erlaufen. Immer mehr weg zum Pass zum Kreis, hin zum Pass in den freien Raum.