Beiträge von Nikusch

    Ich habe mal was gehört von letzte (oder vorletzte Saison, bin mir nicht mehr ganz sicher) irgendwas unter 4 Millionen und damit der zweit höchste Etat der 2. Liga, nur hinter einem der Absteiger.

    Für die Angaben allerdings kein Gewähr, schon etwas her das ich die Zahl gehört habe und weiß auch nicht mehr genau von wem, also weiß ich nicht wie sicher die Info ist. Aber deckt sich ja auch grob mit der Aussage aus dem Linkert Video, da wurde doch meine ich davon gesprochen, dass der Etat nach deren Ausstieg auf das dreifache aufgebläht wurde oder verwechsel ich da gerade was?

    Wahrscheinlich hat man so 2,5 - 3 Millionen pro Saison einsammeln können und dann über die letzten Jahren mit dem Ziel aufzusteigen nochmal 500-700k pro Jahr ungedeckt zugeschossen (über welche Wege auch immer) und damit für die aktuelle Lücke bzw. Krise gesorgt.

    Und Longerich hat gemerkt, dass die Kull die Außen komplett im Griff gehabt hat und die HSG schön weiter von außen werfen lassen. Der letzte Angriff zum möglichen (wenig verdienten) Ausgleich & Verlängerung war da ein Sinnbild für das restliche Spiel.

    Naja die HSG wird auf die Einnahmen aus dem Pokal und nem möglichen Heimspiel gegen einen Erstligisten sicherlich problemlos verzichten können! ;)

    Schön wie die Bild in dem Artikel sogar den GN Bericht erwähnt, die Aussage von Jonker dann aber nur zur Hälfte zitiert und "Aber wann oder ob überhaupt wir diesen Schritt gehen, steht überhaupt nicht fest." gekonnt unter den Tisch fallen lässt.

    Die Sportbild würde kein Öl ins Feuer gießen, wenn seitens der HSG Nordhorn-Lingen offen und ehrlich kommuniziert würde.

    Soviel dazu, dass die Bild kein Öl ins Feuer gießen würde, wenn die HSG sich mal äußern würde ;) Öl ins Feuer gießen ist schließlich das Geschäftsmodell von (Sport)Bild.

    Hier ein paar Ausschnitte aus dem neuen GN Artikel mit Jonker:

    "Mit der „Sport-Bild“ hat Jonker nie gesprochen, gegenüber den GN stellte er jetzt klar: „Ein Insolvenzantrag ist für jedes kriselnde Unternehmen eine theoretische Option. Aber wann oder ob überhaupt wir diesen Schritt gehen, steht überhaupt nicht fest."

    [...]

    "An dieser Auflage arbeitet er aktuell mit Hochdruck, davon unabhängig ist eine drohende Insolvenz des wirtschaftlichen Trägers der HSG zu betrachten. Und selbst wenn diese nicht verhindert werden kann, heißt es nicht, dass Nordhorn-Lingen nicht im Pokal und in der 2. Liga antreten darf, betont der Geschäftsführer: „Wir gehen weiter davon aus, dass wir ganz normal starten.“

    Es bleibt also spannend, was Jonker der Mannschaft wirklich gesagt hat weiß natürlich keiner, inwiefern der Informant und/oder die Bild was reininterpretiert hat oder woher diese Diskrepanz in den Aussagen kommt bleibt unklar.

    Aber wenn ich GF bin und wirklich morgen einen Insolvenzantrag stellen müsste, würde ich dich der Presse einen Tag vorher nicht sagen "wann und ob wir diesen Schritt gehen, steht überhaupt nicht fest".

    Dann erkläre es mir, denn in Sachen BWL oder so bin ich blutiger Amateur. Für mich bedeutet nur "schuldenfrei" ein ruhiges Kissen - zumindest privat.

    Die Weltwirtschaft würde auf dem Konzept der "schuldenfreiheit" zusammenbrechen, mit geliehenem Geld arbeiten ist essentieller Teil des Kapitalismus.

