Ich möchte an dieser Stelle für Handball-World bzw. auch die Moderation in der Handballecke eine Lanze brechen, da hier immer wieder mal mehr oder weniger offen eine Verbindung zum DHB, Bundesligavereinen oder Personen unterstellt wird, die angeblich eine einseitige Berichterstattung nach sich zögen.
Dem ist nicht so!
Es gibt solche Verbindungen nicht, erst recht keine wie auch immer geartete Abhängigkeiten, schon gar nicht zum DHB.
Gleichzeitg gibt es das "Rechtsinstitut" der Verbreiterhaftung.
Der Wiki-Link gibt nur einen ganz groben Überblick, über dieses nahezu unbekannte, aber äußerst praxisrelevante Thema.
Die Literatur dazu füllt Bücherregale, die Rechsprechung der Obergerichte ist sehr ausgeprägt und eindeutig.
Unter dem Strich ist es so, dass ein Medium grundsätzlich dazu verpflichtet ist, den Wahrheitsgehalt von aufgestellten Behauptungen zu überprüfen, auch wenn diese Behauptungen von anderen Medien übernommen, bzw. sich diese Behauptungen "zu eigen" gemacht werden.
Sicherlich gibt es Ausnahmen und fließende Übergänge; das Thema ist sehr komplex. Jedenfalls ist klar, dass das Interesse der Öffentlichkeit an der Verbreitung einer Meldung nicht als Entschuldigung für etwaige rechtlich angreifbare Inhalte gilt.
Jetzt ist es so, dass die Seiten von Handball-World von einer Handvoll "positiv bekloppter" Handball-Enthusiaten mit Inhalten gefüttert werden. Leute, die dieser Tätigkeit insgesamt zuverlässig seit über 20 Jahren - Tag für Tag - nicht wegen einer schmalen Entlohnung nachgehen.
Es gibt keine fest angestellten Hausjuristen, kein Budget für Gutachten von Medienanwälten, die Veröffentlichungen vorab prüfen, so wie es beim Spiegel passiert ist.
Es gibt auch keine Konzernkasse, aus der Kosten für Rechtstreitigkeiten oder im schlimmsten Fall Schadenersatzzahlungen mal eben locker geleistet werden könnten.
Es gibt damit - im Unterschied zu Unternehmen wie dem Spiegel-Verlag - auch im "Haushaltsplan" keinen kalkulierten Etat für solche Rechtstreitigkeiten mit Folgekosten.
Gleichzeitig gibt es aber einige, zum Glück wenige Fälle, wo wir uns schon mit Abmahungen und Geldforderungen konfrontiert sahen, deren Abwehr viel (ehremamtliche) Zeit gekostet hat bzw. ein einem Fall sogar eine für HW schmerzhafte Summe vergleichsweise gezahlt werden musste, um einen langen Rechtsstreit mit unkalkulierbaren Kosten zu vermeiden.
Daher seht es der Redaktion bitte nach, wenn sie sich nicht - wie zum Beispiel so manche Facebook-Seite - auf das Glatteis begiebt und unreflektiert und ungeprüft Meldungen weiterverbreitet, sondern sich - wie hier - etwas Zeit lässt, die Ereignisse zu ordnen und in rechtlich zulässiger Art und Weise zusammenfasst.
Am Freitag hätte HW also lediglich eine News (ohne Mehrwert) veröffentlichen können, die einen Link auf den hinter der Bezahlschranke liegenden Spiegel-Bericht enthält.
Oder aber eine ellenlange Zusammenfassung mit tausend Konjunktiven und hinter jedem Satz den Vermerk "wie der Spiegel berichtet" oder "laut Spiegel". Auch ein solcher Bericht hätte dann noch - ehrenamtlich (tausend oder mehr Euro für einen Medienanwalt sind nicht da) am Wochenende - sorgfältig rechtlich geprüft werden müssen. Zusätzlich zur Verbreiterhaftung auch auf mögliche Urheberrechtsverletzungen (Stichwort: Bezahlschranke) zum Nachteil des Spiegel-Verlags.
Nach sorgfältigem Abwägen aller Argumente hat sich die Redaktion, auch gestützt auf meinen rechtlichen Rat, dazu entschieden, etwas später zusammenfassend zu berichten, wie gestern Abend geschehen.
Vergleichbares gilt auf anderer rechtlicher Ebene auch für die Moderation der HE.
Danke für die Aufmerksamkeit und für das Verständnis! ![]()
Helge