Beiträge von Andi.Waffen57

    Der Kader der HSG Hanau ist sicherlich für die Aufstiegsrunde gerüstet, aber eben nicht zweitligatauglich. Das hat Hannes Geist in einem Interview auch angedeutet.

    Im aktuellen Kader würden mir nicht viele Spieler einfallen, die bei einem anderen Zweitligist Starter wären.

    Das ist eben die Problematik, aufsteigen und 50% des Kaders austauschen, um die Klasse zu halten, macht allen auch wenig Spaß.

    Das ist ein ganz interessantes Problem auch in Bezug auf die anderen Staffeln. Für wie viele Vereine macht der Aufstieg sportökonomisch wirklich Sinn in Bezug auf eine gewisse Nachhaltigkeit? Die "klassische" Biografie ist ja: 1. Man hat nen ganz soliden Kader zusammengestellt über ne Zeit hinweg, steigt dann 2. auf, muss aber im Sommer massiv aufrüsten und verdrängt dafür tendenziell Spieler des alten Kaders. Sollte man dann aber 3. direkt wieder absteigen gehen diejenigen, die sich für zu gut halten und man steht in der gleichen Liga wie 2 Jahre zuvor, dann aber ohne den etablierten und auch qualitativen Kader.


    Um diesem Muster, das schon zahlreiche Erfolgsepisoden zerschossen hat, zu entkommen muss man entweder a) derart viel Geld in die Hand nehmen, dass man den Klassenerhalt quasi einfach "kauft", oder b) der schon existente Kader muss enorm über dem Liganiveau spielen, sodass er "von sich aus" gut genug für die höhere Liga ist.


    Beide Bedingungen sehe ich in Hanau nicht realistisch (WIe sieht das bei den anderen Staffeln aus?) und auch Ferndorf müsste im Aufstiegsfall definitiv noch aufrüsten, wenngleich auch (wie an anderer Stelle schon geschrieben) nur partikular, da man ja das Glück hatte, das mit Puhl, Michel, Persson, Eres etc. etliche Spieler mit Zweitligaformat geblieben sind.

    Na, das hört sich ja schon ein wenig anders an, als zu Beginn der Saison, als Du sagtest: "Du siehst keinen, der Ferndorf ernsthaft gefährden würde". Da sieht man, was Verletzungen so alles bewirken können.

    Ich bleibe nach wie vor bei dieser Einschätzung. Selbst wenn Hanau auch mit in die Aufstiegsrunde kommt und sogar am Ende vor dem TuS stehen würde, gefährden sie den TuS bzw. dessen Teilnahme an selbiger ja nicht. Das würde erst ein drittes Team können - und das gibt es bisher nicht.

    Ferndorf und Hanau werden wohl die beiden Teams sein, die aus der Süd-West-Staffel in die Aufstiegsrunde gehen. Wäre arg verwunderlich, wenn sich daran nochmal was ändern sollte. Ferndorf hat fürs Rückspiel den Vorteil, dass ein Unentschieden reicht um den direkten Vergleich weiterhin zu gewinnen. Zudem hat man mit Karaula einen "waschechten Winterneuzugang", der in seinen bisherigen Einsätzen vielversprechend war. Hanau hat, soweit ich das überblicke, nicht zusätzlich aufgerüstet.


    Gehen wir davon aus, dass der 04.03. das Showdown-Datum sein wird, so werden sicherlich zahlreiche der sehr reisefreudigen Ferndorf-Fans die dankbaren 150km A45 auf sich nehmen. Auch das wird Einfluss auf die Balance zwischen den Teams nehmen.


    Im Keller bin ich wirklich gespannt ob Pohlheim es in der Rückrunde schafft, eine kleine Serie zu starten und sich noch ranzurobben. Ich traue es ihnen jedenfalls zu.