    Im Sportkontext bedeutet das natürlich eine Wette auf besseren sportlichen Erfolg und im Beispiel der HSG ein Aufstieg. Ob das richtig oder falsch ist von der Herangehensweise ist eine ganz andere Frage, da kann man sicherlich drüber streiten.

    Mir geht es nur darum, dass Insolvenz, also fehlende Liquidität, nicht bedeutet das man Schulden oder keine Schulden hat. Wir können also nicht diese kolportierte Summe von 1,5 Millionen als den Richtwert nehmen der jetzt aus dem Nichts aufgebracht werden muss. Wir wissen nicht wann die Summe fällig ist und wir wissen nicht wie viel Geld die HSG braucht um nächsten Monat die Rechnungen zu bezahlen.

    Hier muss einmal jeder verstehen, dass 1,5 Millionen nicht gedecktes Eigenkapital in der Theorie wirklich gar kein Problem darstellen. Das ist maximal ein Indiz für über die eigentlichen Verhältnisse leben, aber nicht für eine Liquiditätslücke.

    Die HSG muss nicht 1,5 Millionen auftreiben, sondern nur sicherstellen, dass Gehälter etc. jeden Monat bezahlt werden können. Da kann auch viel weniger ausreichen. Um welche Summe es hier geht wissen wir schlicht und ergreifend nicht.

    Was hier teilweise an Thesen rausgehausen wird ist in den letzten Tage verrückt geworden.

    Jetzt wissen wir wenigstens, dass wir Anfang nächster Woche immerhin Gewissheit haben was den Fall Krefeld/Nordhorn angeht bzw. ob die HSG die Lizenz behält.

    Ich gehe stark davon aus, dass sich nichts groß tun wird und Nordhorn in Liga 2 und Krefeld in Liga 3 antreten wird.

    Auch was man so in der Gerüchteküche hört scheint mir ein Ende der HSG auf Grund von Insolvenz aktuell eher unrealistisch.

    Das zeigt maximal eine Verbundenheit mit der HSG.

    ABER: Ein Like ist kostenlos und mit n i c h t s verbunden.

    Um es deutlicher zu sagen: Entscheidend sind momentan keine Absichtserklärungen, sondern die Kohle auffen Tisch. Die Zeit läuft.....

    Zum einen braucht es jetzt natürlich zeitnah eine Lösung für die finanziellen Probleme. Nichtsdestotrotz ist aber auch der Diskurs über die Hintergründe und mögliche personelle Konsequenzen essenziell. Bzw. beides kann auch direkt zusammenhängen, wenn zum Beispiel ein oder mehrere mögliche Retter ihr Engagement an gewisse Personalien knüpfen.

    Und wenn sowohl ehemalige als auch aktive Spieler und der Trainer (der den Beitrag im Übrigen sogar noch einmal aktiv in seiner eigenen Instagram-Story geteilt hat) ein solches Statement öffentlich liken oder teilen, zeigt das zumindest eine gewisse Zustimmung oder Sympathie für die dort geäußerte Kritik. Außerdem scheinen die Personen rund um die ehemalige HSG Business Group innerhalb der Mannschaft weiterhin ein gewisses Ansehen zu genießen.

    Wäre ich Jonker oder Terwedow, fände ich es zumindest nicht besonders lustig, wenn ein Teil der Mannschaft und auch der Trainer so einen Beitrag/Statement liked beziehungsweise aktiv teilt, in dem unter anderem personelle Veränderungen gefordert und die aktuellen Strukturen scharf kritisiert werden. Dass sich diese Kritik klar gegen Jonker und Terwedow richtet, auch wenn nicht direkt Namen genannt werden, dürfte ja ziemlich offensichtlich sein.

    Natürlich bedeutet ein Like nicht automatisch, dass jeder Spieler jede einzelne Aussage vollständig unterschreibt. Aber zu sagen, das sei überhaupt nichts, finde ich genauso zu kurz gedacht.

