Beiträge von Löwenherz

    In Bezug auf die HsG hoffe ich sehr, dass der SPIEGEL dranbleibt. Nicht nur in Heft 1/23, sondern solange bis die handelnden Verantwortlichen weg sind.

    Da wird in den Medien wohl nicht mehr viel passieren. Im aktuellen Spiegel steht ja schon nix Neues mehr. Es war einfach nur ein Rückblick - meines Erachtens sogar schon etwas verklärt, wenn Fiedler schreibt: "Die Protokolle der befragten Spielerinnen, die der SPIEGEL veröffentlichte, lösten nicht nur in der deutschen Handballwelt ein Beben aus." Ein Beben? Wenn nicht noch etwas passiert, war es leider nicht viel mehr als ein Sturm im Wasserglas. Zwei Leute, die (zum Glück!) ihren Job eingebüßt haben, und viele vollmundige Erklärungen, dass so etwas nie wieder passieren darf. Dazu einige "Beauftragte" und eine eilig zusammengeschusterte Gruppe bei DHB, die schon wieder auseinandergeflogen ist. Natürlich viel öffentliche Empörung - aber das war es dann auch schon.

    Entscheidend ist für mich: Wir haben immer noch kein gesellschaftliches Klima, in welchem eine umfassende Auarbeitung erfolgreich sein kann, wie selbst der Spiegel eingesteht: "Doch zur Wahrheit gehört auch: Viele Betroffene schweigen bis heute über die Auswüchse. Aus Angst vor juristischen Konsequenzen oder wegen der Sorge um ihren Ruf in der Sportwelt."

    Erfahrungen im höherklassigen Frauenhandball helfen bei der Nachwuchsausbildung aber auch nur bedingt, da die Zielrichtung jeweils anders ist. Und erfahrene Trainer aus dem höherklassigen Frauenhandball, die sich um DHB-Nachwuchsmannschaften kümmern, dürften auch nicht reihenweise zur Verfügung stehen.

    Lassen wir erstmal das "höherklassig" weg. Aber reichlich Erfahrung im weiblichen Handball sollten bei so einem Job meines Erachtens schon vorhanden sein. Der Unterschied zwischen Männer- und Frauenhandball besteht eben nicht nur darin, dass ein männlicher Trainer bei den Frauen anklopfen muss, bevor er in die Kabine geht (wie Petkovic mal behauptet hat). Dieser liegt im physischen und psychischen, im strategischen und im taktischen Bereich. Thiel hat mal folgenden Vergleich gemacht, indem er sinngemäß sagte: Einem Mann ist es meist egal, ob ihm die Fresse desjenigen passt, der neben ihm in der Abwehr steht, sofern dieser einen ordentlichen Job macht. Bei Frauen ist das anders.

    Trainer/innen im weiblichen Bereich (und gerade in der Jugend) sollten in besonderem Maße in der Lage sein, sich emotional einzufühlen, mit starken Stimmungsschwankungen (bis hin zu Tränen) umzugehen usw. - eigentlich sind das Binsenweisheiten, die jedoch oft vergessen werden. Ich habe Mannschaften in beiden Bereichen trainiert und weiß deshalb, wovon ich rede. Natürlich gab und gibt es Trainer, die sowohl Männer als auch Frauen erfolgreich trainiert haben, aber nicht wenige Männertrainer sind bei Frauen gescheitert - denken wir z.B. nur an Osmann und Biegler bei unserer Nationalmannschaft.

    Und schließlich zum Stichwort "höherklassig": Der Trainer einer Nachwuchsnationalmannschaft, sollte schon das Niveau kennen, auf das er seine Schützlinge bringen soll (natürlich im Zusammenwirken mit den Clubtrainern) - und zwar nicht nur aus gelegentlichen Besuchen in der Halle, sondern möglichst aus der eigenen Arbeit.

    Natürlich weiß ich, dass es so gut wie unmöglich ist, die sprichwörtliche "eierlegende Wollmilchsau" für diesen Job zu gewinnen. Aber der nun Auserwählte scheint mir doch (von den bekannten Fakten her) ein ziemliches Stück weit weg von einer Optimalbesetzung zu sein. Natürlich kann ich mich täuschen und lasse mich in seiner Arbeit gern vom Gegenteil überzeugen.

    Die meisten der Spiele, die ich an den letzten beiden Spieltagen gesehen habe, hatten ein erschreckend schlechtes Niveau. Es schien, als wären so einige Mädels mit dem Kopf nicht in der Halle, sondern noch im Weihnachtstraum(a) gewesen. Unfassbar viele schlechte Würfe, technische Fehler und Aussetzer in der Abwehr - selbst bei Mannschaften der oberen Tabellenhälfte. Gut aus dem Gänsebraten (oder was immer es gab) sind vor allem die meisten Torfrauen gekommen.

    Bei Oldenburg muss man sich fragen, was dort los ist: Erst das glückliche Unentschieden in Zwickau, heute die Heimniederlage gegen Waiblingen (Das Spiel war leider nicht zu sehen.). Nach gutem Saisonstart scheint die Mannschaft in eine Abwärtsspirale zu geraten.

