Beim Trainer ist es wie bei den Spielern:
1. Die kann man sich nicht backen
2. ein guter Vereinstrainer kann ein schlechter Nationaltrainer sein - und umgekehrt
3. taktische Finessen sind in Turnieren nicht so wichtig wie strategisches Vorgehen
Sieben individuell gute Spieler ergeben noch kein gutes Team. Ich lese hier immer wieder, Gislason hätte das beste Spieler"material" seit Jahren zur Verfügung. Das sehe ich anders. Er setzt es nur offensichtlich besser ein als andere Trainer. Und natürlich sind wir nicht bei 100%, sondern vielleicht bei 85%. Das reicht, solange andere Länder/ Trainer nur bei 80% sind. Und wer glaubt, ein Trainer sei nur ein guter Trainer, wenn er gestandenen Profis Laufwege vorgibt, der hält Spieler wohl für Marionetten, die auf der Platte nicht selbst entscheiden können, was in der individuellen Spielsituation das Sinnvollste ist.
Trainer kann man sich nicht backen, aber der DHB sollte einen Pool kennen, aus dem er wählen kann.
Gerade in Turnieren sind taktische Finessen, also das Reagieren auf einen Gegner mit Eigenheiten, wichtig.
Und das strategische Vorgehen vermisse ich schon lange. Strategisches Vorgehen heißt, ein spielerisches Konzept zu entwickeln, das zu den vorhandenen Spielern passt und in das die Spieler dann eingebettet werden. Und das bedeutet, Auftakthandlungen zu initiieren, Laufwege und Spielzüge einzustudieren, Sperren zu setzen, Verteidiger zu binden und für den Nebenmann Räume zu schaffen. Sowas kommt nicht von alleine, wenn Spieler normalerweise nicht zusammen spielen. Unsere technischen Fehler (Fehlpässe) resultieren genau aus nicht vorhandenen Vorgaben. Und daraus, dass Spieler in der individuellen Spielsituation verscheiden Ansichten haben, was denn nun das Sinnvollste sei. Einer will kreuzen, der andere geht parallel, und dann??
Ich weiiß nicht, ob Spieler, denen man die Laufwege und Anspielmöglichkeiten an die Hand gibt, sich als Marionetten fühlen. Ich denke eher, dass sie begeistert sind, wenn ein mehrfach einstudierter Spielzug mal wirklich klappt.