    Hier mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen aus dem Statement:

    - Seit dem Ausscheiden von Sigi Loeks als Geschäftsführer sei den ehemaligen Mitgliedern der HSG Business Group nahegelegt worden, dass ein weiteres Engagement ihrerseits nicht mehr gewünscht sei.

    - Der e.V. habe sowohl 2018 als auch noch einmal vor etwa anderthalb Jahren die Möglichkeit gehabt, die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an der GmbH zu übernehmen. Er habe sich allerdings dagegen entschieden. Dieser Verzicht auf mehr Kontrolle wird im Statement scharf kritisiert.

    - In der aktuellen Struktur fehle es vollständig an Handballexpertise. Aufgrund der aktuellen Situation werden personelle Konsequenzen gefordert. Indirekt wird den aktuellen Verantwortlichen vorgeworfen, aus eigenen wirtschaftlichen Interessen oder Profilierungsdrang gehandelt zu haben.

    - Dem e.V. sei mehrfach empfohlen worden, seine Kontroll- und Einsichtsrechte zu nutzen und die Zahlen extern prüfen zu lassen. Dies sei seitens des e.V. nicht erfolgt.

    - Der Etat habe sich seit 2018 mindestens verdreifacht, ohne dass sich die wirtschaftlichen Strukturen im Hintergrund in einer vergleichbaren Dimension verbessert hätten.

    - einige Mitglieder der früheren HSG Business Group (Marc Linkert und Armin Unke) erklären sich bereit, zumindest vorübergehend wieder zu unterstützen, zum Beispiel in einer Kontrollfunktion auf Gesellschafterebene.

    Ach ja, der Post wurde übrigens unter anderem von Tarek Marschall, Johannes Thiel und Mark Bult geliked ;)

    Aber wenn wir ehrlich sind, sind wir nach gestern erstmal nicht schlauer geworden. Das Statement der HSG ist ja wohl maximal für die Tonne, da steht wirklich nix drin und das der HBL lässt auch viel Spielraum für Spekulationen. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen mal klar wird:

    • Über welche Summe reden wir wirklich?
    • Bis wann muss die Liquiditätslücke geschlossen werden? Wann droht akut die Insolvenz?
    • Warum fehlt der Betrag im Vergleich zur ursprünglichen Planung? Sind Sponsorengelder weggefallen, Einnahmen zu hoch angesetzt oder Ausgaben außer Kontrolle geraten?
    • Was genau meint die HBL mit den „nicht unerheblichen Abweichungen“? Wurden aktiv falsche oder unvollständige Angaben gemacht oder ist nach der Lizenzierung etwas passiert, das außerhalb der Kontrolle der Verantwortlichen lag?
    • Wann wurde erstmals erkannt, dass die Planung so nicht aufgeht? Und wurde die HBL darüber proaktiv/vorab informiert?
    • Wer hat die Lizenzplanung erstellt, wer hat sie geprüft und wer hat ihr auf Gesellschafterseite zugestimmt? Da es in 2026 ja drei verschiedene Gesellschafterstrukturen gab, wäre der Zeitpunkt der Lizenzplanung relevant.
    • Wer ist verantwortlich? Wer wusste wann Bescheid und warum wurde nicht früher gehandelt? Relevante Akteure sind hier Stroot, Jonker, Terwedow und der e.V.
    • Zieht man personelle oder strukturelle Konsequenzen oder macht man einfach so weiter, falls der Fehlbetrag irgendwo aufgetrieben wird?
    • Gab es die Option auf neue Führungsriege mit 3 GFs und einem motivierten Pool aus Sponsoren wirklich? Warum hat man sich dagegen entschieden? Machtkampf/Ego?
    • Wird es eine öffentlichkeitswirksame, unabhängige Prüfung/Aufarbeitung geben oder bleibt am Ende doch alles intern?
    • Wie konnten diese massiven Ungereimtheiten der HBL nicht auffallen? Muss am Lizenzierungsverfahren etwas geändert werden?
    • Und natürlich ganz grundsätzlich: Wie sieht der "Rettungsplan" aus? Kann man den Spielbetrieb für die Saison zeitnah sicherstellen oder schwebt jederzeit das finanzielle Aus über der Mannschaft?