    Achja: Mit der Leistung von Groetzki heute hat sich so ein bisschen gerächt, dass man Lukas Zerbe zuhause gelassen hat und nur mit einem RA ins Turnier gegangen ist. Habe das von Anfang an für fraglich gehalten. Heute hätte Groetzki ab einem gewissen Zeitpunkt ausgewechselt werden müssen. Dass das nicht geschehen ist, war dem weiteren Verlauf dann nicht unbedingt förderlich.


    In meinen Augen daher ein Faktor des Ausscheidens, der auf die Kappe des Coachingteams geht. Warum nur mit einem RA zur Weltmeisterschaft? Was war Begründung dieser Entscheidung?

    Schlechter als Weber geht wohl kaum noch, oder?

    Halte das nicht für fair. Jeder Spieler kann nur so gut sein, wie er wortwörtlich inszeniert wird. Knorr mag ein grandioses Auge für den Kreis haben, er mag auch selbst sehr torgefährlich sein und bei Schmid den richtigen Blick für die Distanz zum Tor gewonnen haben - aber er ist noch sehr jung und als Spielgestalter, im Job des Inszenierens, hat er wohl noch das größte Ausbaupotential. Ohne Knorr wiederum geht sowieso so gut wie gar nichts (Und der noch ein Bub - was sagt das über die Anzahl der "Leader" im Team?) - also wer hätte das gesamte Turnier über die Halbpositionen so aktivieren sollen, dass sie ihre einfachen Tore machen können (Was Weber definitiv kann)?


    Es fehlt natürlich dennoch a) an qualitativen Halben aber eben auch b) an der Inszenesetzung derer, die da sind. Keine Rückraumposition, weder RL noch RR hat in diesem Turnier bisher geglänzt - egal wer dort stand. Das ist natürlich eine Frage der individuellen Qualität, aber eben auch eine zur Qualität der Spielleitung. Und da hat Knorr dieses Turnier zwar gigantische Schritte auf dem Weg zum Weltklassespieler gemacht, aber in Teildisziplinen der Rückraum Mitte ist ers eben noch nicht. In seinem Spiel geht es bisher noch sehr viel um ihn selbst. Aber das ist eben eine Frage des Alters und der Reife und er hat zweifelsohne das Potential, Weltklasse zu werden mit der Zeit.


    Und außer Golla, Wolff und dem noch ungeschliffenen Knorr hat Deutschland eben einfach keine Weltklassespieler. Muss man anerkennen und Ursachenforschung betreiben statt zu zetern.

    Zitat:


    Geschäftsführer Dirk Stenger macht den TuS-Fans schon mal Appetit: „Mit Marko und mit der Rückkehr von Niklas Diebel wird unser Angriffsspiel auf ein ganz anderes Niveau gehoben.“

    Quelle: https://www.wp.de/sport/lokals…comeback-id237381469.html


    Da hat er wohl Recht. Wäre nicht verwunderlich, wenn zum Ende der Saison der "Outcome" entstünde, dass sich Karaula - Fanger - Mundus als Stammbesetzung im Rückraum etabliert haben. Dahinter dann Diebel, Persson, Polishchuk... Ich sehe den Kader und auch den bisherigen Saisonverlauf nicht so pessimistisch in Bezug auf einen möglichen Aufstieg wie viele andere rund um den TuS.


    Entscheidend wird sein, wie gut man die Rückrunde als Vorbereitung auf die Aufstiegsrunde nutzen kann. Aber diesem Kader müsste für meine Begriffe im Falle eines Aufstiegs im Sommer nur ein LA und ein weiterer RR mit gutem Zweitligaformat (Und über einen dritten TW dürfte man auch nachdenken - Stichwort: Letzte Saison) hinzugefügt werden. Der Rest passt so. Das ist auch ein Verdienst von Andersson.

