Zwanzig starke Minuten reichen nicht zum Erfolg für die HSG 27.10.2012
Trotz lautstarker Unterstützung der vielen mitgereisten HSG-Fans
gelang es den Baggerseepiraten nicht, dem Bundesliga-Nachwuchs der
Rhein-Neckar Löwen Paroli zu bieten. Besonders in der ersten Spielhälfte
zeigte die HSG zu viel Respekt und blieb vor allem in der Offensive
fast wirkungslos.
Die HSG lag schnell mit 1:3 im Rückstand, hielt in der Folge gut
dagegen und konnte sogar mit 7:6 durch einen Tempogegenstoß von Stefan
Seitel in Führung gehen, doch Kronau-Östringen II schaffte mit einem 7er
Lauf bis zur 28. Min. das 7:13. In dieser Spielphase leistete sich die
HSG zu viele Fehlwürfe und einige technische Fehler. Im Angriff agierte
man viel zu statisch und es mangelte am Durchsetzungsvermögen. Einzig
und allein der überragende Marco Rhein (insgesamt 21 Paraden, davon zwei
7-m) stemmte sich gegen eine Vorentscheidung, hielt die
Baggerseepiraten im Spiel und verhinderte einen noch höheren Rückstand.
Beim Stand von 9:14 wurden die Seiten gewechselt und die
Halbzeitansprache von Trainer Alex Hauptmann schien seine Jungs endlich
wachgerüttelt zu haben.
Plötzlich stand eine ganz andere HSG auf dem Parkett. Christopher
Prinz spielte nun im linken Rückraum und am Kreis wirbelte Christian
Schmid, der eine große Effektivität erzielte. Besonders aus dem
Rückraum, der in der ersten Hälfte wirkungslos blieb, ging wesentlich
mehr Gefährlichkeit aus, vor allem Prinz nutzte die Freiräume zu 4
blitzsauberen Treffern. Das zwang die Heimmannschaft, ihre Deckung
offensiver auszurichten, was der HSG noch mehr Spielräume gab.
Kronau-Östringen II wirkte ratlos und konnte fast nur mit überhartem
Spiel die HSG-Angriffe stoppen, was sehr oft zu 7-m Strafwürfen führte.
Hier war Kapitän Sebastian Schulz gefordert, der in bravouröser Art alle
sieben Strafwürfe verwandelte.
Die Aufholjagd der HSG war schon beeindruckend und zeigte, daß die
Mannschaft über den Kampf und die Leidenschaft ein Spiel sogar drehen
kann. In der 41. Minute gelang der Ausgleich zum 16:16, und in der 50.
Minute ging die HSG durch Sebastian Schulz erstmals mit 23:22 in
Führung, konnte sogar noch mal das 25:24 erzielen, doch dann war die
Kraft zu Ende. Die sehr guten Individualisten von Kronau-Östringen II
konnten noch eine Schippe drauflegen, hatten allerdings auch mehrmals
bei Abprallern das nötige Glück auf ihrer Seite. Auf Seiten der HSG
wurden die Torabschlüsse wieder unkonzentriert und Kronau erzielte mit
einem 6-er Lauf die 30:25 Führung und siegte letztendlich mit 30:27.
Fazit: Die Trauben in den Auswärtsspielen hängen hoch, um sie zu
ernten muß alles über 60 Minuten stimmen. Schon kleine Fehler und
Unstimmigkeiten führen zum Mißerfolg. Trotzdem konnten die
Baggerseepiraten erhobenen Hauptes aus der Halle gehen. Die ersten 20
Minuten der 2. Spielhälfte haben Lust auf mehr gemacht und die über 70
Fans, die stimmungsmäßig die Halle im Griff hatten (vielen Dank an die
Trommler der A-Jugend), verabschiedeten ihr Team mit großem Applaus.
Schon am kommenden Samstag um 19.30 Uhr kann die HSG beweisen, daß
sie zu Hause eine Macht ist. Gegner ist der TV Hochdorf, der in der
Tabelle einen Platz vor der HSG steht. Eine schwere Aufgabe für das Team
von Coach Alexander Hauptmann, aber mit der nötigen Unterstützung
wollen die Baggerseepiraten die Punkte im Rodgau behalten.