    Auch wenn ich kein Fan der Springer-Presse bin, scheint der eine Sportbild-Reporter da am ehesten mal kritisch (und leider auch viel zu reißerisch) zu berichten. Von der GN kann man sich wohl keine all zu kritische Analyse erhoffen, da werden weiter fleißig Zitate von Jonker abgedruckt und man will sich den "guten Draht" zur HSG nicht verbrennen. Ob die HSG oder die HBL selbst auf viele der Themen wirklich transparent eingehen werden, ist äußerst fraglich. Am Ende wird uns wahrscheinlich wieder nur übrig bleiben, hier im Forum aus den verschiedensten Gerüchten und Hintergrundinformationen ein möglichst vollumfängliches Bild zusammenzubasteln.

    Ich verstehe hier die Rufe nach den Kommunen nicht. Die sind mittlerweile so unterfinanziert, dass sie ihre Pflichtaufgaben kaum erfüllen können. Da sollen sie für einen Handballverein, der wiederholt gezeigt hat, dass er nicht wirtschaften kann, in die Bresche springen?

    Man versteht mich hier glaube ich falsch, ich meine ausdrücklich keine finanzielle Rettung durch die Kommunen! Es ging mir darum, dass man kommunikative Rückendeckung erwarten hätte können, wenn die HSG wirklich diesen wichtigen Stellenwert für die Region hätte.

    PS: Die Stadt Nordhorn hat das Haushaltsjahr 2025 mit einem Überschuss von mehr als 21 Millionen Euro abgeschlossen und ist quasi schuldenfrei ;)

    Nicht der Oberbürgermeister ist gefragt, sondern die HSG. Die HSG hat wissentlich bei der Lizenzvergabe mit falschen Zahlen gearbeitet. Die HSG muss erklären, wie sie aus dem Sumpf rauskommen will. Die Stadt kann ja dann schauen, ob sie in irgend einer Form helfen kann.

    Absolut, bin ich komplett bei dir.

    Nur wird hier im Forum immer davon gesprochen wie toll und wichtig die HSG für die Städte und die Region ist, was für ein wichtiger Werbeträger und Leuchtrum. WENN dem so wäre, DANN dürfte man in einer solchen Situation wie jetzt trotzdem klare Bekenntnisse pro HSG seitens der Lokalpolitik und Unternehmen der Region erwarten.

    Das wäre mMn die logische Konsequenz, aber ich glaube hier scheitert es bereits beim WENN und dieser Stellenwert ist gar nicht so gegeben.


    Robert Koop. Jeder Lingener kennt ihn als Meckerkopf, niemand nimmt ihn ernst. Sorry. Bei der letzten OB-Wahl ist er krachend gescheitert.

    Danke für die Einschätzung, wie gesagt mit der Lingener Lokalpolitik kenn ich mich nicht aus. Ändert nichts daran, dass sich beide Städte bisher bedeckt gehalten haben und man zumindest nicht öffentlichkeitswirksam die Rettung der HSG unterstützt oder wenigstens nochmal die Wichtigkeit des Vereins für die beiden Städte und die Region hervorhebt.

    Den beiden Städten und Landkreisen wird die HSG nicht egal sein.

    Apropros, folgenden Blog-Beitrag habe ich kürzlich zu dem Thema gefunden, geht vor allem um die Rolle der Stadt Lingen und des Oberbürgermeisters bei einer möglichen Rettung der HSG:

    HSG Nordhorn-Lingen: Schockstarre statt Aufbruchstimmung – OB Krone schweigt

    Kenne mich mit der Lingener Lokalpolitik nicht wirklich aus, aber was da skizziert wird klingt nicht gerade vielversprechend und als dürfte man sich da große Hoffnungen auf klare Statements und ein Bekenntnis zum Projekt HSG erwarten.