Beiträge von Andi.Waffen57

    Erwartest du eine Antwort von der HBL? Ich nicht

    Ganz ehrlich: Ja, ich erwarte ein professionelles Statement, das vollständig und transparent mit allen im Raum stehenden Versagensmomenten seitens der Kommission aufräumt oder - sofern das nicht geht, weil de facto versagt wurde - seriöse Konsequenzen zieht und Mechanismen verankert, die einen Wiederholungsfall verunmöglichen. Wir alle sollten das erwarten. Ein resignatorischer Zynismus ist mEn nicht angebracht. Wir alle zahlen nicht wenig Geld für das Produkt deutscher Handball, sei es über Ticketkäufe, das Dyn-Abo oder Merchandise. Das Produkt deutscher Handball hat in diesem Fall eine eindeutige Bringschuld und mir wird zu viel über die HBL gespottet - gleichzeitig aber zu wenig Druck auf sie ausgeübt. Doch der Spott tut ihr nicht weh. Es ist eher an der Zeit, dass eine größer werdende Zahl an Personen, Vereinen und Medien klare Forderungen nach Aufklärung zu stellen beginnt. Daher begrüße ich beispielsweise die scharfe Berichterstattung der Sport Bild sehr, auch wenn ich zum Axel Springer Verlag prinzipiell eine Meinung habe, die zu äußern justiziabel wäre.

    Ich find die Aussagen im neuerlichen Statement der HSG Krefeld ziemlich insane, sollten sie stimmen. Das würde ja implizit heißen, dass die HBL-Lizenzierung 2 Saisons hintereinander entweder komplett geschlampt oder absichtlich weggeschaut hat. Das Ding mit dem Nicht-Handeln des Nachlizenzierungsverfahren bis November 25 klingt tatsächlich sogar eher nach Zweiterem. Das wäre ein kompletter Skandal.

    Was mich nach wie vor am meisten an der ganzen Geschichte irritiert ist, dass in der Öffentlichkeit eine sehr schwammige Informationslage besteht.

    Wir wissen, dass es finanzielle Probleme gibt - aber wir wissen nicht, wie groß sie sind und wie lange sie schon bestehen.

    Wir wissen, dass es Unstimmigkeiten im Lizenzvergabeverfahren gegeben hat - aber wir wissen nicht, ob das so war weil vertuscht oder schlampig gearbeitet wurde (oder beides).

    Diese Informationslage bietet mannigfaltige Möglichkeiten der Spekulation und Gerüchte-Verbreitung, es müsste doch eigentlich sowohl im Interesse der HSG als auch im Interesse des Verbandes sein, da möglichst klare Klarheit zu schaffen. Und wenn dem nicht so sein sollte, was ist der Grund dafür?

    Aber in diesem Fall wo etliche Leistungsträger fehlen oder angeschlagen sind, erkenne ich sportlich wenig Wert.

    Mh. Man kann am Innenblock arbeiten und an der Kooperation zwischen Innenblock und RR (da sind ja beide fit) und RL wenn Helmersson/ Hideg da stehen. Aber die werden ja auch nicht durchspielen. Man kann am Rückzugsverhalten arbeiten und die Lösungen gegen unterschiedliche Angriffsvarianten (Übergänge, whatever) in den Blick nehmen. Individuell ist es vorne und hinten auch eine weiterhelfende Erfahrung. Aber für den Spielaufbau im Angriff und das gebundene Spiel sehe ich auch recht wenig Wert. Wenn Schnabl und Servos Anfang August wieder dabei sein sollten, sind das nur noch 3-4 Wochen bis zum Saisonstart. Das ist erfahrungsgemäß nicht viel Zeit, um phyisch zum Optimum zu kommen und gleichzeitig die nötige Spielchemie zu entwickeln - zumal sie sich auf einen neuen Key Player einstellen lernen müssen, mit dem sie noch keine Sekunde auf dem Feld gestanden haben. Wir gehen also definitiv mit einem Defizit in die Saison, das steht jetzt schon fest.

    Laut SZ hat Fanger übrigens einen Außenbandriss am Sprunggelenk. Ich denke er wird zum Saisonstart noch nicht zur Verfügung stehen.

    Mit dem Spiel gegen einen renommierten Gegner möchte man den heimischen Fans in der Vorbereitung etwas bieten, denke ich. Sportlich dürfte das Spiel keinen Wert haben.