    Dem schließe ich mich vorbehaltlos an. Mattis Michel ist der beste Kreisläufer der Liga. Da gibt es wenig Diskussion. Er hat mit seinen 24 Jahren bereits 143 Zweitligaspiele (344 Tore) auf dem Buckel und war auch in der letzten Drittliga-Saison 2017/18 schon maßgeblich am ungeschlagenen Aufstieg beteiligt. Er hat Junioren-WMs gespielt und mit der U-Nationalmannschaft EM-Bronze geholt. Von den 143 Zweitligaspielen waren bestimmt 50 Partien absolute Crunchtime-Schlachten im Hexenkessel Stählerwiese.


    Das sind Daten und Erfahrungswerte, da kommen die Kreisläufer vieler anderer Teams der Liga nicht mal annähernd hin. Es wird halt einfach nicht so sehr gesehen wie es angemessen wäre, weil er immer nur beim TuS gespielt hat und nie gewechselt ist.


    Es ist vielleicht nicht vergleichbar mit dem Status von Fußballer Jude Bellingham in seinem Heimatverein Birmingham City - aber er hat auch trotz seines relativ jungen Alters schon absoluten Legendenstatus in Ferndorf.


    Wer auch immer da der Schreiberling war, der jemand anderem als Mattis den Titel des besten KM der Liga zuschreiben wollte - mit Verlaub, das ist Quatsch.

    Woher soll der DHB vorher wissen, dass es "unüberbrückbare persönliche Differenzen innerhalb der Kommission (gibt), welche die für eine Zusammenarbeit notwendige zwischenmenschliche Ebene zerstörten." Siiiicher, hätte man wissen müüüüüssen! :wall:

    Das Thema ist relevant für die psychologisch-gesundheitliche Lage der Opfer. Es ist in etlichen Fällen vermutlich juristisch relevant. Es ist deutschlandweit medial überaus präsent und in der Handballwelt sogar international. Es ist relevant für die Konzeptionierung von zukünftiger Präventionsarbeit und entsprechenden Vorkehrungen in der Trainerauswahl. Es hat einen riesigen Einfluss auf die Reputation des DHB und auch allgemein auf das so in den Vordergrund getretene Thema des Umgangs mit den Athleten im Leistungssport. Es geht hier für den DHB um viel, sehr viel.


    Angesichts dessen hätten persönliche Differenzen, die zutage treten bevor eine einzige wirkliche Veröffentlichung von Resultaten der Gremienarbeit geschehen ist, einfach antizipiert werden müssen. Sie müssen ja scheinbar wirklich gravierend sein, dass der DHB sich zu diesem Schritt genötigt sieht. Das hätten sie erkennen müssen, allein schon um der Opfer Willen. Punkt aus Ende.

    Das ist eine Farce! Die Opfer Fuhrs werden sich verarscht vorkommen. Wer hat diese Kommission zusammengesetzt?


    Warum kriegen die als (teilweise hochdekoriert studierten) Experten dort rein gewählten Menschen scheinbar ihre Persönlichkeiten nicht zumindest auf den gemeinsamen Nenner der Aufarbeitung? Im Text werden ja "persönliche Differenzen" genannt, das kann ehrlich gesagt einfach nicht sein. Entweder die Kommission ist fürchterlich schlecht zusammengestellt worden, oder die "Experten" sind sich ihrer Bedeutung nicht bewusst gewesen und haben sich wie Kinder im Sandkasten gezankt.


    In jedem Fall ein Debakel für den DHB. Peinlich, untragbar, würdelos... Die Liste an schmächlichen Adjektiven könnte man wohl noch seitenweise verlängern.

    Ehre wem Ehre gebührt - das war ein bärenstarker Auftritt von Dutenhofen. Alle Hüte ab, da sieht man das Potential der Spieler dort. Vielleicht hat sich Ferndorf ein bisschen zu sehr darauf verlassen, dass die Gastgeber hinten raus einbrechen - dem war nicht so. Für meine Begriffe die beste Leistung eines TuS-Gegners diese Saison. Zu keinem Zeitpunkt eingebrochen, die Konzentration konstant auf einem sehr hohen Niveau gehalten.