    Allen Handballeckern einen guten Rutsch!

    Wieso völlig unbekannt? Sportlicher Leiter eines Landesligisten und zudem in A-Lizenzausbildung tätig. Zudem als Lektor für die IHF tätig. Wird somit auch ne internationale Affinität haben. Das könnte endlich mal was Langfristiges werden.

    Zeigt aber auch wie unterschiedlich die gleichen Stellen bezahlt werden. Nordmeyer ist im Hauptjob Schulleiter und macht die U20 als Honorartrainer. Smits in Vollzeit die U18. Mir ist nicht bekannt, dass Smits noch andere Aufgaben hat, z.B. in der Ausbildung.

    Naja ... Du schreibst ja selbst durch den Vergleich, wo das Problem liegt. Und in der Erfahrung der beiden Trainer im höherklassigen Frauehandball liegen wohl doch Welten.

    Ja, wenn man nur auf den ersten und den letzten Platz in der Tabelle (und die Ergebnisse dieser beiden Mannschaften) schaut, ist es völlig uninteressant. Aber im Mittelfeld finde ich es schon interessant und auch spannend. Und wenn ich mir die Spiele anschaue, scheint es den Teams nicht egal zu sein, ob sie - um im Bilde zu bleiben - auf Platz 5 oder Platz 11 landen. Da wird schon hart gekämpft. Wäre es anders, könnte gleich eine Liga mit 4 Mannschaften gemacht werden.

    Nein, keineswegs! Es gibt viele spannende Spiele mit knappem, nicht selten überraschenem Ausgang. Und in der Tabelle sind zwischen den Plätzen 4 - 7 sowie 8 - 11 sind jeweils nur 2 Punkte Abstand. Viel spannender geht es doch kaum noch. Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Qualität der Liga gestiegen ist.

    Nach teilweise etwas irritierendem Saisonbeginn hat sich die Tabelle nach gut einem Drittel der Spiele weigehend so zusammengeruckelt, wie es viele vrmutet haben. An der Spitze genau die 3 und am Ende exakt die 2 Mannschaften, die dort auch zu erwarten waren. Dazwischen können am Ende Nuancen über die Platzierung entscheiden - und natürlich vor allem die Spiele gegeneinander. Positve Überraschungen sind für mich bisher Buxte (das trotz des Abgangs vieler wichtiger Spielerinnen wieder vorn mitspielt) und Oldenburg (das von manchen vor Saisonbeginn schon als Abstiegskandidat gesehen wurde). Negative Überraschung gewiss SUN, auch wenn sie sich jetzt etwas zu rappeln scheinen. Metzingen und Halle haben nach schwachem Start wohl nun in die Spur gefunden.

    Außerdem fällt mir auf, dass eine ganze Reihe von Spielerinnen aus den Nachwuchsnationannschaften des letzten Jahres (die ja nicht sonderlich efolgreich waren) gut einen Fuß in die Tür der ersten Liga bekommen hat, z. B. in Buxte, Blomberg, Leverkusen oder auch Engel bei SUN. Eine Ausnahme bilden hier u. a. die 3 Spitzenmannschaften, die fast ausschließlich auf Einkäufe (größtenteils aus dem Ausland) setzen.

    Alles in allem eine interessante Saison, wie gerade die gestrigen und heutigen Spiele wieder gezeigt haben.

    Eine Lott ist wirklich nicht schlecht, aber Sie muss ja fast überall einspringen, obwohl Top Spielerinnen da sind.Fehlt nur noch das Sie Aussen und Tor mit abdecken muss.

    Hoffentlich kommt da nicht zeitnah Unruhe auf, und wenn braucht er sich nicht zu wundern.

    Natürlich ist es gut, dass Lott auf allen Rückraumpositionen spielen kann, aber ob solche häufigen Positionswechsel dem Spiel des THC gut tun, ist eine andere Frage. Meines Erachtens schaffen diese nur Unruhe und tragten nicht zur Stabilität des Positionsangriffs bei (bei dem der THC bisher nur Liga-Mittelmaß ist), wie nicht zuletzt die vielen Abspielfehler zeigen.

    Der VfL Oldenburg hat gestern einen Punkt verschenkt. Man hatte das Spiel über 50 Minuten locker im Griff und in der 2. Halbzeit eine 6 Tore Führung inne. Ich weiß nicht, ob man sich vom lauten Publikum beeinflußen lassen hat oder ob es die lange Fahrt nach den Weihnachtstagen war, auf jeden Fall lief in den letzten 10 Minuten nicht mehr viel zusammen.

    Auf der anderen Seite fand ich interessant, dass Norman Rentsch 50 Sekunden vor Schluss nicht alles auf eine Karte gesetzt hat. Er hatte die Auszeit und schon gesehen, dass der VfL offensiv deckt. Ich hätte ja den siebten Feldspieler gebracht, um die offensive Deckung zu brechen und die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Treffer zu erhöhen. Im Worst-case hätte man einen Treffer zum Unentschieden kassiert, was jetzt aber ohne Überzahl ebenfalls der Fall war. Der mögliche Sieg wäre für Zwickau sehr wertvoll gewesen.