    Also ich denke schon dass solche Spiele einen sportlichen Wert jenseits von "Den Fans was bieten" haben: Solche viel stärkeren Gegner sind wie ein Brennglas, unter dem eigene Fehler oder Bruchstellen, seien sie auch ansonsten noch so klein und schwer zu erkennen, sehr deutlich sichtbar werden. Eben weil die "Fehler-Bestrafungsquote" nochmal eine ganz andere ist.

    [...] dafür hat ausgerechnet Helmersson verletzt gefehlt.

    Also ist Daniel Hideg der einzige verbliebene Rechtshänder im Rückraum?

    Dann kann man das Testspiel gegen Lemgo am Wochenende eigentlich quasi absagen, oder ist Helmersson da wieder fit? Aber selbst wenn er fit ist, welchen Wert hat das Spiel gegen so einen Gegner ohne Fanger, Schnabl und Servos? Wer soll sich da Einspielen und Abläufe automatisieren?

    Mir tun die Spieler Leid, aber auch die Vereine, die ihre Leistungsträger verlieren ohne eine im Grunde realistische Chance, sie zu halten. Wenn irgendwo über ihre Verhätnisse lebende Vereine mit den Geldbündeln wedeln. Es ist halt ein Spiel mit unterschiedlichen Vorzeichen.

    Das stimmt. Wenn klar gewesen wäre, wie sehr der Baum in Nordhorn brennt, wäre Duvancic sicher nicht dorthin gegangen. Aber ob wir ihn dann hätten halten können oder ob er noch andere Angebote von "größeren" Vereinen als wir es sind gehabt hat, das steht in den Sternen. In jedem Fall hätte es unsere Chancen auf einen Verbleib erhöht, wenn die Nordhorner Situation klar gewesen wäre. Das hätte ggfs. sogar größere Auswirkungen auf unsere Kaderplanung (Transfer von Stoyke aus Dresden) gehabt, wenn Duvancic dann geblieben wäre.

    Mir tut unser Ex-Kreisläufer Valentino Duvancic sehr leid. Ist nach der abgelaufenen Saison nach Nordhorn gewechselt, weil es auf dem Papier zweifelsfrei ein Karriereschritt "nach oben" gewesen ist. Jetzt kann es im worst case so kommen, dass die HSG gar nicht antritt - in jedem Fall ist gerade gehörige Unsicherheit angesagt. Der wird bei seiner Entscheidung nichts von den Finanzproblemen gewusst haben, sonst geht man ja nicht zu so einem Verein. Und der Weg zurück ins Siegerland ist durch den Transfer von Stoyke auch verbaut, wir haben schon 3 Kreisläufer.

    Bei allen Vereinen wurden die Kartenpreise auf 17 Heimspiele kalkuliert. Diese Einnahmen fehlen ja dann auch in Planung der 17 verbleibenden Vereine.

    Das ist in der Tat ein nicht ungewichtiger Punkt. Die Vereine der Liga verlassen sich in ihrer Kalkulation darauf, dass die Lizenzierung durch die Liga wasserdicht ist, dass man also Planungssicherheit mit der Anzahl der Heimspiele hat. Hier zeichnet sich immer mehr ab, dass das Lizenzierungsverfahren unserös war. Das ist fahrlässig von Seiten der Liga. Ob so etwas sportrechtlich für Regressforderungen, entweder der HSG oder der Liga gegenüber ausreicht, werden sicherlich einige Vereine zumindest einmal prüfen. Im Gegensatz zu stärker kapitalisierten Sportarten sind beim Handball die Ticketverkäufe, das Spieltags-Merchandising und das -Catering nach wie vor gewichtige Einnahmequellen.

    Außerdem zahlen die Dauerkarten-Inhaber ja dann quasi für ein Spiel, dass sie gar nicht sehen werden. Auch da kann ich mir vorstellen, dass da irgendwo bei den Vereinen einige Inhaber nachfragen werden, ob sie das Geld zurückkriegen.

    Aber warten wir erstmal ab, was Morgen passiert.

    Dieses riesige Nordschrott auf dem Unterbauch macht es für mich unkaufbar. Wäre nur das "Baltic Finance" drauf - top. Aber mit 2 Frontsponsoren wirkt es direkt wieder überladen und wie eine Litfasssäule. Und riesengroß muss ich das Wort "Schrott" nun nicht wirklich durch die Gegend tragen.