    Fanger heute vielleicht ein wenig zu viel in der Verantwortung. Da hätte ich mir in der zweiten Hälfte nochmal Polishchuk mit Persson oder eine andere Variante gewünscht.


    Famos jedenfalls der Ferndorfer Anhang, der zahlreich ins benachbarte Nordhessen gepilgert ist.

    Heute haben mit Torben Matzken (2) und Julius Lindskog Andersson (5, gegen Flensburg) zwei ehemalige TuS-Spielmacher Tore in der EHF European League erzielt. Ob wir in ein paar Jahren dort mit Fanger den Nächsten sehen werden? Es ist nicht allzu unrealistisch. Es ist wirklich schön, nach Matzken nun wieder einen solchen ungeschliffenen Ausnahmespieler in der Stählerwiese spielen zu sehen. Wenn man es nüchtern betrachtet, so war seine kurzfristige Verpflichtung ein enorm wichtiger Faktor im erfolgreichen Abschneiden der Hinrunde. Und das meine ich nicht, weil er in jedem Spiel der überragende Faktor war (nur in ein paar) - sondern weil durch ihn auch die Verantwortung nach Diebels Ausfall und den anderen Verletzungsmiseren auf 2 Schultern mehr verteilt wurde, wovon z.B. Hecker enorm profitiert hat. Oder auch L. Michel. Beide haben eine schöne Entwicklung hingelegt und sind wichtige Spieler geworden.


    Aber Fanger war der Faktor. Und er ist vermutlich nach der Saison wieder weg. See you soon, Europa League.


    Und Stichwort Andersson bleibt: Es fühlt sich an, als wäre man da so ein bisschen zum Aufsteigen verdammt. Würde er wohl noch ein Jahr diese dritte (mit Verlaub, Rumpel-)Liga mitmachen? Ich kann es mir kaum vorstellen. Sollte man jedoch aufsteigen, hätte er in Ferndorf ein auf ihn abgestimmtes und grundsolides Gerüst für einen tauglichen Zweitligakader zur Verfügung. Dazu kommt, wie TuSsie schon schrieb, die gerade wieder zunehmende Euphorie rund um den TuS. Er kann hier die erste längere Geschichte seiner Trainerkarriere im Ausland schreiben. Und es wäre dann eine sehr schöne Geschichte. Er hätte hier seinen sicheren Logenplatz in den Ferndorfer Chroniken. Da ist der TuS eigentlich gar kein schlechtes Argument.

    Warum spielt man nicht lieber in kleineren Hallen, macht die dann aber dafür voll? Kann mir doch keiner erzählen, dass das so eine Atmosphäre ist, die einem Finale würdig wäre...


    Klar ließen sich in kleineren Hallen vielleicht nicht diese Hochglanz-TV-Bilder produzieren - aber so ist es doch schon irgendwie arg verloren in der riesigen Anlage...

    Die Aussage sollte wohl revidiert werden, nachdem Haßloch gewonnen hat und beinahe auch Hanau... leider aber nur beinahe. Seitdem Diebel nicht mehr spielt sind die Ergebnisse nicht mehr so drastisch wie zuvor.

    Du hast Recht, ich muss sie etwas revidieren. Das Spiel sechs Tage nach meinem von dir zitierten Post (Auswärts in Gelnhausen) hat uns etwas Interessantes aufgezeigt, dass man zuvor noch nicht gesehen hatte:


    Die ersten 17 Minuten lang sind die Angriffe des TuS quasi wie aus einem Guss, fast jedes Mal, wenn Tempo auf den Ball kam, kam es umgehend zum Durchbruch oder Abschluss von Außen. Das Spiel musste so gut wie nie noch einmal zur anderen Seite verlagert werden. Das war mit das Beste, was ich diese Saison gesehen habe - da war fast jede Szene blitzblank sauber ausgespielt, enorm schnell und technisch hochwertig. Nach diesen 17 Minuten stand es 5:10 für den TuS und Gelnhausen nimmt seine Auszeit - nach 25 gespielten Minuten steht es dann plötzlich 12:12 Unentschieden und man geht auch mit Remis (14:14) in die Pause.


