Beiträge von Felix12349

    so sehr ich mich als Flensburger darüber freuen würde, Johannes Golla weiterhin im SG-Trikot zu sehen, wäre der Schaden doch für alle Beteiligten hoch.

    Für Melsungen sowieso, weil das ein Eingeständnis wäre, dass die Ambitionen zurückgeschraubt werden müssen (mit möglicher Signalwirkung für andere Spieler und Kandidaten), für Johannes, der sich darauf gefreut hat, zurückzukehren, aber auch für die SG, die es dann offensichtlich nicht geschafft hat, in über einem Jahr einen geeigneten Nachfolger zu finden und nun für wohl sehr teures Geld einen Spieler ablösen muss, den man bisher schon hatte und der sich eigentlich für einen anderen Verein entschieden hat.

    Ich glaube aber nicht, dass es so kommt.

    Man könnte es auch so sehen, dass alle gewinnen:

    Die MT ist fein raus, weil nach der Vertragsunterzeichnung Ereignisse eingetreten sind, die zum Sparen und generell zum Backen kleinerer Brötchen zwingen.

    Daher profitiert auch Golla, der wohl kaum vorhatte, dauerhaft im Mittelfeld der Tabelle unterwegs zu sein.

    Und die SG löst ihr Kreisläuferproblem. Denn mal ehrlich: Wer ist denn auf dem Markt, der Golla auch nur ansatzweise ersetzen könnte?

    Wenn Du Dir die Abschlussdistanz der Dänen ansiehst, dann kannst Du, sonst niemand und auch Alfred Gislason, nicht ernsthaft zu der Erkenntnis kommen, dass die vermehrt über ihren starken Rückraum abschließen. Das wird von der deutschen Medienmeute vor Ort aber fast gar nicht thematisiert (zum Glück gibt es Ausnahmen).

    Das hat mich in den letzten Tagen wirklich am meisten erschüttert: Der Bundestrainer haut diesen haarsträubenden Blödsinn raus (das exakte Gegenteil ist richtig) und kaum einer sagt was dazu. Ich meine: Denkt er das wirklich (dann müsste man an seinem Handballsachverstand und seiner Wahrnehmung ernste Zweifel haben) oder erzählt er bewusst irgendwelchen Blödsinn, um seine Kaderentscheidung, die vorher für viel Wirbel gesorgt hat, zu rechtfertigen? Egal wie: Wirft kein gutes Licht auf den Mann.

    Nö Felix, das sehe ich anders. Als Lichtlein in HZ2 in kritischer Phase gebracht wurde, ging es ganz den Bach runter. Als Alfred ihn wieder runter nahm, wurde es wieder besser. Lichtlein kann keine Durchbrüche erzwingen. Wenn Lücken da sind, schlüpft er durch, aber ne Deckung aufreißen kann er nicht.

    Er kann (wie auch Tissier oder Suton) das Spiel schnell machen und seine Nebenleute in Szene setzen. Gestern wurde nur hin und her gepasst und bestenfalls mal eine (!) Kreuzung gespielt. Und klar: Klappt nicht immer sofort und in jedem Spiel, wenn die ganze "Philosophie" (etwas hochgegriffen) eine ganz andere ist.

    Deshalb ist das eben ein strukturelles und strategisches Problem und keines, das durch ein paar Wechsel in einem Spiel zu beheben ist. Da muss man viel früher ansetzen.

    Freundschaft!

    Das ist das eine. Aber die Schüsse werden nicht mal vorbereitet. Da wurde gestern der Ball im Rückraum hin- und her gepasst (und das auch noch langsam). Und dann nimmt sich irgendwer irgendwann einen Wurf oder es wird eine (!) Kreuzung gespielt und dann kommt der Wurf. Daran gemessen haben die Rückraumspieler noch gut getroffen.

    Sag ich ja: Auch ganz ohne Füchsebrille könnte ein Lichtlein (oder meinetwegen ein Tissier) Tempo in den Angriff bringen. Aber kein Köster, der ein genialer Abwehrspieler und ein toller Halblinker ist, und kein Knorr, der geniale Einzelaktionen bringen kann, aber dauernd im Stand prellt und seine Nebenleute NULL in Szene setzt.

    Zahlen aus der heutigen Ballsam-Podcast-Folge:

    Deutschland wirft aus durchschnittlich einer 1,4 Meter größeren Entfernung aufs Tor als Dänemark.

    Deutschland erzielt 5 Tore aus Durchbrüchen, Dänemark 13.

    Ich finde das ziemlich einfach: Alfred lässt shooterlastigen Handball von vorgestern spielen. Dass die erfolgreichen Teams (und zuallererst hat damit der SCM begonnen) versuchen, Rückraumwürfe zu vermeiden, und auf Durchbrüche gehen, hat schon seinen Grund. Die o.g. Zahlen belegen das. Individuelle Klasse kommt dann noch dazu - aber das ist ein strukturelles und taktisches Problem.

    Gislason sitzt oft genug bei uns in der Halle und das schon seit Jahren. Es muss ihm wie eine andere Sportart vorkommen.

    So plakativ und vereinfachend das auch ist: Wenn man sich die Entwicklung von THW und SCM in den letzten fünf Jahren anschaut, ist doch eine klare Tendenz zu erkennen - tabellarisch und auf Titel bezogen sowie hinsichtlich des Spielstils. Dass beides irgendwie korrellieren könnte und man daraus Schlüsse für die Nati ziehen sollte: Dieser Gedanke muss dem alten Isi doch mal gekommen sein.:/:sleeping:

    Lichtlein nicht spielen zu lassen passt doch prima zu Alfred. Lichtlein ist mit den Abläufen nicht vertraut. Das Risiko ist zu groß. Er ist zu abwehrschwach. Es war nicht genug Zeit im Training was einzustudieren. Und so weiter. Man kann es drehen und wenden wie man will. Alfreds Liste an komischen, falschen oder Nicht-Entscheidungen wird immer länger.

    Vor allem ist sein Fehler, ein Spielmacher für modernen Handball zu sein - und nicht für Alfreds präferierte Steineschmeißerei aus den 90ern. Eins gegen eins ist offensichtlich komplett unerwünscht.

    Welche denn genau, die nicht mit einem jungen, talentierten deutschen Spieler im Kader besetzt werden könnten?

    Na ja, wenn Pytlick erst 27 kommen sollte, könnte Jeppsson eine solide Zwischenlösung sein. Es sei denn, Bob und Krickau haben schon einen besseren Plan B. Aber "sofort" dürfte sowieso der Haken sein.