    Rentsch hat den Ruf, im Training sehr gut, aber beim Coachen an der Seitenlinie nicht besonders clever zu sein. Das hat sich gestern wiedermal bestätigt.

    Was Thüringen heute gezeigt hat beinhaltete Licht und Schatten-nach ihrem 5. Tor hatte man den Eindruch, dass plötzlich bei allen Spielerinnen ein Riegel im Kopf zugegangen war. Nichts wollte mehr gelingen. In den letzten Minuten konnten die Thüringerinnen das Ergebnis noch klar korrigieren. Allgemein gab es beim THC und der SU Neckarsulm viele technische Fehler zu sehen. Sarah Wachter war heute wieder eine Bank. Der THC hat eine sehr ausgeglichene Mannschaft die von allen Positionen Gefahr ausstrahlt. Wenn allerdings der Wurm drin ist ist halt der Wurm drin.

    Müller macht die gleichen Fehler wie schon mehrfach in den letzten Jahren: Einige Spielerinnen bekommen kaum Pausen (Frey, Lott, Rode), was im Laufe der Saison wohl über die Knochen gehen wird. Andere schmoren auf der Bank wie Hilby (die heute gar nicht gespielt hat, obwohl Frey mächtige Hänger hatte) oder Lundgreen (die nach 2 Fehlwürfen gleich wieder von der Platte musste, obwohl die Bilanz von Rode mit 1/5 auch nicht gerade glorreich war) und können aufgrund der wenigen Einsatzzeiten überhaupt keine Bindung zu ihren Mitspielerinnen aufbauen. Außerdem beschränkt sich der THC damit in seinen Möglichkeiten selbst (z. B. sind Rode und Lundgreen völlig unterschiedliche Spielertypen.). Bleibt zu hoffen, dass sich das nicht irgendwann rächt.

    Abgesehen davon war es heute mit der Konzentration bei vielen THC-Spielerinnen nicht weit her (Weihnachtsblues?).

    Wachter ist in ihrer derzeitigen Form eine echte Kandidatin für die Nationalmannschaft.

    Dieses von Dir geschilderte Bild wirst Du von Albertsen in Bietigheim und Umgebung nirgendwo finden.

    Da bist Du ziemlich alleine in Deiner Meinung....


    Im Prinzip würde das ja auch bedeuten, dass die Schweizer mit Ihrer Akademie den falschen Mann geholt haben.

    Und ebendas glaube ich nicht.

    Das sind doch 2 völlig verschiedene Paar Schuhe: Es ist ein großer Unterschied, ob ein Trainer die Handballakademie in einem Land leitet, das im internationalen Ranking auf Platz 23 steht, oder ob er einen deutschen Spitzenclub in die europäische Spitze führen soll. An letzterem ist er klar gescheitert, aber in der schweizerischen Handballakademie ist er meines Erachtens genau richtig und macht dort dem Vernehmen nach einen guten Job. Jeder Mensch muss versuchen, den Job zu finden, der genau zu ihm passt, ihn weder über- noch unterfordert. Ich glaube, dass Albertsen genau dort jetzt angekommen ist.

    Die Waiblingerinnen tun mir irgendwie leid, habe aber auch keine Lösung parat was man da machen könnte.

    Mir tut Waiblingen nicht leid: Wer mit einem solchen Kader in die 1. Liga geht, leidet entweder an völliger Selbstüberschätzung oder schickt die Mädels bewusst (und ziemlich zynisch) in ein Feuer, im welchem sie nur verbrennen können. Ich bezweifle, dass sie daran Freude haben.

    Bensheim stagniert seit 2-3 Jahren. Aus dem Kader muss mehr herauszuholen sein. Sehr enttäuschend.

    Stagnation ist fast schon übertrieben, wenn man das heutige Spiel als Maßstab nimmt. Das war nicht bundesligareif - gegen einen Gegner, der außer einer überragenden Torfrau auch nicht viel zu bieten hatte. Bleibt zu hoffen, dass die lange verletzt gewesenen Spielerinnen bald wieder bei 100% sind, sonst wird Bensheim wohl ziemlich weit hinten landen.

    30:22 für den THC - das kann sich sehen lassen.

    Mich bestürzt ein wenig die 7-m-Quote von nur 20%. Da ist schon seit einigen Spielen der Wurm drin.

    Ansonsten eine super Ausgangsposition für die Gruppenphase! Glückwunsch!

    Das muss insgesamt ein ziemlich verrücktes Spiel gewesen sein. Auf beiden Seiten sehr schlechte Wurfquoten (Sävehof 47%; THC 56% - leider keine Angaben zu den Quoten der Torfrauen) bei den meisten Spielerinnen, 14 technische Fehler bei Sävehof und viele Zeitstrafen. Doch auswärts mit 8 Toren gewonnen - das Ding sollte durch sein. Respekt!