    Was ist da also passiert? Antwort: Chaos. Ursache? Es fehlte so ein bisschen ein erfahrener Leader, der Ruhe reinbringt. Unsere drei Spielmacher sind alle enorm jung (1x 99er, 1x 2000er, 1x 2002er Jahrgang), Mundus ist auch 2000, der international erfahrene Polishchuk und Hecker sind mit '99 und '97 da vergleichsweise schon fast die "erfahrenen, alten Hasen". Diebel mit '98 und reichlich Zweitliga-Erfahrung fehlt da natürlich schon sehr - und ja, es wirkt ohne ihn insgesamt so, als wäre unsere junge und hochveranlagte Mannschaft relativ leicht zu verunsichern und aus dem "Flow" zu bringen, gibt es mal eine Momentum-Phase des Gegners. Da steht dann eben niemand auf der Platte der sinngemäß sagt "Jetzt mal halblang, 3x tief durchatmen und dann gehts weiter" und der, während er das sagt, dann eben die Verantwortung mal notfalls mit Gewalt an sich reißt. Solche Spieler hatten wir in Ferndorf in der Vergangenheit immer wieder, daher fällt der Kontrast zur Gegenwart so ins Auge.


    Das ist gegenwärtig eine kleine Schwäche, ohne Frage. Ich bin aber ohne jeden Zweifel daran, dass das aktuell verfügbare Personal in die Aufgabe, damit umzugehen, zügig hineinwachsen wird - eben weil sie so hoch veranlagt sind. Diebel kommt auch mal wieder zurück und mit Karaula (Baujahr 96) stößt ohnehin im Winter ein etwas älterer und erfahrenerer Spieler dazu.


    Also alles kein Grund zur Sorge. Und auch wenn wir sogar nochmal ein Heimspiel verlieren werden - für die Aufstiegsrunde wird es nach wie vor reichen und der Entwicklungsprozess der Mannschaft geht nach wie vor nach oben. Mundus aktuell mit einem Formloch - Hecker springt in die Bresche und zündet. Das zeugt von einer gesunden, "gesamtmannschaftlichen" Entwicklung.


    In Andersson we trust - und vielleicht war die Aussage mit den 13 Heimsiegen wohl wirklich etwas überheblich. Sorry an der Stelle.

    Ferndorf zu abgeklärt gegen den TVG. Bessere Torhüterleistung und der TVG mit zu wenig Durchschlagskraft aus dem Rückraum.

    Ich für meine Begriffe habe aber immer wieder vielversprechende Ansätze der Gelnhausener gesehen und war positiv überrascht. Könntest du die Leistung gegen den TuS vielleicht kurz einordnen - gehörte sie zu den stärkeren Spielen der bisherigen Saison oder ist das, was wir gesehen haben, die "gängige Qualität" bei euch?


    Es sah aus, als wäre da - durchweg positiv gemeint - noch ordentlich Luft nach Oben. Mit etwas Zeit könnte da was richtig Gutes entstehen.

    Mag der TuS auswärts schon gestrauchelt haben - die Partie gestern hat gezeigt, dass im Normalfall für kein Team der Liga etwas in der Stählerwiese zu holen sein dürfte. Ich denke, die 13 Heimsiege sind fest eingeplant. Es braucht, wie schon an anderer Stelle gesagt, den Hexenkessel aktuell noch gar nicht - die spielen das auch so völlig locker runter. Jetzt ist noch Fanger dazugekommen, im Winter Karaula. Was will das rot-weiße Handballherz gerade mehr?

    Respekt an Dansenberg, das war eine couragierte Leistung. Die Siegerländer Medien schreiben, dass Claussen das "Spiel seines Lebens" gemacht hat - das stimmt wohl und die gestrige Darbietung der Kaiserslauterner war allgemein wohl eher im oberen Regal der Liga angesiedelt. Ferndorf bis auf die letzten 10 Minuten ohne jedeTorhüterleistung und arg verkrampft im Angriff.


    Die Deckungsumstellung von Andersson vielleicht einen Tick zu spät. Vielleicht hätte man mit der offensiven Ausrichtung die ab der 40. stetig abbauende Dansenberger Physis schon früher zusätzlich unter Druck setzen können.


    Im Endeffekt trotz des Punktverlusts aber wohl eine Ferndorfer Kampfansage, frei nach dem Motto "Auch mit einer für Ligaverhältnisse 40 Minuten lang sehr guten Leistung und einer Plus-8-Führung kann man sich gegen den TuS nicht sicher sein". Geht das Spiel 1 Minute länger, gewinnt Ferndorf noch. Der athletische Unterschied "hinten raus" ist so zum ersten Mal in dieser Saison zum Vorschein getreten und war schon beachtlich.

    Interessant ist, dass Dansenbergs Coach seiner Mannschaft in deren Vorbericht die Rolle des "klaren Außenseiters" zuschreibt, Andersson in der Pressekonferenz gestern aber gesagt hat, dass man ohne Diebel nicht Favorit sei.


    Zitat Westfalenpost:

    „Sein Einsatz entscheidet sich wohl erst am Spieltag“, spricht der Trainer vom Bemühen der medizinischen Abteilung, Diebel noch spielfähig zu bekommen. „Ohne ihn“, verrät Andersson, „sind wir in Dansenberg gewiss nicht in der Favoritenrolle.“

    Zitat Homepage Dansenberg:

    "Wir gehen zwar als klarer Außenseiter in die Partie, werden aber wie in Haßloch alles was wir haben in die Waagschale werfen, um gemeinsam mit unseren Fans Ferndorf alles abzuverlangen."

    Nächsten Mai könnte es im Saison-Rückblick sein, dass der 01.10. der Tag war, ab dem der TuS an der Tabellenspitze der Süd-West-Staffel seine Kreise gezogen hat. Das soll überhaupt nicht überheblich klingen.Und es kann natürlich auch nicht so kommen. Aber derzeit fühlt es sich so an. Das ist für alle, die es mit Rot-Weiß halten, derzeit eine gewöhnungsbedürftige Gefühlslage vergessener Tage.


    Vier Jahre lang hat man Abstiegskampf in der 2. Liga geführt. Das waren insgesamt 136 Partien, in denen es - auch vom Publikum - immer alles abverlangt hat, um für Punkte in Frage zu kommen. Was haben wir Schlachten geschlagen. Was war der Hexenkessel Stählerwiese vier Jahre lang wortwörtlich für eine Nervenstrapaze. Und - bis auf die Hinrunde 21/22 - auch für eine Erfolgsstory.


    Aber jetzt gewinnt man Spiele ohne großes Aufsehen. Es ist nicht packend, es kann gar nicht packend sein. Die Stählerwiese kann ihre Magie derzeit gar nicht versprühen, weil es die Spiele sportlich nicht hergeben. Das ist ein bisschen eine Herausforderung für alle glaube ich. Die Frage ist gerade, wie hoch man gewinnt, nicht ob. Im Winter wird mit Karaula noch ein weiterer Spieler den Kader maßgeblich verbreitern. Einige sehen gerade nicht, dass man großartig stolpern wird. Eher wird die Entwicklung der Mannschaft weiter bergauf gehen, wie auch nun zuletzt schon. Daher halte ich es wie eingangs gesagt für gut möglich, dass der 01.10 ein entscheidendes Datum gewesen sein wird.


    Die Zuschauerzahlen sprechen im Übrigen dafür, dass man es bisher geschafft hat, die sportlich verloren gegangene Spannung irgendwie aufzufangen. Dafür gebürt allen Beteiligten Respekt. In der Aufstiegsrunde wird man sicherlich spätestens die 1000 knacken.

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